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	<title>Reviews Archive - Silence Musik Magazin</title>
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	<description>Das endgültige Metal-Magazin</description>
	<lastBuildDate>Thu, 10 Oct 2019 19:39:58 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Reviews Archive - Silence Musik Magazin</title>
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		<title>MORTIFERUM &#8211; Wenn Leichen zu viel Schatten spenden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nico]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2019 05:26:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Death Metal]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[COFFINS]]></category>
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		<category><![CDATA[MORTIFERUM]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der energiestrotzenden 4-Track-Demo „Altar of Decay“ haben MORTIFERUM ein Album herausgebracht.</p>
<p>Wir haben für dich unsere Einschätzung - sag uns doch gern deine!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/mortiferum-disgorged-from-psychotic-depths/">MORTIFERUM &#8211; Wenn Leichen zu viel Schatten spenden</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><div class="vw-infobox"><div class="vw-infobox-inner"><div class="vw-infobox-content"></p>
<h3 style="text-align: center;">MORTIFERUM &#8211; &#8222;Disgorged From Psychotic Depths&#8220;</h3>
<p style="text-align: center;"><strong>Veröffentlichungsdatum: </strong>11.10.2019<br />
<strong>Länge:&nbsp;</strong>36:31 Min.<br />
<strong>Label:&nbsp;</strong>Profound Lore Records<br />
<strong>Genre: </strong>Death Doom Metal</p>
<p style="text-align: center;"></div></div></div></p>
<h3><strong>„Slow“ statt „Slam“</strong></h3>
<p><strong>Death Metal</strong> ist enorm <strong>vielfältig</strong>. Während es viele <strong>Technical Death- und Slam-Brutal-Death Metal-Kapellen</strong> wie <strong>ARCHSPIRE, KRAANIUM, ANALEPSY, ACRANIUS, GUTTURAL SECRETE, DRIPPING </strong>oder<strong> ORCHIDECTOMY</strong> (nicht nur) für mich mit stupider Frickelei und <strong>Blast-Attacken</strong> ungezügelt übertreiben, gibt es als <strong>Gegenpol</strong> auch ein Subgenre, welches in <strong>laaaaaaaangsamer Manier</strong> versucht, sämtliche Hörzellen zu „dampfwalzen“. Die Rede ist von <strong>Death Doom Metal</strong>. (Seltener auch als Doom Death Metal oder Death/Doom Metal bezeichnet.) Hier treffen die <strong>Brachialität</strong> und das <strong>Destruktionspotenzial</strong> des Death Metal auf die <strong>Gemächlichkeit</strong>, die <strong>Ausweglosigkeit</strong> und/oder die <strong>Bedrücktheit</strong> von Doom Metal. Während einige Bands aus diesem Segment wie <strong>MY DYING BRIDE</strong>, <strong>OCTOBER TIDE</strong> oder <strong>SWALLOW THE SUN</strong> mehr oder weniger deutlich auf <strong>Atmosphäre</strong> getrimmt sind, hinterlassen bspw. <strong>COFFINS, ENCOFFINATION, PHRENELITH, HOODED MENANCE</strong> und <strong>KRYPTS</strong> mit übersteuerten und verzerrten Gitarrenwänden und paranormal tiefen Stimmlagen durch alle ihre Tracks hinweg <strong>okkultistisch-bedrohliche Abgänge</strong> und Nachhalle.</p>
<h3><strong>Wie heranwachsende Pilze</strong></h3>
<p>Fanatiker dieser Tonkunst werden besonders auf Seiten wie <strong>Bandcamp</strong> schnell fündig. Unzählige <strong>Demo-Veröffentlichen</strong> von relativ jungen Bands überragen hier mit hervorragenden und kurzweiligen Kompositionen, welche sich nicht nur als <strong>Playlist-Lückenfüller</strong> eignen. Eines dieser Promo-Werke trägt den Titel <strong>„Altar of Decay“</strong> und stammt von der us-amerikanischen Band <a href="https://mortiferum.bandcamp.com/"><strong>MORTIFERUM</strong></a>. Das bereits 2017 veröffentlichte <strong>Erstlingswerk</strong> der Olympianer strudelt in etwa durch das verdauerte, toxische <strong>Fahrwasser</strong> von <strong>ENCOFFINATION</strong> und <strong>INCANTATION</strong>. Allerdings sorgen Tempovariationen immer wieder für Abwechslung. Das Gesamtgewand der Soundstruktur ist ebenso optimal. Weder zu übersteuert, noch zu glatt poliert….</p>
<h3><span style="color: #ff0000;"><strong><span style="color: #000000;">Gut kopiert statt schlecht selbst gemacht?</span><br />
</strong></span></h3>
<p>… doch genau letzterer Aspekt formiert leider für mich die <strong>größte Schwachstelle</strong> in <strong>MORTIFERUMS</strong> neu erschienener erster Full-Length-Veröffentlichung. Wirkt die Platte etwa zu sauber? Mit sehr <strong>hohen Erwartungen</strong> durch meine Eindrücke von <strong>„Altar of Decay“</strong> ging ich an <strong>„Disgorged From Psychotic Depths“</strong> heran. Das nebulös-aurenhafte und trve Old-School-Cover mit <strong>TOMB MOLD</strong>-ähnlichem Bandschriftzug intensivierte meine Vorfreude und Anspannung noch.</p>
<p>In <strong>stereotypischer Manier</strong> wird der Opener <em>„Archaic Vision of Despair“ </em>intoniert. Watende, übersteuerte <strong>Funeral-Doom-Riffs</strong> versuchen sich schwerfällig, doch zugleich mit gebündelter Kraft selbst voranzutreiben. Dies klingt vielleicht für Außenstehende wie <strong>beißende Kritik</strong>, ist es aber nicht. Solche Intros sind im <strong>Death Doom Metal</strong> Konvention. Nach etwa zwei Minuten kommt der Track in Fahrt. Das <strong>Tempo</strong> nimmt eine Spur zu. Dazu gesellen sich monströs-unnachgiebige bis erbost oder auch apathisch-abweisende <strong>Growls</strong>. Im Death Doom ist gerade die <strong>stimmliche Komponente</strong> schwer mit adäquaten Adjektiven zu beschreiben, aber ich glaube meine Darlegungen sind in dieser Hinsicht relativ angemessen. Demnach ist <em>„Archaic Vision of Despair“ </em>ein mediokrerer Death Doom-Track welcher punktuell auch alte <strong>ENTOMBED</strong> durchsickern lässt.</p>
