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	<title>norma jean Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<title>norma jean Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Alles in den Mixer &#8211; KOLARI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Aug 2017 07:12:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>KOLARI&#160;&#8211;&#160;Fear/Focus Veröffentlichungsdatum: 18.08.2017 Länge: 42:47 Min. Label: Sportklub Rotter Damm / Indigo Stil: Melodic/Post Hardcore Selten erreichte ein derart interessantes Album unsere Redaktion. Das gilt jedenfalls für die Verpackung von &#8222;Fear / Focus&#8220;, die aus einem einteiligen Papierschuber besteht, der mithilfe eines ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>KOLARI</strong>&nbsp;&#8211;&nbsp;Fear/Focus<br />
Veröffentlichungsdatum: 18.08.2017<br />
Länge: 42:47 Min.<br />
Label: Sportklub Rotter Damm / Indigo<br />
Stil: Melodic/Post Hardcore</p>
<p>Selten erreichte ein derart interessantes Album unsere Redaktion. Das gilt jedenfalls für die Verpackung von &#8222;Fear / Focus&#8220;, die aus einem einteiligen Papierschuber besteht, der mithilfe eines echten Wachssiegels zusammengehalten wird. Aber wie aufregend ist der Inhalt dieses aufwendigen Packagings?</p>
<p>Druck aufbauen, abbauen und dann explodieren. So, oder so ähnlich, stelle ich mir die versprochene Musik vor. Enttäuscht werde ich mit dem ersten Song vorerst nicht &#8211; ehrliche Shouts, ein grooviges Riff und simples Drumming. Soweit so gut, aber warum hört sich alles bereits gewohnt an? So oft wie möglich gibt es Übergänge in neue Songelemente, die an typischen Radio- oder auch Sothern Rock erinnern. Kein Wunder also, dass <strong>KOLARI</strong> irgendwo zwischen <strong>EVERY TIME I DIE</strong>, <strong>CANCER BATS</strong> und <strong>GALLOWS</strong> eine Punktlandung schaffen. Zugegebenermaßen haben die abrupten Wechsel in ihrer Musik einen Aufbau, der eher <strong>HECK </strong>ähnelt, aber die jagen fairerweise auch nur ihren Idolen hinterher.</p>
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<p>Diese Jagd reicht den Hamburgern bei Weitem noch nicht. In <em>&#8222;Cupid&#8217;s Poisoned Arrow&#8220;</em> wird dem geneigten Hörer ein etwas anderer Refrain angeboten. Dieser braucht sich vor modernen, glattgebügelten Post Hardcore-Bands aus den USA nicht zu verstecken. Dank den gewissen Ecken und Kanten jedoch hat <strong>KOLARI</strong>s Umsetzung das gewisse Etwas. Für einen Vergleich wären die Gesangspassagen von <strong>NORMA JEAN</strong> heran zuziehen. Was hingegen in den Strophen abgeht ist abwechslungsreich und sehr kalkuliert. Über abrupte Änderungen in Rhythmus und Stimmung muss ich nach der Einleitung hoffentlich nicht mehr sprechen. Das fetzt und peppt die sonst so klar gesetzten Grenzen im Aufbau eines Post Hardcore-Liedes stark auf. Lediglich der &#8222;Sprechgesang&#8220; am Anfang des Liedes ist ausbaufähig. Genauso ergeht es <em>&#8222;Mainline your Job&#8220;</em>, was die Hörbarkeit beider Lieder für mich deutlich ruiniert.</p>
<p>Aber <strong>KOLARI</strong> können zum Glück auch anders. Dass sie dabei wie <strong>CANCER BATS</strong>-Imitatoren klingen kommt mir ganz gelegen, schließlich lassen die mich schon seit 2013 auf ein neues Album warten. Zu dem Sound der punkigen Kanadier gesellen sich dann simpler Post Hardcore und zum Teil Screamo. Mit von der Partie sind in diesem Mix die vorhin erwähnten Briten von<strong> GALLOWS</strong>. Unzählig viele Stellen erinnern mich an diese vom Emo beeinflusste Hardcore-Band, aus der viele großartige neue Gruppen hervorgegangen sind (<strong>PURE LOVE</strong>, <strong>FRANK CARTER &amp; THE RATTLESNAKES</strong>).</p>
<p>Weitere Qualitäten aus der Richtung Melodic Hardcore stellt das Quintett ebenfalls zur Schau. <em>&#8222;Too Big To Fall&#8220;</em> kann dadurch auf ein komplexes Songwriting und eine lange Dauer verzichten. Als netter Nebeneffekt klingen die gebotenen Breakdowns und Gangshouts auch überzeugender. Obwohl man den Inhalt schon tausend mal gehört hat, wirkt <strong>KOLARI</strong>s Ansatz frisch und gut gemeint. Sie kombinieren alles, was auch bei <strong>DEFEATER</strong> und Genossen gut funktioniert, mit seichten Tönen progressiver Hardcore-Bands.</p>
