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	<title>lunar aurora Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
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	<title>lunar aurora Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>Reise in die Kindheit &#8211; BALD ANDERS</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Aug 2017 07:22:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>BALD ANDERS – Sammler Veröffentlichungsdatum: 25.08.2017 Dauer: 50 Min. Label: Trollmusic Stil: Dark Metal/Rock, Kraut &#38; Rüben Rock Kinderträume, Märchen, Sagen &#8211; der fantastische Geist, der die Welt mit all seinen Eindrücken begierig aufsaugt und transformiert. Diese Denkart möchte das kauzige, bayrischstämmige ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>BALD ANDERS</strong> – Sammler<br />
Veröffentlichungsdatum: 25.08.2017<br />
Dauer: 50 Min.<br />
Label: Trollmusic<br />
Stil: Dark Metal/Rock, Kraut &amp; Rüben Rock</p>
<p><span id="more-20528"></span></p>
<p>Kinderträume, Märchen, Sagen &#8211; der fantastische Geist, der die Welt mit all seinen Eindrücken begierig aufsaugt und transformiert. Diese Denkart möchte das kauzige, bayrischstämmige Projekt <strong>BALD ANDERS</strong>, benannt nach einem mystischen Gestaltenwandler, der bereits in deutschen Erzählungen des 16. Jahrhunderts als Sagenfigur auftauchte und auch von den Pionieren des deutschen Folk-Rocks <strong>OUGENWEIDE</strong> ehrenvoll bedacht wurde, mit seinem Debütalbum &#8222;Sammler&#8220; vermitteln. Und so wurden acht Geschichten gesammelt, die sich teils an literarischen Vorlagen bedienen und teils aus dem Geist der längst erwachsen gewordenen Musiker entstammen. Doch dieser erwachsene Verstand blickt sehnsüchtig zurück in die Mythen und Sagen der eigenen, romantisierten Kindheit.</p>
<p><strong>BALD ANDERS</strong> setzen sich, unter anderem, aus den beiden <strong>LUNAR AURORA</strong>-Mitgliedern <strong>Benjamin</strong> <strong>König</strong> und<strong> Constantin König</strong> zusammen. Diese bringen definitiv auch ein paar düstere Gitarren- und Synthieelemente mit ein, im Großen und Ganzen musizieren <strong>BALD ANDERS</strong> jedoch kauzig schräg, leicht folkig und nicht wirklich auf ein Subgenre festgelegt. <strong>Clemens Kerner</strong> am Schlagzeug sorgt an den richtigen Stellen für Druck hinter den Kesseln, hält sich aber auch gern mal zurück und jazzt entspannt vor sich hin. Sänger<strong> Izzy Wiggum</strong> wiederum singt theatralisch und lässt auch hier den Eindruck entstehen, dass sich der Sound der Gruppe nicht festlegen möchte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Abgespacte Safari</h3>
<p>Nichtsdesotrotz groovt der Opener <em>&#8222;Amaryllis&#8220;</em> nach einem ruhigen Beginn und verschrobenen Synthies dann doch recht hart aus den Boxen. Mir kommt dabei eine gewisse Parallele zum letzten <strong>LUNAR AURORA</strong>-Album &#8222;Hoagascht&#8220; in den Sinn. Simple Riffs gehen Hand in Hand mit straightem Drumming und bilden ein solides Fundament für den erzählenden Gesang. Ein interessanter wie auch gelungener Auftakt!</p>
<p>Im Folgenden werden in <em>&#8222;Bäumels Tod&#8220;</em> und <em>&#8222;Eulenstein&#8220;</em> Geschichten <strong>Otfried Preußler</strong>s besungen, namentlich &#8222;Krabat&#8220;, welches ich selbst als Junge las und das mich im jugendlichen Übermut zu eigenen literarischen Machwerken inspirierte, und &#8222;Das kleine Gespenst&#8220;, welches auf Burg Eulenstein finster seine Kreise zieht. Diese Songs zeigen sich entweder loungig-entspannt oder rockig arrangiert, können mich jedoch nicht vollends überzeugen. Die einzelnen Elemente scheinen nicht nahtlos ineinander überzugehen und stehen zu weit abseits voneinander. Zudem weckte besonders <em>&#8222;Bäumels Tod&#8220;</em> in mir Erinnerungen an das <strong>NOCTE OBDUCTA</strong>-Nebenprojekt <strong>DINNER AUF URANOS</strong>.</p>