<p><iframe title="MORTIFERUM - Archaic Vision Of Despair (official audio)" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/933kaFXMXB4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Im darauf Folgendem <em>„Inhuman Effigy“ </em>geht es konventionell rhythmusorientiert weiter, nämlich schleppend, walzend und schwermütig, anfänglich jedoch noch mit einem auffallend schnellem Riffgewitter. Nach circa einer Minute <strong>pegelt</strong> sich das <strong>Tempo</strong> wieder in gewohnten Gefilden ein. Die <strong>Stimme</strong> bekommt nun durch das Mixing eine <strong>stärkere Gewichtung</strong> zugetragen. Während des Voranschreitens in der Tracklist wird am <strong>musikalischen Grundkonsens</strong> festgehalten. Langsame, gehaltene, massive und wuchtige Riffs nehmen die <strong>Überhand</strong> und treffen sich einige Male zum kurzen Schlagabtausch mit <strong>Midtempo-Schwedentod-Hooks</strong>. Durchweg zweifelsohne in <strong>rhythmischer Verortung</strong>. Lediglich im selektierten <strong>Intermezzo</strong> <em>„Anamnesis“ </em>zeigen sich <strong>MORTIFERUM </strong>von ihrer schmalen akustischen und sphärisch-ambientalen Seite.</p>
<h3><strong>Wie Death Doom Metal für mich noch veredelt werden kann</strong></h3>
<p>Doch zurück zur <strong>Ausgangskritik</strong> mit der Anfechtung der allgemeinen Soundarchitektur. Hört man das Album <strong>mit</strong> <strong>Kopfhörern auf dem MP3-Player</strong>, hat man wirklich schnell das Gefühl, <strong>„Disgorged From Psychotic Depths“</strong> sei etwas <strong>glatt poliert</strong>. Über <strong>Lautsprecher</strong> mit aufgedrehtem <strong>Bass</strong> wird dieses Gefühl glücklicherweise merklich gemindert, sodass ich den im Voraus<strong> erhobenen Zeigefinger </strong>wieder etwas herunter nehmen muss. Allerdings wirken die <strong>Kompositionen</strong> an sich schon ab dem zweiten bzw. dritten Titel zu <strong>vorhersehbar</strong>. Ein <strong>Negativkriterium</strong>, welches vielen Alben aus der Sparte Death Doom leider Gottes anlastet. Des Weiteren fehlt mir bei dem Werk eine <strong>katakombenartige</strong>, verlassene, bedrückende und ausweglose <strong>Grundatmosphäre</strong>, welche durch dezente hintergründige <strong>ambientale Soundscapes</strong> hätte inszeniert werden können. Oder alternativ durch dissonante, konfuse und sprunghafte Gitarrensoli-Interventionen. Irgendwie kommt mir bei diesem Gedanken das schon etwas ältere <strong>BLUT AUS NORD</strong>-Album <strong>„Mort“</strong> in den Sinn, welches zwar auch spürbar in Linearität verharrt aber genau die eben geschilderten Gefühlslagen atmosphärisch evoziert.</p>
<h3><strong>Auch die Vorbilder waren zwischenzeitlich fleißig</strong></h3>
<p>Bereits am <strong>20.09.</strong> erschien das nunmehr fünfte Album <strong>„Beyond The Circular Demise“</strong> der Underground-Heroen <strong>COFFINS</strong>. Vor einigen Monaten habe ich dessen musikalische Ergüsse im Rahmen <a href="https://silence-magazin.de/triumvir-foul-urine-of-abomination">meiner Rezension zur neuen <strong>TRIUMVIR FOUL-EP</strong></a> als mir persönlich teilweise zu linear bezeichnet. Diese <strong>Kritik </strong>muss ich, zumindest in Anbetracht ihres neusten Werks, wieder <strong>verwerfen</strong>. Leicht gereifte und trotzige <strong>Growls</strong> infiltrieren dauerhaft den <strong>dichten und packenden Sound</strong> des Silberlings. Rhythmische, mitreißende <strong>Motivänderungen</strong> <strong>verhindern</strong> die im Genre oft drohenden <strong>Monotonieauswüchse</strong>. Ich möchte hierbei jedoch keine weitere explizite Rezension zum neuen Werk des japanischen Quartetts darlegen. Vielmehr ist es mir ein Anliegen, euch dahingehend zu bewegen, <strong>beide Alben </strong>einmal <strong>im direkten Vergleich</strong> anzuhören und euch selbst eine Meinung zu bilden. Welche Formation entscheidet diesen <strong>inoffiziellen Konkurrenzkampf</strong> für sich: Die <strong>Neulinge</strong> oder die <strong>altbewährten Vorreiter</strong>? Lasst es mich gerne im Kommentarbereich wissen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/mortiferum-disgorged-from-psychotic-depths/">MORTIFERUM &#8211; Wenn Leichen zu viel Schatten spenden</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<item>
		<title>Abstract Void – Raus aus Genrekonventionen, rein in Retro-Futurismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nico]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Dec 2018 11:49:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
		<category><![CDATA[Progressive]]></category>
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		<category><![CDATA[Abstract Void]]></category>
		<category><![CDATA[Atmospheric Black Metal]]></category>
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		<category><![CDATA[Violet Cold]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Synthwave meets Blackgaze - was kann das nur sein?! Wir haben uns<br />
ABSTRACT VOID mal genauer angeschaut und deren aktuelles Album unter die Lupe genommen.</p>
<p>An was erinnert's, wie klingt es und was empfehlen wir euch dazu? Rotwein, Wild, andere Bands?! Find es raus!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="vw-infobox"><div class="vw-infobox-inner"><div class="vw-infobox-content"></p>
<h2>ABSTRACT VOID &#8211; &#8222;Back To Reality&#8220;</h2>
<p><strong>Veröffentlichungsdatum: </strong>29.10.2018<br />
<strong>Länge: </strong>36:19 Min.<br />
<strong>Label: </strong>Self-Released<strong><br />
Genre: </strong>Atmospheric/Post/Electro Black Metal, Blackgaze, Synthwave</div></div></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sicherlich werden sich viele von euch Metalmaniacs da draußen die Frage stellen, ob ich mich bei meinem heute rezensierten Album nicht einschlägig in der <strong>Genrezuweisung</strong> geirrt habe. Eine Veröffentlichung, die in der Rubrik<strong> &#8222;Black Metal&#8220;</strong> landet, allerdings hinsichtlich des <strong>Cover-Artworks</strong> wohl vorrangig an einen hypermodernen, mittelklassigen <strong>Trance-Sampler</strong> erinnert? Was soll das denn sein!!??</p>
<p>Die Antwort lautet:&nbsp; Es handelt sich hierbei um <strong>ABSTRACT VOID</strong> mit seinem (!) kürzlich erschienenen zweiten Langspieler &#8222;Back To Reality&#8220;.&nbsp; Ebenso kryptisch, verschleiernd wie lapidar zugleich bezeichnet das unbekannte Phantom hinter diesem Projekt seine Musik wie folgt: &#8222;<em>One-man project from the planet Earth. An experimental blend of blackgaze and synthwave.&#8220;</em></p>
