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	<title>cd Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>cd Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>DÉCEMBRE NOIR im Interview &#8211; Optimistisch bleiben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2020 06:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Death Doom Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Decembre Noir]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Livestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[The Renaissance of Hope]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interviews zu schweren Zeiten, hier sprachen mit DÉCEMBRE NOIR über die Wahrnehmung der aktuellen Situation für Band und Mitglieder.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/decembre-noir-interview-2020/">DÉCEMBRE NOIR im Interview &#8211; Optimistisch bleiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Konzerte sind dieses Jahr eher nicht so en vogue, die Musiker und Arbeiter aus der Veranstaltungsbranche sind trotzdem noch da. Das Thema nervt, trotzdem muss jeder irgendwie mit der Situation umgehen. Wir haben mit <strong>Sebastian Görlach</strong> von <strong>DÉCEMBRE NOIR</strong> gesprochen, wie sie als Band dieses Jahr wahrgenommen haben und ob sich die ungewollten Umstände auf ihr musikalisches Schaffen ausgewirkt haben. Die Doom-Metaller aus Erfurt haben die frei gewordene Zeit genutzt. Geplant war es zwar eh für dieses Jahr, ihr neues Album &#8222;The Renaissance of Hope&#8220; steht so jedoch noch zentraler im Rahmen ihrer musikalischen Aktivitäten. Ihre sehr reflektiertes und durchaus auch optimistisches Resumee könnt ihr hier bei uns lesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Wie habt ihr die letzten Monate so wahrgenommen? Seid ihr als Band dadurch auch ein Stück näher zueinandergekommen?</strong></p>
<p>DN: Wir haben natürlich in den letzten Monaten fast ausschließlich am Album gearbeitet und uns eher im Studio oder im Proberaum versteckt. Aber auch da holten uns Kontaktbeschränkungen ein. Ich glaube, es ist gerade für uns schwer, in einer solchen Zeit zueinander zu finden. Für uns, und sicher auch für viele andere Bands, ist das Liveerlebnis, miteinander auf der Bühne zu stehen, den Abend zu erleben, ein fester Anker und hält die Band zusammen. Die Arbeit im Studio verlangt natürlich auch viel Kommunikation und man freut sich über das Ergebnis. Aber es ist nicht ansatzweise so verbindend, wie gemeinsam auf der Bühne zu stehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Kann sich eine solche Situation auch auf die künstlerische Produktivität auswirken?</strong></p>
<p>DN: Viele Bands haben natürlich ihre Tourausfälle genutzt, um an neuem Material zu arbeiten. Sei es nun aus wirtschaftlichen Gründen oder weil ihnen die Decke auf den Kopf gefallen ist. Genug Vorlagen, um sich geistig mit dem Thema zu befassen und es in Texte einfließen zu lassen, gibt es allemal. Wenn man das denn wirklich will. Es wird sicher für einige unverhofft viel freie Zeit entstanden sein, die gerade dazu einlädt, sich von der Muse küssen zu lassen. Aber ich denke, es kann auch sehr schnell ins Gegenteil umschlagen. Wenn Unsicherheit und Zukunftsängste eher eine Blockade bilden und einen so aus dem kreativen Fluß reißen. Das wird nicht selten passiert sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Ihr habt selbst aktuell ein neues Album fertig. Wäre es unter anderen Umständen anders geworden?</strong></p>
<p>DN: Das auf jeden Fall nicht! Das Album war ja im Prinzip in der Vorproduktion schon fertig, bevor es mit den Einschränkungen los ging und man so nach und nach Bewusstsein dafür erlangt hat, dass es nicht nur ganz weit weg ist und einen selbst nicht betrifft. Wir hatten jetzt auch nicht mehr oder weniger Zeit im Studio, was es hätte beeinflussen können. Man könnte schlecht von einem erkennbaren Coronaalbum reden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S</strong>: <b>Gibt es eine Geschichte zu dem Album?</b></p>
<p>DN: Eine Geschichte aus der das Album resultiert, gibt es nicht. Das Album hat natürlich einen gewissen Weg der Entstehung und dieser wird von vielen Eindrücken und Begebenheiten geprägt. So fließt natürlich einiges in die Musik ein. Musikalisch wie auch textlich.</p>
<p><iframe title="DÉCEMBRE NOIR - Hope/Renaissance (official video)" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/-qVNRRxBlow?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>S</strong><strong>:</strong><strong> Haben reine Instrumentalstücke in euren Augen eine besondere Stärke? / Kann diese Musikform ohne Gesang in der heutigen Zeit mit so vielen Stimmen/Meinungen eine Art Therapie (falls man das so nennen kann) sein?</strong></p>
<p>DN: Ich glaube schon, dass es immer wichtiger wird, einen Ruhepol für sich zu bekommen. Die mediale Welt wird nicht nur immer schneller, sondern auch immer aggressiver, immer lauter und fordernder. Kommunikation in sozialen Netzwerken gleicht eher tätlichen Angriffen und hat mit Gedankenaustausch nichts mehr zu tun. Um so wichtiger wird es immer mehr, einen Gegenpol zu finden. Rein Instrumentale Stücke könnten da schon wieder an Bedeutung gewinnen. Wir schreiben alle unsere Songs von vornherein erst einmal rein instrumental. Erst wenn uns der Song schon ohne Text abholt, wird daran weiter gemacht und der Text kommt hinzu. Vielleicht ergibt es sich ja mal, dass ein Stück von uns das Zeug hat, ohne Text vollendet zu werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>S</b>:<b> Was hat den schon auffälligen Stilwechsel im Vergleich zum Vorgängeralbum verursacht/beeinflusst?</b></p>
