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	<title>Dead Letter Circus Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>Dead Letter Circus Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Aus den Tiefen #47: GODBITE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 May 2017 06:20:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In „Aus den Tiefen“ stelle ich euch regelmäßig mehr oder minder unbekannte Künstler, Projekte und Bands vor, die aus dem einen oder anderen Grund abseits der altbekannten Pfade wandeln. Die Gründe hierfür können zahlreich sein. Das Ergebnis muss nicht immer nach Metal ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/aus-den-tiefen-47-godbite/">Aus den Tiefen #47: GODBITE</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>In „Aus den Tiefen“ stelle ich euch regelmäßig mehr oder minder unbekannte Künstler, Projekte und Bands vor, die aus dem einen oder anderen Grund abseits der altbekannten Pfade wandeln. Die Gründe hierfür können zahlreich sein. Das Ergebnis muss nicht immer nach Metal klingen, im Gegenteil! Der Fokus liegt hierbei auf Innovation, auf Experimentierfreude, auf dem Potenzial, etwas anders zu machen, als alle anderen.</strong></em></p>
<p><span id="more-17336"></span>Oftmals kommt es mir so vor, als würden Bands aus Osteuropa bis heute belächelt werden. Und das, obwohl es auch in der jüngeren Vergangenheit einige Juwelen gab, die aus dem Osten kamen. Und ich meine nicht (nur) Zwickau.</p>
<p>Vor einigen Jahren wurde ich durch eine befreundete Band auf ein paar Jungs aus Stettin aufmerksam, namentlich:</p>
<h4><strong>GODBITE</strong></h4>
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-17337" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Godbite.jpg" alt="GODBITE" width="960" height="912" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Godbite.jpg 960w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Godbite-300x285.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Godbite-750x713.jpg 750w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" />
<p><strong>GODBITE</strong> wurden irgendwann um 2010 gegründet, so genau lässt sich das kaum erruieren. Jedoch veröffentlichten die Polen im Jahre 2011 eine erste Demo, die mit drei Songs aufwartete und zeigen sollte, wo man sich stilistisch bewegt und hinbewegen will. So vereint das Quintett verschiedene Einflüsse aus Progressive Rock und modernem Metal mit teils poppigen Strukturen, die ein Gesamtgemisch schaffen, das mich hier und da an Bands wie <strong>KARNIVOOL</strong> oder <strong>DEAD LETTER CIRCUS</strong> erinnert. Wie das klingen kann, sieht man im Video zu <em>&#8222;Bear in mind&#8220;</em>, das stilecht im Jogginganzug aufgenommen wurde. Man kriegts nicht raus &#8230;</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/IkuzC7ZMLaI?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bis zur Veröffentlichung des ersten Albums sollte jedoch noch einige Zeit vergehen, denn &#8222;The Aristocrats&#8220; erschien erst im November 2015. Neben zwei Songs des Demos, die nochmal neu aufgelegt wurden, beherbergt &#8222;The Aristocrats&#8220; sieben Songs, die feinsten modernen Metal bieten. Gekonnt wird zwischen klarem Gesang und markanten Schreien gewechselt, wobei sich Sänger <strong>Arkadiusz</strong> bei beidem nicht verhebt, und zum Glück auch nicht versucht, mehr zu leisten, als er kann. So wird der Klargesang eher von einer kraftvollen Rock-Attitüde begleitet, als von schmalzigem Pathos. Instrumental pendelt die Musik <strong>GODBITE</strong>s zwischen treibenden Passagen, komplexen Riffs, eingängigen Melodien, atmosphärischen Zwischenteilen und krummen Takten, ohne dabei jedoch zu verkopft oder gewollt schwer zugängig zu werden.</p>
<p>Dass die Jungs dabei von Bands wie <strong>TOOL</strong>, neueren <strong>TEXTURES</strong> oder <strong>THE OCEAN</strong> beeinflusst wurden, lässt sich nicht verleugnen, der Anteil der eigenen Identität jedoch auch nicht. <strong>GODBITE</strong> kupfern zu keinem Zeitpunkt hemmungslos bei den Vorbildern ab und bemächtigen sich somit fremder Charakteristika. Wer also mit den oben genannten Bands was anfangen kann, sollte den Polen unbedingt eine Chance geben, denn obgleich &#8222;The Aristocrats&#8220; ihr erstes Album darstellt, weist es eine beeindruckende Reife auf, auch wenn ich davon ausgehe, dass <strong>GODBITE</strong> ihre eigenen Stärken auf – hoffentlich in naher Zukunft liegenden – Veröffentlichungen noch klarer herausarbeiten können.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/j8-BAucyfOA?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Auch wenn <strong>GODBITE</strong>s Ruf noch nicht sehr weit über ihr Heimatland heraus schallt, haben wir es hier mit einer vielversprechenden Band zu tun, die sich vor der vornehmlich britischen Konkurrenz nicht verstecken muss und auf einem Festival wie dem Euroblast mehr als richtig wäre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/Godbite/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a></p>
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		<title>Dead Letter Circus &#8211; Interview Edition</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Nov 2016 15:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>DEAD LETTER CIRCUS machen gerade einen Zwischenstopp in ihrer Europatour, und haben bereits ein neues Album in Planung. Sänger Kim hat sich Zeit für uns genommen und über ihre Musik, Politik und Europa als aktuellen Standort für Rockmusik gesprochen. S: Kim, danke, ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/dead-letter-circus-interview-edition/">Dead Letter Circus &#8211; Interview Edition</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>DEAD LETTER CIRCUS</strong> <em>machen gerade einen Zwischenstopp in ihrer Europatour, und haben bereits ein neues Album in Planung. Sänger Kim hat sich Zeit für uns genommen und über ihre Musik, Politik und Europa als aktuellen Standort für Rockmusik gesprochen.</em></h3>
<h4 align="justify">S: Kim, danke, dass du dir Zeit nimmst! Ihr seid gerade aus Deutschland zurück. Wie geht es euch?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Wir hatten eine fantastische Tour. <span style="color: #3366ff;">Deutschland</span> ist ein <span style="color: #3366ff;">tolles Land</span>. Wir haben sechs Shows gespielt und sind dadurch auch viel im Land umher gefahren. Dieses Land ist ein sehr interessanter Ort.</p>
<h4 align="justify">S: In Deutschland gibt es auch eine große Szene um diese Musik und die Fans interessieren sich sehr für Bands aus anderen Ländern. Könnt ihr das bestätigen? Oder wie war so euer Eindruck?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Es scheint wirklich eine sehr<span style="color: #3366ff;"> ausgeprägte Rockszene</span> zu geben. Das ist toll und gut für Bands wie uns.</p>
<h4 align="justify">S: Um mal auf eure Musik zu kommen. Spielt Improvisation und rumexperimentieren bei der Proben- und Aufnahmearbeit eine große Rolle? In der Doku zur Entstehung von „Aesthesis“ gewährt ihr ja ein paar Eindrücke in euer Arbeiten.</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Ja, gerade beim <span style="color: #3366ff;">letzten Album</span> haben wir <span style="color: #3366ff;">viel Zeit</span> in jeden einzelnen Song<span style="color: #3366ff;"> investiert</span>. Wir jammen viel über die Stücke und probieren verschiedene Möglichkeiten aus. Wir erforschen jeden Teil davon, was am besten zu allen passt. Das tut der Band sehr gut und <span style="color: #3366ff;">fördert</span> die <span style="color: #3366ff;">Gruppendynamik</span> sehr stark. Es ist Teil einer Entwicklung.</p>
