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	<title>bi-lingual Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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		<title>Core Classics #21 &#8211; Despised Icon</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2017 07:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Core-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-21-despised-icon/">Core Classics #21 &#8211; Despised Icon</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Hier bekommt ihr eure wöchentliche Dosis an Core-Alben mit Legenden-Status. Viele Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung konnten ja bereits schon ausgelöscht werden. Und genau deswegen gibt es jetzt auch diese Kolumne, denn ich kann sie schreiben und mich danach immer noch auf die Straße trauen!</b></p>
<p><strong>DESPISED ICON </strong>&#8211; Consumed by Your Poison<br />
Veröffentlichungsdatum: 02.10.2002<br />
Länge: 26:45 Min.<br />
Label: Galy Records</p>
<p>Heute wagen wir uns an den zweiten Teil der heiligen Dreifaltigkeit des Deathcores. Meine Einführung und die Besprechung des ersten Knallers von <strong>ALL SHALL PERISH</strong> findet ihr <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-20-all-shall-perish/">hier</a>. Ziemlich ähnlich aber auch ganz anders geht es bei <strong>DESPISED ICON</strong> zu. So stark verwirrten Aussagen sollte man zwar meistens keine Beachtung schenken, aber in diesem Fall treffe ich mit dem Verfehlen des Nagelkopfes genau ins Schwarze. Wer hier nämlich den gleichen Quark wie in &#8222;Hate. malice. Revenge.&#8220; erwartet, wird entweder enttäuscht oder beglückt. Es wird nämlich, von besonders einer Sache, mehr geboten: den unverständlichen Vocals. Es reicht zwar nicht, um zum Rhythmus der Pig-Squeals&nbsp;aggressiv die Fensterscheiben von Luxusschlitten aus der Nachbarschaft einzuschlagen und während der schnellen Parts zum nächsten Opfer-Wagen zu rennen, aber einen gewissen &#8222;Es reicht uns!&#8220;-Ton gibt die Platte schon an.</p>
<h4>Kochshow-Slang auf Deathcore</h4>
<p>Das ist weit entfernt von den Wurzeln der ursprünglichen Hardcore Punk-Szene, bereitet dennoch denen ein Grinsen, die nach Hinweisen auf die Vergangenheit von Musikstilen suchen. Die Texte klagen Ikonen und Vorbilder an, daher auch der Name der Band (zu gut Deutsch: verachtete Ikone), und wollen Massentierhaltung sowie der Existenz einiger menschlicher Leben ein Ende setzen. Man nehme Death Metal-Schreibstil und Rhetorik&nbsp;und vermische sie mit echten, gesellschaftlichen Themen und et voilà &#8211; entschuldigt den Kochsendungs-Ausdruck, auf diese Sprache kommen wir nämlich später noch zurück &#8211; die zweisprachige Genre-Kombination ist geglückt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-13384 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1.jpg" height="513" width="513" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1.jpg 1000w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/1000x1000-1-750x750.jpg 750w" sizes="(max-width: 513px) 100vw, 513px" /></p>
<p>Pädagogisch wertvoll für jedes Kind sollte die Bilingualität dieses Albums sein, denn es gibt ganze Lieder auf Französisch. Wer beim Google-Übersetzer nicht weiterkommt, sollte sich aber nicht geschlagen geben. Letztendlich versteht man ohne das Lesen der Texte sowieso nichts, denn hier wird so oft der Pig-Squeal von den gleich zwei Sängern eingesetzt, dass man meinte, die Kanadier dichten ihre Inhalte nach der Aufnahme des Albums einfach dazu. Dass&nbsp;viele Deathcore-Hörer als Kinder abgestempelt werden, ist jetzt nicht mehr verwerflich, denn das würde hier bedeuten, von klein auf zweisprachige Musik zu erleben. Der Lerneffekt ist hier doppelt so hoch, schließlich muss man die beiden Schreihälse, einer davon sogar weiblich, erstmal verstehen. Interpretieren darf man dann bei vagen Aussagen auch noch so einiges, schließlich gibt es ganze Lieder, die sich wie ein Gedicht lesen.</p>
<h4>Porn-Jon as its best&#8230;</h4>
<p>Emanzipation wurde groß geschrieben und vielleicht half die Sängerin auch dabei, dass wir bei modernen Hardcore-Formationen wie <strong>OATHBREAKER</strong> und <strong>CODE ORANGE</strong> Frauenstimmen genießen dürfen. Es ist nämlich die wichtigste Qualität der Band, sich mit unverständlichen Vocals von der Masse abzusetzen. Das wurde an ihnen immer zu Recht gelobt, selbst auf ihrem Comeback-Album &#8222;Beast&#8220; (2016) geben die alten Haudegen wieder brutale, kompromisslose Brüller zum Besten. Seit 2004 besetzt zwar ein Mann die zweite Hauptrolle, aber der Gleichstellungsversuch wurde verstanden und begrüßt. Da das gesamte <em><strong>Silence</strong></em>-Team französisch nicht als Sprache, sondern als Repertoire des sexuellen Vergnügens zu kennen scheint, haben wir uns an einer notdürftigen Übersetzung versucht, die zeigt, was die Texte denn nun eigentlich aussagen sollten &#8211; Besserwisserkommentare und Berichtigungen sind willkommen.</p>
