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Asenblut und Nachtblut – Zwischen Berserkerzorn und schwarzer Romantik

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Seit ich vom gemeinsamen Cover „Wat is denn los mit dir?“ und auch dem Umstand weiß, dass dieser Song von ASENBLUT und NACHTBLUT gerne auch live gespielt wird, sofern sie gemeinsam touren, wollte ich diese Konstellation erleben. Die letzte gemeinsame Tour habe ich verpasst, weil ich zu dem Zeitpunkt auf dem PLAGE NOIRE war. 
Mal sehen ob sie es diesmal spielen.

Zum dritten Mal in zwei Wochen geht es ins Knust. So oft bin ich sonst eher in der Markthalle.
Mittlerweile kann ich sogar wieder in kurzer Hose zu Konzerten. 3 Tage zuvor bei MANNTRA war es noch um die 0 Grad!

Great Expactations

20:00 Uhr Einlass und 20:45 soll es losgehen. Ich stehe recht mittig im vorderen Drittel der Location. In der Partyzone quasi. Das Publikum ist zwar im Alter durchaus gemischt, aber klamottentechnisch entweder dem Metal oder Gothic zuzuordnen. 
Vor allem junge Frauen, die sich die ersten Reihen gesichert haben, dominieren das Publikumsbild. Hierzu später mehr.

Die Asen in Aufruhr, gerissen aus Apathie

20:42 wird es dunkler, das Licht auf der Bühne leuchtet rot, Nebel kommt und nach und nach betreten ASENBLUT die Bühne. Sänger Tetzel kommt zuletzt auf die Bühne, barbarenhaft inszeniert: Fellbehang Schädelhaube, Axt in der Hand, Oberkörper frei, nur von Lederbändern gehalten. Im Hintergrund das Backdrop mit dem Bandnamen und vorne am Rand der Bühne drei Rundschilde!

Tetzel nimmt den Platz in der Mitte ein und überragt mit seinen ca. 1,90m einfach seine Bandmitglieder, die dadurch fast schon wie die Zwerge aus Svartalfheim wirken. Neben mir johlt ein ca. 20 Jähriger beeindruckt durch den martialischen Eintritt. 

Patrick Burkhardt

Ich sammle die letzten aus meinem Stamm. Und schwer gerüstet zieh’n wir voran.

ASENBLUT beginnen das Set mit „Das Ende der Götter“ vom aktuellen Album „Entfesselt“ um mit „Unbesiegbar“ einem meiner Highlights von dem Album, fortzufahren und die Stimmung weiter aufzuheizen.

Das gelingt ihnen auch sehr gut, man merkt dem Hünen seine Erfahrung im Umgang mit Publikum an. Da wird direkt im ersten Track das Publikum mit einbezogen.

Auch die Zeit zwischen den Songs wird genutzt, um mit dem Publikum zu interagieren.

„Wir heizen euch ein wenig ein, für die Todschick-Tour Part 2, gemeinsam mit unseren mächtigen Freunden von NACHTBLUT.“
„Denn uns verbindet eine gemeinsame Geschichte und was soll ich sagen. Auch heute Abend stehen wir hier im Knust mit euch Hamburg „Seite an Seite“!

Im Wind und auch im Sturm, der Gefahr entgegen lacht

Auch die Ankündigung einer eigenen Headliner Tour im September zum bis dahin erscheinenden Album „Urgewalt“ darf natürlich nicht fehlen, wenn man die erste Single „Bruderschaft“ spielt.
Gleichzeitig bezieht man das Publikum im Refrain ein, in dem man es auf den Ausruf „Sagt unseren Namen“ mit „Asenblut“ antworten lässt, was auch auf Anhieb klappt.
Bei „Wölfe des Meeres“ denke ich dann noch, wäre lustig, wenn die Leute sich zum Rudern hinsetzten würden. Keine fünf Sekunden später werde ich zur Seite gedrängt und die Leute neben mir setzen sich hin und rudern los.

Zum Schluss gibt es mit „Berserkerzorn“ dann nochmal richtig aufs Fressbrett!
Und bevor das Foto von Band und Publikum gemacht wird, verneigt sich Tetzel in der Pose, die man vom Blutadlerritual kennt.

Setlist ASENBLUT

DAS ENDE DER GÖTTER
UNBESIEGBAR
SEITE AN SEITE
ENTFESSELT
BRUDERSCHAFT
WIE EIN BERSERKER
WÖLFE DES MEERES
BERZERKERZORN

Keine schlaue Idee!

Dummerweise habe ich danach meinen Platz verlassen um kurz ein Foto mit Tetzel zu machen und zwei drei Sätze zu wechseln. Danach war kein Durchkommen mehr zu meinem vorherigen Platz! Also bin ich in den ersten Stock, um dann über die Empore auf die Treppe am Rand zu kommen und dort bei Patrick und seiner Freundin zu stehen.

Um Berichte wie diesen zu schreiben, stehe ich lieber gerne in der Mitte um Teil des Publikums zu sein und nicht Beobachter am Rand. Ich wusste aber eben nicht, ob ich Tetzel nochmal nach dem Konzert treffe.