<p align="justify"><span style="color: #3366ff;">In</span> den nächsten <span style="color: #3366ff;">zwei Monaten</span> wollen wir mit einem <span style="color: #3366ff;">neuen Album</span> anfangen und dort genauso arbeiten. Quasi direkt nach dem Ende der Europatour, die jetzt noch kommt. Das wird stressig, es fängt dann wieder alles von vorne an.</p>
<h4 align="justify">S: Siehst du bei DEAD LETTER CIRCUS Ähnlichkeiten zum Free Jazz? Nicht unbedingt harmonisch etc., aber so von der Einstellung her? Die Möglichkeit zu nutzen, beim jammen neue Formen von Musik zu entwickeln? Es ist ja beides sehr intuitiv und zumindest der Free Jazz war ja auch eine Protestmusik.</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Ich denke schon, dass man das vergleichen kann, insofern, als dass wir <span style="color: #3366ff;">beim Songwriting nicht groß nachdenken</span>, sondern es einfach geschehen lassen. Bei dieser Arbeitsweise wollen wir auch bleiben, damit fahren wir ziemlich gut.</p>
<h4 align="justify">S: Also richtet ihr euch auch garnicht erst nach irgendwelchen Genrevorgaben, sondern macht die Musik, die aus euch herauskommt.</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Als wir angefangen haben, wollten wir garnicht klingen wie irgendeine bereits bestehende Band. Unser Gedanke bei der Gründung war: <strong>„Lasst uns eine Band gründen, die noch nicht existiert“</strong>. Viele Leute brauchen natürlich <span style="color: #3366ff;">Referenzbands</span>, um eine andere beschreiben zu können. Um sagen zu können „Band xy klingt ein bisschen wie Band z“ und blablabla. Wir wollen eben einfach <span style="color: #3366ff;">nicht die Musik von anderen wiederholen</span>. Wir versuchen garnicht erst, nach vorgegebenen Bands oder Genres zu klingen. Andererseits gibt es natürlich die unterschiedlichen Genres, aber innerhalb eines Genres kann man schnell eine große Bandbreite von Ausprägungen erkennen.</p>
<p align="justify">Wenn wir irgendwo merken, dass wir <span style="color: #3366ff;">klanglich zu nah an eine andere Band kommen</span>, probieren wir einfach etwas <span style="color: #3366ff;">Neues</span> aus. Wir haben auch von Anfang an versucht, nicht ständig immer genau nach uns selbst zu klingen. Auf den ersten zwei Alben haben wir gerade bei den Gitarren viel daran arbeiten müssen, <span style="color: #3366ff;">nicht</span> dahin abzurutschen, <span style="color: #3366ff;">immer wieder dasselbe Album zu schreiben</span>. Also haben wir Regeln aufgestellt. Wir hatten ein Flipchart im Proberaum und haben da die Stellen in den Songs markiert, die zu sehr nach <b>DEAD LETTER CIRCUS</b> klingen. Danach musste sich jeder richten. Wir konnten uns <span style="color: #3366ff;">nicht in</span> eine <span style="color: #3366ff;">Komfortzone fallen</span> lassen.</p>
<h4 align="justify">S: Spielt die Herkunft einer Band noch eine bestimmte Rolle? Sind manche Herkunftsländer immer noch irgendwie etwas besonderes?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Ja, ich denke, dadurch, dass es heutzutage überall auf der Welt Konflikte gibt, und das auch Einflüsse auf Bands hat &#8211; gerade oft auch auf amerikanische &#8211; ist es durchaus oft interessant, auf Gruppen aus anderen Ländern zu schauen. Es gibt immer irgendwo musikalische Bewegungen, und teilweise gibt es, gewollt oder ungewollt, Zusammenhänge mit Politik.</p>
<h4 align="justify">S: Ihr behandelt ja auch Themen aus Gesellschaft, Politik etc. Ist dieser Aspekt der Protestmusik für euch schon auch ein Thema?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Wir <span style="color: #3366ff;">hören</span> eigentlich immer auf den Song &#8211; <span style="color: #3366ff;">was er erzählt</span>, worum er sich dreht. Wir wollen die Menschen schon auch auf die Mechaniken der Welt aufmerskam machen und wie viel <span style="color: #3366ff;">Einfluss</span> gerade in der westlichen Welt von den <span style="color: #3366ff;">Regierungen</span> genommen wird. Mit den heutigen Medien ist das alles sehr komplex. <span style="color: #3366ff;">Alles wird</span> immer stärker <span style="color: #3366ff;">kontrolliert</span>.</p>
<p align="justify">Ich wollte meine Gedanken dazu immer in der Musik umsetzen. Es geht nicht darum, irgendwas zu <span style="color: #3366ff;">predigen</span>. Wir sehen uns nicht als jemand auf dem Podium, der den Leuten erzählt, was er denkt. Wir sehen uns als <span style="color: #3366ff;">Teil der Masse</span>, die etwas aufzeigen und <span style="color: #3366ff;">auf Probleme aufmerksam machen</span>. Gerade auch bei den Konzerten. Garnicht mal, um einzelne Personen zu schädigen, aber um die Leute dazu zu bringen, Verbindungen zu sehen und aufmerksamer zu werden. So können wir die <span style="color: #3366ff;">Mündigkeit</span> der Leute mit <span style="color: #3366ff;">unterstützen</span> und voran treiben, indem wir mithelfen, ihnen die Augen zu öffnen. Jeder in der Gesellschaft spielt seine Rolle und trägt etwas bei. Und wir können mit der Musik die Informationen transportieren.</p>
<h4 align="justify">S: Spielen Videos dabei eine wichtige Rolle für euch?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Ja, absolut. Wir <span style="color: #3366ff;">lieben</span> es, <span style="color: #3366ff;">Videos</span> zu den Songs zu drehen. Oft sind sie natürlich auch <span style="color: #3366ff;">ziemlich teuer</span>, was auch nicht einfacher wird, weil viele Leute nicht mehr bereit sind, Geld für so etwas auszugeben. Das macht es schwer, wirklich gute Videos zu drehen. Die <span style="color: #3366ff;">Budgets</span> werden ständig <span style="color: #3366ff;">kleiner</span>. Früher waren viele <span style="color: #3366ff;">Produzenten</span> auch noch passionierter bei der Sache. Heute ist es schwieriger, gute Leute zu finden, mit denen man das umsetzen kann, was man sich vorstellt. Wir hatten wirklich auch einfach <span style="color: #3366ff;">Glück</span>, Leute zu finden, mit denen wir arbeiten konnten. Es hat Spaß gemacht, auch die animierten Teile zu den Aufnahmen hinzu zufügen.</p>
<p align="justify">Die <span style="color: #3366ff;">Videos</span> stellen eine <span style="color: #3366ff;">Erweiterung der Texte</span> dar. Es reicht uns nicht, einfach jemanden zu finden, der eine coole Idee hat. Wir suchen Leute, die sich mit unserer<span style="color: #3366ff;"> Musik und den Texten auseinandersetzen</span> und die dann etwas dazu entwickeln, so dass es sich ergänzt, und <span style="color: #3366ff;">plastischer</span> macht.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/eM701mBmrAc?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h4 align="justify">S: DEAD LETTER CIRCUS sind in Australien ja auch schon im Radio gewesen und habt da etwas Verbreitung gefunden. Hat euch das viel gebracht, oder wie wichtig war das überhaupt für euch?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Ja, gerade am Anfang hat uns das <span style="color: #3366ff;">stark nach vorne</span> gebracht. Einer unserer ersten Songs, die wir veröffentlicht haben, wurde damals ausgestrahlt, und hat uns <span style="color: #3366ff;">einige Beachtung</span> eingebracht. In <span style="color: #3366ff;">Australien</span> ist das <span style="color: #3366ff;">Radio</span> noch ziemlich <span style="color: #3366ff;">wichtig</span>, und es wird generell ziemlich viel an unterschiedlicher Musik gesendet. Daher war es ein sehr <span style="color: #3366ff;">gutes Tool</span> für uns, <span style="color: #3366ff;">Verbreitung</span> zu finden. Darüber haben wir es wirklich geschafft, dort einige <span style="color: #3366ff;">Bekanntheit</span> zu bekommen und den Leuten <span style="color: #3366ff;">ein Begriff</span> zu werden.</p>