<p>DN:<b> </b>Ich glaube, wir alle erkennen bei „The Renaissance Of Hope“ keinen wirklichen Stilwechsel. Es sind darauf eher einige unserer Facetten stärker oder schwächer ausgeprägt als auf dem Vorgängeralbum. Nach vier Alben betrachtet, ist unser Weg eher zwischen allen Alben zu sehen. Unser Pfad führt von Album zu Album wohl nicht auf einer geraden Linie. Die Komplexität des „Autumn Kings“ Albums war in gewisser Weise wieder der Antrieb, um auf „The Renaissance Of Hope“ offener zu werden. So beeinflussen sich die Werke sicher untereinander und man bekommt nach einem Release Lust, auch die anderen, etwas zu kurz gekommenen, Seiten an uns wieder etwas näher zu betrachten<b>. </b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>S</b>:<b> Ging die Produktion / Studiozeit schneller als unter „normalen“ Bedingungen?</b></p>
<p>DN: Wir hatten uns im Vorfeld für die Studiozeit schon etwas den Kalender frei gehalten und nicht all zu viele Konzerte in diesen Zeitraum gelegt. Allerdings hätten wir liebend gern zwischendurch den Aufnahmeraum mit der Bühne getauscht. Wir hatten uns eigentlich auf einen langen Studiozeitraum eingerichtet, da unser Produzent Alexander Dietz mit seiner Band Heaven Shall Burn auf so ziemlich jedem Festival des Sommers zu gegen gewesen wäre. Nun sind diese ausgefallen und die Zeit wurde für die Produktion genutzt. Doch wie es immer so ist, wurde es am Ende hektisch und die Zeit zum Abgabetermin wurde mehr als knapp</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Habt ihr Kontakt mit anderen Künstlern und so einen Vergleich, wie die momentane Situation, die an sich für alle ja neu sein dürfte, künstlerisch behandelt wurde? Oder spielt das für euch überhaupt eine Rolle?</strong></p>
<p>DN: Eine künstlerische Verarbeitung konnten wir noch nicht in unserem Umfeld feststellen, es sei denn in Sachen Überlebenskunst. Ich hoffe auch nicht, dass die Thematik in ihrem Verlauf so viel Potential bekommt, um einen festen Platz in der Kunst zu finden. Das wünsche ich uns allen. Natürlich hat man Mittel und Wege gesucht. Streaming Studios entstanden und haben Agenturen ihren Dienst angeboten. Studio Konzerte wurden zu Live-Alben. Es werden überall Mittel und Wege gesucht. Für uns hatte das bis jetzt noch keine Rolle gespielt. Sieht man mal von den Wegen ab, welche wir gehen mussten, um unsere Release Shows zu organisieren.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-36865 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2020/12/76_667x375_schuur_290220_original-300x171.jpg" alt="" width="300" height="171" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2020/12/76_667x375_schuur_290220_original-300x171.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2020/12/76_667x375_schuur_290220_original-750x428.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2020/12/76_667x375_schuur_290220_original.jpg 975w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><strong>S: Habt ihr das Gefühl, dass sich durch fehlende Auftritte auch das Hörverhalten/Rezipieren von Musik verändert?</strong></p>
<p>DN: Unter so manchem Kopfkissen lauerte eine kleine Rücklage für den Festivalsommer. Es hat sich ein großer Teil davon sicherlich in die „Plattenläden“ bewegt. Die Szene sucht natürlich nach Ersatz, der aber nur zum Teil gegeben werden kann. Es ist ja nicht nur die Live- Musik, sondern auch das Treffen mit Freunden, mit Gleichgesinnten. Einfach das, was eine Szene ausmacht. Sicherlich kann man sich abends vor den Rechner setzen oder die Kopfhörer auf, um sich durch den unendlichen großen Wald auf Streaming Portalen zu arbeiten, aber das gemeinsame Hören und der Austausch von Musik ist sicher gegen Null gelaufen. Ich habe das Gefühl, dass sich gerade in den letzten Monaten, die Leute an die „Gute alte Zeit“ und damit auch an die dazu gehörigen Bands zurück besonnen haben, um sich ein Stück heile Welt in Nostalgie zurück zu holen. Dann sind wahrscheinlich die jungen und aufstrebenden Bands im Hörverhalten etwas in den Hintergrund geraten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Seid ihr von Fragen über Corona und eure Situation darin schon genervt?</strong></p>
<p>DN: Es ist ja ganz normal, dass dieses Thema allgegenwärtig beschäftigt und behandelt wird. Ich habe selbst versucht oder vielmehr versucht darauf zu achten, dieses Thema nicht beim Treffen mit anderen gleich aufzugreifen, sondern sich über andere Dinge zu unterhalten. Aber es ist nicht möglich. Man kommt zwangsläufig auf Corona und die Situation zu sprechen. In so fern ist es eher zur Normalität geworden darüber zu reden oder danach gefragt zu werden. Aber man sehnt sich schon danach, andere Themen behandeln zu können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Fehlt euch musikalisch in der Metal- und Rockszene momentan etwas? Habt ihr das Gefühl, an irgendeiner Stelle Potenzial für neue Wagnisse/Weiterentwicklungen zu sehen?</strong></p>
<p>DN: Ich glaube nicht, dass etwas fehlt. Es ist ein kleines Universum, welches sich seit Beginn in alle Richtungen gleichmäßig ausdehnt. Es werden neue Sachen genau so gierig verschluckt, wie die Ursprünge bewahrt werden. Es wäre vermessen, krampfhaft Neues zu suchen oder zu planen. Die Sachen entstehen von allein und man sollte sich überraschen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>S</b>:<b> Wo würdet ihr gerne mal auftreten?</b></p>
<p>DN: Wir können zwar auf einige Bühnenerfahrung bauen und auf einige Konzerte zurück blicken, aber die Welt ist für uns noch unerreichbar groß und somit gibt es unzählige Orte oder Festivals bei denen wir gerne auf der Bühne stehen würden. Wir mögen schon auch große Bühnen. Womit einige Plätze der Festival-Landschaft zu unseren „Sehnsuchtsorten“ zählen. Aber wir mögen auch das Besondere. Den Reiz einer Location, welche besondere Begebenheiten hat. Das war auch neben Corona ein Grund, warum wir uns für das Schauspielhaus in Erfurt für unsere Releaseshows entschieden haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>S</b>:<b> Sind Release Konzerte etwas Besonderes für eine Band? Oder ist es besser, wenn das Publikum das Album bereits kennt?</b></p>
