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	<title>kobi farhi Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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		<title>ORPHANED LAND &#8211; Achtung, unbequem!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 09:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Death Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Wer keinen Bock auf politische Musik hat, sollte jetzt besser weghören. Denn das, was ORPHANED LAND mit ihrem neuen Album „Unsung Prophets And Dead Messiahs“ geschaffen haben, wühlt auf und tut weh. Vorausgesetzt natürlich, man lässt sich darauf ein. Die Erfolgstruppe ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div class="vw-infobox"><div class="vw-infobox-inner"><div class="vw-infobox-content"></p>
<h2>ORPHANED LAND &#8211; &#8222;UNSUNG PROPHETS AND DEAD MESSIAHS&#8220;</h2>
<p><strong>Veröffentlichungsdatum:</strong> 26.01.2018<br />
<strong>Dauer:</strong>&nbsp;57:30 Min.<br />
<strong>Label:</strong> Century Media<br />
<strong>Genre:</strong>&nbsp;Israelischer Folk Death Metal</div></div></div>
<p>Wer keinen Bock auf <strong>politische Musik</strong> hat, sollte jetzt besser weghören. Denn das, was <strong>ORPHANED LAND</strong> mit ihrem neuen Album <strong>„Unsung Prophets And Dead Messiahs“</strong> geschaffen haben, wühlt auf und tut weh. Vorausgesetzt natürlich, man lässt sich darauf ein.</p>
<p>Die Erfolgstruppe aus <strong>Israel</strong> präsentiert damit ihr <strong>6. Studioalbum</strong>; eine Platte, die eigentlich schon seit Jahren in den Startlöchern stand. Aber die Jungs hatten Größeres vor. Kennt man von ihnen vorrangig Songs zu <strong>Religionstoleranz</strong>, dem Krieg, der in ihrer Heimat bis heute untergründig auf der Tagesordnung steht und der Geschichte der 3 großen Religionen (Christentum, Judentum, Islam) an sich, zeigt „Unsung Prophets And Dead Messiahs“ noch eine ganz andere Seite auf: eine <strong>Wütende</strong>. Wütend auf die <strong>Gesellschaft</strong>, die die betäubende Beschallung durch <strong>Boulevardpresse</strong> der Auseinandersetzung mit unprominenten Missständen vorzieht. <strong>Verständnislos</strong> über eine Welt, in der <strong>Fake News</strong> vielschichtiger Recherche vorgezogen werden, einfach, weil es so schön bequem ist. <strong>Verzweifelt</strong> im Angesicht der Zivilisation, die sich nicht widersetzt. Aber fangen wir von vorne an.</p>
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<h3>DAS KONZEPT</h3>
<p>Das neueste Werk der 5 Jungs von <strong>ORPHANED LAND</strong> ist ein <strong>Konzeptalbum</strong>, bei dem jedem Philosophen das Herz aufgeht. Wer erinnert sich noch an Platons <strong>Höhlengleichnis</strong>? Großes Schweigen? Das ist nicht weiter wild, auch ich musste meine Erinnerung etwas auffrischen. Eine kurze Zusammenfassung: Menschen leben ihr gesamtes Leben schon in einer <strong>Höhle</strong>, in der sie gefesselt auf eine Wand starren. Hinter ihnen brennen Feuer, die Tiere, Gegenstände und andere Menschen, die dazwischen hindurchlaufen, als Schatten auf die Wand werfen. Das ist die <strong>Realität</strong> der Höhlenbewohner. Eines Tages kann sich einer von ihnen befreien, tritt aus der Höhle und nimmt die wahre Welt in all ihren Farben und Formen wahr. Er geht zurück, weil er das Gefühl hat, diese neue Errungenschaft mit seinen immer noch gefangenen Brüdern<strong> teilen</strong> zu müssen. Diese glauben allerdings, dass er den Verstand verloren hat, halten an ihrer Realität fest und bringen ihn um.</p>
<p>Dieses Gleichnis ist die <strong>Schablone</strong>, mit der das Album überzeichnet ist. 13 Songs, davon 12 Etappen auf dem Leidensweg des Befreiten, dem <strong>&#8222;</strong><strong>Messiahs&#8220;</strong>, und Nummer 13: <em>&#8222;The Manifest – Epiloque&#8220;</em>. Natürlich präsentiert man uns als Zuhörern nicht nur reine Weltkritik. Das gesamte Album ist musikalisch gewohnt ausgefeilt und vielschichtig. Wer die <strong>Israelis</strong> kennt, weiß, auf welch ungewöhnliche Art und Weise sie <strong>landestypische</strong> Instrumente und Rhythmen mit klassischen Elementen aus <strong>Death</strong>, <strong>Thrash</strong> und <strong>Doom Metal</strong> verbinden. Gefällt vielleicht nicht jedem, ist aber die musikalische <strong>Horizonterweiterung</strong> allemal wert. So erwarten uns auch hier wieder Songs voller landestypischer Melodien, dieses Mal aber doch ein ganzes Stück härter als auf dem Vorgänger <strong>&#8222;All is One&#8220;</strong>. Es gibt mehr Growls und mehr <strong>Auf-die-Fresse</strong> im Sinne durchbrechender Drumparts und gewalttätiger Gitarrenarbeit. Das trifft meinen musikalischen Zahn besonders – vergangene Stücke waren mir doch manchmal zu dudelig, wenn die Stimmung nicht gepasst hat.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Ti-bSKTnN1w?feature=oembed" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>EINE SCHEIBE VOLLER ÜBERRASCHUNGEN</h3>