<h4 align="justify">S: Merkt ihr das bei den Konzerten auch, dass die Leute im Publikum eure Musik verstehen und darauf einsteigen?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Wenn wir <span style="color: #3366ff;">nach der Show</span> rausgehen und noch die Leute treffen, sagen mir viele, dass <span style="color: #3366ff;">unsere Musik</span> sehr <span style="color: #3366ff;">wichtig</span> <span style="color: #3366ff;">für sie ist</span>. Das bedeutet mir viel, und den anderen aus der Band auch. Das kommt wirklich auch unglaublich oft vor, dass wir nach Konzerten so <span style="color: #3366ff;">Komplimente</span> und <span style="color: #3366ff;">Aussagen</span> bekommen, was den Leuten unsere <span style="color: #3366ff;">Musik bedeutet</span>. Sie verbindet wirklich viele Menschen auch miteinander, das ist ein<span style="color: #3366ff;"> großes Kompliment</span> für uns. Auch, dass Leute auf so vielen unterschiedlichen Orten unsere <span style="color: #3366ff;">Texte mitsingen</span> können, ist überwältigend. Das ist nicht selbstverständlich.</p>
<h4 align="justify">S: Habt ihr denn schon irgendwelche Pläne? Oder wie arbeitet ihr?</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Die <span style="color: #3366ff;">Tour</span>, die wir gerade in <span style="color: #3366ff;">Europa</span> hatten, war gewissermaßen ein <span style="color: #3366ff;">Testlauf</span>, um zu sehen, wie es läuft, und ob es <span style="color: #3366ff;">sich lohnt</span>, wieder dort hin zu gehen. Und, um ehrlich zu sein, war es ein <span style="color: #3366ff;">totaler Erfolg</span>. Wir sind zu 100% überzeugt davon, dass es sich lohnt, das wieder zu tun und zurückzukehren.</p>
<p align="justify"><span style="color: #3366ff;">Juni</span> nächsten Jahres sind wir nach und laut Plan<span style="color: #3366ff;"> fertig</span> mit dem neuen Album, und wollen dann im <span style="color: #3366ff;">Sommer</span> damit auf <span style="color: #3366ff;">Tour</span> gehen.</p>
<p align="justify">Wir hatten wirklich <span style="color: #3366ff;">viel Spaß</span> auf der Tour. Es ist ein <span style="color: #3366ff;">großartiges Gefühl</span>, so weit weg von zu Hause zu sein, und trotzdem so viele Leute vor der Bühne zu haben, die <span style="color: #3366ff;">die Texte</span> von deinen Songs <span style="color: #3366ff;">kennen</span>. Das darf man wirklich nicht unterschätzen. Die Leute haben die Texte wirklich mitgeschrien und wir haben uns nur gefragt „Wie ist das möglich?“. Sowas tut gut.</p>
<p align="justify">Was mir in <span style="color: #3366ff;">Deutschland</span> wirklich <span style="color: #3366ff;">aufgefallen</span> ist, dass ihr, die Fans dort, wirklich eure <span style="color: #3366ff;">Freiheit feiert</span>. Ihr habt wirklich so viel<span style="color: #3366ff;"> Freiraum</span> und könnt tun, <span style="color: #3366ff;">wozu ihr Lust habt</span>. In <span style="color: #3366ff;">Australien</span> ist das <span style="color: #3366ff;">anders</span>. Es geht auch, aber als wir in Berlin oder Hamburg gespielt haben, haben wir wirklich gemerkt, dass eure Generation sich ihrer Freiheit auch bewusst ist. Ich würde sehr gerne <span style="color: #3366ff;">mehr Zeit in Deutschland verbringen</span>, und das <span style="color: #3366ff;">Land</span> und das <span style="color: #3366ff;">Feeling</span> mehr <span style="color: #3366ff;">aufnehmen</span>. Einfach mal <span style="color: #3366ff;">drei Monate</span> dort sein und <span style="color: #3366ff;">Songs schreiben</span>, das würde ich mir wünschen.</p>
<h4 align="justify">S: Das stimmt. Die Fans scheinen wirklich auch neugierig auf neue Bands aus anderen Ländern zu sein.</h4>
<p align="justify"><strong>K</strong>: Das merkt man. Dort ist momentan ein <span style="color: #3366ff;">guter Platz für Rock</span>. Wir merken das und wollen auf jeden Fall wiederkommen.</p>
<h4 style="text-align: center;" align="justify"><em><strong>Fazit</strong></em></h4>
<p align="justify"><strong>DEAD LETTER CIRCUS</strong> stehen momentan an einem Punkt, an dem es für sie wohl nur bergauf  gehen kann. Sie haben eine feste Fanbase aufbauen können, haben ein klares Konzept und Bock darauf, die Welt zu betouren. Gerade Europa erscheint ihnen als sehr lukrativ und als quasi das künstlerische und inspirierende Zentrum des Rock. Hier, aber auch überall sonst schaffen sie es, die Leute mit ihrer Musik zu erreichen und wollen ihre Musik dazu nutzen, sie zum Denken anzuregen und Grund zur Diskussion zu sein. Von ihnen werden wir in Zukunft noch mehr zu hören bekommen.</p>
<p align="justify"><a href="http://deadlettercircus.com/">Website</a></p>
<p align="justify"><a href="https://www.facebook.com/deadlettercircus/?fref=ts">Facebook</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/dead-letter-circus-interview-edition/">Dead Letter Circus &#8211; Interview Edition</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Dritter Tag / Sonntag)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2016 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Du hast die beiden ersten Tage verpasst? Hier geht es zu  Tag 1 und Tag 2  des Euroblast XII Sonntag, 02.10. Es ist Sonntag, das Wetter ist eher beschissen und die Nacht war kurz. Offenbar nicht nur bei mir, denn als ich kurz nach 13 ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii-dritter-tag-sonntag/">Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Dritter Tag / Sonntag)</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 style="text-align: left;">Du hast die beiden ersten Tage verpasst? Hier geht es zu <span style="color: #ff0000;"> <a style="color: #ff0000;" href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii/">Tag 1</a></span> und <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii-zweiter-tag-samstag/">Tag 2</a> </span> des Euroblast XII</h4>
<p style="text-align: center;"><strong>Sonntag, 02.10.</strong></p>
<hr />
<p>Es ist Sonntag, das Wetter ist eher beschissen und die Nacht war kurz. Offenbar nicht nur bei mir, denn als ich kurz nach 13 Uhr auf dem Gelände der Essigfabrik ankomme, bin ich noch einer von eher wenigen. Die Leute, die schon stehen können, findet man jedoch vorbildlicherweise bei den erst kurzfristig eingesprungenen Briten <strong>SHIELDS</strong> vor der Hauptbühne. Diese geben schon zu früher Stunde alles, wobei ich mittlerweile sagen muss, dass sie natürlich nicht die einzige Band ist, die auf diesem Festival eine Mischung aus Metal, Electro und cleanem Gesang präsentiert. Und so langsam fällt es mir zunehmend schwerer, an den einzelnen Darbietungen noch etwas Eigenständiges rauszuhören. Aber die Gefahr besteht bei Festivals vermutlich meistens.</p>
<blockquote><p><strong>If everyone is progressive, no one is.</strong></p></blockquote>
