Home»Reviews»Core»Zombies und Originalität? Ja, das geht!

Zombies und Originalität? Ja, das geht!

1
Shares
Pinterest Google+

WILD ZOMBIE BLAST GUIDE – Back From The Dead
Veröffentlichungsdatum: 26.08.2016
Dauer: 35 min
Label: MDD Records

Nachdem WILD ZOMBIE BLAST GUIDE 2014 ihr zweites Album „Salute The Commander“ veröffentlicht haben, ist es um die Truppe verdächtig ruhig geworden. Wer in der Live-Abstinenz schon den Anfang vom Ende gesehen hat, kann jetzt aufatmen, denn mit ihrem dritten Streich melden sich die Würzburger lautstark zurück. Der Titel „Back From The Dead“ ist also Programm, auch wenn sich die eigentliche Bedeutung wohl auf das textliche Konzept der neuen Platte bezieht. WILD ZOMBIE BLAST GUIDE singen nämlich – wer hätte das gedacht? – über Untote und deren Treiben. Diesmal steht die Band allerdings auf der Seite der Menschen, weshalb zukünftig wohl die lustigen Live-Kostüme wegfallen.

Aber Musik über Zombies? Ist das mittlerweile nicht etwas zu ausgelutscht? Nicht in diesem Fall, denn die Band fährt musikalisch eine ganz schön interessante Schiene. Thrash ist drin, sogar richtig viel, aber auch Death Metal und oldschooliger Moshcore ist hier in Massen [oder Maßen?] eingeflossen. Größtenteils wurden die Ansätze des Vorgängers aufgegriffen und erweitert, was straight nach vorn gehende Songs mit einprägsamen Refrains, mächtig viel Gebrüll und ein paar kleinere Experimente bedeutet. Die cleanen Backing-Vocals wurden im direkten Vergleich etwas zurückgefahren, dafür sind manche Textzeilen mit punkig anmutendem Gegröle unterlegt. Manchmal passt das, hin und wieder wird dieser Kniff aber zu penetrant, etwa in „Looking Back“.

Während der Einstieg noch etwas unspektakulär ausfällt, punkten WILD ZOMBIE BLAST GUIDE ab dem dritten Track „Fallen One“ so richtig. „I Give You Mercy“ breitet sich eher in der Core-Ecke aus und schielt klar auf Live-Tauglichkeit und große Circle-Pits. Im Anschluss stellt das zackige und experimentellere „Hypocrite“ einen ersten Höhepunkt dar. Clever in der Mitte platziert, um den Fluss des Albums schön straff zu halten. Auch erwähnenswert ist das hymnisch anmutende „Blood Payed Sunset“, das kurz vor Schluss zum Mitsingen anregt – großes Ding! Das abschließende „Wastelands“ fällt ziemlich bluesig aus, was das Album passend abrundet. Blues und Zombies, ja das funktioniert besser als erwartet.

Stilistisch lassen WILD ZOMBIE BLAST GUIDE nichts anbrennen, allerdings fällt das Album eher kurz aus: knappe neun Songs mit insgesamt einer guten halben Stunde Laufzeit, da hätte es gern noch etwas mehr sein dürfen. Dafür stimmt immerhin die Qualität, auch wenn bei der Produktion noch ein paar Details – wie die leicht nervige Bass Drum – etwas Feinschliff hätten vertragen können. Wer nicht gerade das Genre doof findet, sollte diese Band auf jeden Fall einmal antesten, denn die Jungs aus Würzburg haben etwas zu sagen, und fähige Musiker sind sie obendrein auch noch. Da sei auch der stumpfe Name aus dem Random-Generator verziehen.


Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben was Sie tun - wenn du Ihre Arbeit liebst kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Der Weg Einer Freiheit nur noch zu dritt!

Nächster Beitrag

The Dillinger Escape Plan lösen sich auf!!!

2 Kommentare

  1. 7. August 2016 bei 13:26 — Antworten

    Random-Generator…naja, wenn man bedenkt, dass man sowohl den Bandnamen als auch Würzburg mit WZBG abkürzen kann, steckt da vielleicht doch etwas System dahinter 😉
    Ansonsten freu ich mich tierisch auf das neue Album!

    • Luc Francois
      8. August 2016 bei 17:36 — Antworten

      Na eben, WZBG in den Generator reingehauen und das Erstbeste genommen. 🙂 Stand – sofern ich mich nicht täusche – so mal in einem Interview mit der Band.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.