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Schattenmann – Entschuldigung an Hamburg auf Endgegner Tour

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Wir befinden uns mal wieder im Hamburger Knust. Scheint dieses Jahr meine Stammlocation zu sein. Heute mit BÖSE FUCHS als Support für SCHATTENMANN als Mainact.

Ehrlich gesagt bin ich an diesem Abend wenig begeistert vom Support BÖSE FUCHS. Ich sah sie zuletzt 2023 als Opener für OOMPH! und da gefielen sie mir überhaupt nicht. Aber ich freue mich sehr auf SCHATTENMANN.

BÖSE FUCHS top oder flop?

Um 20:59 wird es erst dunkel und dann alles in neongrünes Licht getaucht. Eine recht mechanisch klingende männliche Stimme ertönt vom Band. Dann betritt Drummer Altaïr Chagué und Bassist Max Hoffmann die Bühne, dann folgen Max Nash sowie Valeria „Valy“ Nash und legen mit „Gaya“ los.
Ich muss sagen, dass ich echt überrascht war, wie sehr mich der Song direkt zum Kopfnicken gebracht hat. Bei Track zwei „Lullaby Lake“ konnte ich mich des Headbangens nicht erwehren.

Die Neubesetzung tut BÖSE FUCHS wirklich gut. Es fühlt sich an, als hätte man hier eine komplett neue Band vor sich. Das Publikum wirkt auch begeistert und geht mit. Für Stimmung sorgt Gitarrist und Sänger Max nach dem zweiten Stück, als er sich dafür bedankt, dass sie der Support für SCHATTENMANN sein dürfen. Das wird von der Menge mit lautem Schreien beantwortet. Und auch später lässt Valy das Publikum ihren „Schatten“ Ruf mit „Mann“ beantworten. Die Menge geht voll mit bei diesen Dingen. Genauso wie bei den Klatschparts. Das nehmen auch BÖSE FUCHS wahr und nutzen die Energie für ihre eigene Stimmung. Ein richtiges Ping-Pong-Spiel.
Der Abend bringt einige Breakdowns, Growls und fette Riffs mit sich. Ein hörbares Highlight, denn die Leute gehen hier richtig ab, ist die Coverversion von ELECTRIC CALLBOYS „Hypa Hypa“, wobei hier weniger Funcore und mehr Metalcore im Vordergrund steht.
Beendet wird die Show dann mit „Paradise“ und nem Outro. Schnell wird noch das Abschlussfoto von der Bühne gemacht und die Menge ist für SCHATTENMANN heiß gelaufen. Danke BÖSE FUCHS!

Also nach diesem Auftritt werde ich tatsächlich nochmal auf ein Konzert der Band gehen. Einziger Kritikpunkt ist hier, dass das Schlagzeug zu laut war. Es gab leider Parts, bei denen man Max und Valy, zumindest rechts der Bühne, wo auch das Schlagzeug stand, nicht immer gut hören konnte.

Aber klar, da SCHATTENMANN ihr Set bereits auf der Bühne hatten, blieb weniger Platz für BÖSE FUCHS.

Die anschließende Umbauphase beinhaltet zwar sehr geile Tracks, wie „Hier kommt Alex“ von den TOTEN HOSEN, die gefühlt vom gesamten Knust mitgesungen werden, leider lässt aber die permanente Lautstärke keine Entspannung zu und auch Gespräche sind so fast unmöglich. Hier wäre mir in Zukunft etwas Ruhe doch sehr lieb.

Setlist BÖSE FUCHS

INTRO – GAYA – LULLABY LAKE – BLOODY NOSE – DARVO –  SNAKE – JUDAS – DARK – PRIDE – HYPA – PARADISE – OUTRO

Der Kreis, der sich schließt und es von vorne beginnt 

Nach dem Umbau und der lauten Musik erscheint das Knust in blauem Licht und eine Stimme wie Mutter aus dem Film Alien – mit ähnlichen Geräuschen eines hochfahrenden Computers – ertönt. Futuristisch wirkende Lampen gehen nach und nach an und setzen die ebenso futuristischen Aufbauten Stück für Stück in Szene. Zur langsam einsetzenden Melodie von „Endgegner“ betreten die Jungs von SCHATTENMANN nacheinander die Bühne. Pünktlich zum Texteinsatz und begleitet vom einsetzenden Klatschen der Menge dann auch Sänger Frank. Damit ergibt auch das Intro Sinn, denn der Song ist komplett in Gamersprache gehalten.

