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	<title>beatdown Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
	<lastBuildDate>Fri, 17 Feb 2017 18:26:55 +0000</lastBuildDate>
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	<title>beatdown Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Bitte nicht ins Gesicht! &#8211; Xibalba</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Feb 2017 09:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Core]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>XIBALBA&#160;&#8211;&#160;Diablo, Con Amor.. Adios Veröffentlichungsdatum: 17.02.2017 Länge: 10:44&#160;Min. Label:&#160;Closed Casket Activities Genre:&#160;Beatdown Hardcore / Death Metal Ich&#160;dachte, ich habe ein verspätetes Valentinstagsgeschenk in der Hand, als mich das wunderschöne Cover der neuen Xibalba EP angrinste. Dazu passend wurde auch der Titel des ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>XIBALBA&nbsp;</strong>&#8211;&nbsp;Diablo, Con Amor.. Adios<br />
Veröffentlichungsdatum: 17.02.2017<br />
Länge: 10:44&nbsp;Min.<br />
Label:&nbsp;Closed Casket Activities<br />
Genre:&nbsp;Beatdown Hardcore / Death Metal</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-14477"></span></p>
<p>Ich&nbsp;dachte, ich habe ein verspätetes Valentinstagsgeschenk in der Hand, als mich das wunderschöne Cover der neuen Xibalba EP angrinste. Dazu passend wurde auch der Titel des zweiten Songs gewählt, schließlich hat der Postbote es auch <em>&#8222;Con Amor&#8220;</em>&nbsp;&#8211; also mit Liebe &#8211; hinter dem Haus abgeworfen. Mit etwas weniger Liebe für die Welt sind die fünf Freunde aus Kalifornien schon immer aufgetreten. Das verändert sich auch auf diesem Teufelswerk nicht. Negative Energien sind immer spürbar und das nicht zuletzt dank der vielen Breakdowns. Auch wenn ich nicht weiß, ob man es noch einen Breakdown nennt, wenn das gesamte Lied ein Breakdown ist. Trotzdem bin ich froh, dass es sich so anhört wie von <strong>XIBALBA</strong> gewohnt. Da <em>&#8222;Diablo&#8220;</em> die erste musikalische Meldung seit 2 Jahren war, lässt es nicht nur auf ein neues Album hoffen. Es lässt viel mehr auf ein neues Album hoffen, das den Stil von &#8222;Diablo, Con Amor.. Adios&#8220; fortführt.</p>
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<p><!--more--></p>
<p>Der große Einfluss von Death Metal auf den Beatdown, der hier verzapft wird, ist omnipräsent in der Musik der Band, die für ihre Solidarität mit mexikanischen Einwanderern und die vielen spanischsprachigen Titel angefeindet wird. Warum sich Leute, die damit ein Problem haben, in der Hardcore-Szene breit machen, weiß ich nebenbei bemerkt nicht und hoffe, dass sie den Ausgang finden. Sie zum kürzesten der drei Lieder auf der Scheibe aus dem Club zu treten, sollte jedoch möglich sein, denn <em>&#8222;Diablo&#8220;</em> hat so viel Punch, wie einige Bands nicht mal auf einem ganzen Album. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, der Text passt zu den Instrumenten und die Musik passt zu jeder Hardcore-Show, auf der sich Leute wie ich vom Pit fernhalten sollten. Ansonsten landen nämlich ein paar Fäuste im Gesicht.</p>
<blockquote>
<h3>I&#8217;ll walk myself into hell, just for you. Devil in me. &#8211; <em>&#8222;Diablo&#8220;</em></h3>
</blockquote>
<p>Auffällig ist die Tatsache, dass sich das erste und das zweite Lied lyrisch miteinander verknüpfen, wobei beide auf eine addierte Länge von 5:22 Minuten kommen. Das letzte Lied <em>&#8222;Adios&#8220;</em> ist ebenfalls 5:22 Minuten lang und damit ergibt sich eine EP, die sich perfekt in zwei Hälften schneiden lässt. Das erleichtert sogar den Hörfluss, wenn man darauf achtet. Dafür gibt es einen Daumen nach oben für den Produzenten, oder wer auch immer diese versteckte, kleine Idee hatte.&nbsp;Die beiden folgenden Lieder nehmen also keinen Druck&nbsp;weg, sondern&nbsp;verstärken diesen&nbsp;eher noch mehr. Mir wird ein perfekter Appetitanreger&nbsp;für das kommende Album serviert. Vielleicht hat man neben <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0zb3ftDcrHI">Genre-übergreifenden Musikvideos</a> auch bald die Zeit für eine fünfte gehörgangzerberstende Langspielplatte. Diese sollte&nbsp;dem Vorgänger &#8222;Tierra y Libertad&#8220;gerecht werden und mehr Experimentierfreude enthalten. Musikalische&nbsp;Neuerfindungen finden sich auf der EP nämlich nicht und für Innovationen waren <strong>XIBALBA</strong> bislang nicht bekannt. Das Zeug für eine Reise in unbekannte, musikalische Gefilde hätten sie jedoch definitiv.</p>
