Home»Lifestyle»Interviews»WHISPERED im Interview – Mit Katana und Klampfe durch Europa

WHISPERED im Interview – Mit Katana und Klampfe durch Europa

2
Shares
Pinterest Google+

Finnland, das Land des Melodic Death Metal. Es hat wohl die meisten und bekanntesten Bands dieses Stils überhaupt hervorgebracht. Aus derselben Schmiede stammen auch WHISPERED, eine Band, die mit dem, was wir als „typisch finnisch“ einschätzen würden, allerdings eher weniger zu tun hat.

Seit 2004 besteht die Gruppe aus Jouni Valjakka, Sänger, Gitarrist und Kopf der Band, Kai Palo, ebenfalls für Gesang sowie für den Bass zuständig, Mikko Mattila, dem 2. Gitarristen, sowie Jussi Kallava an den Drums, der an der derzeitigen “Forest Tour 2017” mit WINTERSUN und BLACK THERAPY nicht teilnehmen kann und deshalb durch Ukri Suvilehto ersetzt wird.

Sie spielen “True Finnish Samurai Metal“. Was zunächst eher schräg klingt, funktioniert beim genaueren Hinhören und –sehen doch ziemlich gut: Melodic Death Metal, gemischt mit traditionellen japanischen Rhythmen und Instrumenten, Themen aus der japanischen Mythologie und der japanischen Sprache selbst.

2016 stießen sie zuletzt mit ihrem letzten Album “METSUTAN – Songs of The Void” auf offene Ohren, ihr einzigartiger Stil und Liveauftritt verschaffte ihnen weltweit Aufmerksamkeit und Anerkennung. Darauf folgte nun Anfang September der Start ihrer bisher größten Tour, der bereits erwähnten Forest Tour 2017. Bei ihrem ersten Gig im “Hellraiser” in Leipzig haben wir die Finnen begleitet und ich bin mit Sänger Jouni über die Geschichte und den Stil dieser mehr als ungewöhnlichen Band ins Gespräch gekommen.

DAS INTERVIEW

S: Es ist schön, euch heute hier zu haben.  Heute ist also euer erster Gig der Tour. Wie fühlt ihr euch damit, gerade, weil es eure größte bisher ist?

Jouni: Es ist unglaublich. Ich denke, es ist ziemlich cool, dass wir in Deutschland starten, erst haben wir 2 Shows hier und später fahren wir noch in so viele Länder, dass ich nicht einmal alle zusammenkriege. Das hat uns gezeigt, dass ziemlich viel möglich ist, wenn man will, und wir fühlen uns sehr gut damit. Wir haben außerdem gehört, dass Metal in Deutschland ein Riesending und unsere Fanbase hier echt verrückt ist… Wir lassen uns überraschen.

S: Also seid ihr einfach mit dem Motto: „Wird schon schiefgehen“ hierher gekommen? Gilt das für den Rest der Tour genauso?

Live im Hellraiser erzeugen Youni und Bandkollegen eine einzigartige schwermetallisch-fernöstiche Atmosphäre.

Jouni: Ja, so in der Art.

S: Nicht schlecht. Lass uns über euren speziellen Stil und Bühnenauftritt reden. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen, wo das ja nicht gerade besonders finnisch ist?

Jouni: Stimmt schon. Damals, ganz am Anfang, wollte ich etwas Einzigartiges erschaffen, weil ich mich ziemlich schnell langweile. Es gab damals schon eine Riesenladung Folkmetalbands, und ich liebe Folk Metal, darum begann ich, normale Metalriffs mit japanischen Rhythmen und traditionellen Instrumenten zu mischen und dachte: Verdammt, das funktioniert echt gut. Da habe ich sofort Potential dahinter gerochen.

S: Warum ausgerechnet Japan? Herrscht da ein spezielles Interesse bei dir oder der Band?

Jouni: Ja, ich habe mich schon sehr lange für das Land interessiert, die Mythologie, den Kriegerkult, Samurais und so was. Damit zu arbeiten war für mich also wirklich nichts Neues.

S: Ihr habt auch schon in Japan gespielt. Wie war das?

Jouni: Das haben wir, schon zweimal insgesamt. Das erste Mal waren wir echt nervös, weil du nie wirklich weißt, wie die Menschen auf dich reagieren, bevor du nicht dort gespielt hast. Wir waren uns besonders unsicher, wie sie auf die Metal-Adaption ihrer Kultur, die doch sehr alt und traditionell ist, reagieren würden. Es ist außerdem nicht gerade ein supercooles und beliebtes Thema in der jüngeren Generation. Das gilt allerdings für den Metal generell.