Wieviel Bock Publikum und Band an diesem Abend aufeinander haben, merkt man auch an der Einleitung zu Track zwei „Kamikaze“. Frank ruft „Hamburg, es ist Zeit zu eskaliiiiiiieren! Kamikaze Modus an!“ Und bei dem Wort Modus stimmt das Knust aus voller Kehle ein. Und auch während des Songs ruft die Menge den Satz „Kamikaze Modus an!“ aus voller Kehle, allein dadurch, dass Frank das Mikrofon ins Publikum hält.

Schulden sind Ehrenschulden

Direkt vor dem dritten Song des Abends „Brennendes Eis“ kommt eine Ansage, deren Ursprung ich überhaupt nicht mehr auf dem Zettel habe. Frank nimmt Bezug aufs letzte SCHATTENMANN Konzert zur Dia de Muertos Tour am 04.02. im Knust ohne weiter drauf einzugehen, was passiert ist.

„Guten Abend Hamburg. Mein Gott, hab ich mich auf diesen Abend gefreut. Wer war denn das letzte Mal hier.“ Ein großer Teil der Crowd meldet sich. „Wollen wir diesen schwarzen Tag in der SCHATTENMANN Geschichte nochmal Revue passieren lassen? Nein. Aber ihr habt es großartig gemacht und das hat uns wirklich ein ganz besonderes Gefühl gegeben. Und wir halten unser Versprechen, denn Schulden sind Ehrenschulden und wir werden die heute Abend auch einlösen. Liebes Knust, es tut uns leid, aber wir spielen heute anstatt 1 1/2 Stunden vier Stunden. Nein, so schlimm wird es nicht, aber ich werde ein bisschen weniger quatschen, denn der Tag ist kurz und ihr kriegt noch eure verlorenen Songs.“

Das Publikum grölt vor Freude. 

Ins Rampenlich geraten

Dann geht es erstmal mit der Standardsetlist weiter. Auch Kritik äußert Frank, zum Beispiel an „Politikerarschlöchern, die meinen sie müssen sich profilieren, sich aber einfach mal den Stock aus dem Arsch ziehen und mal wieder ordentlich ficken sollten.“

Oder auch an Musikjournalisten. Hier fühle ich mich etwas ins Rampenlicht gesetzt, denn es wird die Frage in den Raum geworfen, wie den Konzertbesuchern das Album „Endgegner“ gefällt. Diese beantworten die Frage mit einem freudigen Jubel. „Das beruhigt mich. Denn es gibt immer wieder so Menschen, nennen wir sie das Volk der Schreiberlinge, die für Magazine schreiben. Hier ist einer.“ Und alle Augen folgen Franks Finger und landen bei mir. „Bitte großen Applaus, denn der Mann versteht tatsächlich was von Musik. Das ist nicht bei allen so.“ Der Moment ist mir schon recht unangenehm im ersten Moment. Was trag ich auch unser rotes Shirt. „Ich könnte es so machen wie mein geschätzter Kollege Chris Harms (Sänger von LORD OF THE LOST) und les den Kram nicht mehr. Dann würde ich aber Menschen wie ihm total unrecht tun, denn ich freu mich jedes Mal wenn er über unsere Musik schreibt. Und auch wenn er Kritik zu äußern hat, weiß ich, der Mann hat einen Plan und darum nehme ich mir das nie zu Herzen.“

Eingeleitet wurde das ganze wegen dem doch recht poppigen Song „Echo“ vom aktuellen Album und den darin enthaltenen „ohoho“ Chören.

