Home»Reviews»True Canadian Stoner Rock – WOODHAWK

True Canadian Stoner Rock – WOODHAWK

0
Shares
Pinterest Google+

WOODHAWK – Beyond The Sun
Veröffentlichungsdatum: 07.04.2017
Länge: 38:43 Min.
Label: Eigenveröffentlichung
Stil: Psychedelic Stoner Rock

Das kanadische Calgary – woran denkt man da? Als Erstes kommt mir da Wintersport, dicht gefolgt von den Rocky Mountains in den Sinn. Nicht aber Stoner Rock. WOODHAWK bringen aber Licht in das Vorland des riesigen Gebirges. Mit ihrem neuen Werk “Beyond The Sun” bekommen ihre Fans nun die Möglichkeit, ihr erstes Full-Length-Album in voller Länge [!] zu genießen. Außer einer EP aus dem Jahr 2014 haben sich die Kanadier nämlich noch nichts auf die Fahne schreiben lassen.

Radio – geht ins Ohr, bleibt im Kopf

Wie oft musste ich mir diese Werbung im Radio schon anhören?! Ersetzt man “Radio” durch WOODHAWK wird jedem schnell klar, dass es sich hier um ziemlich leicht zugänglichen Stoner der Marken THE SWORD, RED FANG, TRUCKFIGHTERS, etc. handelt. Dennoch sind die 3 Jungs den genannten Bands schon bei ihrem Debüt ein ordentliches Stück voraus. Hier brauche ich keine 5 Plattendurchläufe, ehe ich einen Song nur ansatzweise im Kopf behalte.

Mit klarer, gefühlvoller Stimme und herzergreifenden Gitarrenriffs, die fast schon etwas postrockig sind, wird das Album mit “Beyond The Sun” eingeleitet. Abwechslungsreichtum, fette Riffs und ein viel zu abruptes Ende prägen diesen Song.

Weniger Gefühle, dafür schallt mir vielmehr “Party-Stoner” mit “The High Priest” entgegen. Nachdem der Opener mich echt überzeugen konnte, bin ich nun schon eher geteilter Meinung. Einerseits ist es qualitativ hochwertiger Stoner. Auf der anderen Seite kann ich mir diese ganze 08/15-Mucke, wie ich sie schon tausend Mal gehört habe, kaum noch zu Gemüte führen. Alles zielt darauf ab, dass sich die Refrains so gut es geht bei den Hörern einprägen. Für mich geht da der Geist der Musik verloren.

Leute, fangt an zu experimentieren!!!

Natürlich ist es nicht verkehrt, seine Einflüsse hörbar zu ehren. Doch gerade im Psychedelic/Stoner-Bereich sollten doch alle Experimente erlaubt sein. Und scheinbar wurden meine Gebete erhört und mit “Living In The Sand” ein deutlich weniger “refrainorientierter” Song geschrieben.
Noch attraktiver werden WOODHAWK mit “Magnetic North”. Mit sehr viel Atmosphäre und Gefühl schaffen es die Jungs, ein Stück mit dem Prädikat “True Canadian Stoner Rock” zu erschaffen. Gibts nich? Jetzt schon!
Hatte ich vorhin RED FANG erwähnt? Im Refrain von “Lawless” muss ich an nichts anderes denken, als das Stoner-Aushängeschild aus Portland. Dennoch schaffen es WOODHAWK in den Strophen, und vor allem musikalisch, sehr nach sich selbst zu klingen.

Was fehlt noch? Natürlich, ein Basssolo!

Und mit eben diesem wird “Quest For Clarity” eröffnet. Und damit noch nicht genug. Nach gut 3 Minuten des flotten Musizierens komme ich in den Genuss des mit Abstand geilsten Solos des ganzen Albums.
Mit “A New Hope” kommt das Debütalbum dann auch allmählich zum Ende. Und siehe da – die Jungs haben es scheinbar verstanden! Ziemlich harmonisch und experimentell (auch wenn da noch deutlich mehr gehen würde) brettert mir der Song um die Ohren.
Ein kurzes Zwischenspiel, getauft auf den Namen “Foresee The Future”, eröffnet den letzten Titel der Veröffentlichung. “Chrononaut” – Moment mal, wird jetzt hier auch noch von ELECTRIC WIZARD gecovert? Überhaupt nicht! Der Song der Kanadier ist in etwa so weit von ELECTRIC WIZARD entfernt, wie deren Heimat – Calgary und Dorset (exakt 7020,69 km)! Dennoch kann mich der Abschlusstrack nochmal ordentlich mitreißen. “Chrononaut” bringt nochmal alle Höhepunkte des Albums in einem Stück auf den Punkt. Basssolo, starker Gesang, cooles Gitarrenriff, postrockiger Gitarrensound.

Bandcamp
Facebook

Bild mit freundlicher Genehmigung von Mario Montes

Autorenbewertung

5
Ein durchaus gelungenes Debüt der 3 Kanadier, auch wenn es noch ein zu großes Gefälle zwischen den Höhen und Tiefen des Albums gibt. Wenn sich die Jungs in Zukunft von ihren Einflüssen noch etwas abkapseln und eigenständiger und experimentierfreudiger werden, könnten sie durchaus eine größere Nummer in der Psychedelic/Stoner-Szene werden. Sowohl musikalisch als auch gesanglich stehen ihnen dafür alle Türen offen.
ø 3.7 / 5 bei 4 Benutzerbewertungen
5 / 10 Punkten

Vorteile

+ Sound
+ Gesang
+ sehr einprägsam
+ gute Länge, die mich nicht überstrapaziert

Nachteile

- Eigenständigkeit
- nicht experimentell genug
- das Cover, naja...

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Deutschland, deine Festivals - #10: Bremen

Nächster Beitrag

Senf der Woche #10 - BESSER GEHTS NICHT

2 Kommentare

  1. Der_Meister
    11. April 2017 bei 0:02 — Antworten

    Find nicht, dass die drei negativen Punkte eine Bewertung von nur 5 Sternen rechtfertigen. Liegt aber bestimmt an der persönlichen Gewichtung jedes einzelnen Hörers 🙂

    • Don Promillo
      12. April 2017 bei 20:14 — Antworten

      Nabend Meister,
      mir ist die Musik einfach zu anspruchslos, auch wenn hier und da gute Momente durchkommen. Ließ bzw. hör dir die Platte zu meinem nächsten Review an, welches in den nächsten Tagen veröffentlicht wird, und dann wirst du wahrscheinlich merken, was ich meine 🙂
      Trotzdem, vielen Dank für dein Feedback 🙂

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.