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<p>Spätestens auf <em>&#8222;Culling The Herd&#8220;</em> wird die Bandbreite der Core-Einflüsse klar: große Gesangseinlagen, ein klassischer 2008er Breakdown, der etwas im Mathcore mündet und melancholische Bridges. Trotz den ungewöhnlichen Taktarten und einem fortschrittlichen Sound tritt auch die Vorhersehbarkeit schnell ein. Ab<em> &#8222;Rise Of The Indecent&#8220;</em> werden meine Voraussagen zu Songstruktur und Text immer genauer. Auf dem gerade eben genannten Lied passiert zum Glück der aus meiner Sicht einzige lyrische Patzer. Nach <strong>PARKWAY DRIVE</strong>s Mega-Hit <em>&#8222;Home Is For The Heartless&#8220;</em> klingt eine Zeile wie</p>
<blockquote><p>&#8222;If home is where the heart is, there&#8217;s no home for the heartless&#8220;</p></blockquote>
<p>irgendwie befremdlich. Der restliche Text ist zwar über das gesamte Album hinweg keine poetische Meisterleistung, für junge Nicht-Muttersprachler aber annehmbar.</p>
<p>Der ständigen Wiederholung zum Trotz bauen sie wenigstens ordentliche Grooves ein. Da fällt es mir schwer bei <em>&#8222;Bite &amp; Sting&#8220;</em> nicht in einen 2-Step zu verfallen. Bedauerlicherweise hauen gerade die Refrains, die auf solche Passagen folgen, mich nicht um. Der ehrliche Gesang kommt im Mantel des Southern Rocks à la<strong> MAYLENE AND THE SONS OF DISASTER</strong> daher. Aller Zugewandheit zu dem Southern Hardcore der Genre-Legenden zum Trotz mag mich <strong>KOLARI</strong>s Ansatz nicht überzeugen. Wer es trotzdem mal probieren möchte, sollte in <em>&#8222;Pay The Rant&#8220;</em> hereinhören. Im krassen Gegensatz dazu steht der weinerliche Gesang auf dessen Nachfolger <em>&#8222;A Modest Proposal&#8220;</em>. Um diesen besser zu verpacken, wurde ein ausgefeilter Breakdown eingebaut. Und ich muss zugeben, dass seit dem finalen Crescendo in <em>&#8222;Brainwashed&#8220;</em> von <strong>WHILE SHE SLEEPS</strong> mich nichts mehr &#8211; erst recht nicht aus Deutschland &#8211; so überrascht hat.</p>
<p>Nachdem ich, kurz überrumpelt, durch die letzten Sekunden des Lieds gekommen bin, wird das Album wieder in gewohnter <strong>EVERY TIME I DIE</strong> Manier beendet. Trotz einer knackigen Dauer von 42 Minuten hinterlässt es bei mir einen äußerst soliden Eindruck. Die Core-Mischung von <strong>KOLARI</strong> muss jedoch noch ein paar Veröffentlichungen reifen, bevor sie in einer für mich perfekten Geschmacksrichtung aus dem Mixer kommt. Vielleicht helfen eine größere Portion&nbsp;<strong>THE DILLINGER ESCAPE PLAN</strong>&nbsp;und Dreck dabei, der melodischen Umsetzung ihrer Wut einen weniger faden Beigeschmack zu verleihen.&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/kolariband/">Facebook</a><br />
<a href="http://www.kolari.de/">Webseite</a></p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/MCFq4FtMcL4?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Wer hat an der Uhr gedreht? &#8211; 156/SILENCE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 May 2017 06:55:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>156/SILENCE</strong> &#8211; Karma<br />
Veröffentlichungsdatum: 12.05.2017<br />
Länge: 13:40&nbsp;Min.<br />
Label:&nbsp;Self-released<br />
Stil: Metalcore, Hardcore<span id="more-17234"></span></p>
<p>Als sich 2015 die Truppe mit dem äußerst kryptischen&nbsp;Namen <strong>156/SILENCE</strong> zusammenfand, wollten sie ganz anders klingen. Emo und Post Hardcore mit dem Charme der guten alten Zeit war das Ziel. Für die musikalische Zukunft hätte das wohl bedeutet, eine Mischung aus <strong>PANIC! AT THE DISCO</strong> und <strong>UNDEROATH</strong> zu spielen. Passend zu unserem <em><strong>Senf der Woche</strong></em> <a href="https://silence-magazin.de/senf-der-woche-14-keine-experimente/">zum Thema &#8222;Experimente&#8220; </a>kommt es jetzt ganz anders. In den hier gebotenen 14 Minuten fahren die Jungs aus Pittsburgh eine neue Retro-Schiene. Metallic Hardcore im Stil von <strong>THE CHARIOT</strong> und <strong>NORMA JEAN</strong> soll es nun geben. Und wer die <a href="https://silence-magazin.de/tag/core-classics/"><em><strong>Core Classics</strong></em></a> kennt der weiß, wie sehr ich auf solche Bands abfahre.&nbsp;</p>