Auflösung und die Ehrenschuld

Auch Berührungsängste hat Frank keine. Zu „Schna-na-naps“ geht er mit einer Flasche Korn ins Publikum und lässt jeden draus trinken, der mag. Und das wollen viele. Nachdem wir bisher eine bunte Mischung aus aktuellen Songs und älteren Tracks hatten, kommen wir endlich zu den verlorenen Songs. Frank greift dafür zur Akustikgitarre und bedankt sich beim Publikum nochmal für das letzte Konzert. Doch was ist passiert? Im Februar 2024 waren SCHATTENMANN bereits zur Dia de Muertos Tour im Knust. Leider war damals die halbe Band krank, so dass bestimmte Songs gar nicht oder nicht vollständig gespielt werden konnten. Das Konzertbesucher haben also stellenweise die Songs gesungen, was wirklich schön war,

„Wir hatten ein Paar Songs von der Setlist gestrichen und die spielen wir jetzt einfach. Und ich dachte mir, wieso soll ich nur meinen Job machen, ihr könnt doch auch mitmachen. Ist fair, oder?“ Das Knust antwortet aus einer Kehle mit einem lauten „Ja!“.
„Vor allem ihr habt das letzte Mal ja auch noch bewiesen, dass ihr scheiße textsicher seid und auch noch singen könnt. Das war ja faszinierend. Egal wo ich aufgehört habe, ihr seid eingestiegen.“

Und dann beginnt Frank auf seiner Akustikgitarre die ersten Töne von „Gekentert“ zu spielen. Und tatsächlich singen alle mit. Das sorgt für eine wirklich schöne, fast schon intime Stimmung und ordentlich Gänsehaut. Leider gehen nur in den ersten Reihen vereinzelt Handys mit Licht nach oben.

Als weitere verlorene Songs, werden noch „Dämonen“ und „Komet“ (im Original von APACHE 207 und UDO LINDENBERG) gespielt. Letzterer gehört laut Aussage des Sängers natürlich einfach nach Hamburg, da ja Udo hier lebt. Und auch sonst erklärt uns der Frontmann wieso diese Liebe zu Hamburg und weshalb sie sich quasi als Hamburger zählen. Erstes Label, erster Auftritt überhaupt, damals im Logo und der erste Musikverlag, all das verbinden die Jungs mit Hamburg.

Weiter in der Setlist

Natürlich darf auch „Auf die Zunge“ in der SCHATTENMANN Version nicht fehlen, denn der Song stammt eigentlich von EISBRECHER und deren letztem Album, und ist dort ein Duett zwischen den Frontmännern beider Bands. Natürlich wird die Nummer mit lobenden Worten eingeleitet, denn SCHATTENMANN haben EISBRECHER einiges zu verdanken. Der Rest des Abends ist wieder eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs, wobei es  sieben Tracks vom Album „Endgegner“ auf die Setlist geschafft haben. Insgesamt gibt es vier Jacken-Wechsel, wie natürlich die goldene Jacke zu „Hände Hoch“, die einfach einen Teil der Stimmung des Songs ausmacht. Interessant finde ich, dass der Abend in der Jacke beendet wurde, in der er begonnen hat. 

Es war war ein gelungener Abend mit guter Musik, viel Humor und einem sehr textsicheren Publikum, das sogar die neuen Songs recht textsicher mitsingen konnte. Einfach gelungen!

Setlist SCHATTENMANN

ENDGEGNER – KAMIKAZE – BRENNENDES EIS – MENCHENHASSER – GENERATION SEX – EPIDEMIE – CHAOS – ECHO – BESSER ALS DER REST – INTRO – SCHNA-NA-NAPS GEKENTERT – NADEL & FADEN – DÄMONEN – KOMET – AUF DIE ZUNGE – JEDER IST SCHLECHT – KEIN KOMMANDO – SPRING – COSIMA – EWIGKEIT – ZUGABE – HÄNDE HOCH -DIA DE MUERTOS Frank Goldjack – WIR SIND DAS ENDE DER WELT – OUTRO

Hier findet ihr die Links zu den Bands, der Location und so weiter

SCHATTENMANN

BÖSE FUCHS

Knust

Supersharkosaurus Photography

Headline Concerts

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Chris Schantzen und Chris Schantzen

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