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	<title>kittie Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>kittie Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>KITTIE &#8211; ein Feuer wie guter Wein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2024 08:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heavy Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Fire]]></category>
		<category><![CDATA[kittie]]></category>
		<category><![CDATA[metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer hätte gedacht, dass es 2024 ein neues Album von KITTIE zu besprechen gibt?! Nicht mal die Band selbst. Aber hier mal ein paar Eindrücke.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/kittie-ein-feuer-wie-guter-wein/">KITTIE &#8211; ein Feuer wie guter Wein</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><div class="vw-infobox"><div class="vw-infobox-inner"><div class="vw-infobox-content"></p>
<h2 style="text-align: center;">KITTIE &#8211; &#8222;Fire&#8220;</h2>
<p style="text-align: center;"><strong>Veröffentlichungsdatum: </strong>21. Juni 2024<br />
<strong>Label:&nbsp;</strong><a href="https://sumerianrecords.com" target="_blank" rel="noopener">Sumerian Records</a><br />
<strong>Länge: </strong>35:28<br />
<strong>Genre: </strong>(Modern) Metal</p>
<p style="text-align: center;"></div></div></div></p>
<p>Gehört ihr zufällig auch zu den Menschen, die <strong>KITTIE</strong> so gegen 1999 besonders wegen <em>&#8222;Brackish&#8220;</em> gefeiert haben? Bei mir war das so. Also ich mochte das ganze &#8222;Spit&#8220; Album und auch noch den Nachfolger &#8222;Oracle&#8220;. Aber dann ist irgendwie was passiert. Was das war, weiß ich auch nicht mehr, aber danach hab ich die Band komplett aus den Augen verloren. Vermutlich kam einfach das Leben und eine andere musikalische Orientierung dazwischen. Jedenfalls hab ich dann Jahre später mal mitbekommen, dass es die Band noch gibt (das war so 2011 zum Album &#8222;I&#8217;ve Failed You&#8220;), aber irgendwie war das da grad so überhaupt nicht meins. Danach hat die Band wohl auch pausiert und nun&#8230; <strong>13 Jahre später</strong> erschien da plötzlich die Single <em>&#8222;Eyes Wide Open&#8220;</em>, die mich zugegebenermaßen ziemlich umgehauen hat. Jetzt sitze ich hier und schreibe über das jetzt erscheinende Album &#8222;Fire&#8220;&#8230; Das Leben geht schon interessante Wege.&nbsp;</p>
<h3>ENTWICKLUNG MIT KRONE</h3>
<p>Seit Veröffentlichung von eben genannter Single erschienen noch 3 weitere, allesamt extrem überzeugend. Besonders <em>&#8222;We Are Shadows&#8220;</em> halte ich für ein ziemliches Brett! Was direkt auffällt, ist die erhebliche Steigerung auf allen Ebenen. Klar, 13 Jahre sind ne lange Zeit, aber in der kann man sich auch durchaus mal verschlechtern, <strong>KITTIE</strong> aber nicht. Also so gar nicht! Sei es das Songwriting, die Produktion und der Sound an sich, oder eben besonders die stimmlichen Facetten. Egal ob nun die klaren Vocals, oder das was Frontfrau <strong>Morgan</strong> aus den Tiefen ihrer Kehle rausholt &#8211; überall hört und spürt man eine <strong>enorme Steigerung</strong> zum direkten Vorgänger von 2011. Dafür direkt mal fetten Respekt!&nbsp;</p>
<p><iframe title="KITTIE - Vultures (Official Music Video)" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/VYxOhZVt-n4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Album besteht aus 10 Songs, von denen keiner auch nur eine Sekunde Zeit verschwendet. Jeder Track kommt direkt zum Punkt und dauert auch nie länger als 4 Minuten. Lückenfüller gibt es keine, das hat &#8222;Fire&#8220; auch absolut nicht nötig. Das Spannende an dem Album für mich: ich hatte nie das Gefühl, dass ich hier eine Zeitreise durchmache, oder Anflüge von Nostalgie verspüre. Es wirkt fast, als würde ich eine komplett <strong>neue Band</strong> entdecken. Das liegt aber sicher auch daran, dass ich ein paar Alben und praktisch die ganze Entwicklung zum Sound von <strong>KITTIE</strong> heute verpasst habe. Bei einigen Parts des Titeltracks <em>&#8222;Fire&#8220;</em> hatte ich aber kurze Flashbacks. Gewollt? Gut möglich. Fakt ist aber: der Song <em>&#8222;I Still Wear This Crown&#8220;</em> darf gern genau das aussagen.&nbsp;</p>