<p><iframe width="1140" height="400" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F302177729&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=1140&#038;maxheight=1000"></iframe></p>
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		<title>Core Classics #21 &#8211; Despised Icon</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2017 07:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<category><![CDATA[beatdown]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Core-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Core-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die Straße trauen!</b></p>
<p><strong>DESPISED ICON </strong>&#8211; Consumed by Your Poison<br />
Veröffentlichungsdatum: 02.10.2002<br />
Länge: 26:45 Min.<br />
Label: Galy Records</p>
<p>Heute wagen wir uns an den zweiten Teil der heiligen Dreifaltigkeit des Deathcores. Meine Einführung und die Besprechung des ersten Knallers von <strong>ALL SHALL PERISH</strong> findet ihr <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-20-all-shall-perish/">hier</a>. Ziemlich ähnlich aber auch ganz anders geht es bei <strong>DESPISED ICON</strong> zu. So stark verwirrten Aussagen sollte man zwar meistens keine Beachtung schenken, aber in diesem Fall treffe ich mit dem Verfehlen des Nagelkopfes genau ins Schwarze. Wer hier nämlich den gleichen Quark wie in &#8222;Hate. malice. Revenge.&#8220; erwartet, wird entweder enttäuscht oder beglückt. Es wird nämlich, von besonders einer Sache, mehr geboten: den unverständlichen Vocals. Es reicht zwar nicht, um zum Rhythmus der Pig-Squeals&nbsp;aggressiv die Fensterscheiben von Luxusschlitten aus der Nachbarschaft einzuschlagen und während der schnellen Parts zum nächsten Opfer-Wagen zu rennen, aber einen gewissen &#8222;Es reicht uns!&#8220;-Ton gibt die Platte schon an.</p>
<h4>Kochshow-Slang auf Deathcore</h4>
<p>Das ist weit entfernt von den Wurzeln der ursprünglichen Hardcore Punk-Szene, bereitet dennoch denen ein Grinsen, die nach Hinweisen auf die Vergangenheit von Musikstilen suchen. Die Texte klagen Ikonen und Vorbilder an, daher auch der Name der Band (zu gut Deutsch: verachtete Ikone), und wollen Massentierhaltung sowie der Existenz einiger menschlicher Leben ein Ende setzen. Man nehme Death Metal-Schreibstil und Rhetorik&nbsp;und vermische sie mit echten, gesellschaftlichen Themen und et voilà &#8211; entschuldigt den Kochsendungs-Ausdruck, auf diese Sprache kommen wir nämlich später noch zurück &#8211; die zweisprachige Genre-Kombination ist geglückt.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-13384 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1.jpg" height="513" width="513" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1.jpg 1000w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1-750x750.jpg 750w" sizes="(max-width: 513px) 100vw, 513px" /></p>
<p>Pädagogisch wertvoll für jedes Kind sollte die Bilingualität dieses Albums sein, denn es gibt ganze Lieder auf Französisch. Wer beim Google-Übersetzer nicht weiterkommt, sollte sich aber nicht geschlagen geben. Letztendlich versteht man ohne das Lesen der Texte sowieso nichts, denn hier wird so oft der Pig-Squeal von den gleich zwei Sängern eingesetzt, dass man meinte, die Kanadier dichten ihre Inhalte nach der Aufnahme des Albums einfach dazu. Dass&nbsp;viele Deathcore-Hörer als Kinder abgestempelt werden, ist jetzt nicht mehr verwerflich, denn das würde hier bedeuten, von klein auf zweisprachige Musik zu erleben. Der Lerneffekt ist hier doppelt so hoch, schließlich muss man die beiden Schreihälse, einer davon sogar weiblich, erstmal verstehen. Interpretieren darf man dann bei vagen Aussagen auch noch so einiges, schließlich gibt es ganze Lieder, die sich wie ein Gedicht lesen.</p>
<h4>Porn-Jon as its best&#8230;</h4>