<p>DN: Es ist für uns auf jeden Fall immer etwas ganz besonderes. Wir haben so viele Ideen und es reizt uns immer sehr, diese Konzerte zu etwas ganz Besonderem zu machen. Leider fehlten uns bisher die Möglichkeiten, alles umzusetzen. Nun sind wir mit den Konzerten in einem alten Theater unseren Vorstellungen erheblich näher gekommen und wir fiebern nun auf eine Durchführung hin, auch wenn uns die aktuellen Verbote der Konzerte den Charakter einer Releaseshow etwas beraubt haben. Wenn ich von mir ausgehe, ist es mir schon lieb, wenn bekannte Titel den Abend dominieren und nur ein Teil der neuen Songs den Weg auf die Setlist finden. Die Reaktionen des Publikums auf bekannte Songs sind deutlich stärker und man muss schon gestehen, dass es einem mit guter Stimmung des Publikums auf der Bühne wesentlich leichter fällt. Die heutige Struktur einer Veröffentlichung hält aber auch im Metal einige vorgeschobene Single Auskopplungen bereit, so dass es schon ein paar Songs des Albums gibt, bevor es bei einer Releaseshow auf die Bühne geht.</p>
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<p><b>S</b>:<b> Gibt es Bands, die euch beeinflusst haben / aktuell beeinflussen?</b></p>
<p>DN: Das gibt es natürlich, aber auch wieder nicht. Einer Beeinflussung kann man sich nicht entziehen. Das passiert ganz automatisch und sicher sehr unterbewusst. Und man kann unsere aktuellen Hörgewohnheiten auch nicht in unseren Songs ausmachen. In den meisten Reviews werden wir mit Bands verglichen, die eher selten oder gar nicht bei uns Gehör finden. Um so verblüffender ist es, wenn man uns deren Beeinflussung nachsagt.&nbsp; Aber es ist natürlich auch ein gewisser Grundstein einer Musikrichtung, den Bands gelegt haben und auf den wir jetzt aufbauen. Damit ist die Beeinflussung quasi wieder allgegenwärtig, auch wenn sie uns nicht persönlich und direkt betrifft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Könnte sich in euren Augen die Bedeutung von Neuerscheinungen, egal wie lange es die Band schon gibt und wie bekannt sie ist, in Zeiten wie Corona besonders neu entwickeln?</strong></p>
<p>DN: Die Neuentwicklungen sehe ich zur Zeit nicht bedingt durch die Krise. Es ist vielmehr eine Veränderung in der Musikwelt und dem Hörverhalten, welche auf die Bedeutung von Neuerscheinungen einwirkt. Alles beschleunigt sich. Der Konsum über die neuen Medien hat enorme Fahrt aufgenommen und die Bands sind angehalten, sich darin zu vermarkten. Das heißt, ständig medial präsent zu sein. Am Tag drei Sachen online stellen, obwohl man gar nichts zu sagen hat. Es sind nicht mehr die CDs im Handschuhfach vom Auto, welche 5 Jahre lang immer wieder den Weg in den Player finden. Es wird an der Ampel das nächste Album gezogen. Das ermöglicht zum einen auch jungen und kleineren Bands den Weg zur Hörerschaft, aber es stellt auch eine sehr schnelle Fluktuation dar. Das drängt natürlich dazu, immer schneller bedient zu werden. Große Top Acts werden weiterhin Alben wie große Fußstapfen setzen und mit neuen Sachen Jahre lang touren. Aber gerade mittleren Bands kann es in Zukunft Schweißperlen auf die Stirn treiben, um nicht in der Masse abzurutschen und unter zu gehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>S: Mit welchem Gefühl bringt ihr jetzt die CD raus? Denkt ihr, falls es das überhaupt gibt, es ist eine ausgesprochen gute oder schlechte Zeit dafür?</strong></p>
<p>DN: Wir haben uns natürlich auch der Frage stellen müssen, ob es sinnvoll ist, das Album jetzt raus zu bringen. Viele Bands haben ihre Veröffentlichung verschoben. Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es aber ein rein kommerzieller Gedanke. Der finanzielle Schwung, den ein neues Album mit sich bringt, verpufft ohne die Konzerte oder die Tour dazu. Der Merchverkauf läuft nur schleppend und die teure Produktion ist für die Bands ohne Konzerte nicht zu kompensieren. Wir hatten das Glück, etwas finanziell unabhängig zu sein und können das etwas gelassener betrachten. Sicherlich wären ein paar Einnahmen bitter nötig gewesen, auch um unsere laufenden Kosten etwas aufzufangen. Aber für Musik oder auch für Kunst im Allgemeinen sollte es keine Zeit geben. Leider endet hier oft die Musiker Romantik oder auch die heile Welt der Fans. Und man muss auch erkennen, dass eine Band auch ein wirtschaftliches Unternehmen ist, und dass es in solchen besonderen Zeiten auch knallhart um Existenzen geht. Für uns gab es keine gute oder schlechte Zeit dafür. Wir hoffen, das Album findet seinen Platz. Es ist geschrieben und nun quasi für die menschliche Ewigkeit zugänglich. Auch nach dieser Krise. Rückblickend wird es sich nicht anders anhören, als wenn es diese Zeit nicht gegeben hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was mir an der Haltung von <strong>Sebastian</strong> sehr gefällt, ist seine Nüchternheit und trotzdem grundsätzlich positive Haltung in der aktuellen Lage. Wie wahrscheinlich allen wird ihm durch die momentane Situation die Wichtigkeit und individuelle Bedeutung für jeden von Livekonzerten noch bewusster. Nicht nur, um neue Stücke live präsentieren zu können, zumal Konzerte heutzutage die Haupteinnahmequelle für Musiker sind, sondern auch, da dort der Austausch zwischen Musikliebhabern stattfindet. Streamingdienste und Co. können eine Band nach oben spülen, können sie aber genauso in der Masse sofort wieder untergehen lassen. An dieser Gefahr hat sich momentan kaum etwas geändert. Dennoch, was soll man anderes tun außer positiv denken und hoffen, dass der gesellige Teil der Musikkultur bald wieder möglich ist. Dabei <strong>Décembre Noir</strong> live zuhören zu können, wäre auf jeden Fall eine Menge wert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/DecembreNoir">Facebook</a></p>
<p><a href="https://decembre-noir.de/band/">Homepage</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/decembre-noir-interview-2020/">DÉCEMBRE NOIR im Interview &#8211; Optimistisch bleiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Musikalische Jugendsünden – und heute?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Nov 2017 11:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendsünden]]></category>