<p>Für wen ist dieses &#8222;Comeback-Album&#8220; denn nun eigentlich am ehesten geeignet? Tja, schwer zu sagen. Ich treibe mich zumeist im Core rum und finde auf &#8222;Fire&#8220; einiges, was auch diesen Sektor ansprechen sollte. Ansonsten kann ich eigentlich nur sagen: wer für modernen, fett produzierten, krachenden und trotzdem reichlich melodiösen Metal auch nur ein halbes Ohr offen hat &#8211; hier macht ihr nix verkehrt! Den Spruch mit <strong>Wein</strong> und so kennt ihr ja, daher kurz zusammengefasst &#8211; alter <em>&#8222;Falter&#8220;</em> &#8211; starkes Album! Leider ist es auch recht schnell wieder vorbei, aber ich hoffe, da kommt in Zukunft noch mehr. Ich passe jetzt auf, dass ich nichts mehr verpasse <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-45935 size-large" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2024/06/Kittie-press-shot_credit-Dante-Dellamore-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2024/06/Kittie-press-shot_credit-Dante-Dellamore-1024x683.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2024/06/Kittie-press-shot_credit-Dante-Dellamore-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2024/06/Kittie-press-shot_credit-Dante-Dellamore-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2024/06/Kittie-press-shot_credit-Dante-Dellamore-750x500.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2024/06/Kittie-press-shot_credit-Dante-Dellamore.jpg 1450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Zum Schluss mal eine Aussage der Band selbst, die ich genau so unterschreiben würde. Wer hätte das vor 10 Jahren gedacht? <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />&nbsp;</p>
<blockquote><p><span style="color: #800000;"><em>&#8222;10 years ago, if someone would have told us that we would be releasing new Kittie music in 2024, we’d have dismissed them right away. It feels like something deeper than fate that’s brought us together again, allowing us to create something fearless and magical for you. We’ve worked incredibly hard over the past year, and surrounded ourselves with the ultimate dream team to make this album a reality. We cannot wait for you to lose yourselves in the passion and strength of ‘Fire’.&#8220;</em></span></p></blockquote>
<p><a href="https://kittieonline.com">Offizielle Website</a></p>
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		<title>&#8222;Die will doch nur spielen!&#8220; &#8211; als Musikerin unterwegs im Metal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Mar 2017 07:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Alles, was Frauen in der Musik machen, müssen sie doppelt so gut machen, wie ihre männlichen Kollegen, um die gleiche Anerkennung zu bekommen.&#8220; Diese Aussage stammt von einem Freund in den Fünfzigern, der seit mehreren Jahrzehnten aktiver Musiker ist und mich in ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/die-will-doch-nur-spielen-als-musikerin-unterwegs-im-metal/">&#8222;Die will doch nur spielen!&#8220; &#8211; als Musikerin unterwegs im Metal</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Alles, was Frauen in der Musik machen, müssen sie doppelt so gut machen, wie ihre männlichen Kollegen, um die gleiche Anerkennung zu bekommen.&#8220; Diese Aussage stammt von einem Freund in den Fünfzigern, der seit mehreren Jahrzehnten aktiver Musiker ist und mich in den letzten Wochen, in denen dieser Artikel entstanden ist, immer wieder ermutigte, an ebendiesem weiterzuarbeiten. Ich vertraue auf seine Lebenserfahrung und fühle mich in meinen Beobachtungen bestätigt. Nachdem ich diesen Text in seiner Grundform fertiggestellt hatte, bin ich über das Projekt <a href="http://geschichten.detektor.fm/musik/pop-ist-kein-weisser-heterosexueller-mann/">&#8222;Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann&#8220;</a> gestolpert, in dem ich ebenfalls viele Parallelen zu meinen Erfahrungen&nbsp;finden konnte.</p>