Fotos vom Liveact mit Shamisen-Spieler Yamakage

Aber alles lief so fantastisch, die Leute waren verrückt danach und wir haben eine Riesenladung neuer Fans dazugewonnen. Beim 2. Mal war die Resonanz sogar noch überwältigender und wir hatten einen besonderen Gast, einen 50-jährigen Fan, der für uns Shamisen [eine traditionelle japanische, 3-saitige Laute, A.d.R.] spielen wollte. Er war wirklich großartig und der Auftritt mit ihm war eine wirklich großartige Erfahrung.

S: Man hat also vollkommen akzeptiert, wie ihr als nun eigentlich völlig fremde Band die Kultur adaptiert habt?

Jouni: Auf jeden Fall. Meistens gibt es im Internet diese Mode, an den akuellen japanischen Style anzuknüpfen. AVRIL LAVIGNE zum Beispiel, die hat einen Song gemacht, der nannte sich glaube ich „Hello Kitty“

S: Ah, dieser typisch fluffig-bunte Plastikstyle, der derzeit so beliebt ist …

Jouni: Genau, und wir erwecken die Dinge auf andere Weise zum Leben. Meistens freuen sich die Japaner sehr, dass wir ihre Kultur auf diese Weise behandeln. Dazu gehört natürlich eine Menge Arbeit und Ernsthaftigkeit, aber wir haben einfach eine klasse Resonanz von dort erhalten. Das macht uns stolz.

S: Das ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass ihr alles richtig macht. Nun, in Japan kamt ihr gut an, weil ihr die dortige Kultur adaptiert, in Finnland seid ihr als einheimische Folkmetalband sehr beliebt. Was denkt ihr, wie der Rest von Europa auf euch reagieren wird?

Co-Sänger Kai im Hellraiser: Mit ihrer ungewöhnlichen Aufmachung sorgen die Finnen dafür, dass ihre Auftritte beim Publikum im Gedächtnis bleiben.

Jouni: Wir werden sehen. Zumindest wissen wir, dass wir in jedem Land, in dem wir jetzt spielen, wenigstens ein paar Fans haben, weil wir schon seit Ewigkeiten gebeten werden, dort aufzutreten. Wir freuen uns also sehr darauf, geben unser bestes und schauen, was passiert.

S: Viel Glück dabei. Gibt es schon irgendwelche Zukunftspläne zu verraten?

Jouni: Ja, ich schreibe derzeit an neuen Songs und würde gerne unser Gesamtkonzept überarbeiten. Wir planen zwar ein neues Album, suchen aber derzeit noch nach einem neuen, größeren Plattenlabel, mit dessen Kontakten wir noch besser Fuß fassen können. Wir denken, dass gerade die jetzige Tour mit WINTERSUN die beste Chance dafür ist. Unsere Bands ähneln sich im Stil und wir denken, dass wir damit die richtige Fanbase erreichen. Außerdem hoffe ich, dass wir mit dieser Tour ein paar neue Kontakte knüpfen und sich uns neue Möglichkeiten eröffnen werden.

S: Ich wette, dass ihr das schnell schaffen könnt. Es ist auf jeden Fall eine Ehre, euch heute Abend hier zu haben und ich freue mich sehr auf eure Show. Viel Glück!

 

FAZIT

Was für ein sympathisches Trüppchen. Trotz ein paar weniger und verschmerzbarer Patzer legen die Jungs an diesem Abend eine starke Show hin, die Resonanz aus dem Publikum ist überwätigend. Den ganzen Livebericht erfahrt ihr in Kürze von uns, seid also gespannt.

Wer WHISPERED, WINTERSUN und BLACK THERAPY in Leipzig und Hannover verpasst hat, hat für diese Tour in Deutschland lediglich am 23.09. in Obertraubling die Chance, das nachzuholen. Tickets gibt es hier.

Whispered Website

Whispered auf Facebook


Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

BEING AS AN OCEAN - Eine neue Zeit beginnt

Nächster Beitrag

TRAVELIN JACK - Ein Genuss für alle Sinne

1 Kommentar

  1. […] des Abends gewinnen. Was es mit dem Style eigentlich auf sich hat, verriet uns Jouni dann im Interview vor […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.