		<category><![CDATA[metal]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als mein innerer Schweinehund neulich in einem halsbrecherischen Gewissenskampf die drängenden Uni-Unterlagen besiegte und der Prokrastinationsdrang das Steuer des sinkenden Schiffs namens „Mein Studium“ übernahm (Exmatrikulation ahoi!), machte ich eine äußerst interessante Entdeckung. Nein, ich durchstöberte nicht etwa den klischeehaft in Staub ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/musikalische-jugendsuenden-und-heute/">Musikalische Jugendsünden – und heute?</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als mein innerer Schweinehund neulich in einem halsbrecherischen Gewissenskampf die drängenden Uni-Unterlagen besiegte und der Prokrastinationsdrang das Steuer des sinkenden Schiffs namens „Mein Studium“ übernahm (Exmatrikulation ahoi!), machte ich eine äußerst interessante Entdeckung. Nein, ich durchstöberte nicht etwa den klischeehaft in Staub und Spinnweben eingekleideten Dachboden der Großeltern, wie er doch so gerne in Geschichten beschrieben wird; stattdessen stieß ich auf einen <strong>alten USB-Stick</strong>. Ganze vier Gigabyte Speicherkapazität, darauf all jene Musik, die ich mit zarten 12, 13 Jahren gehört habe – längst vergessene Relikte aus vergangenen Zeiten. Ob sich darunter auch so mancher Schatz verbirgt? Eine Recherche der etwas anderen Art.</p>
<h3><strong>SCHÄTZE? WOHL KAUM.</strong></h3>
<p>Auf den ersten Blick ist mein mentaler Metalldetektor wieder nur auf rostige Nägel anstelle der erhofften Goldmünzen gestoßen. <strong>NENA? ABBA? ASHLEY TISDALE?</strong> Nicht gerade etwas, womit ich heute angeben würde. Huch! Und schon steht es im Internet. Naja, was solls. Auch nicht viel schlimmer als die peinlichen Memes nach der letzten Party. Oder doch?</p>
<h3><strong>SCHAM ODER STOLZ?</strong></h3>
<p>Und dennoch steckt so viel mehr dahinter. Schon schwelge ich wieder in schönen <strong>Kindheitserinnerungen</strong>, den Gedanken an das stundenlange Stöbern in den <strong>Bravo Hits-CDs</strong> in der Bibliothek der nächsten Kleinstadt (um sie dann zu Hause von meinem großen Bruder heimlich brennen zu lassen). Oder an die <strong>FALCO-, AC/DC-, PINK FLOYD-</strong>Scheiben, die mein Vater auf so mancher langer Autofahrt eingelegt hat (Ja, der Mann hat Geschmack! ;)).</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_23280" aria-describedby="caption-attachment-23280" style="width: 464px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-23280 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/11/Ultraschall.jpg" height="359" width="474" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/11/Ultraschall.jpg 677w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/11/Ultraschall-300x227.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-23280" class="wp-caption-text">Pränatale Ehrung Ronnie James Dios oder doch purer Zufall?</figcaption></figure>
<p>Sind wir doch mal ehrlich: Nicht jeder von uns hielt schon als <strong>Fötus im Mutterleib</strong> die Mano Cornuta in die Höhe.<br />
So kenne ich kaum jemanden in meinem Alter, der als Kind nicht auch voller Inbrunst <em>&#8222;<span style="color: #993300;">Dragostea Din Tei</span>&#8222;</em> von <strong>O-ZONE</strong> mitgeschmettert hat – zwar vermutlich <strong>mit falschem Text, aber guter Laune</strong>. (Da die Charts ständig im Wandel sind kann ich, was das betrifft, natürlich nur für meine Generation sprechen.)<br />
Erst recht wird niemandem beispielsweise gleich der Black Metal in die Wiege gelegt. Stattdessen <strong>steigert sich</strong> die Spezies des Metalheads, man gewöhnt sich Stück für Stück an die Härte, bis man irgendwann seine individuelle <strong>musikalische Wohlfühlzone</strong> entdeckt, derer Einladung zum Bleiben man nur zu gern nachkommt.<br />
Dennoch tun die meisten von uns heute gern so, als hätte es in ihrem musikalischen Lebenslauf <strong>nie etwas anderes</strong> als den Metal gegeben. <strong>Warum eigentlich?</strong></p>
<h3>&nbsp;</h3>
<p>Irgendwann kommt häufig eben der Punkt, an dem man sich als großer Musikfan in einer bestimmten Szene oder Subkultur <strong>behaupten</strong> möchte &#8211; nach dem Motto: <strong>&#8222;Ich bin ein ganz Trver!&#8220;</strong> Da wird es zum höchsten aller Ziele, in den <strong>exklusiven Club</strong> namens &#8222;Metalszene&#8220; aufgenommen zu werden.<br />
Doch um welchen Preis? Benzin und Streichholz auf all die Platten der Vergangenheit, die doch letztlich nicht nur einen materiellen, sondern auch einen <strong>emotionalen Wert</strong> besitzen, ein Stückweit sogar zur Persönlichkeit gehören? Muss man seine musikalischen Wurzeln und den zugehörigen Werdegang wirklich zwanghaft <strong>ausradieren</strong>, um in der Szene Fuß zu fassen, ihr angehörig sein zu &#8230;&#8220;dürfen&#8220;?&nbsp;</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_23288" aria-describedby="caption-attachment-23288" style="width: 327px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-23288 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/11/Trveness-Meme-Versuch-2-300x293.jpg" height="329" width="337" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/11/Trveness-Meme-Versuch-2-300x293.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/11/Trveness-Meme-Versuch-2.jpg 394w" sizes="auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-23288" class="wp-caption-text">Blöd gelaufen.</figcaption></figure>
<h3><strong>Schluss mit der Geheimniskrämerei</strong></h3>