<p>So lange ich denken kann, habe ich die Musikszene als absolut männerdominiert erlebt. Und auch, wenn ich jetzt so überlege, kann ich die sich in meinem Metal-Umfeld bewegenden Musikerinnen an einer (zweifingerigen) Hand abzählen. Wo hingegen, blickt man in die Musikgeschichte oder zeitgenössische Musiklandschaft, jeder wohl aus der Kalten einige, von Frauen geleitete Projekte aufzählen kann. Prozentual ist das aber immer noch ein verschwindend geringer Anteil des gesamten &#8222;Marktes&#8220;.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_14263" aria-describedby="caption-attachment-14263" style="width: 1187px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-full wp-image-14263" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-105.png" alt="" width="1197" height="415" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-105.png 1197w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-105-300x104.png 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-105-1024x355.png 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-105-750x260.png 750w" sizes="(max-width: 1197px) 100vw, 1197px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-14263" class="wp-caption-text">Das Projekt &#8222;Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann&#8220; hat die Bands des RaR 2016 nach ihrer Besetzung untersucht. Das Ergebnis: 89% der dort auftretenden Bands bestanden ausschließlich aus Männern.</figcaption></figure>
<p>Und dieser Eindruck zieht sich durch mein Leben: Ich ging als junge Teenie-Göre auf meine ersten Konzerte in einem Jugendclub – es waren kaum andere Mädchen da. Manchmal war ich sogar die einzige unter vielen Jungs. Ich bewegte mich auch tagsüber beim Jugendtreff, wo wir uns an diversen Instrumenten austoben durften, fast ausschließlich zwischen Jungs. Die späteren Proberäume – alle angemietet von Jungs. Selten traf ich dort Mädchen an. Oft waren es &#8217;nur&#8216; die Freundinnen der dort residierenden Musiker (oder solcher, die es werden wollten).</p>
<p>Ich war nicht die einzige, die in ihrer Kindheit und Jugend das Privileg von Instrumentalunterricht genossen hatte. Nur blieben die anderen damit zu Hause, ganz im traditionellen Sinne, wie es viele, viele Jahrzehnte üblich gewesen ist. Mädchen lernten Instrumente. Nicht, um damit irgendwo im öffentlichen Raum aufzutreten. Nein, vielmehr ging es um die Selbstdarstellung der Familie: &#8222;Schaut, wie gebildet und talentiert unser Zögling ist&#8220;. Ich denke, wenige Eltern sagen das über ihre Kinder – oder erst recht: ihre Töchter – wenn die in ihrer Jugend blutbeschmiert, schreiend und Blackened Death Metal spielend über die Bühnen der Stadt toben. (Meine Mutter sagte immer: &#8222;Kind, du kannst in deiner Freizeit tun und lassen, was du willst, aber du gehst ein Mal in der Woche entweder zum Instrumentalunterricht, Tanzen, Singen oder [füge intellektuell wirkende Mädchentätigkeit ein].&#8220; Lass ich mal so stehen. Mit dem Nachsatz: Ich bin sehr dankbar für meine (Aus-)Bildung.)</p>
<blockquote><p>&#8222;Bis heute stellen wir fest: Ja, Instrumentenwahl ist geschlechtlich konnotiert. [&#8230;] Es gehört eben&nbsp;nicht zum normativen Verständnis einer &#8222;weiblichen Sozialisation&#8220;, Bands zu formieren. Da gibt es immer tausend Ausnahmen. Aber interessant ist eben, es ist sichtbar: auf der Bühne an Rockinstrumenten stehen in der Regel Männer.&#8220; (<em>Schauberger</em> im Projekt &#8222;Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann&#8220;)</p></blockquote>
<p>Ich habe in den letzten 10 Jahren in vielen verschiedenen Bands gespielt, alle Bandkollegen waren ausnahmslos – na, ihr wisst schon – definitiv nicht weiblich. Ehrlich gesagt, ich war auch immer ganz froh darüber. Denn was ist die größte Befürchtung, sobald eine Frau in der Band ist? Genau – Zickenterror. Das ist nichts Ungewöhnliches. Das geht auch mir als Frau so, wenn ich daran denke, dass eine zweite Frau mit in der Gruppe ist. Manche Bands gehen sogar so weit, dass sie gar keine Frau in ihren Reihen haben wollen. Alles schon erlebt. Nicht nur, dass mir befreundete Musiker schon vor vielen Jahren von ihren Lappalien dahingehend erzählt haben (&#8222;Und dann hat der Gitarrist mit der Sängerin und als das zerbach, war es auch mit der Band vorbei. Deswegen nehmen wir keine Frauen mehr in unsere Bandprojekte auf.