<blockquote><p>Travailleur acharne poisson de la société<br />
ardemment indigne faiblement récompense<br />
<strong>Fanatischer Arbeiter, Fisch der Gesellschaft &#8211; sehnlichst unwürdig, schwach belohnt</strong><br />
&#8211; <em>&#8222;Poissonariat&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Ummantelt wird das leidende Gequieke von zum Teil sehr technisch aufgemachten Instrumenten, die&nbsp;ihren Einfluss auf Kollegen wie <strong>JOB FOR A COWBOY</strong> und <strong>RINGS OF SATURN</strong> vermuten lassen. Stumpfe Breakdowns beziehungsweise Slams gibt es trotzdem wie Braunbären in kanadischen Siedlungen. Was aber auffällt ist, dass sich <strong>DESPISED ICON</strong> meinen Tipp an junge Deathcore-Gruppen bereits damals sehr ernst nahmen. So hat dieses Debüt-Album eine Länge von gerade mal 26 Minuten, ein perfekter&nbsp;Pig Squeal-Snack für zwischendurch. Würde man das gesamte Album anhand der vorhandenen Ideen ausdehnen, würde nicht mehr viel von der Aufmerksamkeitsspanne des Zuhörers übrig bleiben.</p>
<h4>Massentauglichkeit? Nö!</h4>
<p>Denn so sehr man auch versucht sich auf die Texte hinter der Wand aus Geräuschen zu konzentrieren, man vermag es einfach nicht zu bewältigen. Genauso abstrakt und schwer zugänglich sollte extreme Musik meiner Meinung nach sein. Damit waren <strong>DESPISED ICON</strong> zusammen mit <strong>CONVERGE </strong>einer der wenigen, ersten Vertreter, die diese Einstellung auch in den Core-Genres salonfähig gemacht haben. Nicht alles muss für die Masse aufbereitet werden und verständlich sein. Diesen Leitfaden verfolgt man ja schon bei der Zweisprachigkeit der Lieder.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-13387 size-full" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/full.jpg" height="397" width="600" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/full.jpg 600w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/01/full-300x199.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Die Riffs, die an die Breakdowns und Blast-Beats anknüpfen, erinnern fast ausschließlich an Death- und Slam-Bands wie <strong>DYING FETUS</strong> oder <strong>SUFFOCATION</strong>. Trotzdem schleicht sich immer mal wieder ein Two-Step-Rhythmus in die Extremitäten des Schlagzeugers und im Nu bekommt der Zuhörer genauso Lust auf Hardcore der alten Schule wie die Gitarristen auch. Das Gesamtpaket ballert einem so ordentlich die Gehörgänge weg, dass an erneute Ohrenschmalzbildung nicht mehr zu denken ist. Für eine so gründliche Reinigung darf man beim HNO-Arzt gern länger sitzen und da ist die Wartezeit noch nicht mit inbegriffen. Wichtig ist hierfür, dass man sich für einen natürlich klingenden Gitarren-Ton entschieden hat. Dadurch wirkt die Brutalität nicht künstlich erzeugt und alles andere als erzwungen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von dem, was extreme Musik und Death Metal-Untergenres ausmacht, ist nämlich Ehrlichkeit und Offenheit. Perfekt passend dazu sind weder der Gesang, das Schlagzeug, noch die Gitarren überbearbeitet. Es wäre wahrscheinlich auch ein Verrat an sich selbst und dem Bandnamen, wenn man zu irgendeiner Ikone aufblickt und deren glatte Produktion übernimmt. Die rohe Deathcore-Flagge schwingen sie auch heute noch, was sie 2016 mit einem beeindruckenden Comeback-Album zeigten. Aber, hört selbst:</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/4xFgaXl93vQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h4 style="text-align: center;">Fazit:</h4>
<p>Die Anführer der Deathcore-Szene waren schon vor 15 Jahren kompromisslos und ohne Rücksicht auf andere Geschmäcker unterwegs. Sie haben immer ihr eigenes Ding durchgezogen und versüßen damit heute noch vielen Fans den Alltag. Auch wenn sie nicht mehr mit dem Bekanntheitsgrad vieler jüngerer oder unkreativerer Bands mithalten können, haben sie sich einen Platz unter den Genre-prägenden, lebenden Legenden der Core-Untergenres redlich verdient. Man schaue sich nur ihre Albumcover an. Da hört man sofort Pig-Squeals im Kopf. Vielleicht geht es nur mir so, vielleicht bin ich damit aber auch nicht allein. Ich hoffe es. Helft mir!</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="855" src="https://www.youtube.com/embed/VWy1zvMb-8o?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/core-classics-21-despised-icon/">Core Classics #21 &#8211; Despised Icon</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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