<p><em>&#8222;Safari Outer Space&#8220;</em> wiederum weiß mich zu begeistern und obwohl es stilistisch den vorangegangenen Stücken ähnelt, wachsen die einzelnen Elemente besser zusammen und das Songwriting erzeugt zuweilen eine gar epische Atmosphäre. Interessante Bassakzente, düstere Synthies, ein theatralischer Gesang &#8211; all diese Elemente verweben sich mit der Rockinstrumentierung zu einem gelungenen Stück Musik. Zum Ende hin wird sogar ein wenig die Metal-Keule geschwungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-20668 aligncenter" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi-1024x718.jpg" width="600" height="421" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi-1024x718.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi-300x210.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi-165x116.jpg 165w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi-750x526.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi-85x60.jpg 85w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-1-300dpi.jpg 1450w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<h3>&nbsp;</h3>
<h3>Jetzt ANDERS!</h3>
<p>Die B-Seite des Albums eröffnet <em>&#8222;Regenfenster&#8220;</em>, welches sehr ruhige Töne anschlägt und sich durch kleine Akzente im Gitarrenspiel, wie auch den elektronischen Elementen auszeichnet. Ab der Mitte des Stücks ertönt zudem ein Saxophon und lässt mich erfreut lauschen. Daraufhin nimmt der Song ein wenig an Fahrt auf und steigert sich in seiner Dramatik. In diesem Stück gefällt mit der Gesang von<strong> Izzy </strong>ganz ausgezeichnet. Dieses Prädikat kann ich jedoch nicht für seine gesamte Gesangsdarbietung aussprechen, da ich seinen Stil schwer abhängig vom individuellen Gefallen sehe. Objektiv betrachtet liefert er jedoch eine solide Leistung ab.</p>
<p><em>&#8222;Prof. Wright&#8220;</em> weist eine gewisse &#8222;postige&#8220; Songfärbung auf und lässt mich in Kindheitserinnerungen schwelgen. Thematisiert wird der namensgebende Cyborg aus <strong>Captain Future</strong> und dieser entführt den Verstand durchaus in andere Welten. Dieses Lied ist klar mein Favorit des Albums. Viele Stilistiken werden miteinander verwoben, erzeugen Dynamik und lassen Bilder der kultigen Serie vor meinem geistigen Auge enstehen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Doch was ist der Verstand beschränkt auf das Gehirn?&#8220;</p></blockquote>
<p>Das längste Stück des Albums<em> &#8222;Kinderwälder&#8220;</em> handelt von zahlreichen Tagen, die die Protagonisten in ihrer Kindheit zwischen Felden, auf Auen und in Wäldern verbrachten, fernab von Sorgen und Nöten. Voller Inbrunst werden diese Erinnerungen besungen und sowohl rockig-stampfende als auch ruhig-melancholische Passagen wechseln sich fließend ab. Hervorheben möchte ich den gerade in diesem Stück immer wieder akzentuierten Einsatz von &#8222;exotischen&#8220; Instrumenten wie etwa Xylophon oder interessanten Synthiesounds. Das ist das Salz in der Suppe des Klangbildes von <strong>BALD ANDERS</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-20669" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-2-300dpi.jpg" width="600" height="429" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-2-300dpi.jpg 1450w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-2-300dpi-300x214.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-2-300dpi-1024x732.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-2-300dpi-750x536.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2017/08/Bald-Anders-Bandfoto-2-300dpi-85x60.jpg 85w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Hand in Hand</h3>
<p>Der Rausschmeißer<em> &#8222;Alter Mann&#8220;</em> stellt für mich noch einmal ein Highlight dar. Ein herrlich selbstironischer Text trifft auf eine abgedrehte Instrumentierung, die mich mit dem Einsatz von Bontempi-Orgel-Klängen sogar ein wenig an das Schaffen <strong>Helge Schneider</strong>s erinnert, und zeigt zum Schluss des Albums auf, dass das Spektrum der ausgebreiteten Emotionen auf &#8222;Sammler&#8220; augenzwinkernd von einem Moment auf den anderen von todtraurig zu hochjauchzend wechseln kann.</p>