<p>Emanzipation wurde groß geschrieben und vielleicht half die Sängerin auch dabei, dass wir bei modernen Hardcore-Formationen wie <strong>OATHBREAKER</strong> und <strong>CODE ORANGE</strong> Frauenstimmen genießen dürfen. Es ist nämlich die wichtigste Qualität der Band, sich mit unverständlichen Vocals von der Masse abzusetzen. Das wurde an ihnen immer zu Recht gelobt, selbst auf ihrem Comeback-Album &#8222;Beast&#8220; (2016) geben die alten Haudegen wieder brutale, kompromisslose Brüller zum Besten. Seit 2004 besetzt zwar ein Mann die zweite Hauptrolle, aber der Gleichstellungsversuch wurde verstanden und begrüßt. Da das gesamte <em><strong>Silence</strong></em>-Team französisch nicht als Sprache, sondern als Repertoire des sexuellen Vergnügens zu kennen scheint, haben wir uns an einer notdürftigen Übersetzung versucht, die zeigt, was die Texte denn nun eigentlich aussagen sollten &#8211; Besserwisserkommentare und Berichtigungen sind willkommen.</p>
<blockquote><p>Travailleur acharne poisson de la société<br />
ardemment indigne faiblement récompense<br />
<strong>Fanatischer Arbeiter, Fisch der Gesellschaft &#8211; sehnlichst unwürdig, schwach belohnt</strong><br />
&#8211; <em>&#8222;Poissonariat&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Ummantelt wird das leidende Gequieke von zum Teil sehr technisch aufgemachten Instrumenten, die&nbsp;ihren Einfluss auf Kollegen wie <strong>JOB FOR A COWBOY</strong> und <strong>RINGS OF SATURN</strong> vermuten lassen. Stumpfe Breakdowns beziehungsweise Slams gibt es trotzdem wie Braunbären in kanadischen Siedlungen. Was aber auffällt ist, dass sich <strong>DESPISED ICON</strong> meinen Tipp an junge Deathcore-Gruppen bereits damals sehr ernst nahmen. So hat dieses Debüt-Album eine Länge von gerade mal 26 Minuten, ein perfekter&nbsp;Pig Squeal-Snack für zwischendurch. Würde man das gesamte Album anhand der vorhandenen Ideen ausdehnen, würde nicht mehr viel von der Aufmerksamkeitsspanne des Zuhörers übrig bleiben.</p>
<h4>Massentauglichkeit? Nö!</h4>
<p>Denn so sehr man auch versucht sich auf die Texte hinter der Wand aus Geräuschen zu konzentrieren, man vermag es einfach nicht zu bewältigen. Genauso abstrakt und schwer zugänglich sollte extreme Musik meiner Meinung nach sein. Damit waren <strong>DESPISED ICON</strong> zusammen mit <strong>CONVERGE </strong>einer der wenigen, ersten Vertreter, die diese Einstellung auch in den Core-Genres salonfähig gemacht haben. Nicht alles muss für die Masse aufbereitet werden und verständlich sein. Diesen Leitfaden verfolgt man ja schon bei der Zweisprachigkeit der Lieder.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13387 size-full" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/full.jpg" height="397" width="600" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/full.jpg 600w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/full-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Die Riffs, die an die Breakdowns und Blast-Beats anknüpfen, erinnern fast ausschließlich an Death- und Slam-Bands wie <strong>DYING FETUS</strong> oder <strong>SUFFOCATION</strong>. Trotzdem schleicht sich immer mal wieder ein Two-Step-Rhythmus in die Extremitäten des Schlagzeugers und im Nu bekommt der Zuhörer genauso Lust auf Hardcore der alten Schule wie die Gitarristen auch. Das Gesamtpaket ballert einem so ordentlich die Gehörgänge weg, dass an erneute Ohrenschmalzbildung nicht mehr zu denken ist. Für eine so gründliche Reinigung darf man beim HNO-Arzt gern länger sitzen und da ist die Wartezeit noch nicht mit inbegriffen. Wichtig ist hierfür, dass man sich für einen natürlich klingenden Gitarren-Ton entschieden hat. Dadurch wirkt die Brutalität nicht künstlich erzeugt und alles andere als erzwungen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von dem, was extreme Musik und Death Metal-Untergenres ausmacht, ist nämlich Ehrlichkeit und Offenheit. Perfekt passend dazu sind weder der Gesang, das Schlagzeug, noch die Gitarren überbearbeitet. Es wäre wahrscheinlich auch ein Verrat an sich selbst und dem Bandnamen, wenn man zu irgendeiner Ikone aufblickt und deren glatte Produktion übernimmt. Die rohe Deathcore-Flagge schwingen sie auch heute noch, was sie 2016 mit einem beeindruckenden Comeback-Album zeigten. Aber, hört selbst:</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/4xFgaXl93vQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h4 style="text-align: center;">Fazit:</h4>