<p>Auf der kleinen Bühne geben die Hamburger von<strong> [SOON]</strong> ihr Euroblast-Debüt. Das Trio spielt Progressive Metal, der mich etwas an <strong>O.S.I.</strong> erinnert und auch Fans von <strong>PORCUPINE TREE</strong> zusagen müsste. Die gebotenen Songs sind eingängig, fast schon poppig und dennoch ziemlich heavy. Auch im Keller sind zu früher Stunde noch nicht sehr viele Leute. Die Resonanz auf die Musik von <strong>[SOON] </strong>fällt dennoch sehr positiv aus.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day3/Ayuhuasca-9.jpg" alt="Ayuhuasca (9)" /></p>
<p>Eine Band, die mir in vielen Gesprächen nahegelegt wurde, ist <strong>AYAHUASCA</strong>, die aus Köln stammt, ich jedoch eher in südamerikanischen Gefilden verortet hätte. Warum? Weil die Bühne zunächst mal nicht nur voller Bandmitglieder, sondern auch voller Percussioninstrumente ist. Nicht nur ich muss bei dem Sound, den die Jungs liefern, an <strong>SEPULTURA</strong> denken. Jedoch unverhältnismäßig technischer.<strong> AYAHUASCA</strong> kombinieren hervorragenden Tech Death und Progressive Metal mit Ethnoeinflüssen. Die Mischung haut mich um und sorgt dafür, dass ich mit einem Schlag wach bin. Und auch wenn es nicht von vorne bis hinten vor ungeraden Takten wimmelt, so muss progressive Musik für mich genau so sein, denn Prog beginnt im Kopf, mit einer Idee. Und <strong>AYAHUASCA</strong> haben nicht nur eine solche, sondern auch die Fähigkeiten, diese gezielt umzusetzen. Natürlich haben auch viele andere Bands, die hier spielen, Visionen, doch <strong>AYAHUASCA</strong> sind eine von wenigen, die wirklich unvergleichbar herausstechen. Groß!</p>
<p>Ich begebe mich zu <strong>KORONAL </strong>vor die kleine Bühne. Diese kommen meines Empfindens nach am meisten an den Sound von <strong>MESHUGGAH</strong> heran, ohne die es das Euroblast in dieser Form vermutlich nicht geben würde. Der Gesang ist etwas variabler als der von Jens Kidman, die Soli nicht ganz so jazzig, aber dennoch ist der Einfluss der schwedischen Genreväter ab den ersten Tönen klar. Zum Glück verfallen <strong>KORONAL</strong> nicht in stumpfes kopieren, was dafür sorgt, dass nicht nur ich Gefallen an dem Sound der Polen finde.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day3/Koronal-1.jpg" alt="Koronal (1)" /></p>
<p>Auch die Schweizer <strong>CLAWERFIELD</strong> spielen mit elektronischen Einflüssen. Der Industrial Metal geht jedoch in eine ganz andere Richtung und weiß zu gefallen. Besonders die cleanen Gesangspassagen haben sehr hohes, fast schon poppiges Ohrwurmpotenzial und bleiben zumindest bei mir hängen, was meinen Spaß an der Musik sofort steigert. Ich bin positiv überrascht!</p>
<p><strong>DISPERSE </strong>liefern auf der Hauptbühne im Anschluss ein willkommenes Kontrastprogramm zu fast allen anderen Bands. Obgleich die Polen technisch auf sehr hohem Niveau spielen, ist die Musik doch angenehm ruhig und atmosphärisch, zumindest im Vergleich mit vielen ihrer Mitstreiter. Doch besonders da der Progressive Metal der Jungs so „zahm“ wirkt, folgt der dynamisch wohl größte Bruch des Festivals. Denn auf eine der gediegeneren Bands folgt eine, wenn nicht DIE brutalste. <strong>HUMANITYS LAST BREATH</strong> zerlegen die Bühne mit einer Wand, die mich am ehesten an <strong>WAR FROM A HARLOTS MOUTH</strong> denken lässt. Fies, brachial und rücksichtslos sind nur einige Worte, die mir zum Auftritt der Schweden einfallen. Denn das Vierergespann macht definitiv keine Gefangenen und präsentiert sich als Walze der puren Finsternis.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day3/Exist-Immortal-6.jpg" alt="Exist Immortal (6)" /></p>
<p>Im Keller wird die Schwärze danach wieder etwas gedrosselt, auch wenn <strong>EXIST IMMORTAL</strong> keinesfalls ohne Biss sind. Den Briten hört man ihre Herkunft an, denn Bands, die mir hier als Referenz einfallen, stammen ebenfalls von der Insel. So erinnern mich vor allem die cleanen Gesangspassagen an <strong>TESSERACT</strong> oder <strong>MONUMENTS</strong>. <strong>EXIST IMMORTAL</strong> ist ebenfalls eine Band, die zweifelsohne auf der großen Bühne spielen könnte, doch auch hier fehlt mir am dritten Festivaltag mittlerweile der krasse Unterschied zu vielen anderen Bands, große Schwächen offenbaren die Briten dennoch nicht.</p>
<p><strong>VOLUMES</strong> bringen den Saal zum Beben. Zwar ist die Show der Kalifornier nicht ganz so eskalativ wie die von <strong>VEIL OF MAYA</strong>, was deren Sänger Lukas nicht davon abhält, mit auf die Bühne zu springen und zu feiern. Und auch Joe Buras ist wieder mit am Start. So ist es schön zu sehen, dass die Bands auch untereinander nicht nur Fans, sondern auch Freunde sind. Was übrigens ein Fakt ist, den man über das gesamte Festival immer wieder sehen kann. So findet man viele der Bands vor der Bühne, wenn sie denn nicht gerade selbst oben stehen. Selbst Musiker von Bands, die nicht auf dem Euroblast spielen, kann man hier treffen, was die familiäre Atmosphäre nur noch mehr verstärkt.</p>
<p>Da der Sängerposten bei <strong>DEADLY CIRCUS FIRE</strong> momentan nicht besetzt ist, spielen die Londoner ihr Set völlig unbeeindruckt instrumental. Überraschenderweise stellt das für mich eine willkommene Abwechslung dar. Denn die Musik der Briten funktioniert auch hervorragend ohne Gesang und irgendwie sind meine Ohren sehr dankbar dafür, gerade keine Texte verarbeiten zu müssen. Die Songs, die so fast schon Post Rock-Charme bekommen, wirken sehr entspannend auf mich und bauen eine schöne Atmosphäre auf.</p>
<p>Diese wird im Anschluss von <strong>JINJER</strong> sofort wieder zerstört. Was nicht schlimm ist, denn die Band aus der Ukraine hat mit ruhigen Tönen wenig am Hut. Sängerin Tatiana verhaut zwar anfangs einige Gesangspassagen, überzeugt ansonsten aber durch ihre Vielseitigkeit und ihr Vermögen, das Publikum in Fahrt zu bringen. Die Songs von <strong>JINJER</strong> sind sehr viel geradliniger und schnörkelloser als die von anderen Bands dieses Festivals, was man besonders an dem unverkopften Schlagzeugspiel und den zielgerichteten Grooves merkt. So tobt der Keller bei der letzten Band noch einmal vollständig, bevor es zum Headliner des letzten Tages nach oben geht.</p>
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<p>Auch bei <strong>BORN OF OSIRIS</strong> wird, bis auf das Schlagzeug, so gut wie alles von der Bühne geräumt. Sehr viel gewohnter wirkt der Anblick auf mich immer noch nicht, obgleich ich weiß, dass das funktionieren kann. Und das tut es auch. Als die ersten Töne erklingen, gibt es im Auditorium kein Halten mehr. <strong>BORN OF OSIRIS</strong> versuchen den Saal dem Erdboden gleich zu machen. Dazu werden Songs fast aller Alben gespielt, nur Titel von „A Higher Place“ bleiben aus, was aber zumindest für mich kein Manko darstellt.</p>
<p>Nach knapp 70 Minuten endet die letzte Headlinershow des Festivals, die für mich dennoch nur auf Platz drei von drei rangiert.</p>
<p>Danach findet im Keller noch die Aftershow-Party statt, bei der sich niemand geringeres als <strong>THE ALGORITHM</strong> Mastermind Rémi Gallego um die Beschallung kümmert. Ein wunderbarer Ausklang eines gelungenen Wochenendes.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Fazit</strong></p>
<hr />