<p>Spätestens nach dem Lesen dieser Zeile neigen wohl&nbsp; die konservativen <strong>&#8222;Transilvanien Hunger&#8220;-Puristen</strong> unter den Black Metal-Fans dazu, für mindestens 5 Minuten die Hände über den Kopf zusammenzuschlagen oder sogar <strong>vom Stuhl zu fallen</strong> und sich dabei den Ellenbogen zu brechen. &#8222;<em>Synthwave-Klingelingeling im Black Metal. An so einem Punkt sind wir jetzt schon angelangt. Einfach Lachhaft und beschämend!&#8220; </em>So in etwa hallt es schon just in diesem Moment des Verfassens dieser Zeilen in meinen Ohren. Eine <strong>authentische Wiederbelebung der 1980er Jahre</strong> sieht für viele alteingesessene Metal-Fans zweifelsohne anders aus.</p>
<h3>Welchen Hintergrund hat das ganze?<u></u></h3>
<p>Mit dem voranschreitenden Prozess der Ausdifferenzierung von <strong>Black-Metal-Subgenres</strong> wie Post Black/Progressive Black oder Avantgarde Black Metal innerhalb der letzten Jahre haben sich dem gegenüber mindestens ebenso viele <strong>Widerstände</strong>&nbsp;gebildet wie <strong>Fans</strong>. Unter etlichen Youtube-Videos von Bands wie <strong>GHOST BATH, GERM, AMESOEURS, SKYFOREST, SORROW PLAGUES</strong> und nicht zuletzt <strong>DEAFHEAVEN</strong> reihen sich Kommentare und Bezeichnungen wie <strong>&#8222;Hipster Black Metal&#8220;</strong>, was durchaus in der Regel nicht positiv gemeint ist. Zu euphorisch, zu melodiös, zu unkonventionell, zu experimentell und modernistisch aufgebauscht seien die Kompositionen, um als wahrhaftig dem Black Metal zugeordnet werden zu können.</p>
<p>Und wie sieht das bei <strong>ABSTRACT VOID</strong> aus? Handelt es sich hier um einen authentischen und harmonischen Querschnitt aus <strong>traditonellem Black Metal</strong> und <strong>80er-Jahre-Synthwave-Musik</strong> oder wollte hier nur jemand was ganz besonders Cooles und Revolutionäres auf den Präsentierteller legen? Grundlegend bin ich der Auffassung, dass diesem noch gänzlich unbekannten Genre-Ausreißer durchaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Aus diesem Anlass schreibe ich auch diese Review.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/yfsJrmJ-1Hs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Auf den Punkt gebracht!</h3>
<p>Schon von der ersten Sekunde an durchdringen im Titel <em>&#8222;Wind of Reminiscence&#8220;</em> <strong>Synthwave-Passagen</strong> die Gehörgänge, welche am ehesten als <strong>dream-ambient-orientiert</strong> bezeichnet werden können. In den folgenden Songs reihen sich zahlreiche Zwischenspiele und Bridgeparts in die Kompositionen ein, die klangtechnisch sehr stark an <strong>Dream Ambient</strong> oder<strong> New Age</strong> erinnern. Aber wie geht es weiter?</p>
<p>Nach den elektronischen Synthesizer-Ambient-Klängen, die als kurze Eröffnungssequenzen dienen, gesellen sich auch im zweiten Titel &nbsp;<em>&#8222;</em><em>As I Watch The Sunset Fade&#8220;</em> hintergründlich <strong>Post-Black-Metal-Riffs</strong> und leisere, kryptische, &#8222;gezogene&#8220; und geschriene Vocals hinzu (die typisch für Atmospheric/Post Black Metal sind). Diesen zweiten Track möchte ich besonders hervorheben, weil er sich durch eine unglaublich ergreifende und euphorische Melodik auszeichnet. Der leicht im <strong>Diskobeat</strong> oder „house-compilation-mäßig“ beginnende Song entpuppt sich schnell als kraftvoller, energischer Durchstarter. In den Strophen wandeln sich die elektronischen Klänge nämlich schnell&nbsp; zu einem Old-School-Synthwave-Gewitter à la <strong>KRAFTWERK</strong> oder<strong> DEPECHE MODE</strong>.</p>
<h3>Unkonventienell &#8211; aber nicht von gestern</h3>
<p>Auch die instrumentalen Zwischenspiele erscheinen keineswegs abgedroschen oder langweilig. Einziges Manko dabei ist, dass die durchaus <strong>betörenden Vocals</strong> schnell in der Gesamtkomposition untergehen. Wenn man dann noch den Bass höherschraubt, intensiviert sich der Effekt. (Aber die Synth-Passagen kommen dann einfach noch besser rüber). Das ist aber ehrlich gesagt <strong>Jammern auf hohem Niveau</strong>. Die beiden ersten Nummern haben auf jeden Fall hohes <strong>Wiedererkennungspotential</strong> und sind in meinen Augen somit zu Recht am Anfang des Albums positioniert worden.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_30050" aria-describedby="caption-attachment-30050" style="width: 290px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-30050 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/12/absvoid-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/12/absvoid-300x300.png 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/12/absvoid-150x150.png 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2018/12/absvoid.png 400w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-30050" class="wp-caption-text">Geheimnisvoll: Wer hinter ABSTRACT VOID steckt, ist unbekannt.</figcaption></figure>
<p>Die folgenden Songs warten auch mit unterschiedlichen Melodien und<strong> emotionalen Codes</strong> auf, allerdings sind die schwer durch Worte zu beschreiben. <em>&#8222;</em><em>Back to Reality&#8220;</em> und <em>&#8222;Disconnected&#8220;</em> wissen sehr gut, durch die Synthparts mit melödiösen Feinheiten Spannung zum nächsten Motivwechsel aufzubauen. Das passiert aber nie in langweiliger oder belangloser Manier.</p>
<p>Den 5. Titel <em>&#8222;Joy Night&#8220;</em> muss ich dann aber doch etwas &#8222;auseinandernehmen&#8220;. Einen ziemlich aufdringlichen Electro-House-Beat im Hintergrund in Kombination mit emotional übertriebener melodischer <strong>&#8222;Happiness&#8220;</strong>&nbsp;kann ich leider weder als <strong>Black Metal</strong> noch als für mich <strong>gute Musik</strong> durchgehen lassen. Abgesehen von den Vocals erinnert <em>&#8222;Joy Night&#8220;</em> vom Gesamteindruck her eher an den Sound von <strong>einst erfolgreichen Pop-Gruppen</strong>, die im Rahmen eines Comebacks allen noch mal zeigen wollen, dass sie im neuen Jahrzehnt oder Jahrhundert angekommen sind und immer noch<strong> cool und hip</strong> sein können. Diesen Schnitzer werte ich jedoch nur als Randnotiz.</p>