<p><strong>BALD ANDERS</strong> haben ihr eigenes Gebräu zudem in eine warme, organische Produktion gepackt, die den Gitarren ordentlich Spielraum gibt und auch die Details nicht verschlingt, jedoch ganz klar dem Gesang den meisten Platz einräumt. Über diesen lässt sich, wie weiter oben angemerkt, meiner Meinung nach streiten, zumindest jedoch geht er Hand in Hand mit dem sehr eigenen Stilmix.</p>
<p>Die Cover- und Bookletgestaltung gefällt mir ebenfalls sehr gut und wirkt äußerst stimmig. Auf dem Cover sieht man den namensgebenden <strong>BALD ANDERS</strong> und das Booklet illustriert wunderbar den erzählerischen Charakter der Songs. Mehr dazu könnt ihr im unten eingebetteten Trailer sehen.</p>
<p>Ich möchte in Zukunft gerne mehr von dieser illustren Truppe hören. &#8222;Sammler&#8220; hat einige durchaus gute Songs versammelt, wirkt auf mich jedoch noch nicht in der Gänze überzeugend, sticht jedoch locker aus der Masse an Veröffentlichungen hervor. Darauf trinke ich einen. Prost!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/wWv9XPqMMpw?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/baldandersband/">BALD ANDERS bei Facebook</a></p>
<p><a href="http://baldanders-music.blogspot.de/">Homepage der Barden</a></p>
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		<title>Mehr als nur Panik &#8211; F41.0 im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jun 2017 06:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem ich vom aktuellen Album „Bürde“ des Black Metal-Projekts F41.0 mehr als positiv überrascht wurde, ergab sich die Gelegenheit, Mastermind Hysteriis Hintergründe zur Band, dem aktuellen Werk und dem Stand der Dinge in Sachen (Untergrund)-Musik zu entlocken. &#160; Aus der Asche S: ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Nachdem ich vom aktuellen Album <span style="color: #000000;"><a href="https://silence-magazin.de/die-buerde-voranzuschreiten-f41-0/">„Bürde“</a></span> des Black Metal-Projekts F41.0 mehr als positiv überrascht wurde, ergab sich die Gelegenheit, Mastermind Hysteriis Hintergründe zur Band, dem aktuellen Werk und dem Stand der Dinge in Sachen (Untergrund)-Musik zu entlocken.</h4>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Aus der Asche</h2>
<p align="LEFT"><strong><em>S</em>: </strong><strong>Hallo Hysteriis. Glückwunsch zur Veröffentlichung von „Bürde“! Ich hoffe, das Album bekam bisher einiges an Aufmerksamkeit und Promotion. Wie zufrieden bist du mit dem Endresultat und wie schaut das Feedback aus, das du bis jetzt bekommen hast, sowohl von Fans als auch der Fachpresse?</strong></p>
<p><strong>Hysteriis (H. im Folgenden):</strong> Grüße dich. Die meisten Rezensionen werden wohl erst nach und nach veröffentlicht werden, weshalb ich jetzt nur einen groben Überblick darüber habe, wie das Album von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Das, was ich allerdings bisher lesen konnte oder mir von Menschen aus meinem Bekanntenkreis herangetragen wurde, war bislang ausschließlich positiver Natur. Externe Wahnehmung spielt für mein Verhältnis zu dem was ich tue allerdings keine Rolle.<br />
Ich bin einerseits heilfroh, dass ich den für mich doch sehr kräftezehrenden Akt des Entstehungsprozesses mit der Veröffentlichung endlich abschließen konnte. Andererseits bin ich auch stolz darauf das, was ich beim Schreiben des Materials im Kopf hatte, nahezu 1:1 umgesetzt zu haben. Das ist das Wichtigste.</p>