&#8220;). Ich selbst bin auch schon abgewiesen worden, einfach nur, weil ich kein Mann bin. Und hier haben wir ihn übrigens – Sexismus in seiner offensichtlichsten Form. Eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Dieser Vorfall ist einige Jahre her. Die Band befindet sich inzwischen auf dem aufsteigenden Ast – und ich bin immer noch stinkesauer, weil&nbsp;ich damals per Mail abgewatscht wurde, nur weil ich ein Mädchen bin. Ja, genau das war das genannte Ausschlusskriterium. Und nein, ich wurde nicht einmal mehr zum Vorspielen eingeladen.</p>
<p>Ist euch was aufgefallen? Ich bin genauso diskriminierend veranlagt, wie diejenigen, denen ich dieses Verhalten vorwerfe. Auch ich möchte keine (weitere) Frau in meiner Band haben. Aufgrund der vermeintlichen Gewissheit, dass die, dem Weibe vorgeworfenen Charaktereigenschaften, zu Stress führen könnten.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/irRXXjLY1l8?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Doch zurück zu den Anfängen: Nicht nur, dass ich das Mädchen der Band war, meist war ich sogar die Jüngste in der Konstellation, was mir vermutlich einen gewissen Welpenschutz gab. Gleichzeitig musste ich jedoch zusehen, überhaupt ernstgenommen zu werden. Das sind die beiden Seiten derselben Medaille, die mir anscheinend&nbsp;mit dem Eintritt in die Musikerkreise umgehängt worden ist. Ich kämpfte also regelmäßig darum, in meiner Funktion als Bandmitglied wahr- und ernstgenommen zu werden. Gut, dass Bassisten am unteren Ende der Nahrungskette stehen, ist kein Geheimnis. Daran gewöhnt man sich. Aber ich behaupte, unterscheiden zu können, was bandinternes Rumfrotzeln aufgrund der eigenen Position in der Band ist, und wo die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts anfängt. Oft hatte ich den Eindruck, mich dahingehend behaupten zu müssen, nicht nur &#8222;die kleine süße Bassistin&#8220; zu sein, die man sich nur in der Band hält, um Tittenquote zu haben und somit perspektivisch bei Live-Auftritten mehr Aufmerksamkeit zu ziehen. Oder (und das war nicht nur ein Eindruck) dass mit der Aufnahme in eine Band sogar ausgetestet wird, ob ich denn irgendwie zu haben sei. Fürs Bett. Alles schon erlebt.</p>
<p>Nicht selbst erlebt, aber dennoch mindestens denkwürdig betrachte ich, was mir eine Bekannte – selbst auch Metal-Bassistin – letztens als Anekdote erzählte. Sie sei mit ihrer Kapelle zum Auftritt gefahren und vor Ort nicht begrüßt worden, weil sie nicht als Teil der Band wahrgenommen wurde. Das sei nicht nur ein Mal so vorgekommen. Wie kann das sein? Ich kann es mir nicht erklären, außer, dass Frauen in diesen Gefilden zunächst eben immer als Anhängsel anstatt als aktive Teilnehmer abgestempelt werden.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_14268" aria-describedby="caption-attachment-14268" style="width: 1147px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14268" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-110.png" alt="" width="1157" height="651" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-110.png 1157w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-110-300x169.png 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-110-1024x576.png 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-110-750x422.png 750w" sizes="auto, (max-width: 1157px) 100vw, 1157px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-14268" class="wp-caption-text">Diese Erfahrung kann ich nur bestätigen. (Auszug aus &#8222;Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann&#8220;)</figcaption></figure>
<p>So viel zu den Eindrücken, die ich &#8222;Backstage&#8220; im Umgang mit anderen Musikern erlebt habe. Das ist die eine Seite. Die andere ist die Wahrnehmung eines Musikers auf der Bühne. Wie genau ich selbst bislang als Bassist mit Brüsten auf der Bühne &#8222;instrumentalisiert&#8220; wurde, davon kann ich nur fantasieren. Das erzählt einem natürlich niemand. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Gedanken, die ich hege, wenn ich vor einer Bühne stehe und die Akteure beobachte, denen &#8218;meines&#8216; Publikums gar nicht mal so unähnlich sind. Hier ein paar Einblicke:</p>