<p>Das Euroblast ist ein einzigartiges Festival in Deutschland, das auch europaweit nur einige wenige Vergleiche findet. Schon das ist Grund für die Besucher aus ganz Europa, und zum Teil sogar weit darüber hinaus, nach Köln zu reisen und der experimentellen und progressiven Musikszene zu huldigen. Diese ist schon innerhalb der Nische des Metals eine weitere Nische, die zwar verhältnismäßig klein, aber stetig wachsend ist. Natürlich habe ich schon auf zahlreichen anderen Festivals einen starken Zusammenhalt zwischen den Fans gespürt, doch bei einer Veranstaltung, die sich so sehr auf ein Subgenre innerhalb einer Subkultur konzentriert, ist dies nochmal eine ganz andere Sache. Darüber hinaus merkt man dem Euroblast das Herzblut, mit dem es betrieben wird, deutlich an. Die Veranstalter sind nicht einfach nur Booker und Verdiener, sondern selbst Musiker und Fans, denen es wirklich noch um die Musik an sich geht. Auch unter den Angestellten und der Crew des Euroblasts herrscht ein starker Zusammenhalt, nicht umsonst steht in großen Lettern auf dem Rücken jedes Crewshirts das Wort „FAMILY“. Und tatsächlich habe ich mich bereits bei meinem ersten Besuch in der Essigfabrik in Köln willkommen gefühlt. Hier fällt niemand negativ auf, ich habe nicht eine unfreundliche Person getroffen. Weiterhin wird sich nicht nur um das leibliche Wohl gesorgt, sondern auch die Auswahl an Merch ist groß, und auch Bespaßung abseits der Konzerte ist garantiert, denn es gibt Instrumentenstände und sogar eine Lasertag-Arena!</p>
<p>Nehmen wir nun die rosarote Brille etwas ab und analysieren. Gab es auch Kritikpunkte?<br />
Ein Wermutstropfen war für mich natürlich, dass einige Bands absagen mussten, besonders auf <strong>EXXASENS</strong> hab ich mich im Vorfeld sehr gefreut, doch dafür kann niemand wirklich etwas.</p>
<p>Ansonsten wurde das bargeldlose Bezahlsystem für Getränke von einigen Seiten bemängelt. Natürlich kann das den Ablauf an den Bars vereinfachen, sorgt jedoch auch dafür, dass man mit 9€ völlig aufgeschmissen ist, wenn die „billigste“ Getränkekarte 10€ kostet.<br />
Die einzige Option, die einem mit 9€ noch bleibt, ist es, sich einen „Johnny Cash Burger“ zu kaufen. Ohne jetzt zu sehr wie meine Vorgängergeneration klingen zu wollen: 9€ sind 18 Mark, oder drei Döner, oder, oder&#8230; Zwar sättigt der besagte Burger einigermaßen und schmeckt, trotz alledem überlegt man sich bei so horrenden Preisen mehrfach, ob man sich nicht lieber durch Photosynthese ernähren möchte. Als Alternative bleibt das Essen am Euro-Kitchen-Stand, das etwas billiger und sowohl lecker als auch sättigend ist. Drei Euro für ein einfaches belegtes Brötchen sind jedoch schon ne Investition, von der man auf lange Sicht wenig hat. Dass die Lebensmittelpreise fast schon Wackendimensionen annehmen würden, hatte ich im Vorfeld nicht erwartet, aber vermutlich ist das auf Festivals einfach etwas, das man in Kauf nehmen muss.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day3/Impressionen-9.jpg" alt="Impressionen (9)" /></p>
<p>Ich weiß nicht, ob nur ich die Empfindung hatte, dass sich spätestens am dritten Tag musikalisch einige Dinge wiederholt haben, aber auf der anderen Seite kann und will ich auch nicht jede Band außergewöhnlich finden. So hab ich einige Bands gesehen die mich schwer begeistert haben und einige unerwartete Überraschungen erlebt, die das Wochenende zu einem äußerst gelungenen gemacht haben. Der relativ weite Weg hat sich meiner Meinung nach definitiv gelohnt und ich kann es kaum erwarten, nächstes Jahr wieder hierher zu kommen. Denn die Progressive Metal-Szene wächst und gedeiht und ich bin gespannt, welche Früchte diese Entwicklung zukünftig noch tragen wird. Also liebes Euroblast-Team um John, wenn ihr das lest: über <strong>FALLUJAH</strong> oder <strong>RIVERS OF NIHIL</strong> würde ich mich nächstes Jahr sehr freuen.</p>
<h4><strong>Danke für ein schönes Wochenende!</strong></h4>
<p><a href="http://www.euroblast.net/de/" target="_blank">Euroblast Website</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/euroblastcollective/?fref=ts" target="_blank">Euroblast FB</a></p>
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		<title>Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Zweiter Tag / Samstag)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2016 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Du hast Tag eins verpasst? Dann geht es hier zum Freitag vom Euroblast XII! Samstag, 01.10. „Noch fünf Minuten, Mutti“, sagt der innere Schweinehund. „Halts Maul und steh auf!“, sage ich. Nach Kaffee Nummer eins, zwei und drei kann ich mit der Entscheidung ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii-zweiter-tag-samstag/">Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Zweiter Tag / Samstag)</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Du hast Tag eins verpasst? Dann geht es hier zum <a href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii/">Freitag </a>vom Euroblast XII!</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Samstag, 01.10.</strong></p>
<hr />
<p>„Noch fünf Minuten, Mutti“, sagt der innere Schweinehund. „Halts Maul und steh auf!“, sage ich. Nach Kaffee Nummer eins, zwei und drei kann ich mit der Entscheidung auch einigermaßen leben und mache mich erneut auf den Weg zur Essigfabrik.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-9529 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/20161001_152534-225x300.jpg" alt="20161001_152534" width="225" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/20161001_152534-225x300.jpg 225w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/20161001_152534-768x1024.jpg 768w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/20161001_152534-750x1000.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/10/20161001_152534.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></p>
<p>Mein Weg führt mich allerdings vorerst nicht zu den Bühnen, denn anderweitige Pflichten rufen. Unter anderem sehr nette Interviews mit <strong>VOLA</strong> und <strong>BLACK CROWN INITIATE</strong>.<br />
Wenig später wird es spannend. Eine Premiere steht an, denn die Franzosen von <strong>UNEVEN STRUCTURE</strong> laden zur Listening-Session ihres kommenden Albums „La Partition“. Das Debütalbum „Februus“ erschien bereits im Jahre 2011 und erhielt damals schon überschwängliche Kritiken. Gemäß dessen warten die Fans bereits seit geraumer Zeit sehnsüchtig auf einen Nachfolger, der nun Anfang 2017 erscheinen soll. Und nach dem, was ich hören durfte, würde ich sagen, dass sich das Warten gelohnt haben sollte. Auch wenn ich Aussagen wie „Wir haben versucht die ruhigen Passagen ruhiger und die harten Passagen härter zu machen“ schon hunderte Male gehört habe: bei „La Partition“ hört man das von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dieses Album wird ein dynamischer Leckerbissen! Die meiste Zeit der Listening-Session über habe ich die Augen geschlossen, nicke mit und grinse vor mich hin, denn dieses Album steckt nicht nur voller toller Ideen die spielerisch präzise umgesetzt sind, sondern auch einer ungeheuren Atmosphäre. Hier bauen sich durchdachte Spannungsbögen auf, um dann in bombastisch harten Klimaxen zu kulminieren, von denen manche Post Rock-Bands nur träumen können. Noch gibt es einige kleine Änderungen, die die Band am Album vornehmen will, doch das Gehörte ist bereits jetzt vielversprechend. Das Album wird in drei Kapitel zu je drei Songs gegliedert werden, die Tracklist liest sich wie folgt:</p>
<p style="text-align: center;">01. Alkaline Throat<br />