<p>Irgendjemand hätte den Jungs Bescheid geben müssen, dass wir nicht mehr in den 2000ern leben. Metalcore der älteren Schule kann sich in Kombination mit Sludge und Beatdown jedoch sehr gut durchsetzen. Das haben unter anderem <strong>CODE ORANGE</strong>, <strong>KNOCKED LOOSE</strong> und<strong> NORMA JEAN</strong> in den vergangenen Monaten gezeigt. Wer diese drei Bands kennt, findet sie bestimmt in dieser kleinen EP wieder.&nbsp;Doch haben <strong>156/SILENCE</strong> auch irgendetwas, was sie von ihren Vorbildern unterscheidet? Wenn ich jetzt schon mein Fazit ziehen müsste, würde die Antwort zwiespältig sein. Doch zum Glück dürft ihr noch meine Beschreibung des Materials über euch ergehen lassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-17252 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-1024x683.jpg" width="504" height="336" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-1024x683.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Promo-Pic-750x500.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px" /></p>
<h4>Verdammte Nachos</h4>
<p><em>&#8222;Kill to Live for You&#8220;</em> lautet der für Crowdkilling-Fans passende erste Song. Der hat es insofern in sich, dass die Breakdowns und schnellen Passagen genauso eingeleitet werden, wie ich es erwartet habe. Einfach etwas langsamer spielen, böse ins Mikrofon brüllen und schon kann der Spaß beginnen. Hier bedienen sie sich Stilmitteln, die es nicht erst seit <strong>KNOCKED LOOSE</strong> gibt. Viele, die Szene definierende, Alben greifen in die gleiche Trickkiste. Deshalb kriege ich auch das Nostalgiegefühl nicht aus dem Kopf, während <em>&#8222;After All We Were Put Through&#8220;</em> seine basslastigen Arme nach mir ausstreckt.</p>
<p>Der Gesang auf <em>&#8222;Radically Digitalized&#8220;</em> klingt verdächtig nach <strong>NORMA JEAN</strong>. Und ich liebe es. Zwar ist deren neues Album noch nicht lang her, aber ich erwarte seitdem schon voller Spannung neue Musik. Mit dieser Hommage lässt sich die Zeit relativ gut überbrücken. Einen Schlenker in Richtung Crust machen sie beim Track<em> &#8222;Anger Of Disappointment&#8220;</em>. Dieses Lied ist schnell vorbei und erinnert mich an das neue Material von<strong> SIBIIR</strong>,<strong> ANCST</strong> und <strong>BAIT</strong>. Wirklich einzigartig ist der Sound also nicht, aber die Umsetzung und Produktion kann sich sehen lassen. Was sollte aber bei einem Studio mit diesen Referenzen schon schief gehen? <strong>Andy Nelson</strong> arbeitete schon mit <strong>HARMS WAY</strong> und den verdammten&nbsp;<strong>WEEKEND NACHOS</strong>.</p>
<p>Mit all diesen hier genannten Namen haben <strong>156/SILENCE</strong> eine Sache gemeinsam: sie machen Mucke, die direkt ins Gesicht und nicht ins Herz geht.</p>
<p><a href="http://156silence.bandcamp.com/">Bandcamp</a></p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Z0ep9OYr6hw?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Core Classics #3 &#8211; Norma Jean</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2016 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Core]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Metalcore-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Metalcore-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die Straße trauen!</strong></p>
<p><strong>NORMA JEAN</strong> – Bless The Martyr And Kiss The Child<br />
Veröffentlichungsdatum: 13.08.2002<br />
Länge: <span class="min">58:25</span><span class="s"> Min.</span><br />
Label: Solid State Records</p>