<p><strong>Nein!</strong> Kein Mensch muss sich für die Klänge <strong>rechtfertigen</strong>, die ihm ehemals Freude gemacht haben – nicht vor sich selbst, erst recht nicht vor anderen. Weder gibt es <strong>„Aufnahmetests“</strong> für die Metalszene (mal abgesehen vom ominösen Teste-Dich.de-Trveness-Quiz, aber das ist für seriöse Statistiken vermutlich nicht allzu aussagekräftig), noch muss man sein stählernes Herz auf einer Skala von <strong>MODERN TALKING</strong> bis <strong>Varg Vikernes</strong> einordnen. Schätzt man auch heute selbst manche jugendliche Vorliebe als den ultimativen musikalischen Fehlgriff ein, ist das noch lange kein Grund, sich dafür in Grund und Boden zu schämen. Lange Zeit glaubte ich das nämlich, aus Angst, in der Metalszene&nbsp;<strong>nicht ernst genommen</strong> zu werden.<br />
Metallerweile kann ich zum Glück ganz offen dazu stehen und <strong>selbst über meine Geschmacksverirrungen lachen</strong>, weil es &#8211; in Anbetracht dessen, was jetzt tagein-tagaus im Hinter- oder Vordergrund dudelt &#8211; so absurd erscheint, zurückzublicken. Lasst uns einfach ein bisschen offener damit umgehen.</p>
<p>Deshalb hier meine letzte kleine Beichte: Die erste CD, die ich mir selbst gekauft hatte, war von <strong>TAYLOR SWIFT</strong> (Kaufgrund: Ich fand das Cover irgendwie schön). Etwa fünf Jahre später jedoch fand ich mich im selben CD-Laden wieder, trug aber diesmal mit stolz geschwellter Brust eine <strong>IRON MAIDEN</strong>-Scheibe nach Hause.</p>
<h3><strong>Welchen Unterschied das jetzt macht?</strong></h3>
<p><strong>Einen persönlichen</strong>. Auch, wenn mein anfängliches Interesse für Musik an einer vollkommen anderen Stelle gestartet ist, als man heute glauben mag, hat es doch dazu beigetragen, mich dorthin zu führen, wo ich jetzt stehe. Das Finden des individuellen Musikgeschmacks ist ein <strong>Prozess</strong>, der sich, wie man an meinem kleinen &#8222;Geständnis&#8220; sieht, auch mal über ein paar Jahre hinziehen kann – vor allem in der <strong>Pubertät</strong> wahrscheinlich nicht untypisch.</p>
<p>Sicher kein <strong>Musterbeispiel</strong> des musikalischen Lebenslaufs eines Metalheads, für mich aber eine <strong>spannende Rückverfolgung</strong>. Und an einem endgültigen Ziel dieser faszinierenden Entwicklung bin ich garantiert noch lange nicht angelangt. Denn das ist &#8211; <strong>Zukunftsmusik</strong>.</p>
<p>Auch ein paar solcher &#8222;Beichten&#8220; parat, die ihr euch von der Seele schreiben möchtet? Nur zu, <strong>teilt</strong> sie mit uns! Ich bin auf eure Geschichten gespannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Überhaupt keine Lust mehr auf Musik? <a href="https://silence-magazin.de/keine-zeit-mehr-fuer-die-musik/">HIER</a> klicken!</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><em><strong>Dies ist ein Beitrag von Gastautorin:</strong></em> <strong>Alexandra</strong></p>
<hr>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/musikalische-jugendsuenden-und-heute/">Musikalische Jugendsünden – und heute?</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Und jetzt alle mitsingen! – BLIND GUARDIAN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Luc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jul 2017 06:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heavy Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Progressive]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Beyond The Spehes]]></category>
		<category><![CDATA[Blind Guardian]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Kürsch]]></category>
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		<category><![CDATA[Nuclear Blast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BLIND GUARDIAN&#160;– Live Beyond The Spheres Veröffentlichungsdatum: 07.07.2017 Dauer: 159 Min. Label: Nuclear Blast Records Stil: Power Metal Das sind WIE VIELE Stunden??? Auch ein Review hat üblicherweise einen Spannungsbogen: Der Autor stellt die Band vor, umreißt erste Besonderheiten und erzeugt Interesse, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>BLIND GUARDIAN&nbsp;</strong>– Live Beyond The Spheres<br />
Veröffentlichungsdatum: 07.07.2017<br />
Dauer: 159 Min.<br />
Label: Nuclear Blast Records<br />
<span class=" mobile-oversized">Stil: Power Metal</span></p>
<h3>Das sind WIE VIELE Stunden???</h3>
<p>Auch ein Review hat üblicherweise einen Spannungsbogen: Der Autor stellt die Band vor, umreißt erste Besonderheiten und erzeugt Interesse, ob denn die besprochene Scheibe <strong>wirklich von Belang ist</strong> und in die heimische Sammlung finden soll. Manchmal ist aber der Bandname allein genug, um dieses kleine Spiel gar nicht erst zuzulassen, etwa wenn die Kapelle ein Garant für hochklassige Silberlinge ist. Gut für sie, blöd für den Schreiber, der mit dieser Einleitung einen – suboptimalen – alternativen Ansatz bemühen muss. <strong>Danke BLIND GUARDIAN</strong> (danke Merkel)!</p>
<p>Genug dummes Gesabbel, was haben uns die Krefelder diesmal gezaubert? Wie? Was? Da gibt es eine interessante Hintergrund-Geschichte, die sich als Aufhänger für die Einleitung geeignet hätte? Gut, dann halt jetzt: <strong>BLIND GUARDIAN</strong> haben mal locker 30 Shows aufgezeichnet und sich dabei jedes Lied einzeln angehört, um zu ermitteln, welche der drölfzig Versionen denn die Beste sei und einen Platz auf dem Album verdient hätte. Ausgehend davon, dass die Platte mehr als zweieinhalb Stunden läuft, dürfte das ein Spaß gewesen sein. Ja, wir rechnen jetzt! Ausgehend davon, dass die Kollegen um die zwei Stunden spielen, wären das 60 Stunden, also bei 16 Stunden pro Tag <strong>fast vier Tage, um sich alles nur ein einziges Mal anzuhören</strong>! Gut, Vieles wird wohl schon aufs erste &#8222;Hör&#8220; aussortiert worden sein, aber wenn man noch dazunimmt, dass alle Mitglieder der Band den Prozess durchlaufen haben und danach sicherlich noch reichlich diskutiert wurde, dürfte allein diese Etappe&nbsp;<strong>ein Mammutprojekt dargestellt haben</strong>.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/SVg8eP7KPNQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Fans und Band im Einklang</h3>