Heute haben wir uns für die Nacht zurecht gemacht

Pünktlich um 21:45 ist es schlagartig dunkel und das cineastisch anmutende Intro zu „Von Hass getrieben“ vom aktuellen Album „Todschick“ ertönt und Drummer, Gitarrist sowie der Bassist von NACHTBLUT betreten die Bühne und legen los. Und für mich gehts los mit einem „Oha“ Moment. Ich hatte im Vorweg Geschichten gehört. Geschichten darüber, dass das NACHTBLUT Publikum zum Großteil aus jungen Frauen bestünde, die vor allem für Sänger Askeroth und Bassist AblaZ dort seien, um sie anzuschmachten.
Ob das stimmt, sei dahingestellt, aber die erste Reihe legt sofort los.
Da kann sich mancher Herr an diesem Abend ne Scheibe von Abschneiden.
Auf der Treppe ist es etwas schwierig mit dem Headbangen wegen des Gleichgewichts.
Der Abend beginnt also mit einem sehr düsteren und tiefen Banger. Das Publikum zeigt sich Textsicher und kann den Refrain von „Von Hass getrieben“ direkt mitsingen. Und das zieht sich durch die ganze Show! Egal ob die Songs neu oder alt sind.

Patrick Burkhardt

Und ja, da aktuell kein Keyboard in der Band ist, merkt man direkt, dass hier einiges über Backing Tracks geregelt wird. Vor allem die Intros. Ich erwähne es, weil es letztes Jahr in der Metalszene etwas heißer diskutiert wurde. Mich stört es nicht. Alles andere würde ich als unnötige Limitierung der Band empfinden. Aber was haltet ihr von Backing Tracks?

Zum vierten Song „Manchmal kommen sie wieder“ verlassen NACHTBLUT kurz die Bühne und nur der Schlagzeuger bleibt, um das Intro zu anzustimmen. Das Publikum übernimmt den Takt und Klatscht mit.

Hin und wieder gibt es ein paar Ansagen von AblaZ wie zum Beispiel zu „Todschick“:

„Und schön, dass ihr alle dabei seid auf unserem zweiten Part der Todschick Tour. Ich sehe überall Menschen, da oben, da unten. Wunderschön.“

Hierzu animiert der Bassist dann auch das Publikum zu klatschen und die Menge folgt der Animierung.

Und das ganze untermalt mit fröhlicher Musik

Beim zehnten Song des Abends trägt Askeroth dann einen Piratenhut und man weiß, dass nun der Folkmetal Song „Stirb langsam“ kommt. Mit etwas Ironie werden Kurze von der Bühne ans Publikum verteilt, während der Song ja eigentlich die Verherrlichung von Alkohol kritisiert.

Die Stimmung wird aber nochmal mit einem Circle Pit bei „Leiherkinder“ gesteigert. Auch hier wieder ein sehr textsicheres Publikum bei diesem sehr melodischen Track. Das nachfolgende „Apostasie“ und die Aufforderung zur Wall of Death setzt dann nochmal eine Schippe oben drauf. Zumal eine Wall of Death im engen eher in die länge gezogenen Knust eine „logistische Herausforderung“ ist, wie auch AblaZ verlauten lässt.

Patrick Burkhardt

Lebt wohl ich gehe fort von hier Und weile im Schattenlicht

„Die Toten vergessen nicht“ markiert dann den letzten Song vor der Zugabe. Es darf hier auch ein wenig geschunkelt werden bei der melancholischen Nummer.

Unter tosendem Applaus betreten NACHTBLUT wieder die Bühne und legen mit ihrem Anti Rassismus Song „Multikulturell“ wieder los.

Falls ihr euch fragt, was die Mädels der ersten Reihe machen? Weiterhin fleißig headbangen! Sehr cool.

Es folgen noch fünf weitere Songs. Mein persönlicher Favorit „Lied für die Götter“ mit einer unbezwingbaren Ohrwurm Melodie und als vorletztes, der Song, auf den ich gewartet habe: „Wat is denn los mit dir?“!

Beim „Lied für die Götter“ gingen Askeroth und AblaZ mitten ins Publikum und spielten dort das letzte drittel des Songs.

Zu „Wat is denn los mit dir“ kam Tetzel nochmal auf die Bühne, zusammen mit Askeroth im Shirt der Wrestling Formation NWO! Keine Sorge, hier gibt es keine Verschwörung!

Der Abend geht dann mit dem ruhigen und sehr traurigen Song „Das Leben der anderen“ zu Ende, zu dessen erster Strophe Sänger Askeroth sich vors Schlagzeug gesetzt hat.

Wieder mal ein Konzertabend, der sich gelohnt hat, auch wenn ich mich noch immer ärgere meinen Platz in der Menge verlassen zu haben. Aber beide Bands haben sich querbeet durch ihre Alben gespielt und es war von allem was dabei!

Setlist NACHTBLUT

VON HASS GETRIEBEN

NACHTGEWEIHT

KALTES HERZ

MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER

TODSCHICK

KALT WIE GRAB

AMOK

MEIN IST DIE HÖLLE

DER TOD IST MEINE NUTTE

STIRB LANGSAM

LEIERKINDER

APOSTASIE

GEGEN DIE GÖTTER

DIE TOTEN VERGESSEN NICHT

MULTIKULTURELL

FÜRCHTET WAS GESCHRIEBEN STEHT

ANTIK

LIED FUR DIE GÖTTER

WAT IS‘ DENN LOS MIT DIR

DAS LEBEN DER ANDEREN

 

Linksammlung

NACHTBLUT

ASENBLUT

Knust Hamburg

Hamburg Konzerte

Bild mit freundlicher Genehmigung von Patrick Burkhardt

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