<p>Es gibt Bands, die ihres Namens wegen das ein oder andere Mal mit Großmüttern verwechselt werden. Glaubt ihr nicht? Genauso ging es aber <strong>NORMA JEAN</strong> bereits und einige der Facebook-Nachrichten, die sie innerhalb der letzten Jahre erhielten, bezogen sich auf Triviales wie die Verpflegung für das nächste Familientreffen. Daran ist die Band auch selbst Schuld, denn der Name wurde in Anlehnung an Marylin Monroes bürgerlichen Namen gewählt. Ich hingegen hätte nichts dagegen, wenn sie auf meinem nächsten Familientreffen aufkreuzen. Denn Trivia hin oder her, die Band ist schon so etwas wie eine großmütterliche, treibende Kraft im Metalcore. Auch wenn heute keines der Gründungsmitglieder übrig ist, wird weiterhin zerstörerische Musik fabriziert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7045 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/320-norma-jean-bless-the-martyr-and-kiss-the-child-1024x980.jpg" width="592" height="567" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/320-norma-jean-bless-the-martyr-and-kiss-the-child-1024x980.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/320-norma-jean-bless-the-martyr-and-kiss-the-child-300x287.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/320-norma-jean-bless-the-martyr-and-kiss-the-child-750x718.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/320-norma-jean-bless-the-martyr-and-kiss-the-child.jpg 1412w" sizes="auto, (max-width: 592px) 100vw, 592px" /></p>
<p>Heute steht aber das Debüt-Album dieser Band im Fokus. Es zeichnet sich auch durch die fabulöse Produktion durch die Band selbst und Adam Dutkiewicz (<strong>KILLSWITCH ENGAGE</strong>), einem der wohl bekanntesten Produzenten der Metal-Szene des 21. Jahrhunderts, aus. Es wurden übrigens angeblich keine Computer zur Aufnahme dieses Albums benutzt, um die rohe und unpolierte Atmosphäre der Musik einzufangen. Jedoch hat der musikalische Inhalt noch viel mehr zu bieten, als die Verarbeitung an der Oberfläche.</p>
<p>Ich weiß nicht was es ist, aber die ständig wiederholten Riffs hinterlassen ein großes Verlangen nach mehr. Fast eine ganze Stunde von Gehörgangs-zerschmetternden Gitarren bietet sich dem Hörer. Die dissonanten Gitarren-Intros wie die von <em>&#8222;Memphis Will Be Laid to Waste&#8220;</em>,<em> &#8222;I Used To Hate Cell Phones But Now I Hate Car Accidents&#8220;</em>, <em>&#8222;The Human Face, Divine&#8220;</em> und <em>&#8222;The Shotgun Message&#8220;</em> sorgen für ein kollektives &#8222;Nackenhaar-Aufstellen&#8220; bei allen Fans. Auf <em>&#8222;Sometimes It&#8217;s Our Mistakes That Make for the Greatest Ideas&#8220;</em> lässt man es etwas ruhiger angehen. Mit dieser Post-Rock- und Western-Atmosphäre gönnt man dem Betrachter eine kleine Pause auf diesem Album. Diese vereinzelten Pausen vom chaotischen, verzerrten Gesicht einer Band, das hier gezeichnet wird, sind bitter nötig. Sonst kommt man ja unweit von diesen bohrenden Textpassagen und schmetternden Breakdowns nicht zur Ruhe.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7048 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/87-atxxl.png" width="512" height="329" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/87-atxxl.png 650w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/87-atxxl-300x193.png 300w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></p>
<p>Dabei hilft auch der letzte Song auf dem Album <em>&#8222;Organized Beyond Recognition&#8220;</em>. Wer auf dieser Platte keine progressiven Mathcore-Töne à la <strong>BOTCH</strong> hört, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Auch das kraftvolle Songwriting sucht seinesgleichen, denn auch wenn es von Breakdowns nur so wimmelt, ist fast jeder dieser Breakdowns legendär. Das sieht man vor allem daran, dass der Anteil der Leute, die die Textzeilen auf einer Show kennen, sich auf &#8211; entschuldigt die maßlose Übertreibung &#8211; ungefähr 99 Prozent beläuft. <em>&#8222;Creating Something Out of Nothing Only to Destroy It&#8220;</em> und <em>&#8222;Memphis Will Be Laid to Waste&#8220;</em> gehören hierbei zu den hitverdächtigsten Liedern der gesamten Scheibe. Letzteres wurde mit Unterstützung von <strong>MEWITHYOU</strong>-Sänger Aaron Weiss aufgenommen und seine wehleidige Stimme passt perfekt in diese emotionsgeladene Nummer. Lasst euch bloß nicht von dem Adjektiv &#8222;wehleidig&#8220; abschrecken, denn das ist die einzige Beschreibung, die mir für diesen gefühlvollen und doch punkigen Gesangsstil einfällt.</p>