<p>Durchzogen wird das Ganze von kritischen Statements im Dauerfeuer, viel <strong>Philosophie</strong> und (Überraschung!) grandiosen <strong>Gastmusikerparts</strong>. Angefangen bei <strong>STEVE HACKETT</strong> (Ex-<strong>GENESIS</strong>), der für <em>&#8222;Chains Fall To Gravity&#8220;</em> ein <strong>Gastsolo</strong> beisteuerte, das wie Butter in den Ohren zerläuft und die Emotionen des Songs einmalig kompensiert. Weiter über <strong>Hansi Kürsch</strong>, von dem man nicht mal wissen muss, dass er bei <em>&#8222;Like Orpheus&#8220;</em> mitgewirkt hat: Man hört es einfach. Seine einmalige Gesangsstimme gibt dem Song noch ein ganzes Stück mehr Farbe- und eine gehörige Portion <strong>Power Metal</strong>. Da geht jedem <strong>BLIND GUARDIAN</strong>-Fan das Herz auf, versprochen. Zum Schluss reiht sich noch <strong>Tomas Lindberg</strong> (<strong>AT THE GATES</strong>) ein, der dem Song mit dem schwer wiegenden Titel <em>&#8222;Only The Dead Have Seen The End Of War&#8220;</em> seine charakteristisch finster-krächzende Stimme leiht.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/hurWzo01FpM?feature=oembed" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wer solche Gastmusiker vorzuweisen hat, der hält auch noch andere <strong>Überraschungen</strong> auf dem Album bereit. &#8222;<em>Poets Of Prophetic Messianism&#8220;&nbsp;</em>(what?) ist tatsächlich ein musikalisch vertontes Zitat des griechischen Philosophen <strong>Platon</strong>, natürlich nur stilecht auf <strong>Altgriechisch</strong>. Übersetzt: „Jeder, der eine Meinung innehat, die der Wahrheit entspricht, und nicht verstanden wird, ist wie ein <strong>Blinder</strong> auf dem richtigen Weg.“ Das sitzt. <em>&#8222;Yedidi&#8220;</em>, der 5. Song auf dem Album, ist ein uraltes <strong>Gebetslied</strong> auf Hebräisch, neu vertont. Kann man mögen, muss man nicht. Aber wann schadet es schon, mal über den eigenen <strong>Tellerrand</strong> hinauszusehen?</p>
<p>Weiterhin wird <strong>Janusz Korczak</strong> zitiert, ein <strong>polnischer Kinderarzt</strong>, der die Kinder seines jüdischen Waisenhauses beim Abtransport begleitete, obwohl das seinen eigenen Tod bedeutete. Und zum Schluss <em>&#8222;The Manifest – Epilogue&#8220;</em>, eine Adaption des Songs <em>&#8222;Manifiesto&#8220;</em> von <strong>VÍCTOR JARA</strong>. Sagt euch nichts? Das dürfte für die meisten gelten. Es handelt sich hierbei um einen <strong>chilenischen</strong> Musiker, der sein ganzes Leben bis in die 70er politisch aktiv war, bevor er vom putschenden Militär erschossen wurde.</p>
<blockquote>
<h3>&#8222;Songs of bravery will always be new songs, forever.&#8220; (VÍCTOR JARA)</h3>
</blockquote>
<p>Ganz schön <strong>harter Tobak</strong> in einer Zeit, in der gerade die <strong>Popkultur</strong> keinen Platz für politische Songwriter hat. Weiterempfehlen kann ich die Platte auf jeden Fall, sei es nur, um den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern oder um sich zum <strong>Nachdenken</strong> anregen zu lassen: Es lohnt sich in jedem Fall.</p>
<p>Sänger <strong>Kobi Farhi</strong> erklärt das Album Track By Track:</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/E4ULyFeA2Jo?feature=oembed" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<h4>ORPHANED LAND LIVE UND EXKLUSIV MIT UNS IM INTERVIEW!</h4>
<p>Wer Lust hat, die Band<strong> live</strong> zu erleben, hat dazu zeitnah an verschiedenen Terminen in Deutschland und der Schweiz die Chance (Dates und Tickets gibts <a href="https://www.bandsintown.com/a/35920?came_from=234">HIER</a>). Wir werden am <strong>07.03.18</strong> im <strong>Bi NUU</strong> in <strong>Berlin</strong> dabei sein und die Macher von &#8222;Unsung Prophets And Dead Messiahs&#8220; <strong>in persona</strong> zu ihrer neuen Scheibe <strong>befragen</strong>.</p>
<p>Wie ist eure <strong>Meinung</strong> zu der ganzen Thematik und zum neuen Album? Brennen euch <strong>Fragen</strong> auf der Zunge, die ich <strong>ORPHANED LAND</strong> im Interview stellen soll? Diskutiert mit mir in den Kommentaren und auf Facebook. Ich bin gespannt.</p>
<p><strong>ORPHANED LAND</strong> im <a href="http://www.orphaned-land.com/">Web</a> und auf <a href="https://www.facebook.com/OrphanedLandOfficial/">Facebook</a></p>
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