02. Brazen Tongue<br />
03. Crystal Teeth<br />
04. Incube<br />
05. Funambule<br />
06. Succube<br />
07. The Bait<br />
08. Our Embrace<br />
09. Your Scent</p>
<p>Die erste Band, die ich heute wirklich sehen kann, ist <strong>NE OBLIVISCARIS</strong> aus Australien. Bereits letztes Jahr auf dem Summer Breeze war ich sehr davon angetan, wie tight diese Band live arbeitet. Und auch bei diesem Auftritt ist dies nicht ein Quäntchen weniger der Fall. Hier sitzt alles. Jedes einzelne Bandmitglied leistet einen herausragenden Job, der den Sound von <strong>NE OBLIVISCARIS</strong> zu einem Ergebnis führt, das größer ist, als seine Bestandteile. Völlig zu Recht ist diese Band eine der aufstrebendsten und gefeiertsten der letzten Jahre, was schon der starke Opener <em>„Devour Me, Colossus, Pt. 1 – Blackholes“</em> unter Beweis stellt und das Niveau bis zum letzten Song <em>„And Plague Flowers The Kaleidoscope“</em> in Deckennähe positioniert.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day2/Ne-Obliviscaris-5.jpg" alt="Ne Obliviscaris (5)" /></p>
<p>Wenig später betreten <strong>VOLA</strong> die Bühne. Der Saal ist dicht gefüllt und schnell wird klar: <strong>VOLA</strong> sind für viele heute ein heimlicher Headliner. Der teilweise poppig anmutende progressive Metal der Dänen sorgt für Euphorie im Publikum. Sänger und Gitarrist Asger Mygind liefert nicht nur eine starke Gesangsleistung, sondern richtet auch Ansagen an die Zuhörerschaft, die wenig Anderes als Sympathie für die Jungs aus dem Norden übrig lässt.</p>
<p>Auch heute gibt es Änderungen im Line-Up, denn <strong>HEART OF A COWARD</strong> mussten aufgrund von unvorhergesehenen Transportproblemen absagen, was zwar ärgerlich ist, aber den schönen Nebeneffekt hat, dass <strong>BLACK CROWN INITIATE</strong> dort spielen, wo sie hingehören: auf der großen Bühne! Obwohl es die Band aus Reading, Pennsylvania, erst seit 2012 (!) gibt, konnten sie sich schon eine beträchtliche Fangemeinde erarbeiten. Auch in Europa und auch auf dem Euroblast. Ich bin vor allem von der starken Gesangsleistung von Sänger und Gitarrist Andy Thomas beeindruckt, der live so klingt wie auf Platte. Von dieser Band wird noch einiges kommen! Nicht zuletzt, da seit diesem Jahr Ex-<strong>THE FACELESS</strong>-Gitarrist Wes Hauch mit an Bord ist, der die Band auch auf der Bühne ausgezeichnet ergänzt.</p>
<p>Es folgt die Band mit dem größten Black Metal-Einschlag des Festivals: <strong>ENSLAVED</strong>. Überraschenderweise ist der Saal zwar bis hinter das Mischpult gefüllt, aber doch weitaus weniger, als ich erwartet hätte. Die Norweger arbeiten sich quer durch die eigene Diskographie und liefern eine energiegeladene Show ab, die beweist, dass sie sich von Bands, die halb so alt sind wie sie, nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Mich begeistern die Songs ab „Axioma Ethica Odini“ am meisten, qualitativ lässt sich aber auch live kein Unterschied zwischen alten und neuen Songs finden.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-center" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day2/Veil-Of-Maya-3.jpg" alt="Veil Of Maya (3)" /></p>
<p>Es folgt die nahezu vollständige Räumung der Hauptbühne. Sämtliche Verstärker verschwinden und das einzige größere Objekt, das auf der Bühne verbleibt, ist das Schlagzeug samt Podest. Ein wirklich merkwürdiger Anblick, ratzekahl, geradezu nackt wirkt das Ganze auf mich. Doch die Headliner <strong>VEIL OF MAYA</strong> füllen die Bühne wenig später zum Bersten. Die 70 Minuten Spielzeit des Quartetts aus Chicago werden zum hemmungslosen Abriss. Das Publikum wirft sich mit Inbrunst gegen den Wellenbrecher und bangt, schreit und crowdsurft, als wäre dies die letzte Party vor dem Weltuntergang. Die Band ist quasi überall auf der Bühne und spätestens beim letzten Song auch davor. Eine Einzelleistung herausheben kann ich nicht, denn jedes Bandmitglied arbeitet bis zur Verausgabung, ebenso wie das Publikum. Zwischenzeitlich ist auch Joe Buras von <strong>BORN OF OSIRIS</strong> als Sänger auf der Bühne und feiert mit. Ich bin von der Energie, die hier förmlich zum Greifen ist, vollkommen euphorisiert und muss schon im Fotograben anfangen wie von Sinnen mitzubangen. Ein mehr als würdiger Abschluss eines rundum gelungenen Tages!</p>
<p>Wer nach dieser totalen Vernichtung noch stehen kann, ist herzlich dazu eingeladen, an der After-Show-Jam-Session teilzunehmen. Zeitlich ist mir das leider nicht mehr vergönnt, aber ich merke erneut: Das Euroblast ist nicht einfach nur irgendein Festival. Es ist ein Festival von Fans für Fans, von Musikern für Musiker.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="http://www.euroblast.net/de/" target="_blank">Euroblast Website</a></p>
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		<title>Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Erster Tag / Freitag)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2016 09:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii/">Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Erster Tag / Freitag)</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren schon steht dieses Festival auf meiner Liste von Veranstaltungen, die ich unbedingt besuchen möchte. Die Line-Ups der vergangenen Jahre haben mich beinah um den Verstand gebracht und dafür gesorgt, dass das Euroblast in meiner Wahrnehmung einen ganz besonderen Platz eingenommen hat. Dieses Jahr hat es nun endlich mal geklappt, also habe ich mich nach Köln, in die Stadt mit den vermutlich längsten roten Ampelphasen der Welt, gemacht, um von dort zu berichten.</p>
<p>Das Euroblast ist ein Indoor Festival, welches dieses Jahr zum zwölften Mal stattfindet.<br />
Die Besonderheit hier: der Fokus wird auf modernen, progressiven, technischen Metal gelegt. Und unter dieser Devise haben es auch dieses Jahr einige der ganz großen Namen nach Köln geschafft, um drei Tage lang eins meiner Lieblingsspektren im Metal zu bedienen.</p>
<p style="text-align: center;"><b>Freitag, 30.09.2016</b></p>
<hr />
<p>Nur gut, dass ich schon am vorherigen Abend angereist bin, denn bereits in aller Herrgottsfrühe, um 13:00 Uhr, sollen sich die Tore zum Gelände heute öffnen.<br />
Allerdings verschiebt sich der Einlass eine halbe Stunde nach hinten. Und auch darüber hinaus gibt es einige Veränderungen: denn die Polen <strong>MATERIA</strong> mussten aufgrund einer Autopanne kurzfristig absagen.</p>
<p>So sind nicht sie es, die das Festival eröffnen, sondern die aus Budapest stammenden <strong>OMEGA DIATRIBE</strong>. Noch haben es nicht viele Leute vor die Hauptbühne geschafft, um dem „Extreme Groove Metal“ der Ungarn zu lauschen. Trotzdem lassen sie sich nicht beirren und versuchen die überschaubare Menge in Fahrt zu bekommen. Anfangs mit mäßigem Ergebnis, doch im Verlauf des Sets kommt doch bei einem Großteil des Publikums Stimmung auf. Ich muss sagen: schlecht ist es nicht, was die Jungs hier abliefern, allerdings bleibt mir weniger die Musik und eher das zutätowierte Gesicht (mitsamt Augäpfeln) des Sängers in Erinnerung.</p>
 [<a href="https://silence-magazin.de/ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=ein-mikrokosmos-der-besonderen-art-euroblast-xii">See image gallery at silence-magazin.de</a>] 