<h3>Ist das noch Black Metal ?</h3>
<p>Das werden sich jetzt wohl einige von Euch fragen. Ich möchte das Ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Im Endeffekt bleibt es jedem selbst überlassen, ob das für ihn/sie noch Black Metal ist oder nicht. Für mich passt wohl am besten das Prädikat <strong>&#8222;teils/teils&#8220;</strong>. Als unzutreffend empfinde ich die Bezeichnung <strong>Experimental (Black) Metal</strong>, weil das kompositorische Grundkonzept einfach zu koordiniert und einheitlich durchdacht daherkommt. &nbsp;Es werden hier keine plötzlichen, abrupten Sprünge oder Wechsel von sonderbaren Instrumenten sichtbar. Ich bezeichne dieses Werk einfach als Musik, die ehrlich, enthusiastisch und detailverliebt klingt. (Darüber hinaus ist meine endgültige Zuweisung im Infokasten oben glaube ich explizit genug.)</p>
<p>Bezogen auf den Stil, also den New-Age-/Synthwave-Einschlag, sind <strong>ABSTRACT VOID</strong> eigentlich mit &nbsp;<strong>TRISTE L´HIVER</strong> vergleichbar, einem Ein-Mann-Projekt aus den USA, das vielleicht teils noch ambientartiger wirkt und auch cleane Vocals stellenweise integriert.&nbsp;<strong>GERM, VIOLET COLD</strong> und die australischen <strong>MESARTHIM</strong>, die den &#8222;Cosmic Black Metal&#8220; mit ihrer ganz eigenen Spielart etwas revolutioniert haben, setzen teils genauso gern elektronische Klänge in ihre Musik ein. Im Hinblick auf die euphorische Grundatmosphäre der Musik können ebenso Parallelen zu <strong>SKYFOREST</strong> oder&nbsp; <strong>SORROW PLAGUES</strong> gezogen werden.</p>
<h3>Weitere Musik-Empfehlungen von mir</h3>
<p>Hier findet Ihr einige Songs und Alben, die Euch auch gefallen könnten. Mit dabei sind&nbsp;<strong>TRISTE L´HIVER</strong>,&nbsp;<strong>SKYFOREST,&nbsp;</strong>&nbsp;<strong>SORROW PLAGUES</strong>,&nbsp;<strong>DYNFARI</strong>&nbsp; und einige andere. Hört mal rein!</p>
<p>Im Übrigen: Die beiden Alben von <strong>ABSTRACT VOID</strong> können <strong>KOSTENLOS, LEGAL und VOLLSTÄNDIG </strong>von der offiziellen <a href="https://abstractvoid.bandcamp.com/album/back-to-reality"><strong>Bandcamp-Seite</strong></a>&nbsp;des Projektes heruntergeladen werden.</p>
<p><iframe width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/yfsJrmJ-1Hs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der heikle Spagat zwischen Wollen und Müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2016 07:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Bassschubbse]]></category>
		<category><![CDATA[befangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Dilemma]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Musikredakteur]]></category>
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		<category><![CDATA[tour]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Moin Freunde, was wie wirres Gestammel scheint, hat tatsächlich einen eher ernsten Hintergrund, welchen wir (unsere Bassschubbse Nina und meine Vielheit) &#8211; auch aus durchaus eigenem Interesse &#8211; versuchen zu beleuchten. Vor kurzem wurde eine Review zum neuesten Album einer recht bekannten Band, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p dir="LTR" align="LEFT">Moin Freunde,</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">was wie wirres Gestammel scheint, hat tatsächlich einen eher ernsten Hintergrund, welchen wir (unsere Bassschubbse Nina und meine Vielheit) &#8211; auch aus durchaus eigenem Interesse &#8211; versuchen zu beleuchten. Vor kurzem wurde eine Review zum neuesten Album einer recht bekannten Band, welche natürlich bei einem sehr bekannten Label unter Vertrag ist, mit einer negativen Kritik bedacht. Das hatte fatale Folgen für den Rezensenten. Selbiger verrichtet(e) nämlich nebenbei auch noch in einer mittelprächtig vorzeigbaren Band seinen Dienst. Ja, er wurde gefeuert. Ja, und das nach der Veröffentlichung dieser, seiner Rezension! Wie das Ganze in Zusammenhang steht? Vielleicht sollte man wissen, dass besagte mittelprächtig vorzeigbare Band des Rezensenten in Kürze als Support für &#8211; und mit &#8211; eben jener großen Band auf Tour gehen wollte, deren Album er nicht besonders pralle fand. Das weitere Drumherum ist unbekannt und muss uns in diesem speziellen Fall erst mal nicht interessieren, da wir die konkreten Einzelheiten und Bandinterna nicht kennen, die letztendlich zu dieser Entscheidung geführt haben mögen.</p>
<blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Trotzdem regt ein solcher Fall zum Nachdenken an. Darf ein Musiker sich überhaupt über die Arbeit seiner Kollegen echauffieren?</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 414px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="details-image" draggable="false" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/13936549_10202068457869509_1847642170_n.jpg" width="424" height="280" /><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">Der mit der Gitarre ist der Scheff, auch wegen der Faust und so!</figcaption></figure></blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Und wenn nicht er, wer dann? <strong>Ein Laie, der nicht Dur von Moll unterscheiden kann</strong> oder <strong>Double-Bass für eine Band mit zwei Bassgitarren</strong> hält? Oder spielte in diesem speziellen Falle doch das kommerzielle Kalkül eine Rolle? Es gab nämlich noch eine <strong>positive Review</strong> zur selben Scheibe <strong>vom selben Magazin</strong>. Das Label, unter dem das Album veröffentlicht wurde, ist durchaus bekannt dafür, dass Magazinen &#8211; die zu oft negatives Feedback zu deren Künstlern gaben &#8211; mit Liebesentzug gedroht wurde.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Glücklicherweise wurde auch <strong>Nina</strong> auf diesen Fall aufmerksam und machte sich ihre eigenen Gedanken dazu:</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Dass es nicht ganz so einfach sein kann, gleichzeitig eine Profession auszuüben und über sie zu berichten, wird mir langsam klar. Dank des besagten Vorfalls fange ich an, mir überlegen zu müssen, wie sich meine journalistischen Ideale an dieser Stelle stecken lassen. Was auch immer <strong>„globale&#8220; journalistische Ideale</strong> hinsichtlich Berichterstattung sein mögen, ich bezweifle, dass sich so etwas im Rahmen eines doch sehr legeren Onlinemagazins konsequent durchziehen ließe. Ich versuche es dennoch und erkenne, dass es Reibungspunkte zwischen &#8222;so sollte es sein&#8220; und &#8222;so ist es&#8220; ergeben.</p>
<blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Ihr merkt, man hat es schon nicht leicht, so als Redakteur.</p>
</blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Erst recht nicht, wenn man in einem Ressort arbeitet, in dem man sich sowieso einen Großteil seiner Zeit bewegt. Ja, ich schreibe über Musik. Ich rezensiere Platten, ergieße meine Meinung über Live-Erlebnisse und Beobachtungen von Geschehnissen in Texten. Ich bin aber <strong>keinesfalls so weit außenstehend</strong>, wie ich es mir zeitweise wünschen würde. Warum? Weil ich selbst Musik mache. Und damit beginnt doch das Dilemma.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-5322 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/sign-1209593_1920-300x200.jpg" alt="sign-1209593_1920" width="300" height="200" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/sign-1209593_1920-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/sign-1209593_1920-1024x682.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/sign-1209593_1920-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/sign-1209593_1920-750x500.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/sign-1209593_1920.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Wie gut kann ich meinen Job eigentlich machen, wenn ich bis zum Kinn in der Struktur drin stecke? Natürlich sollte ich als bewertende Instanz Ahnung von der Materie haben. Wie verlässlich kann sonst mein Urteil sein? Als arrogantes Schwein, wie ich es manchmal bin, könnte ich sagen: <strong>&#8222;Wie gut kann schon jemand über Musik schreiben, der selbst keine macht?&#8220;</strong> Die Frage ließe sich aber auch anders stellen: Wie gut kann jemand Musik beschreiben, der selbst welche macht? Ich denke, beide können es gleich gut und schlecht. Ein Musiker schreibt für Musiker tendenziell eher fachidiotischen Ruß. Schreibende Musikkonsumenten sind vermutlich aufgrund eines weniger analytischen und detaillierten Blicks eher in der Lage, generelle Tendenzen eines Albums aufzugreifen. Was ist denn nun besser? Vermutlich ist es auch Bullshit, eine solche Trennung vorzunehmen.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Was zu dieser – meiner – Verklärung noch unangenehm dazukommt, ist die Tatsache, dass sich viele Musiker in meinem Umfeld bewegen. Das ist unvermeidbar.</p>
<blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Und die Welt ist verdammt klein, wie wir alle wissen.</p>
</blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Demnach kommen auch gern mal persönliche Verbandelungen ans Tageslicht, die die Unbefangenheit, mit der ich meine Arbeit anpacken möchte, durchaus infrage stellen könnte. Bislang stelle nur ich die in Frage. Wie rufschädigend ist es aber für mich als <strong>Schreiberling</strong>, wenn mir jemand (vermeintliche) <strong>Verbandelungen</strong> nachsagt, die irgendwann mal für <strong>gute Bewertungen</strong> gesorgt haben?</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Da wären wir beim Thema Befangenheit und Subjektivität. Natürlich bewerte ich Platten subjektiv, habe aber den Anspruch, meine Meinung mit dem Erläutern von Sachverhalten, seien es Produktionsart, Musik-Genre oder technische Ausgefuchstheit, zu belegen. Das heißt, dass ich darauf achte, nicht nur zu sagen: &#8222;Die find ich kacke, weil die Musik mir nicht gefällt.&#8220; Wenn ich allerdings die Band kacke finde, weil alle Mitglieder <strong>arrogante Wichser</strong> sind &#8211; oder andersherum: ich find die Typen einfach heiß und bin <strong>hochgradig verknutscht</strong> &#8211; kann und darf ich dann noch ein Album von ihnen bewerten? An welcher Stelle muss ich so verantwortlich sein und die Review-Anfrage ablehnen?</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Befangenheit geht aber auch auf einer anderen Ebene: <em><strong>Muss ich bekannten Bands eigentlich immer gute Bewertungen geben, nur weil sie alte Hasen im Geschäft sind?</strong></em></p>
<img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-5325 alignleft" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/Sammlung_2-218x300.jpg" alt="Kein Applaus für Scheiße" width="192" height="264" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/Sammlung_2-218x300.jpg 218w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/Sammlung_2-743x1024.jpg 743w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/Sammlung_2-750x1034.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/Sammlung_2.jpg 1235w" sizes="auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px" />
<p dir="LTR" align="LEFT">Weil mich dann das Label lieb hat? Letzteres ist mir wirklich Wumpe. Ersteres muss abgewogen werden. Aber: warum ist das so unüblich, bekannten Bands durchaus mal eine 3/10 oder weniger reinzudrücken? Ich erinnere mich hier nur an <a href="https://silence-magazin.de/es-gibt-keinen-welpenschutz/">Alex&#8216; Artikel </a>zum Thema Vergleichbarkeit. Ja, auch ihr <strong>großen Bands müsst euch vergleichen lassen</strong>! Vielleicht sogar unter schärferen Bedingungen, als kleinere Bands? Ihr wisst ja immerhin schon, wie es geht.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Und da geht der Ritt gleich weiter: Welche <strong>Bewertungsmaßstäbe</strong> setze ich selbst an? Wie wichtig ist Technik für mich? Produktion? Songwriting? Atmosphäre? Kann sich ein so komplexes Konstrukt wie Musik, bzw. eine Veröffentlichung, überhaupt in solche Kategorien aufsplitten lassen?</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Zu einer Band gehört zudem mehr als die aktuelle Produktion. Was bewerte ich eigentlich die ganze Zeit? Die Veröffentlichung alleine? Oder sehe ich die im Kontext mit anderen Alben des Künstlers oder der Künstler? Im Vergleich zu Live-Erlebnissen? Im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bezweifel ich, dass eine umfassende Bewertung im Rahmen eines gut lesbaren Artikels möglich ist.</p>
<blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Ich verzettel mich ja schon bei den Grundlagen vom Hundertsten ins Tausendste.</p>
</blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Interessant ist, und das möchte ich noch anmerken: an der Frage, wie ich eine mir bekannte Band bewerte, scheiden sich tatsächlich die Geister. Das hängt an der Profession. Ein befreundeter Musiker empfand es als Verrat an der eigenen Band, dass besagter Schreiberling der Headliner-Band eine unterirdische Bewertung verpasst hatte. Immerhin wollte seine Band mit denen auf Tour gehen. Es sei ja deutlich <strong>&#8222;netter&#8220;</strong>, einer befreundeten Band eine gute Bewertung zu geben. Warum? Steigere ich mich weiter in den Gedanken hinein, könnte ich vielleicht an dieser Stelle noch mehr Vetternwirtschaft erkennen, die unter Musikern üblich ist: <em><strong>&#8222;Wir nehmen euch auf Tour &#8211; ihr seid uns jetzt ne gute Publicity schuldig.&#8220;</strong></em> Wie gesagt, das muss ja nicht mal so gedacht gewesen sein. Vielleicht hat die eigene Band den Schreiberling auch in die Pflicht genommen, um für positive Stimmung untereinander zu sorgen.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Doch zurück zum Professionsproblem: Ich kann die Haltung, befreundeten Bands zu &#8222;helfen&#8220;, nachvollziehen, teile sie aber in meiner Rolle als Autorin keinesfalls.</p>
<blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Ich will nicht nett sein. Ich will aufrichtig sein.</p>
</blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">Und dazu gehört auch, zu sagen: Passt auf, ich finde die Band super, weil das tolle Leute sind, die ehrgeizig ihre Ziele verfolgen und dennoch menschlich geblieben sind &#8211; aber ich habe keine Ahnung von dem, was die Musik tatsächlich ausmacht, weil ich keine Ahnung vom Genre habe. <em><strong>Finde jemand anderen der deine/diese Platte bewertet. Punkt.</strong></em></p>
<p dir="LTR" align="LEFT">In Position von Band-Mitglied und Schreiber-Schrulle würden sich an dieser Stelle dicke Loyalitätskonflikte auftun, wenn ich die Review <strong>dennoch schreiben möchte oder sogar irgendwie muss</strong>! Inwieweit bin ich meiner Band verpflichtet, nicht Tourpläne zu durchkreuzen, weil der Headliner mir nicht schmeckt und ich das öffentlich mache? Wie loyal sollte meine Band mir gegenüber sein, auch wenn ich die Musik vom Headliner leiden kann (oder eben auch nicht), solange ich mich zwischenmenschlich angemessen verhalte und <strong>meinen Job auf der Bühne</strong> gut mache?</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Richtig Nina, und wie loyal sollte das Magazin sein, auch die <strong>schlechte Kritik</strong> ihres Kollegen zu <strong>akzeptieren</strong>? Es kann jeder halten wie er will, nur für mich als Konsument ist es schlichtweg verwirrend, wenn zwei Reviews zur selben Platte im selben Magazin erscheinen. Klar gibt es auch im Online-Mag-Bereich Hahnenkämpfe, Neid und Missgunst und jeder versucht natürlich, die großen Labels bei der Stange zu halten und sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Hier muss ich allerdings sagen, dass ich den Herausgeber [der auch das zweite, positive, Review selbst verfasste] recht gut leiden kann und ziemlichen <strong>Respekt vor seiner Arbeit</strong> habe, weswegen ich die da gefahrene Doppelschiene für absolut unnötig und despektierlich gegenüber a) dem Leser und b) dem Autor empfinde.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Selbstverständlich durften damals auch hier die allseits beliebten Klugscheißer ihren süßen Senf zur Thematik beitragen und Sätze wie:</p>
<blockquote>
<p dir="LTR" align="LEFT">&#8222;Und wir als Leser wollen ein ehrliches, offenes Review lesen!&#8220;</p>
</blockquote>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" id="attachment_5328" aria-describedby="caption-attachment-5328" style="width: 290px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5328 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/13942208_10202068457709505_485793668_n-300x200.jpg" alt="13942208_10202068457709505_485793668_n" width="300" height="200" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/13942208_10202068457709505_485793668_n-300x200.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/13942208_10202068457709505_485793668_n-360x240.jpg 360w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/13942208_10202068457709505_485793668_n.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption itemprop="caption" id="caption-attachment-5328" class="wp-caption-text">Schnauze!</figcaption></figure>
<p dir="LTR" align="LEFT">zum Besten geben. Lieber Mensch, der dies damals postete: <strong>Du hast vollkommen Recht!</strong> Im Nachhinein sehe ich deinen kompletten Kommentar als verzweifelten Versuch, die Wogen noch zu glätten, was ich durchaus als Plus verbuche. Trotzdem habe ich keine Ahnung, was Musik mit euch so anstellt. Bei mir verursacht Musik heftige Reaktionen, sei es im negativen wie im positiven Sinne. <strong>Musik</strong> vermag Collagen von Gedanken, Erinnerungen, Gefühlen zu erschaffen. Sie <strong>hilft mir, mein Leben zu meistern</strong>. Musik ist für mich die heile Welt, in welche die Irren und Schwachmaten keinen Zugang haben. Natürlich vermag nicht jeder Künstler, sei er noch so bekannt, hochbezahlt oder überkandidelt, diese Erwartungen zu erfüllen.</p>
<p dir="LTR" align="LEFT">Und genau hier sollte ein guter Rezensent zu vermitteln wissen und diese &#8211; SEINE &#8211; Sicht der Dinge auch einfach nur niederschreiben dürfen. Ohne Zensur, ohne die Angst im Nacken, dass das persönliche Konsequenzen haben könnte.</p>