<p>Wenn du als Musiker auf der Bühne stehst, nimmst du deine Rolle ein. Aufgepumpter, langhaariger Gitarrenheld? Halbnackter, dynamischer Schlagzeuger? Ach, meinetwegen auch der extrovertierte Sänger. Soll mir gleich sein. Frau in enggeschnürtem Kostümchen und ansprechend herausgeputzt? Hallo, stereotypische Selbstdarstellung! Für mich eine Einladung hinzugucken, und bei Gefallen auch vor mich hin zu glotzen. Warum auch nicht? Bühne ist Bühne. Für mich ist der Metal eine Umgebung, die nach vorn, also auf der Bühne, mit den Stereotypen spielt. Das macht Spaß. Wie sich derjenige nach der Show gibt, ist was anderes.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_14278" aria-describedby="caption-attachment-14278" style="width: 1142px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14278" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/DNC-vs-Arch-Enemy-Portrait.jpg" alt="" width="1152" height="477" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/DNC-vs-Arch-Enemy-Portrait.jpg 1152w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/DNC-vs-Arch-Enemy-Portrait-300x124.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/DNC-vs-Arch-Enemy-Portrait-1024x424.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/DNC-vs-Arch-Enemy-Portrait-750x311.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1152px) 100vw, 1152px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-14278" class="wp-caption-text">So unterschiedlich kann Selbstdarstellung aussehen. Sei es eine <strong>Alissa</strong> oder eine <strong>Onielar</strong>, Profilierung im Sinne der Show ist im Metal keine Seltenheit.</figcaption></figure>
<p>Bewege ich mich selbst auf der Bühne, bewege ich mich nach außen selbstdarstellerisch in einer Rolle. Ich habe allerdings gleich mehrere Funktionen, die ich in dem Gebilde zu erfüllen habe – sowohl bandintern als auch nach außen Richtung Publikum, Veranstalter oder Technikern. Das geht weit über die persönliche Bindung zu meinen Bandkollegen, wie ich sie sonst im Proberaum erlebe, hinaus. Im Proberaum muss ich mich im Idealfall nicht vor den anderen profilieren. Ihr wisst, was ich meine. Profilierung und Ego-Gepushe machen Projekte kaputt. Und aus dem Alter sollte man raus sein, wenn man sich dem kreativen Prozess ernsthaft widmen will. Profilierung vor dem Publikum ist in den meisten Genres hingegen ziemlich normal.</p>
<p>Und, dass wir unsere Rollen im Leben generell spielen, möchte ich auch als normal beschreiben. <strong>Erving Goffman</strong> hat sich sehr bildhaft zum Thema Selbstdarstellung ausgelassen. Er begreift sogar das komplette soziale Leben als Theaterbühne. Die, die sich darum bewegen sind Publikum. Je nach Einbindung, Position und Mitwissen können sie auch zu Darstellern werden. Das Theaterspiel lebt von der Interaktion. Warum diese Idee nicht auf die Konzertbühne übertragen?</p>
<p>Sehe ich mit etwas Abstand auf die Konstellation, kann ich meine Rolle im Gebilde erkennen und spiele sie auch gern. Was mich tatsächlich richtig annervt, blicke ich auf die Jahre zurück, seitdem ich mich dazu entschlossen habe, zusammen mit anderen Musik zu machen, ist die Rollenzuschreibung, die abseits der Bühne vor sich ging. Vor allem während der Suche nach neuen Projekten. Ich denke, wir wissen alle, wie lange es dauern kann, um von den ersten musikalischen Gehversuchen bis zu der Stufe zu kommen, auf der man sich endlich in einer Band bewegt, mit dem man halbwegs regelmäßig Auftritte spielt und seine Rolle selbst ausfüllen kann. Bei mir hat es ausreichend lange gedauert. Und ich habe genug Idioten getroffen, die mich verunsichert und gehemmt haben. Genauso sind mir aber auch Menschen begegnet, die mich durch ihre Unvoreingenommenheit in Dialog und gemeinsamen musikalischen Exkursen beflügelt haben.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/P8ZzMaW32bQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ob es nun am jungen Alter oder tatsächlich am Geschlecht liegen mag: sich in seiner auserkorenen Position als Musiker nicht ernstgenommen zu fühlen, lässt wohl geschlechterunspezifisch niemanden kalt. Und manchmal dauert es lange, bis sich Situationen festigen und Selbstsicherheit hinsichtlich des eigenen Spiels Einzug hält. Und da ich nicht aus meiner Haut herauskomme, bin ich auch der Überzeugung, dass es Frauen, und vor allem Mädchen, dabei schwerer haben. Weil sie belächelt und zu Deko-Objekten gemacht werden. Immer wieder auch von mir selbst.</p>
