Déjà Vu und Verirrungen mit VESSELES

VESSELES – „Home“

Veröffentlichungsdatum: 16. Januar 2026
Länge: 42:24 Minuten
Label: Eigenveröffentlichung
Genre: Symphonic Black Metal

Von der Therapie zum Ritual

Multiinstrumentalistin Valira erlebte im Jahr 2014 eine Offenbarung, welche sie auf den Weg zu sich selbst geleiten sollte. Gefangen zwischen den Welten begab sich die Künstlerin also auf die Reise zu ihrer wahren Identität. In Form von Ritualen und Enthüllungen kam Valira peu à peu voran, und auch eine Therapie sollte die Lücke zwischen irdischem und dämonischem Sein schließen. Einer der wohl wichtigsten Schritte auf diesem langen Pfad lag im Jahr 2023, als Valira die Band VESSELES ins Leben rief. Noch im Folgejahr erschien die erste EP „I Am A Demon“ deren Nachfolgewerk das erste richtige Album „Home“ ist. Valira bechreibt auf einer knappen Dreiviertelstunde ihren Werdegang und ihre Reise zwischen Menschen- und Dämonenwelt.

 

Der Kreis schließt sich

Dieses Kapitel der Selbstfindungsphase ist eine komplexe und mitunter schmerzhafte Episode. VESSELES beschreiben ein Erwachen, Zu-Sich-Selbst-Kommen, oder Zurückkehren. Nur ist der Ort, an dem sich Protagonistin Valira auf „Home“ wieder findet, fremd und unbekannt. Wie die Rückkehr an einen Heimatort, den man selber nie wirklich bewusst wahrgenommen oder gekannt hat, fühlt sich die Geschichte auf „Home“ an. Doch VESSELES belassen es nicht bei diesem einen Motiv. Stattdessen wird die Geschichte weiter erzählt. Nun befindet sich Valira im inneren Konflikt zwischen Zugehörigkeit und Fremde. Erst der Titeltrack bringt die inhaltliche Wende und deutet auf die zerstörerische und simultan triumphale zweite Hälfte des Albums hin. Mit dem Abschlusstrack „This Is Not Home“ wird der narrative Zirkel kunstvoll zu Ende gezogen und die phänomenale Wiedergeburt beschrieben.

Anmutig und Mythisch

Der musikalische Spannungsbogen auf „Home“ ist gekonnt aufgebaut, und er orientiert sich parallel zum narrativen Inhalt des Albums. VESSELES vertonen Ungewissheit, Bestimmung, Angst, Entschlossenheit, Schmerz, und Triumph. Genretechnisch kann man „Home“ ohne große Zweifel im Bereich Symphonic Black Metal einordnen, und tatsächlich sind die musikalischen Überschneidungen mit Szenegiganten aus dem Vereinigten Königreich oder Norwegen nicht von der Hand zu weisen. Nichtsdestotrotz lässt die Band um Valira Fontänen aus Höllenfeuer tanzen und reißt die Grenze zur Welt der Dämonen ein. Im abschließenden Track „This Is Not Home“ werden dann nicht nur sämtliche Register gezogen. Hier präsentieren sich VESSELES eigenständiger, progressiver und vielfältiger als auf dem Rest des ohnehin schon starken Albums. Es bleibt also zu hoffen, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, und dass uns Valira und VESSELES bald mit dem nächsten Ritual versorgen.

linktr.ee von VESSELES

Das Pressematerial wurde uns mit freundlicher Unterstützung von C Squared Music zur Verfügung gestellt.

Autorenbewertung

7
Eine faszinierende Geschichte wird im anmutigen musikalischen Gewand präsentiert. Wenn VESSELES noch ein bisschen die Ähnlichkeit zu DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH ablegen, werden sie sich im infernalen Himmel des Symphonic Black Metal einen festen Platz sichern.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Vorteile

+ spannendes Narrativ
+ starker Spannungsbogen
+ souveräne Umsetzung

Nachteile

- vor allem in der ersten Hälfte nicht eigenständig genug, um sich abzusetzen

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über Patreon
Die mobile Version verlassen