<p>Die Anführer der Deathcore-Szene waren schon vor 15 Jahren kompromisslos und ohne Rücksicht auf andere Geschmäcker unterwegs. Sie haben immer ihr eigenes Ding durchgezogen und versüßen damit heute noch vielen Fans den Alltag. Auch wenn sie nicht mehr mit dem Bekanntheitsgrad vieler jüngerer oder unkreativerer Bands mithalten können, haben sie sich einen Platz unter den Genre-prägenden, lebenden Legenden der Core-Untergenres redlich verdient. Man schaue sich nur ihre Albumcover an. Da hört man sofort Pig-Squeals im Kopf. Vielleicht geht es nur mir so, vielleicht bin ich damit aber auch nicht allein. Ich hoffe es. Helft mir!</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="855" src="https://www.youtube.com/embed/VWy1zvMb-8o?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Core Classics #17 &#8211; Disembodied</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2016 10:40:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Metalcore-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-17-disembodied/">Core Classics #17 &#8211; Disembodied</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Metalcore-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die Straße trauen!</b></p>
<p><strong>DISEMBODIED&nbsp;</strong>&#8211;&nbsp;Diablerie<br />
Veröffentlichungsdatum:&nbsp;Oktober/November 1997<br />
Länge: 26:50&nbsp;Min.<br />
Label:&nbsp;Ferret Music</p>
<p>Nicht alles was nicht dem heutigen Produktionsstandard entspricht, muss sich scheiße anhören, aber für eine Vielzahl älterer Metalcore-Bands trifft das zu. Wenn man versucht Musik von&nbsp;<strong>RORSCHACH</strong> oder <strong>EARTH CRISIS</strong> zu genießen, ohne sich an den älteren Mix gewöhnt zu haben, wird man eine schlechte Zeit haben. Am schlimmsten ist dieses Problem jedoch bei den meiner Meinung nach rohesten und für die Ohren von heutigen Musik-Fans am grässlichsten klingenden&nbsp;Vertreter der früheren Metalcore-Szene: <strong>DISEMBODIED</strong>. Bei denen gilt das Prinzip: entweder dir gefallen die moshbaren Riffs oder du wirfst die Platte aufgrund der Qualitäten des Sängers in die Ecke. Der Gesang ist nämlich noch ganz nah am eigentlichen Gedanken des Metal- und Hardcores, es klingt einfach punkig und roh. Man bekommt ein <strong>MINOR THREAT</strong> mit Metal-Riffs, die einzig und allein zum Ausrasten im Moshpit geschrieben sind. So ungefähr klingt das Paket nämlich wirklich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="650" class="alignnone wp-image-12451 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/1280x1280-1024x1024.jpg" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/1280x1280-1024x1024.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/1280x1280-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/1280x1280-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/1280x1280-750x750.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/1280x1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /></p>
<p>Viele Stilelemente, wie die vom Beatdown geklauten Breakdowns, sind hier vertreten, aber das Augenmerk wird eher auf die simplistische Gitarrenarbeit gelegt. Die Riffs, die sich durch den ganzen Song ziehen, sind von vielen Stilen beeinflusst, aber die prominentesten davon dürften doch der Sludge und der Death Metal sein. Auf <em>&#8222;Deity&#8220;</em> bekommt man davon eine gute Kostprobe. Nicht umsonst galt die Band als die damals härteste Hardcore-Band. Die tiefen Gitarrentöne hämmern sich in das Gedächtnis ein und die neue Ästhetik des Hardcore in den 90ern wurde von dieser Band mitgetragen. So bezeichnet der Albumtitel viele unterschiedliche Dinge, die offensichtlich mit dem Teufel zu tun haben. Soziale und ethische Themen rücken hier in der Musik in den Hintergrund. Solche Themen, die nicht auf Unterdrückung und Ungleichheit aufmerksam machen, werden bei <strong>DISEMBODIED</strong> in den Texten behandelt. Viel düsterer und philosophischer geht man an die eigene Existenz und das Leid heran, das einen umgibt. Dafür muss nicht immer geschrien werden, dies beweist die kurzlebige Truppe. Schon im Eröffnungsstück <em>&#8222;Anvil Chandelier&#8220;</em> werden einfach so Sätze ins Mikro gesagt und nicht gesungen. Das kennt man bereits aus Punk und Hardcore, wird seit den Alben von <strong>DISEMBODIED</strong> auch gern von späteren Metalcore-Kollegen praktiziert.</p>
