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Willkommen im Ghetto!

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AKANI – Through My Darkest Infernal
Veröffentlichungsdatum: 15.07.2016
Dauer: 40 min
Label: Demons Run Amok Entertainment

Wer mit Tough-Guy-Gehabe nicht warm wird, kann sich die nachfolgende Lektüre eigentlich gleich sparen. Wie schon der Titel des einleitenden „Ghetto“ vermuten lässt, bieten AKANI hier nämlich die volle Breitseite. Manch einem dürfte die Band aus Brooklyn schon deshalb bekannt sein, weil mit Daniel Antonsson ein ehemaliges Mitglied von SOILWORK und derzeitiger Klampfer von THE RESISTANCE an Bord ist. Auch in der Liste ehemaliger Mitglieder findet sich etwas Prominenz, nämlich Anders Björler (Ex-THE HAUNTED, AT THE GATES) und Victor Brandt (Ex-SATYRICON, ENTOMBED). Schlussendlich klingen AKANI aber so gar nicht nach einer der genannten Gruppen, sind sie doch eher im Metal-lastigen Hardcore verwurzelt. Oder doch eher umgekehrt? Na egal, irgendwo in der Mitte zwischen Metal und Hardcore wird es wohl liegen.

Das bedeutet viel Groove, eher kurz gehaltene Songs und eine straight nach vorn gehende Ausrichtung. Bereits im zweiten Track „I Won’t Run“ funktioniert das, dank des melodischen Refrains, auch ausgesprochen gut, auch wenn der Gesang nicht so wirklich für diese melodischeren Passagen gemacht ist. Jorge Rosado, der für das Geschrei auf „Through My Darkest Infernal“ zuständig ist, hat für diese Art von Musik eigentlich ein sehr angenehmes Organ. Zumindest, solange er bei den Hardcore-typischen Shouts bleibt und gelegentlich noch ein paar Growls einstreut, erinnert das alles entfernt an CROWBAR.


Man beachte übrigens den Burschen, der ohne erfindlichen Grund immer wieder im Hintergrund des Videos herumlungert.

Leider fällt das Songmaterial teils durchwachsen, teils uninspiriert aus. Will die Truppe mit dem aufgesetzten Kitsch-Intro von „Love“ etwa eine emotionale Ausrichtung vorgaukeln? Warum sind mehrere Lieder so kurz, dass sie nicht einmal im Entferntesten die Chance haben, sich zu entfalten? In die vierzig Minuten, die ein Durchgang dauert, haben AKANI satte 14 Songs gepresst. Irgendwo ist der Großteil davon vollkommen gleichartig, weshalb sich auch keine wirkliche Abwechslung einstellen will. Eher wird man von dieser breiigen Masse erschlagen. Aber immerhin: Die Jungs beherrschen ihr Handwerk, weshalb wir hier immerhin von einem recht schmackhaften Einheitsbrei reden. Der instrumentale Titeltrack wurde typischerweise in der Mitte des Albums platziert, wo er für eine kurze Ruhepause sorgt.

Nach dem Hören bleibt allerdings nicht viel zurück. Da gibt es Merkwürdiges – wie den misslungenen Sprechpart in „Warrior Of Truth“, Gelungenes – wie das Solo im gleichen Song oder die getragenen Leads im abschließenden „New World“ und vor allem viel Männlichkeit. AKANI hätten mir deutlich besser gefallen, hätten sie etwas andere Maße für ihre Zutaten gewählt. Auf „Through My Darkest Infernal“ lässt sich zwischen fehlender Langzeitwirkung und ebenfalls nicht so recht zündender Kurzweil eine gewisse Qualität erkennen, aber da fehlt abseits von handwerklichem Know-How und guten Grooves einfach die Reife.

Autorenbewertung

5
So wirklich schlau werde ich nicht aus AKANI. Die Amerikaner machen auf "Through My Darkest Infernal" so viel richtig, vermasseln es am Ende aber trotzdem irgendwo. Während manche Songs richtig ausgereift wirken, verwächst das Gesamtbild zu einem merkwürdig eingefärbtem Klumpen.
ø 2.8 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
5 / 10 Punkten

Vorteile

+ Sattes Gegroove
+ Einige starke Momente
+ Hin und wieder auch untypische Einfälle

Nachteile

- Zu männlich
- Funktioniert nicht so wirklich als Album
- Auch 1-2 Bauchlandungen

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1 Kommentar

  1. vortex
    15. August 2016 bei 15:12 — Antworten

    song war eigentlich ganz ok, bis dieser alberne refrain eingesetzt hat.

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