<p>So, nach der zweiten Einleitung geht es an die Songs, die sich über sämtliche Schaffensphasen erstrecken. Angefangen mit <em>&#8222;The Ninth Wave&#8220;</em> vom aktuellen Album &#8222;Beyond The Red Mirror&#8220; über Gassenhauer wie <em>&#8222;Valhalla&#8220;</em> und <em>&#8222;Nightfall&#8220;</em> bis hin zu Frühwerk wie <em>&#8222;Majesty&#8220;</em> wird alles geboten. Gut, die großen Überraschungen fehlen, aber was soll man da auch machen, wenn man denn <strong>BLIND GUARDIAN</strong> heißt? Die Band hat über die Jahre so viel Pflichtmaterial in ihrem Katalog angesammelt, dass jeder ersetzte Song schmerzen würde. Das ist angesichts der <strong>22 enthaltenen Nummern</strong> schon eine Leistung!</p>
<p>Inmitten dieser Fülle sind wahre Perlen auszumachen, so dürfte etwa der Longtrack <em>&#8222;And Then There Was Silence&#8220;</em>&nbsp; (Anmerkung Alex: OMFG!) zur bislang besten Version des Songs avancieren, wurde doch in einem Mitsing-Teil die Fan-Freude eindrucksvoll eingefangen. Darüber hinaus verleiht Hansi dem Titel einen deutlich düstereren Anstrich, was so auch auf einige weitere Nummern zutrifft. Überhaupt haben die Jungs verstanden, wie eine Live-CD zu funktionieren hat, lässt man die Fan-Schar nicht nur kurz zwischen den Songs jubeln, sondern fängt auch die Fanchoräle der begeisterten Massen auf, die immerzu mitsingen! <strong>Die Stimmung schwappt über</strong>. Gleichzeitig wird aber auch der Geduldsfaden nicht überstrapaziert, indem mal ein Klassiker gnadenlos in die Länge gezogen wird. Nein, das hat alles seinen Fluss, <strong>das Feeling ist entscheidend</strong>.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Fn3-uhU6AyY?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Kann es da ein Wehwehchen geben?</h3>
<p>Was den Auswahlprozess betrifft, so hat sich dieser zweifelsohne gelohnt, sind doch alle Songs<strong> in einer Qualität vorgebracht</strong>, wie man sie selten erlebt. Die Stärken einer <strong>BLIND GUARDIAN</strong>-Show werden bewusst in den Mittelpunkt gerückt, während das geballte Material mal originalgetreu und mal gelungen abweichend präsentiert wird. Qualitätseinbußen zwischen Altmaterial und Frischwerk sind nicht zu vermerken. Gut, die alten Sachen sind nicht ganz so wild wie damals eingetrümmert, stattdessen sind die Songs eben<strong> mit der Zeit und vor allem mit der Band gegangen</strong>, was die Sache dann auch interessanter gestaltet. Ihre Thrashphase haben die Krefelder ja bereits einige Zeit hinter sich gelassen! (Anm. Alex)</p>
<p>Zwei kleine Kritikpunkte müssen sich <strong>BLIND GUARDIAN</strong> trotz aller Liebe dann doch gefallen lassen. Einerseits gibt es durchaus Schwankungen im Sound – nicht von Gut zu Schlecht, sondern von Gut zu Anders. Das stört den Fluss aber erstaunlich wenig. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass die Band wohl nicht umsonst sehr munter durch die Zeit springt, wodurch sich eben dieser Umstand cachiert. Nerviger ist dagegen eine Eigenheit, die sich vor Allem in der zweiten Hälfte einstellt: <strong>Hansi</strong> kündigt mehr als nur einmal den letzten Song an oder wünscht dem Publikum einen guten Abend, was im Rahmen der laufenden CD deplatziert wirkt. Gerade weil sich davor – ungeachtet der Tatsache, dass <strong>Hansi</strong> immer andere Städtenamen ausruft – ein wunderbar geschlossener Eindruck einstellt, reißt das doch etwas raus.<strong> So, damit hat sich das Gemecker auch schon, kaufen!</strong></p>
<p>Und zack, noch &#8217;nen Daumen <a href="http://www.facebook.com/blindguardian/">auf Facebook</a> hinterlassen!</p>
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		<title>Aller guten Dinge sind drei!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2016 15:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Death Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[death metal]]></category>
		<category><![CDATA[Gloryhammer]]></category>
		<category><![CDATA[Kambrium]]></category>
		<category><![CDATA[LP]]></category>
		<category><![CDATA[metal]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>KAMBRIUM – The Elders‘ Realm Veröffentlichungsdatum: 29.07.2016 Dauer: 62:27 Min. Label: NoiseArt Records Nachdem Kambrium bereits die zwei Alben „Shadowpath“ und „Dark Reveries“ bei unterschiedlichen Labels rausbrachten, erschien am 29.07.2016 das nunmehr dritte Album „The Elders‘ Realm“ der Epic Death Metal–Formation aus ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="LEFT"><b>KAMBRIUM </b>– The Elders‘ Realm<br />
Veröffentlichungsdatum: 29.07.2016<br />
Dauer: 62:27 Min.<br />
Label: NoiseArt Records</p>
<p align="LEFT">Nachdem Kambrium bereits die zwei Alben „Shadowpath“ und „Dark Reveries“ bei unterschiedlichen Labels rausbrachten, erschien am 29.07.2016 das nunmehr dritte Album „The Elders‘ Realm“ der Epic Death Metal–Formation aus Helmstedt.</p>
<p align="LEFT">Es ist ein doch recht eigener Stil, den <b>KAMBRIUM</b> an den Tag legt, doch er gefällt mir. Wo Melodic Death Metal oftmals harte Growls mit klaren Gesangsparts paart, tut der Epic Death Metal <b>KAMBRIUM</b>s dies auf eine etwas – es mag bei dieser Art von Musik fast schon höhnisch klingen, dieses Wort zu verwenden – sanftere Weise. Weniger Geschrammel und mehr eingängige Melodien unterstützen hier das von Martin Simon an den Tag gelegte Growling. Doch das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Ist mehr Melodie nicht immer gut, solange es nicht an der nötigen Härte fehlt? Und von fehlender Härte kann hier sicher keine Rede sein!</p>
<p align="LEFT">Der Hörer steigt mit einem angenehmen, chorischen Intro ein, das erkennen lässt, weshalb es sich hier um „epischen“ Metal handelt. Natürlich hat man sich auch bei diesem Album nicht lumpen lassen und greift bereits in diesem ersten Song <em>&#8222;</em><i>Abyssal Streams&#8220;</i> auf eine altbewährte Gastsängerin zurück: Nach ihrem Beitrag auf „Dark Reveries“ verleiht Melanie Mau bereits zum zweiten Mal einem Titel <b>KAMBRIUM</b>s einen weiblichen Touch.</p>