<figure itemscope itemtype="http://schema.org/ImageObject" style="width: 673px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="details-image" draggable="false" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/08/13883857_10202068457789507_875329677_n.jpg" width="683" height="391" /><figcaption itemprop="caption" class="wp-caption-text">Das richtige Werkzeug, die falschen Ideale?</figcaption></figure>
<p>Nachtrag: Aus Respekt vor <em>allen</em> Beteiligten werden wir weder Namen von Personen oder den Bands preisgeben. Aber ihr wisst es ja eh schon &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://silence-magazin.de/gnadenlos-charmant-der-heikle-spagat-zwischen-wollen-und-muessen/">Der heikle Spagat zwischen Wollen und Müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://silence-magazin.de">Silence Musik Magazin</a>.</p>
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		<title>Krautsurfing &#8211; irgendwo zwischen Rock, Punk und Metal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2016 10:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Album Review]]></category>
		<category><![CDATA[Avantgarde-Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Experimental]]></category>
		<category><![CDATA[Krautrock]]></category>
		<category><![CDATA[Post Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>CIRCLE &#8211; Meronia Veröffentlichungsdatum: 29.07.2016 (Re-Release) Dauer: 76:53 min Label: EKTRO RECORDS ICH WÜRDE MICH NUR ZU GERN DEN ANDEREN REZENSENTEN ANSCHLIEßEN. DAMIT MEINE ICH, DAS EIN ODER ANDERE WORT ÜBER SCHLECHTE ALBEN VON UNBEKANNTEN BANDS VERLIEREN. Aber da ich anscheinend das Glück ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>CIRCLE</strong> &#8211; Meronia<br />
Veröffentlichungsdatum: 29.07.2016 (Re-Release)<br />
Dauer: 76:53 min<br />
Label: EKTRO RECORDS</p>
<p style="text-align: center;">ICH WÜRDE MICH NUR ZU GERN DEN ANDEREN REZENSENTEN ANSCHLIEßEN.<br />
DAMIT MEINE ICH, DAS EIN ODER ANDERE WORT ÜBER SCHLECHTE ALBEN VON UNBEKANNTEN BANDS VERLIEREN.</p>
<p>Aber da ich anscheinend das Glück fürs Leben gebucht habe, durfte ich mir die Neuauflage von <strong>CIRCLE</strong>s Debüt-Album &#8222;Meronia&#8220; auf die Ohren geben. Von <strong>CIRCLE</strong> selbst kannte ich vor dem Album nicht viel, außer ihr Stil-brechendes Album &#8222;Miljard&#8220; von 2006. Dieses ist um Längen ruhiger und setzt eher auf den Ambient-Sound. Zuvor hatte es den Finnen eine Musikrichtung besonders angetan: <strong>Krautrock</strong>.<strong><br />
</strong><br />
Die älteren Leser dürften diesen Begriff schon das ein oder andere Mal gehört haben. Sie verknüpfen vielleicht auch Bands wie <strong>WALLENSTEIN</strong>,<strong> TON STEINE SCHERBEN</strong>,<strong> FAST</strong> und <strong>NEU!</strong> damit. Letztere sind eindeutig <strong>CIRCLE</strong>s größte Inspiration in ihren Anfangsjahren gewesen. Der Krautrock wurde in den 60ern und 70ern den westdeutschen Rock-Bands zugeordnet. Dabei inkorporierten sie hauptsächlich psychedelische, improvisierte und experimentelle Elemente in ihre Musik.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5023 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/1280x1280-300x300.jpg" width="300" height="300" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/1280x1280-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/1280x1280-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/1280x1280-1024x1024.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/1280x1280-750x750.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/1280x1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Die  Verschmelzung der Genres Heavy Metal und eben dieses Krautrocks ist wahrscheinlich der Hauptgrund für den Bekanntheitsgrad von <strong>CIRCLE</strong>. Sie selbst definierten sich auf den folgenden Alben gern als <strong>NWOFHM </strong>(New Wave Of Finnish Heavy Metal) in Anlehnung an die britische Variante des <strong>NWOBHM</strong>.</p>
<p>Dennoch ist auf diesem Album ein anderer Stil noch viel prominenter: <strong>Punk</strong>.<br />
Die Wurzeln in diesem Genre und der Einfluss auf ihr erstes Werk sind unbestreitbar. Jedoch wurde die Welle, die dieses Album im Heimatland der Experimental-Rocker von <strong>CIRCLE</strong> ausgelöst hat, viel zu oft übergangen.<br />
Denn an diesem Album war damals nicht wirklich viel genre-typisch, außer der immerwährende Vergleich mit <strong>NEU!</strong>.<br />
Die Band hatte sich im Vergleich zu ihrer ersten 7&#8243;-Platte weiter von diesem Sound entfernt, denn ihr Label merkte damals schon die offensichtliche Nachahmung des großen Vorbilds. Aber zum Glück war man geduldig genug und konnte 1994 den Finnen ihren ersten Longplayer bescheren, welcher nur einer von <strong>ganzen 51 Alben</strong> ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">DIESE PLATTE IST DAS PURE GLÜCK FÜR ALLE, DIE AUF NICHT SO LEICHT DURCHDRINGBARE MUSIK STEHEN. DAMIT IST ABER NICHT KOMPLEXITÄT GEMEINT.<br />
UND ERST GAR NICHT TECHNISCHE FINESSE!</p>
<p>Wie gesagt konnten <strong>CIRCLE</strong> mit diesem Album jedoch ihren eigenen Sound mehr und mehr entwickeln, auch wenn der Einfluss anderer Krautrock-Bands sofort ins Ohr fällt. Der punkige und verzerrte Ton vereinzelter Passagen lässt den Hörer eben diese Progression erleben. Dabei werden, wie zum Beispiel auf <em>&#8222;Hypto&#8220;</em> und dem Title-Track, harmonische und dissonante Töne nicht voneinander getrennt, sondern fröhlich vermischt. Dadurch entsteht eine Wand aus Sound, der jeder Freund von dissonanter und rauer Musik etwas abgewinnen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5025 size-medium" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/keittio_img571-300x195.jpg" width="300" height="195" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/keittio_img571-300x195.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/keittio_img571-1024x665.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/keittio_img571-750x487.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/keittio_img571.jpg 1450w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p style="text-align: center;">DENN MIT 16 TRACKS WIRD HIER EIN GROßES ARSENAL VON GEWOLLTEM &#8222;NICHTSKÖNNEN&#8220; UND KÖNNEN ABGEFEUERT.</p>