<p>Zwangspause. Aufgrund des bereits erwähnten Ausfalls passiert musikalisch erstmal eine halbe Stunde lang nichts. Was mich nicht weiter stört, denn so habe ich etwas Zeit, mich umzuschauen und mit dem Gelände vertraut zu machen. Es fällt auf, dass das überschaubare Areal der Essigfabrik nicht nur mit Merch und Essensständen gesäumt ist, sondern es auch eine Reihe an Zelten gibt, die sich speziell an die Musiker, noch spezieller die Gitarristen und Bassisten unter den Besuchern richten. So hat die Gitarrenmarke Ibanez einen eigenen Stand, an dem man Gitarren und Bässe anspielen kann. Der daneben befindliche Stand der Kemper Modeling Verstärker sorgt freundlicherweise dafür, dass man auch was hört und die Instrumente nicht „trocken“ spielen muss. Wunderschöne Sache. Und als wäre das für das Gitarristenherz nicht schon das Höchste der Gefühle, so gibt es auch noch eine 7-saitige Ibanez Gitarre zu gewinnen.</p>
<p>Die zweite Band auf der Hauptbühne ist <strong>PROMETHEE</strong>. Mittlerweile haben sich deutlich mehr Leute in der Halle eingefunden. Zu Recht, wie ich in den nächsten Minuten bemerke. Das Quintett aus der Schweiz liefert gut gemachten, finsteren Deathcore ab, der mit einigen elektronischen Elementen und dröhnenden Bassdrops garniert wird. Die Lichtshow ist unfassbar intensiv und abwechslungsreich, aber auch darüber hinaus bleibt mir der Auftritt durch mehrere Faktoren in positiver Erinnerung. Zum einen bewegt sich Sänger Joshua Orsi unfassbar agil auf der Bühne, zum anderen ist er ein absolutes Stimmungetüm, das heute eine hervorragende Leistung liefert. Ein sehr starker Gig, der die Latte für den Rest des Festivals in mehrerlei Hinsicht erstmal einige Stufen höher legt.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day1/Euroblast-10.jpg" alt="Euroblast-10" /></p>
<p>Doch das Leben besteht aus Höhen und Tiefen sagt man&#8230;<br />
Als nächstes spielen <strong>VERDERVER</strong> auf der kleineren Bühne. Bei dem Namen muss ich an Bands wie <strong>HEMELBESTORMER</strong> und <strong>WIEGEDOOD</strong> denken. Mit belgischem Black Metal hat das hier aber nicht das Geringste zu tun.</p>
<p>Schon beim Soundcheck fällt mir auf, dass <strong>VERDERVER</strong> ohne Schlagzeuger aus-, und die Drums vom Band kommen. Kann funktionieren, muss es aber nicht. Schon unmittelbar nach dem Beginn des ersten Songs fühlt sich der dargebotene Kreischgesang für mich an, als würden mir Schraubenzieher in die Schläfen gerammt. Ausnahmsweise meine ich das hier mal nicht als Kompliment. Musikalisch gibt es laut eigener Aussage Dance Death Metal auf die Ohren. Für mich fühlt es sich an, als hätte man <strong>DIAGNOSE:LEBENSGEFAHR</strong>, <strong>WBTBWB</strong> und <strong>THE LOCUST</strong> miteinander in einen Mixer gegeben. Mich begeistert das hier alles irgendwie gar nicht. Dennoch haben sich vor der Bühne zahlreiche Fans/Schaulustige/Paralysierte eingefunden, die das, was hier passiert, zu feiern scheinen. Ratlosigkeit macht sich bei mir breit. Ich versuche das Ganze zu begreifen (ist das Kunst, oder kann das weg?) und noch etwas auf mich wirken zu lassen. Doch spätestens als mein Kopfschmerz bei der Textzeile: „Mit wem muss man hier ficken, damit man mehr Follower bekommt?“ so richtig kickt, ergreife ich die Flucht.<br />
Was ich an dieser Stelle aber betonen möchte ist, dass <strong>VERDERVER</strong> über weniger als 400 Facebook-Likes verfügen, und trotzdem die Möglichkeit bekommen haben, auf dem Euroblast zu spielen. Unabhängig davon, ob ich mir die Band zu Hause anhören würde, finde ich, dass das ausgesprochen viel über die Mentalität der Euroblast Veranstalter aussagt und ich die Tatsache an sich fantastisch finde!</p>
<p>Im Anschluss bieten <strong>ALIASES</strong> auf der Hauptbühne einen Augen- und Ohrenschmaus für alle Fans von technischer Gitarrenarbeit. Zum sechsten Mal treten die Briten schon auf dem Euroblast auf und obwohl sie sich somit nicht gerade rar gemacht haben, nimmt die Zahl der Zuschauer kontinuierlich zu. Sämtliche Vertreter der Saitenfraktion tappen sich die Finger wund und begeistern darüber hinaus nicht nur mit sichtbarer Spiel- sondern auch Bewegungsfreude. Der einzige Wermutstropfen bleibt für mich der Gesang, der meinem Geschmack leider nicht zu entsprechen vermag.</p>
<p>Wenig später spielen die norwegischen <strong>SHINING</strong> auf der Hauptbühne. Das Krachkollektiv um Sänger, Gitarrist und Saxophonist Jørgen Munkeby legt den Fokus zu meiner Freude nicht nur auf das immer noch aktuelle Album „International Blackjazz Society“, sondern spielt Songs der letzten drei Alben. So beginnt das Set mit <em>„I won&#8217;t forget“</em> und soll bis zum Rausschmeißer <em>„The Madness And The Damage Done Pt. 1“</em> weder an Irrsinn noch an Druck verlieren. Die epilepsieverdächtige Lichtshow tut ihr Übriges, um den vertonten Wahnsinn auch optisch in Szene zu setzen. Ein unhörbares und grandioses Konzert.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day1/Shining-5.jpg" alt="Shining-5" /></p>
<p>Fast zeitgleich mit ihren Tourkollegen <strong>SHINING</strong> betreten <strong>OBSIDIAN KINGDOM</strong> die kleinere Bühne. Auch auf die große hätten die Spanier hervorragend gepasst, doch alles in allem ist die intimere, kuschlige Atmosphäre im Keller schon zuträglich für das, was das Quintett zu bieten hat. Und das ist einiges. Mit <em>„The Kandinsky Group“</em> von der letzten Platte „A Year With No Summer“ wird das Konzert eröffnet und sorgt binnen kürzester Zeit für Gänsehaut. <strong>OBSIDIAN KINGDOM</strong> sind eine der ruhigeren Bands des Tages, trotzdem (oder gerade deshalb) ziehen sie mich unvermittelt in ihren Bann. Darüber hinaus ist der Sound nun so gut, wie bei keiner anderen Band, die ich zuvor unten gesehen habe. Für die Spanier ist es der letzte Tourtag und man merkt ihnen die Routine und Souveränität, die sich in den letzten Wochen eingespielt hat, deutlich an. Allerdings sorgt das nicht dafür, dass das Konzert austauschbar wirkt. Im Gegenteil. Die Songs der letzten beiden Alben werden mit extrem viel Herzblut gespielt, versinken aber glücklicherweise nicht zu sehr im Pathos. Spätestens als Sänger Rider G Omega auf Deutsch die Ansage: „Hallo wir heißen <strong>OBSIDIAN KINGDOM</strong> und wir feiern ein Jahr, ohne Sommer“ bringt, habe ich am ganzen Körper Gänsehaut.<br />
Für mich bisher der emotionalste und ergreifendste Auftritt des Festivals. Großartig!</p>
<p><strong>DEAD LETTER CIRCUS</strong>, sind sowohl live als auch auf Platte eine ausgezeichnete Band. Doch die Australier, die danach auf der Hauptbühne spielen, können für mich leider nicht an das anküpfen, was <strong>OBSIDIAN KINGDOM</strong> zuvor mit mir gemacht haben. Viele Zuschauer sehen das anders und genießen die Show der Australier, die objektiv betrachtet ohne Fehler auskommt und musikalisch Hervorragendes liefert.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day1/Euroblast-39.jpg" alt="Euroblast-39" /></p>
<p>Die nächste Band, die ich sehen kann, sind <strong>INTRONAUT</strong>. Die Kalifornier gehören für mich zu dem Besten, was Metal heutzutage zu bieten hat. Und wie gewohnt ist die Rhythmussektion aus Danny Walker und Joe Lester ein Hochgenuss für alle Musikfetischisten. Doch auch Sacha und Dave sind gut bei Stimme und geben vor allem die gemeinsam gesungenen Passagen in einer Qualität wieder, die deutlich besser ist, als erwartet. Unfassbar präzise und dennoch lässig spielt das Quartett aus L.A. vornehmlich Songs des neuen Albums „The Direction Of Last Things“. Ein kleiner Wermutstropfen für mich, denn auch das ältere Material steckt voller grandioser Songs, die sicher nicht nur ich gern gehört hätte. Trotzdem sorgen unter anderem <em>„Sul Ponticello“</em> und <em>„The Unlikely Event Of A Waterlanding“</em> für sinkende Kinnladen und nickende Köpfe. Das älteste Stück, das heute jedoch gespielt wird, ist <em>„The Welding“</em> von der Vorgängerplatte. Ein starker Auftritt, der aufgrund der Songauswahl zumindest für mich etwas hinter anderen bereits erlebten Shows zurückbleibt. Aber das ist meckern auf extrem hohen Niveau.</p>