<p><strong><em>S</em>: Kannst du unseren Lesern einen kurzen Abriss zur Bandgeschichte geben und die Grundintention des Schaffens von F41.0 erläutern?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Ich habe das Projekt 2007 ursprünglich ins Leben gerufen, um mir ein notwendiges Ventil neben meinen “Hauptbands” <strong>ATRAS CINERIS</strong> und <strong>KRATEIN</strong> zu verschaffen. Ich hatte im Laufe der Zeit ein paar ziemlich obskure und persönliche Songs geschrieben, welche nicht für etwaige Studioaufnahmen oder gar eine Veröffentlichung in Frage kommen sollten. Dank einiger Freunde, welche mich über Jahre hinweg immer wieder dazu anstachelten, mir einen Ruck zu geben, entschloß ich mich dann doch zum Gegenteil. So erschien das Debütalbum “Near Life Experiences” über ein kleines, kurzlebigs Label namens “Empyre Music” im Jahre 2013. Meine Hauptband <strong>ATRAS CINERIS</strong> hatte sich zwischenzeitlich aufgelöst und so begann ich daraufhin, die Arbeiten an <strong>F41.0</strong> zu intensivieren. Es folgten erste Livekonzerte und im Jahr 2015 begann ich mit den Aufnahmen zum Nachfolger “BÜRDE”. Das Album wurde am 19.05.2017 von der Geisterasche Organisation veröffentlicht.</p>
<p><strong><em>S</em>: Warum ist die F41.0 DER passende Name für diese Musik?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Weil Musik, Texte und Artwork das verkörpern, was unter dem ICD „F41.0“ klassifiziert wird.</p>
<p><strong><em>S</em>: Wie kam es dazu, dass dein Projekt beim Geisterasche Label gelandet ist?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Wir kamen vor ein paar Jahren durch mein Mitwirken bei <strong>KRATEIN</strong> in Kontakt und darauf basierend ist man sich auf Konzerten oder anderen Gelegenheiten immer mal wieder über den Weg gelaufen. Irgendwann erhielt ich von ihnen (Geisterasche Organisation &#8211; Anm. d. Redaktion) die Anfrage, ob ich mir vorstellen könne, mit <strong>F41.0</strong> bei einem der von ihnen organisierten Konzerte aufzutreten. Was ich nach kurzer Überlegung auch in Angriff nahm. Wir verfolgten unsere Wege weiter und so wurde ich relativ schnell nach Gründung ihres Labels gefragt, ob ich Interesse daran hätte, ihrem “Stall” beizutreten. So kam dann eins zum anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/JaXI_RRQ9sQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Bürde</h2>
<p><strong><em>S</em>: Steigen wir nun tiefer in den Kontext von „Bürde“ ein. Wie verliefen die Aufnahmen? Waren die vielen Gastbeiträge von vornherein geplant oder ergab sich dies auf natürliche Art und Weise im Fortschritt der kompletten Produktion?</strong></p>
<p><strong>H.:</strong> Die Aufnahmen waren ebenso inspirierend wie auslaugend, wenn ich ehrlich sein soll. Das Album ist in vier verschiedenen Studios und Städten entstanden und rein organisatorisch war es dabei nicht immer ganz einfach, alles reibungslos vonstatten gehen zu lassen. Die kreative Energie, die der aufwändige Aufnahmeprozess in Gang gesetzt hat, war für mich allerdings ungleich stärker zu spüren als gewohnt. Wir haben uns gerade bei den Drum- und Gitarrenaufnahmen ungemein viel Zeit dafür genommen, das richtige Soundgewand für die Stücke zu finden. Und auch der von dir angesprochene Einsatz von Gastmusikern war elementarer Bestandteil dieses Prozesses.<br />
Der ursprüngliche Ansatz bestand dabei sogar darin, jedes der sechs Stücke von einem anderen Sänger intonieren zu lassen. Die Idee hinter dem Album hatte danach geschrien, von sechs abweichenden Protagonisten herausgetragen zu werden. Je weiter die Aufnahmen jedoch fortgeschritten waren, desto klarer wurde, dass der rote Faden des Albums mit diesem Vorhaben zu sehr Gefahr lief, verloren zu gehen. Also entschloß ich mich, das Ganze auf (immer noch stolze) vier Gastsänger zu reduzieren um den Songs mehr Raum zu geben. Im Nachhinein sicherlich die richtige Entscheidung, denke ich.</p>
<p><strong><em>S</em>: Ich lese in den Texten viel Sehnsucht nach einem anderen (Gemüts-)zustand, als dem Vorherrschenden, einem Blick in die „Ferne“ und viel Leid, welches hinausgeschrien wird, heraus. Was ist für dich die „Bürde“, die du auf dem Album beschreibst?</strong></p>