<blockquote><p>Can i live my life in your delusion<br />
With hope i&#8217;ll be someone to build a mountain from nothing<br />
To be someone &#8211; <em>&#8222;Dead Before Birth&#8220;</em></p></blockquote>
<p>So ähnlich verhält es sich auch mit den Riffs und der rohen Brutalität, die auf dem Album herrscht. Der Beatdown-Aspekt wird zum Teil heute noch gänzlich übernommen und auch das vergangene Jahr strotzte nur so vor Veröffentlichungen (<strong>CODE ORANGE</strong>, <strong>TRAP THEM</strong>), die sich viele Teile der Musik auch unverschämt aneigneten. Egal, ob sie nun komplett kopieren, oder nur durch Bruchstücke beeinflusst sind, sind mir solche Alben und EPs immer recht. Denn damit kommt frischer Wind in einer Szene auf, die zu stagnieren droht. Zu danken ist dafür auch dem Label Deathwish Inc., welches maßgeblich dazu beiträgt, dass so grungige und rohe Hardcore-Alben eine Plattform bekommen. Außerdem gehört es <strong>CONVERGE</strong>-Schreihals <strong>Jacob Bannon</strong> und ich kann keinen Beitrag schreiben, ohne diese Band zu erwähnen.<br />
Ganz streng genommen ist es zwar nichts Neues, wenn man sich auf ein Album von 1997 bezieht, aber solange es dem Hörer gefällt darf Musik ja bekanntlich alles. Dazu gehört auch der Riff-Klau, der bei besonders simplen Riffs nicht so eindeutig ist, wie man vorerst denkt. Irgendjemand war halt immer schneller. Nach diesem Exkurs in die heutige Situation beschäftigen wir uns wieder mit diesem göttlichen Album: Das Stichwort Mix habe ich, glaube ich, genug dargelegt und will deshalb etwas auf den Sänger eingehen. Natürlich klingt er unpoliert, das machte den Punk ja auch aus. Aber trotzdem hört es sich nicht gerade so an, als würden bei seiner Technik Stimmbänder geschont. Dafür hat er eine ehrliche Art und Weise gefunden, seine Emotionen in die Musik zu bauen. Eine Kunst, die vielen modernen Metalcore-Bands durch zu viel Bearbeitung des Gesangs und Geschreis fremd ist, wird hier zelebriert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="737" height="400" class="alignnone wp-image-12453 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/20516.jpg" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/20516.jpg 922w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/20516-300x163.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/12/20516-750x407.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<p>Die Auffälligkeiten beim Schlagzeug sind hier nicht groß, es wird halt getrommelt, was man vom Hardcore auch damals schon erwartete. Dass die Beats die Lieder tragen ist hierbei nicht notwendig, da die repetitiven Riffs auch für sich genügend Struktur bieten. Da wünscht man sich ein bisschen mehr Experimentierfreude beim Mann hinter den Trommeln. Das Geschäft mit dem Teufel, also die eigentliche &#8222;Diablerie&#8220;, betreiben hier Gitarre und Bass. So ein unglaubliches Verlangen nach einem Mosh-Pit entwickelt man normalerweise nur nach 12 Stunden, die man ohne Pause auf dem Bürostuhl verbracht hat. Die positive Form dieses Wunsches wird mit den harten und kompromisslosen Klängen der Gitarren ausgelöst. Man fühlt sich schon beim Laufen eingesperrt und würde am liebsten zur Musik die nächste Fußgängerampel verprügeln. Ich bin ein ausgeglichener Mensch.</p>
<blockquote><p>Fazit:</p></blockquote>
<hr>
<p>Diese Band lieferte zwei exzellente Alben ab, bevor sie in der Versenkung verschwanden. Bereits damals gehörten sie zu den Bands, die unverdient klein blieben, was ich bei so gutem Metalcore der Anfangsjahre nur auf das Marketing schieben kann. Ihr&nbsp;Einfluss wird bis heute nicht anerkannt, trotz der hörbaren Parallelen zu modernen Bands. Es ist schade, dass nur über solche Artikel die Aufmerksamkeit auf Bands gelenkt werden kann, die schon seit bald zwei Jahrzehnten leer ausgingen. Auch das zweite Studioalbum &#8222;Heretic&#8220; und die EPs, die diese Band aufgenommen hat, sind als Klassiker der Szene einzustufen und haben viele moderne Gruppierungen erst möglich gemacht.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-17-disembodied/">Core Classics #17 &#8211; Disembodied</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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