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THE LESS FORTUNATE – wirklich weniger glücklich?

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THE LESS FORTUNATE – “The Less Fortunate”

Veröffentlichungsdatum: 17.09.2019
Länge: 33:26 Min.
Label: Sliptrick Records
Genre: Metalcore

Vor einigen Jahren hat mich eine Welle von Metalcore-Bands erhascht, die nach dem Prinzip “Shouts VS. weibliche Clean Vocals” agiert. Warum das so war, lässt sich einfach erklären: Ich hab danach gesucht. Dabei kamen einige Perlen zum Vorschein, aber auch einige Bands, die schnell wieder von meinem Radar verschwanden. Ich fand diese Mischung damals irgendwie ansprechend. Mittlerweile muss ich sagen, dass sich mein Hype diesbezüglich eher gelegt hat. Nun habe ich aber eine Promo in die Finger bekommen, die genau diesen Mix bedient. THE LESS FORTUNATE nennt sich die Kombo aus Übersee, welche mit dem selbstbetitelten Album ihr Debüt abliefern. Schau’mer mal, ob sie mein Interesse wieder wecken können. 

DIE 2 SEITEN

Der Opener “This Is Who We Are” scheint wohl als Bandvorstellung zu funktionieren. Sieht man das so, müsste der deutlich machen, wohin die Reise geht. Der Sound gefällt mir sofort, sowohl auf produktionstechnischer Seite, als auch die Shouts von Schreihals Cory. Die Grundstimmung geht ebenfalls angenehm in den Kopf. Das passt schon mal sehr gut und ich bin gespannt auf den Refrain. Da ist er und ich hebe die Augenbrauen. Leider mit skeptischem Blick. Die Stimme von Sängerin Blanca gefällt mir persönlich leider überhaupt nicht. Ich will nicht sagen, dass sie nicht singen kann, aber irgendwas passt da nicht. Dieser Eindruck zieht sich durch das komplette Album. Die Songs sind alle wirklich stark, besonders in den angesprochenen geschrienen Parts. Aber ein weiterer Punkt in Kombination mit der Klarstimme wiegt noch viel schwerer in meinen verwöhnten Ohren: die Melodien. Die Refrains wollen alle harmonisch sein, das merkt man wirklich. Dummerweise klappt das nur nicht. Alles wirkt sehr uninspiriert, teilweise plätschert es so dahin, als stünde man vor einem Leierkasten. Hoch, runter, hoch und wieder runter. Gerade beim ausgekoppelten “Inside The Mastermind”, welches rein von der Message und besonders im Video wirklich beeindruckend ist, tut das fast schon weh. 

Ich denke, es ist daher nicht unbedingt die Stimme selbst, sondern eher, wie alles zusammenspielt. Hier besteht für die Zukunft dringend noch Handlungsbedarf. Bei einigen Songs wie zum Beispiel “Alive” kommt es mir so vor, als wisse man noch nicht so recht, wohin. Überall ist Potential zu hören, musikalisch klingt ja auch alles schon ausgereift, aber hängen bleibt da bei mir eben leider nichts. Ich möchte nichts schlecht reden und könnte mir auch vorstellen, dass die Band bereits reichlich Menschen erreichen kann, verschafft euch am Besten selbst mal Gehör. Wenn an den Mankos noch gefeilt wird, könnte sich aber eine sehr sympathische Sache daraus entwickeln. 

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Autorenbewertung

6
Schwierig, schwierig. Das ist mal wieder so ein Beispiel für die berühmten 2 Seiten der Medaille. Die Shouts und generell der Sound überzeugen, auf der anderen Seite stehen die schwachen Melodien und der damit unpassende, weibliche Gesang. Irgendwie aber auch schön, euch mal etwas zu zeigen, was mich nicht umhaut und zu meinem 2019 passt.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
6 / 10 Punkten

Vorteile

+ starke Produktion
+ angenehme Shouts

Nachteile

- schwache Melodien
- unpassender Klargesang

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