<p><strong>H.:</strong> Die von dir genannten Attribute sind mit Sicherheit Teilaspekte der Thematik, ja. Grob gesagt befasst sich “BÜRDE” vor allem mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins und unfreiwilliger Passivität, wenn du so willst. Jedes Stück steht dabei im klaren Kontext dieses Grundgedankens, auch wenn sich die jeweiligen Songs inhaltlich stark voneinander abgrenzen. Dir bleibt also, so ausgelutscht es auch klingen mag, bewusst Interpretationsspielraum zum Beantworten dieser Frage. Wir haben uns dennoch dazu entschieden, die Texte des Albums dieses Mal abzudrucken, um einen genaueren Einblick in die lyrische Seite gewinnen zu können. Ich glaube auch, dass “BÜRDE” vor allem von seiner Gesamtheit in Ton, Bild und Wort lebt.</p>
<p><strong><em>S</em>: Ich empfinde das Cover- und Albumartwork als sehr stimmig. Was war die Intention, welche du mit dem Artwork ausdrücken wolltest und wie genau entspricht das Endresultat deinen ursprünglichen Vorstellungen?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Mir war wichtig, die lyrischen Inhalte in ein möglichst vielschichtiges, handgemaltes Cover gepackt zu wissen. Ich habe der von mir sehr geschätzten Künstlerin <strong>WAEIK</strong> daraufhin nur ein paar wage Informationen dazu gegeben, was “BÜRDE” inhaltlich darstellt und ihr bewusst allen Freiraum zur Gestaltung gelassen. Was letzten Endes dabei herausgekommen ist, spricht für sich, denke ich.</p>
<blockquote>
<p align="LEFT">Ich bin immer noch sprachlos, wenn ich das Gemälde sehe &#8230;</p>
</blockquote>
<p><strong><em>S</em>: Plant ihr das Album live umzusetzen und gibt es dazu spezielle Ideen? Wie kann sich der Leser allgemein einen Auftritt von F41.0 vorstellen?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Ich denke nicht, dass wir das Album in Gänze spielen und unsere Auftritte dementsprechend abstimmen werden.<em> “Kokytos”</em> und <em>“E.V.A.”</em> sind aber bereits länger Teil unserer Setlist, und auch wenn ein paar Stücke des Debüts live nicht wegzudenken sind, werden wir sicherlich ein paar weitere Songs von “BÜRDE” mit einbauen.<br />
Auftritte von <strong>F41.0</strong> sind optisch eher unspektakulär. Keine “Rituale” oder Zeremonien, keine Kerzen oder sonstigen Schnickschnack. Wir halten es optisch pechschwarz und in der Darbietung energetisch!</p>
<p align="LEFT"><strong><em>S</em>: Wie sehen deine Wünsche und Vorstellungen für das weitere Wirken von F41.0 aus?</strong></p>
<p><strong>H.:</strong> Die nahe Zukunft von <strong>F41.0</strong> ist tatsächlich schon ziemlich konkret, weshalb weiterführende Vorstellungen zu sehr in der Ferne liegen, als das ich mich mit ihnen beschäftigen wollte. Wir werden versuchen, das neue Material endlich live vorstellen zu können. Danach sind Aufnahmen für eine Split-Veröffentlichung geplant. Parallel arbeite ich am Nachfolger von “BÜRDE”, welcher &#8211; Stand jetzt &#8211; wieder etwas ungezügelter und rauer als das aktuelle Album auszufallen scheint. Aber auch wenn bereits einige Songs geschrieben wurden, werde ich dem Material die Zeit geben, die es braucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/f67fYazWMYY?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Von Konzeptalben und dem Loslassen weltlicher Dinge</h2>
<p><strong><em>S</em>: Im letzten Interviewsegment bitte ich dich aus Sicht des Metalhörers bzw. -liebhabers zu antworten. Wie wichtig sind dir als Konsument Texte im Metal bzw. allgemein in der Musik? Ich habe den Eindruck und ertappe mich leider selbst oft genug dabei, dass ich den Texten zu wenig Beachtung schenke.</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Das ist auch immer eine Frage der Stilistik, denke ich. Es gibt einige Metalalben, die erst durch genanntes Zusammenwirken von Songs, Artwork und Texten interessant werden. Wenn die Idee hinter diesen Veröffentlichungen mein Interesse weckt, bin ich automatisch von der lyrischen Seite ebenso gefesselt wie von der musikalischen. Konzeptalben, wie beispielsweise “Zyklus” von<strong> LUNAR AURORA</strong> oder<strong> NAGELFAR</strong>s “Srontgorrth” werden für mich jedenfalls ewig eine Sonderrolle genießen.<br />