<p>Das instrumentale und dunkle Intro des 15 Minuten-Epos <em>&#8222;Pretty Soon, I Don&#8217;t Know What, But Something Is Going to Happen&#8220;</em> zeigt eindrucksvoll, dass die Band die Balance zwischen Songwriting und &#8222;Breakdowns-Aneinanderknüppeln&#8220; perfekt hält. In<em> &#8222;The Human Face, Divine&#8220;</em> wird das Outro für ähnlich geisterhafte Melodien genutzt. Die klatschenden Hände-Samples und die folgende Death-Metal-Riff- und Schlagzeug-Einlage auf diesem Lied sind mein persönliches Highlight, was songschreiberliche Finessen auf diesem Album angeht.</p>
<blockquote><p>Your weapons are useless. Drop the gun. Golden gun.<br />
Like bringing a knife to a gun fight. &#8211;<em> &#8222;Creating Something Out of Nothing, Only to Destroy It&#8220;</em></p></blockquote>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7051 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Nj_06_band-1024x681.jpg" width="664" height="442" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Nj_06_band-1024x681.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Nj_06_band-300x199.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Nj_06_band-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/09/Nj_06_band-750x499.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 664px) 100vw, 664px" /></p>
<p>Trotz der vielen unterschiedlichen Facetten, die jeder Song bei genauerem Zuhören zu bieten hat, eine Sache bleibt immer gleich:<br />
Das Schlagzeug und die verzerrte Stimme von Josh Scogin bahnen sich einen Weg durch das Breakdowngewitter. Einen Weg direkt in die Seele der Zuhörer. Nach diesem Album verließ er jedoch die Band, blieb aber seiner Musik treu und stellte neue bekannte Projekte auf (<strong>THE CHARIOT</strong>, <strong>&#8217;68</strong>, Solo-Karriere). Die christlichen Themen, die in den Texten dargestellt werden, gehören aber nicht zu der typischen Predigt, die man von religiös motivierter Musik gewohnt ist. Vielmehr geht es um Selbstreflexion und was man im eigenen Glauben sieht. Die vertonten Themen zwingen dem Verbraucher nichts auf und sind keinesfalls oberflächlich oder einfältig. So weiß man auch nach mehrfachem Lesen nicht, worum es sich im Lied dreht, keine einfache Kost also.</p>
<blockquote><p>Waltz around the room, with a glaze in your stare.<br />
In your tuxedo suit. I&#8217;ll give it a name. Lower<br />
defenses. I&#8217;ll lower the casket. Open the door.<br />
Open the grave. Murder. Now you&#8217;re doing the waltz with your murderer. &#8211; <em>&#8222;Memphis Will Be Laid to Waste&#8220;</em></p>
<p>Fazit:</p></blockquote>
<hr />
<p>Vergleiche mit <strong>ZAO, BOTCH</strong> und <strong>POISON THE WELL</strong> kommen nicht von ungefähr, was die Tragweite des Gesangs und die musikalische Bedeutung für das Genre anbelangt. Mit diesem Album konnten sich <strong>NORMA JEAN</strong> nicht nur an der Spitze der Metalcore-Bands festsetzen, sondern eindrucksvoll die Verschmelzung von Hardcore und Metal demonstrieren. Für jemanden wie mich, der erst durch das dritte Album &#8222;Redeemer&#8220; zu dieser Band gefunden hat, wurde das Debüt schnell zum Favoriten unter den Studio-Ergüssen. Von Anfang bis Ende präsentiert sich dem Hörer ein rundes Gesamtwerk. Außerdem kann ich euch nur empfehlen, auch in das neueste Album &#8222;Polar Similiar&#8220;(Erscheinungsdatum: 09.09.2016) reinzuhören.</p>
<p>Denn die Basis, die diese Band seit ihrem Debüt ausmacht, ist geblieben und bereichert die Szene bis heute. Und ich entschuldige mich, falls die ein oder andere Stelle nicht so schlüssig klingt. Ich musste diesen Artikel nämlich ohne Kopfhörer und mit dem ZDF-Fernsehgarten im Nacken schreiben. Die<strong> HÖHNER </strong>zu hören, während man über Math- und Metalcore schreibt, lässt den Geist nicht zu Höchstleistungen auflaufen.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-teil-3/">Core Classics #3 &#8211; Norma Jean</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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