Comedy meets Metal – Bülent Ceylan & Band
Dürfen Metaller mit Corpsepaint eigentlich lachen? Nun, sie dürfen zumindest zu BÜLENT CEYLAN gehen, wenn er mit seiner Band auf Clubtour geht.
Donnerstag Abend, Essen Weststadthalle. Eine Reihe bunt gemischter Menschen steht für eine Veranstaltung Schlange. Manche schienen bis gerade eben mit einem Comedy Programm gerechnet zu haben, andere haben sich für einen Abend der ganz bösen Musik fein gemacht. Dazwischen rollert Wolfgang Dziony, Gründungsschlagzeuger der Scorpions im Rollstuhl herum, der extra aus Hamburg mit seiner Familie für das Konzert nach Essen gekommen ist. Ach ja…

Das Programm für den Abend ist relativ klar. 20:00 Uhr Showbeginn. Keine Vorband, Hauptact, um 21:45 ist Schluss. Süß eigentlich, ein richtiges Familienprogramm. Metal statt Tatort.
So geht auch pünktlich die Saalbeleuchtung aus, über dem Schlagzeug leuchtet groß das Bandlogo und selbige kommt auf die Bühne. BÜLENT CEYLAN schmettert seinen „Diktatürk“ ins Mikro, das Publikum ist von Anfang an begeistert.
Daraus entwickelt sich ein metallischer Abend zum Wohlfühlen. Mannheims lustigster Sohn führt durch ein musikalisch durchaus vielschichtiges Programm, bringt immer wieder Anekdoten aus seinem Leben und entdeckt irgendwann freudestrahlend unsere beiden vollbemalten Gäste, die in der ersten Reihe ganz enthusiastisch die Haare fliegen lassen. Es wird klar; auch wer seinen Humor mag, kommt hier nicht zu kurz. Der Mann mag sein Publikum, das Leben, das er führt und auch seine Band. Gitarristin Julia Lange bekommt einen eigenen Vorhang, um auf der Akustikgitarre „Yesterday“ der Beatles zu verkünsteln, später bringt BÜLENT seinen zweiten Gitarristen mit einer Peter Maffay-Imitation an den Rand der professionellen Ernsthaftigkeit.

Tatsächlich hat das hier mehr denn je auf solchen Veranstaltungen etwas von dem viel besungenen Familienflair. Die Leute zeigen hier nicht die böse Miene, die sie vorm Spiegel geübt haben, sondern verbinden mehr als Musik mit dem Künstler. Das lockert das Ganze massiv auf; auch die Secus sind entspannter.
Am Ende kommen noch ein paar Songs aus dem bisherigen Standartrepertoire („Ich liebe Menschen“) und ein neuer Song, den er mit DORO PESCH eingesungen hat („Wolfsherz“) und dann ist Schluss. Die Hyäne giggelt und verschwindet wieder irgendwo. Es kann ja auch mal einfach sein.
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