Ich kann mich aber natürlich auch für Kapellen begeistern, deren Texte absolut trivial oder uninteressant sind. Gerade im Metalbereich würde man wohl manche Perle unfreiwillig übergehen, wenn man sich rein auf die Texte konzentriert. Da geht es dann aber auch meist eher darum, die aktuelle Stimmung mit dieser “trivialen” Musik zu untermauern. Konzeptalben schaffen es, im Gegenzug meine Stimmung maßgeblich zu prägen.</p>
<p><strong><em>S</em>: Was ist deine Meinung zu politischen Themen in der Musik? Hat dies eine Berechtigung oder sollte und kann Kunst überhaupt unpolitisch sein (unabhängig vom &#8222;Rechts/Links&#8220; Thema bzw. Schema)?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Gute Frage, zu der ich eigentlich keinen festen Standpunkt meinerseits nennen kann. Politisch motivierte Kunst begegnet uns ja seit Jahrhunderten kontinuierlich als mehr oder weniger dezentes Stilmittel zur Kritikäußerung. Die Wirkung zielgerichteter, politisch motivierter Kunst ist sicher nicht zu unterschätzen und Musikrichtungen wie Punkrock waren maßgeblich zur Gestaltung der heutigen musikalischen Strömungen mitverantwortlich.<br />
Ich selbst kann mit polit- oder sozialkritischen Inhalten in der Musik allerdings recht wenig anfangen, um ehrlich zu sein. Musik bietet an sich eine großartige Plattform sich von diesseitigen, greifbaren Umständen zu lösen, weshalb ich dieses Mittel niemals dafür nutzen könnte, meinen Wahl-O-Mat zu vertonen.<br />
Das ist auch einer der Gründe, warum ich Konzertanfragen zusammen mit klar rechts- oder linksorientierten Bands seit jeher ablehne und diese strikte Linie auch beibehalte. <strong>F41.0</strong> sieht sich nicht als Teil der Bewegung, die ihre privaten politischen wie sozialen Ansichten in die Öffentlichkeit trägt.</p>
<p><strong><em>S</em>: Interessiert dich die (Black) Metalszene und wenn ja, ist diese in deiner Region präsent und produktiv?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.:</strong> Das ist immer so eine Sache. Ich interessiere mich sicherlich nicht für den neuesten Tratsch und Klatsch über Musiker XX oder Blogger XY. Ich besuche allerdings immer noch sehr gerne Black-Metal-Konzerte und pflege Kontakte zu den Menschen, die es mir wert sind. Baden-Württemberg bietet bekanntlich jede Menge interessanter Black-Metal-Bands, auf die man an dieser Stelle sicherlich nicht gesondert eingehen muss. Aus direktem Dunstkreis lassen sich allerdings sicherlich<strong> SIGNUM: KARG</strong> und <strong>NARVIK</strong> nennen, welche nun seit einiger Zeit hochwertige Musik veröffentlichen.</p>
<p><strong><em>S</em>: Rein hypothetisch – mit welchem Künstler würdest du liebend gern einmal zusammenarbeiten?</strong></p>
<p align="LEFT"><strong>H.: A. Meilenwald</strong> (ehemals <strong>NAGELFAR</strong>, heute <strong>THE RUINS OF BEVERAST</strong>) habe ich stets für sein Songwriting bewundert. Selbiges gilt für <strong>Vindsval</strong> von <strong>BLUT AUS NORD</strong>. Vor zehn Jahren hätte sicherlich auch <strong>Matt Bellamy</strong> von <strong>MUSE</strong> dazu gezählt. Heute würde dabei wohl eher eine ungemein kitschige Elektropop-Nummer herauskommen, haha.</p>
<p><strong><em>S</em>: Zum Abschluss möchte ich dich bitten, 3 Alben/Bands zu nennen, die dich in der letzten Zeit begeistert haben und die du uns ans Herz legen möchtest.</strong></p>
<p><strong>H.:</strong> Kurz und schmerzlos, ohne Angabe von Gründen:</p>
<p align="LEFT"><strong>THE RUINS OF BEVERAST</strong> – &#8222;Exuvia&#8220;<br />
<strong>MGLA</strong> – &#8222;Exercises in Futility&#8220;<br />
<strong>BETHLEHEM</strong> – &#8222;Bethlehem&#8220;</p>
<p><strong><em>S</em>: Ich danke dir sehr für das Interview und wünsche dir/euch weiterhin alles Gute und viel Erfolg mit dem Album!</strong></p>
<p><strong>H.:</strong> Vielen Dank für dein Interesse.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/mehr-als-nur-panik-f41-0-im-interview/">Mehr als nur Panik &#8211; F41.0 im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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