<p>Sehe ich Männer auf der Bühne, wird deren Daseinsberechtigung nicht von vornherein durch mich in Frage gestellt. Stattdessen nehme ich ihr&nbsp;Rollenverhalten so an, freue mich darüber und die Qualität ihrer Leistung wird erst im zweiten Augenblick geprüft. Steht da eine oder gleich mehrere Frauen, fängt bei mir sofort das kritische Beäugen an. Was macht die da? Kann die das überhaupt? Da rutsche ich deutlich schneller und intensiver in den Kritikermodus, als ich es bei männlichen Musikern tue. Dazu muss ich noch nicht einmal auf Konzerte gehen. Ein bisschen auf YouTube herumzugeistern reicht vollkommen aus. Was zeigt mir das ein zweites Mal? Auch ich bin nicht ohne Vorurteile, obwohl es mich ankotzt, selbst von anderen so vorurteilsbeladen betrachtet zu werden.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_14267" aria-describedby="caption-attachment-14267" style="width: 1253px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14267" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-109.png" alt="" width="1263" height="710" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-109.png 1263w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-109-300x169.png 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-109-1024x576.png 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/02/Screenshot-109-750x422.png 750w" sizes="auto, (max-width: 1263px) 100vw, 1263px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-14267" class="wp-caption-text">Nicht nur im direkten Bezug zu Live-Auftritten &#8211; auch im (fachlichen) Dialog habe ich genau diese Gedanken. (Auszug aus &#8222;Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann&#8220;)</figcaption></figure>
<p>Sei es eine <strong>Anneke van Giersbergen&nbsp;</strong>oder <strong>Doro Pesch</strong>, <strong>Sarah Longfield</strong> oder <strong>Nita Strauss</strong>, komplette Frauenbands wie <strong>KITTIE</strong>&nbsp;oder <strong>NERVOSA</strong>&nbsp;– die musikalische Leistung der Frauen findet&nbsp;immer erst hinter Kommentaren zu Aussehen und Auftreten Erwähnung. Und wenn es dann doch an die Fertigkeiten geht, müssen sie auf einem extrem hohen Niveau bestehen, um nicht belächelt und zurück in die Deko-Ecke gestellt zu werden.</p>
<h4>Ein Fazit:&nbsp;</h4>
<p>Es gibt (prozentual) extrem wenige Frauen, die sich als aktive Musikerinnen im Metal tummeln. Ich sehe mich als eine von ihnen und habe immer wieder dafür kämpfen müssen, wahr- und ernstgenommen zu werden, und&nbsp;aufgrund meiner spielerischen Leistung anstatt meines Geschlechts be- oder verurteilt zu werden. Ich kenne die Dynamik selbst, denn auch ich urteile über Musikerinnen ganz anders und viel schneller als über die männlichen Kollegen. Was ich mir wünsche? Liebe männliche Mitmusiker, seht Musikerinnen weniger als hübsche Trophäen, die ihr euch in den Proberaum oder mit auf die Bühne stellt. Hört auf, Mädchen aus Prinzip aus eurem Bandgefüge herauszuhalten. Und das Folgende geht auch an die Veranstalter und Tontechniker: Nehmt uns ernst – als Kollegen, die nun mal &#8218;accidentally female&#8216; sind. Verkauft uns nicht für dumm, nur weil wir Exoten in eurem männerdominierten Umfeld sind. Liebes männliches Konzertpublikum, wir – oder zumindest ich – lassen uns auf der Bühne gern anschmachten. Noch lieber zeigen wir auch, was wir musikalisch auf dem Kasten haben. Denn das ist in dem Moment unser Job. Versucht, daneben einfach keine Arschlöcher zu sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/die-will-doch-nur-spielen-als-musikerin-unterwegs-im-metal/">&#8222;Die will doch nur spielen!&#8220; &#8211; als Musikerin unterwegs im Metal</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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