<p><img decoding="async" class="ngg-singlepic ngg-none" src="https://silence-magazin.de/wp-content/gallery/euroblast_2016_day1/Animals-as-Leaders-7.jpg" alt="Animals as Leaders-7" /></p>
<p>Und schon ist es Zeit für den Headliner des ersten Tages. <strong>ANIMALS AS LEADERS</strong>.<br />
Ich hab diese Band noch nie live gesehen und bin daher angemessen froh, dass es heute endlich soweit ist. Die ersten beiden Alben der Nordamerikaner waren für mich von großer Bedeutung, doch was kann man live von einer Drei-Mann-Band ohne Gesang erwarten? Meine anfängliche Befürchtung, dass sich ein Konzert dieser Machart zu einer Art Zirkusvorführung entwickeln könnte bewahrheitet sich natürlich nicht. Denn auch wenn immense Fingerakrobatik geboten wird, begeistern die Songs der letzten drei Alben von Anfang bis Ende. Doch nicht nur die Gitarristen sorgen für offene Münder, auch Drummer Matt Garstka ist in Bestform und spielt sogar das ein oder andere Drumsolo innerhalb der Songs. Hin und wieder macht Tosin Ansagen, die mindestens so lässig sind wie sein Gitarrenspiel. Auf den Spruch „Wir haben heute einen Song vom neuen Album veröffentlicht. Tja, nur leider könnt ihr euch den in Deutschland nicht anhören. Das ist echt Scheiße. Aber ich weiß auch nicht, was man da machen kann.“ antwortet das Publikum damit, dass man den Song doch jetzt spielen solle. Doch nonchalant lehnt Tosin mit den Worten: „Jetzt? Nein, nein, nein. Ihr müsst schon ins Internet gehen. Dafür spielen wir jetzt nen uralten Song“ ab und kündigt <em>„CAFO“</em> an. Und ja, die spielen das live wirklich alles 1 zu 1 so runter. Ich bin überwältigt.</p>
<p>Damit endet der erste Tag für mich. Wenig später mache ich mich auf den Weg zum Quartier, sortiere noch schnell die Fotos, mache die Augen zu, mache die Augen wieder auf und es ist&#8230;</p>
<p>Weiter geht es bei &#8222;Ein Mikrokosmos der besonderen Art &#8211; Euroblast XII (Zweiter Tag / Samstag)&#8220; bald auf <a href="https://silence-magazin.de/">silence-magazin.de</a></p>
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		<title>Das Festival für Musiknerds &#8211; Euroblast XII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2016 08:21:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bald ist es wieder soweit: Ende September/Anfang Oktober findet das Euroblast Festival statt. Mittlerweile bereits in seiner zwölften Auflage seit den Anfängen im Jahre 2008. Startete die Veranstaltung zunächst noch als Konzertreihe, die in den ersten drei Jahren jeweils zwei Mal stattfand, so wuchs sie stetig weiter und erlangte spätestens mit der Verpflichtung <strong>MESHUGGAH</strong>&#8217;s im Jahre 2013 den Status einer fest einzuplanenden Größe im Prog/Tech/Experimental Sektor der Extremmetalszene.</p>
<p>Auch in diesem Jahr wird konsequenterweise über Genregrenzen hinweggesehen. So ist auf dem Euroblast von Black Metal bis Deathcore alles vertreten, der Fokus wird auf das entsprechende Präfix gelegt: Progressive. So reihen sich in das diesjährige Line-Up Größen wie <strong>ENSLAVED</strong> und <strong>BORN OF OSIRIS</strong> ein und es geben sich <strong>INTRONAUT</strong> mit den norwegischen Blackjazzern von <strong>SHINING</strong> die Klinke in die Hand.</p>
<p>Doch auch für Technikspinner meiner Güteklasse ist gesorgt. So sind auch in diesem Jahr die Fingerflitzer von <strong>ANIMALS AS LEADERS</strong> am Start, denen ich bereits jetzt entgegenfiebere. Darüber hinaus geben sich die jungen Wilden von <strong>BLACK CROWN INITIATE</strong> die Ehre, die uns mit ihrem letzten Album begeistern konnten. Damit vor keiner der beiden Bühnen ein Nacken im 4/4 Takt nicken muss, werden einige Djent Bands auf dem Euroblast auftreten, die aus allen vier Himmelsrichtungen zusammengetrieben wurden. Darunter befinden sich unter anderem <strong>VOLA</strong>, <strong>A DARK ORBIT</strong> oder <strong>EXIST IMMORTAL</strong>.</p>
<p>Ein weiteres Highlight für mich werden die Australier von <strong>NE OBLIVISCARIS</strong> darstellen, die in den letzten Jahren einen sagenhaften Aufstieg hinlegen konnten und mir schon einmal bewiesen, dass sie in vielfacher Hinsicht eine fantastische (Live-)Band sind.</p>
<p>Doch damit nicht permanent nur komplexer Metal für Mathematikstudenten durch die Boxen schallt, wird auch mal einen Gang zurückgeschalten. So werden <strong>GRIM VAN DOOM</strong> für zähfließend groovigen Sludge sorgen, während die Spanier von <strong>EXXASENS</strong> wunderschönen, gewaltigen Post Rock abliefern, der mir schon auf Platte das Herz aufgehen und die Freudentränen in die Augen schießen lässt.</p>
<p>Da ein Indoor Festival einige Besonderheiten mit sich bringt, machen die Veranstalter nachdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Verlassen und anschließendes Wiederbetreten des Geländes nur bis 19:00 Uhr möglich ist! Macht euch bitte auch bewusst, dass das Zelten in und um das Gelände nicht möglich ist, und sich so um die Unterkunft in der Nähe gekümmert werden muss!<br />
Damit während der Konzerte niemand am Hungertuch nagen muss, wird sich sowohl für Vegetarier und Veganer als auch für Carnivoren um die Verpflegung gekümmert werden!<br />
Ein weiterer Faktor, den ich persönlich recht angenehm finde, bezieht sich auf die Spielzeiten. So werden die jeweiligen Konzerttage um 14:00 Uhr beginnen und voraussichtlich nicht länger als bis 23:00 Uhr dauern, sodass sich die Shows nicht übermäßig in die Länge ziehen.</p>
<p>Obwohl ich das Euroblast schon seit einiger Zeit mit Faszination verfolge, wird die diesjährige Ausführung meinen ersten Besuch in der Kölner Essigfabrik darstellen. Ich bin schon jetzt gespannt darauf, da das Euroblast in seiner Art, zumindest auf deutschem Boden, einmalig ist. Die Fokussierung auf den technischen sowie progressiven Aspekt der Musik sagt mir mehr als zu. Aus diesem Grund versammeln sich Anfang Oktober hochkarätige Bands in Köln, die man in dieser Zusammenstellung sonst wohl nirgends zu sehen bekommt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das vollständige Line-Up könnt ihr euch <a href="http://www.euroblast.net/de/line-up.html" target="_blank">HIER</a> ansehen!<br />
Tickets sind über verschiedene Seiten erhältlich, die ihr <a href="http://www.euroblast.net/de/euroblast-tickets-de.html" target="_blank">HIER</a> finden könnt.</p>
<p>Sollte es darüber hinaus noch Fragen geben, kann man Antworten auf die am häufigsten gestellten ebenfalls auf der <a href="http://www.euroblast.net/de/euroblast-de-faq.html" target="_blank">Euroblast Seite</a> finden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/euroblastcollective/" target="_blank">Facebook</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/das-festival-fuer-musiknerds-euroblast-xii/">Das Festival für Musiknerds &#8211; Euroblast XII</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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