<p align="LEFT">Im Anschluss an den sieben Minuten langen Opener erfolgt das etwas düsterere <em>&#8222;</em><i>Through Shades And Despair&#8220;</i>, das allerdings bereits nach der klaren Gesangseinlage Karsten Simons die gewohnte Spielfreude durchklingen lässt, während Growling und instrumentale Musik gewohnt harmonisch ineinandergreifen.</p>
<p align="LEFT"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-6505" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o-300x200.jpg" alt="12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o" width="300" height="200" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o-1024x683.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o-750x500.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/12640255_10153903592851484_3471739687198682868_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p align="LEFT">Mit <em>&#8222;</em><i>Conjure The Lost&#8220;</i> versucht man es einmal ohne Klargesang und überlässt Martin allein die Bühne. An sich gefällt es mir, auch mal einem Sänger allein einen Song zu widmen. Hier allerdings fehlt mir der typische Gegenpol zum Growling. Auch die Melodie zündet nicht so richtig. Im zweiten Teil zieht der Titel zwar noch einmal an und schafft es mit einem sehr einladenden Gitarrensolo, mich doch noch einmal richtig zurückzuholen. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass dieser Titel nicht an die vorigen heranreichen kann.</p>
<p align="LEFT">Es folgt der Titelsong. Relativ langsam, getragen und – na sag bloß, mit einem weiteren gern gesehenen (oder gehörten?) Wiederkehrer: Vielen ist <b>GLORYHAMMER</b> mittlerweile ein Begriff, und gleichsam auch Frontsänger Thomas Winkler. Dieser ist hier wieder am Start, und es ist schön zu hören, wie gut sich seine Stimme auch in die Musik <b>KAMBRIUM</b>s einfügt. Mit <em>&#8222;</em><i>The Elders‘ Realm&#8220;</i> ist der Band definitiv ein schöner Song gelungen, der sich gut von den meist etwas schnelleren und härteren anderen Songs des Albums abgrenzt.</p>
<p align="LEFT"><i>&#8222;Shattered Illusions&#8220;</i> ist wieder ein schnellerer Song – für die Verhältnisse dieser Band, muss man anmerken. Denn so richtig schnelle Songs hört man hier eher selten. Auch dieser Titel stellt dabei keine Ausnahme dar. Trotzdem können sich sowohl <em>&#8222;</em><i>Shattered Illusions&#8220;</i> als auch das folgende <em>&#8222;</em><i>Colossus Of The Seas&#8220;</i> als sehr souveräne Songs sehen lassen.</p>
<p align="LEFT">Wieder langsamer, aber dafür umso stimmungsvoller, beginnt <em>&#8222;</em><i>Reckoning Of The Great&#8220;</i>, ehe abermals flotte Growls den Gesangspart von Karsten einleiten. Zwischenzeitlich zieht sogar dieser einmal das Tempo an. Das gefällt mir ausgesprochen gut, lässt er es doch meist ein bisschen langsamer angehen. Davon darf es von mir aus auch ab und an mehr sein, um etwas Abwechslung in die Songs zu bringen.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/nDkRPN1qKhs?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p align="LEFT">Das bereits vor Veröffentlichung präsentierte <em>&#8222;</em><i>Season Of The Sea Witch&#8220;</i> zeichnet sich besonders durch den eingängigen Refrain aus, dem am Ende des Songs eine wirklich ansprechende Growling-Variation der Melodie folgt. Der vorletzte Song <em>&#8222;</em><i>Layer Of Spores&#8220;</i> stellt momentan meinen Lieblingstitel dar. Woran das liegt? Es ist eigentlich nicht der ganze Song, sondern nur der Refrain. Verhältnismäßig einfach gehalten und jeweils mit einer einfachen Wiederholung des Textes, aber manchmal braucht es nicht mehr – wenn der Hörer noch zwei Stunden nach dem Abschalten der CD „In the layer of spores…“ vor sich hin summt, muss man als Künstler irgendwas richtig gemacht haben.</p>
<p align="LEFT">Den Abschluss des Albums bildet <em>&#8222;</em><i>Furious Decay Of A Dying World&#8220;</i>. Wie bei allen bisherigen Alben der Band, schließt das Album mit dem längsten Track. In diesem Fall mit einer Laufzeit von 13:16 Min. Ein netter Ausklang, der mich aber nicht mehr so richtig mitzureißen weiß. Vielleicht liegt das auch nur an meiner persönlichen Abneigung gegen allzu lange Titel, aber der Song schafft es nicht, mich die ganze Zeit bei Laune zu halten.</p>
<hr />
<p align="LEFT">Dies ist ein Gastautorenbeitrag von: Lukas</p>
<p align="LEFT">
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		<title>Der Reiz des Unbekannten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 May 2016 12:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[black metal]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[geheim]]></category>
		<category><![CDATA[kaufen]]></category>
		<category><![CDATA[russland]]></category>
		<category><![CDATA[sammeln]]></category>
		<category><![CDATA[selten]]></category>
		<category><![CDATA[tipp]]></category>
		<category><![CDATA[ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Underground]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es passiert mir immer wieder: Ich sitze an meinem Rechner, es ist spät in der Nacht und so langsam sollte dieses eine Projekt, das ich morgen unbedingt abgeschlossen haben muss, doch bitteschön fertig werden. Doch die Konzentration lässt immer weiter nach und ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/der-reiz-des-unbekannten-albums/">Der Reiz des Unbekannten</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Es passiert mir immer wieder: Ich sitze an meinem Rechner, es ist spät in der Nacht und so langsam sollte dieses eine Projekt, das ich morgen unbedingt abgeschlossen haben muss, doch bitteschön fertig werden. Doch die Konzentration lässt immer weiter nach und ich entschließe mich dazu, nebenbei ein wenig Musik zu hören. Ich habe ein paar Youtubechannel für Underground Black Metal gefunden, die ich in solchen Situationen oftmals frequentiere.</p>
<p>Wieder motiviert, wende ich mich wieder meiner Arbeit zu. Atmosphärische Black Metal Musik ist wunderbar dazu geeignet im Hintergrund zu bleiben und trotzdem die Stimmung und Konzentration positiv zu beeinflussen. Bis zu diesem Moment, wenn ein Song derart heraussticht, dass man von seiner Arbeit aufhorcht, zur Youtubeseite umschaltet und spontan nach dem Kauflink sucht. So ging es mir allein letzte Woche zwei Mal.</p>
<blockquote><p>Dieses spontane Stöbern und von dem was man findet, immer wieder überrascht werden: Das ist ein unglaublicher Reiz an der so unglaublich breit aufgestellten Metalwelt.</p></blockquote>
<p>Das letzte Werk, das ich auf diese Weise entdeckte, ist „Unity“ von <strong>SKYFOREST</strong>. Bogdan Makarov aus Podolsk bei Moskau ist ein unglaublich aktiver 23 jähriger Russe, der seit 2013 mit seiner neuen Formation aus…sich Selbst…aufwartet. Mir waren seine bisherigen Bands wie <strong>ANNORKOTH</strong> oder <b>HIKI</b> kein Begriff. Aber mit diesem Album gelang es ihm innerhalb von drei Tönen, und das ist nicht übertrieben sondern die erstaunliche Wahrheit, für mich die Kaufentscheidung zu klären. Deswegen habe ich das Album gleich mehrmals bestellt und auch Florian, unserem Redaktionsemo, eine abgegeben.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="855" src="https://www.youtube.com/embed/cQCZuwLADYE?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Nun handelt es sich dabei wirklich um ziemlichen Underground, war es doch nur über <strong>Depressive Illusions</strong> in der Ukraine bestellbar. Oder in Russland. Ich hab das alles auch nicht so richtig verstanden ehrlich gesagt. Versand war jedenfalls nicht billig und sah irgendwie auch illegal aus &#8230; DI ist ein Ein-Mann-Label, das ich ohne diese Band vermutlich gar nicht kennengelernt hätte. Was war das Ende vom Lied? Jetzt habe ich 11 CDs und mehrere Kassetten mehr im Schrank stehen, weil man plötzlich so viele interessante aber ansonsten schwer auffindbare Künstler entdeckt.</p>
<p>Aber warum ist das so? Warum sehe ich Werbung für das neue <strong>FIVE FINGER DEATH PUNCH</strong>  Album, höre es auf Spotify und denke mir, dass es an sich auch echt Spaß macht &#8211; kaufe es aber nicht. Hingegen stöbere ich durch einen Plattenladen in einer x-beliebigen Stadt die ich gerade besuche, und nehme mir ein Album für den selben Preis mit, nur weil mich das Cover gefesselt hat. Woran liegt das eigentlich? Ich persönlich denke, dass es mit dem Sammeltrieb des Menschen zu tun hat. Wir alle haben eine bestimmte Sorte von Artefakt, das wir sammeln. Das sind nicht nur CDs. Manch ein Sammler unbewusst, der andere Sammler ist sich seiner Kaufwut indes nicht nur bewusst sondern auch noch stolz darauf. So wie ich. Es gibt exzessive Sammler (wie ich) und es gibt moderate Sammler, Sammler von Briefmarken, Ü-Ei-Figuren, Yu-Gi-Oh Karten, Uhren, Autos, Frauen, Geschlechtskrankheiten, Barthaaren (so wie Dennis) oder Menükarten.</p>
<blockquote><p>Sammeln gibt uns Sicherheit und das Gefühl erfolgreich zu sein.</p></blockquote>
<p>Kommen wir in den Besitz einer ganz exquisiten Kostbarkeit, hat dies selten einen wirklich funktionalen Wert für uns und unser zukünftiges Leben. Doch der ideelle Wert rechtfertigt einen hohen Aufwand an Moneten. Wir fühlen uns gut, den Anderen überlegen &#8211; wann immer wir die gleichen Fetischisten treffen und damit prahlen können. „Guck mal, ich hab noch die Buch-Edition von Downfall of Nur bekommen!“ &#8211; Das kriegst du wieder, Demian. Wir können mit unserem Besitz aber auch das Prestige in einer bestimmten Gruppe erhöhen. In der Metalszene ist dies durch den Besitz verschiedener, ja beinahe heiliger Artefakte relativ einfach möglich. Etwa alles, was mit dem Leben und Wirken von anerkannten Bands zu tun hat &#8211; und desto bekannter die Band, desto höher der Wert! Der Besitz eines solchen Artefaktes bescheinigt dem Besitzer einen seltsamen und eigentlich unerklärlichen Expertenstatus, den jeder automatisch anzuerkennen scheint.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1930" src="http://www.silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/05/IMG_2970-1024x576.jpg" alt="IMG_2970" width="1024" height="576" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/05/IMG_2970-1024x576.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/05/IMG_2970-300x169.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/05/IMG_2970-750x422.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/05/IMG_2970.jpg 1450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />
<p>Und das ist ein gutes Gefühl. Kommen wir aber noch einmal auf mich zurück, wie ich da mit der fremden CD im Laden stehe und mich dazu entscheide, ein mir unbekanntes Album einem von mir bereits positiv bewertetem vorzuziehen. Eigentlich völlig irrational &#8211; allerdings hat der Mensch auch unterbewusste Bewertungsmaßstäbe, die im Grunde auch völlig logisch erscheinen, wenn man sie mit in die Betrachtung einbezieht: Ich kenne das Potential des bekannten Albums ja schon. Es kann mich nicht mehr überraschen, es besteht keine Chance mehr auf wachsende Exzellenz. Das unbekannte Album jedoch steckt voller Möglichkeiten, sein Potential ist noch nicht erkannt und könnte ein titanisches Ausmaß annehmen, beginnen die Töne nur erst aus den Boxen zu tropfen. Es ist wie eine Schatzsuche, auf die man sich jedes Mal aufs Neue begibt und die mit dem Auftrennen der Verpackungsfolie beginnt.</p>
<p>Es ist eines der schönsten Gefühle in meinem Leben &#8211; sogar jetzt, wo ich weiß, dass mein Gehirn in all der Freude doch die Rationalität mit einfließen lässt. Wollt ihr es auch spüren, dann macht doch jetzt mal Folgendes: Geht in den nächsten kleinen CD-Laden den es in eurem Umfeld gibt, geht das ganze Verkaufsregal durch und die schönste CD einer Band die ihr nicht kennt, kauft ihr einfach mal. Und dann sagt ihr mir, ob ihr einen Schatz gefunden habt. Und wenn ihr schon solche Schätze gefunden habt, dann bin ich auch gespannt, davon zu lesen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/der-reiz-des-unbekannten-albums/">Der Reiz des Unbekannten</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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