<p>Beim Gesang ist, wenn er denn auftaucht, eine engelsgleiche Stimme am Werk, was man mit der aggressiven Natur des Albums kaum im Kopf vereinbaren kann. Trotzdem funktioniert es und die hauptsächlich instrumentalen Passagen harmonieren mit Gesang und Geschrei an allen Stellen, wo dieser eingesetzt wird. Aber auf Liedern wie <em>&#8222;Wherever Particular People Congregate&#8220;</em> und <em>&#8222;Merid&#8220;</em> wird der Punk freigelassen: da wird in unglaublich ekliger Manier ins Mikro gebrüllt.</p>
<p>Ein unglaubliches Geheimnis rankt sich anscheinend um die Texte des gesamten Albums, da diese wohl alle in einer <strong>fiktiven Sprache</strong> namens <strong>&#8222;Meronia&#8220;</strong> eingesungen worden sein sollen. Diese Theorie wurde weder bestätigt noch als ein Hirngespinst verworfen. Der Hörer darf also gespannt sein und selbst interpretieren, welchen Inhalt der Gesang ausdrücken soll. Mathige Töne und zum Teil auch komplett mathige Lieder sind auch nicht zu vermissen, aber was würde man anderes auch von einem experimentellen Album dieser Größenordnung erwarten. Denn mit 16 Tracks wird hier ein großes Arsenal von gewolltem &#8222;Nichtskönnen&#8220; und Können abgefeuert. Sogar <strong>Black-Metal</strong> Fans dürfen dem Album eine Chance geben und den ein oder anderen Track finden, der sie begeistert, falls man auf die <strong>atmosphärischen Züge</strong> der großen neuen Post-Black-Szene steht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5026 " src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/treenit_img553-300x196.jpg" width="373" height="244" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/treenit_img553-300x196.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/treenit_img553-1024x669.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/treenit_img553-750x490.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/07/treenit_img553.jpg 1450w" sizes="auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Band präsentiert eine Vielfalt an Sounds<strong>, </strong>während sie einen roten Faden beibehalten und ihrem Stil treu bleiben. Es werden so einige Gesichter gezeigt und vor nicht viel zurückgeschreckt. <span style="line-height: 1.5;">Auch produktionstechnisch ist an einem Album in diesem </span>vorangeschrittenen<span style="line-height: 1.5;"> Alter nichts auszusetzen, wobei ich mich an dieser Stelle gern von </span>geübteren Ohren<span style="line-height: 1.5;"> korrigieren lasse.</span></p>
<p>Alles in allem schließt sich bei dieser LP vom Anfang bis zum Ende wieder der Kreis, nachdem die Band benannt ist.<br />
Ein Kreis, bei dem man aber nicht sofort da wieder anfangen möchte, wo man aufgehört hat. Denn beim Hören vergeht schon gerne mal eine halbe Ewigkeit. Dennoch wird hier alles von Keyboard bis Gitarre zelebriert. Auch wenn vielleicht die Länge dieses Gesamtwerks an dem ein oder anderen zehren mag, legt man sie gern wieder auf (wenn auch nicht in Dauerschleife). Ohne diese Scheibe würde eine gesamte Musikbewegung in Finnland nie existiert haben. Und es gibt bestimmt die ein oder andere <strong>psychedelic-Punk-Band</strong>, die noch heute auf dem Sound von &#8222;Meronia&#8220; aufbaut.</p>
<p style="text-align: center;">ZUM UNGLÜCK ALLER ANDEREN SUCHE ICH MIR NUR DIE GUTEN ALBEN FÜR REZENSIONEN AUS.<br />
DAFÜR SOLLTE ICH MICH BEI DEN ANDEREN AUTOREN MIT EINEM KUCHEN ENTSCHULDIGEN.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="855" src="https://www.youtube.com/embed/aDPkcuvM6Q4?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Es gibt keinen Welpenschutz!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jun 2016 09:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[anfänger]]></category>
		<category><![CDATA[business]]></category>
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		<category><![CDATA[welpenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere redaktionsinternen Gespräche und Diskussionen inspirieren mich oft das ein oder andere Thema, welches berechtigterweise aufkommt, für mich weiterzuspinnen. Heute stellten wir uns etwa die Frage: Welche Band ist besser zu bewerten? Die Profis, die ein technisch einwandfreies aber völlig langweiliges Album produzieren ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere redaktionsinternen Gespräche und Diskussionen inspirieren mich oft das ein oder andere Thema, welches berechtigterweise aufkommt, für mich weiterzuspinnen. Heute stellten wir uns etwa die Frage: Welche Band ist besser zu bewerten? Die Profis, die ein technisch einwandfreies aber völlig langweiliges Album produzieren oder die Band von nebenan, die durch die anfeuernden Rufe ihrer Freunde beseelt, sich an ihr erstes Werk wagen. Und dieses dann eben holprig aber ambitioniert klingt?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3709" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/My_Space.png" alt="My_Space" width="500" height="659" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/My_Space.png 500w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/My_Space-228x300.png 228w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Diese Frage will man am Anfang mit einem ganz deutlichen „die Anfänger können doch technisch noch gar nicht so gut sein wie die erfahrenen, langjährigen Profis“ beantworten. Die erste Reaktion ist natürlich, den Jungen und Motivierten unter die Arme zu greifen und den Profis zuzurufen: &#8222;Strengt euch doch auch mal wieder so an wie der Untergrund!&#8220;. Leider habe ich mit jeder Demo die da in mein Postfach eintrudelte die Hoffnung daran verloren, dass man heute noch jeden durchschnittlich Talentierten dazu aufrufen sollte, er solle sich eine Karriere in der Musik imaginieren, da man nicht nur den Ambitionierten fördert, sondern jeder sich mit einem Freifahrtschein für die Produktion von künstlerischem Hodenkrebs ausgestattet sieht.</p>
<blockquote><p>Um genau zu sein, wird der Markt immer mehr damit zugeschissen.</p></blockquote>
<p>Man kauft sich ein Behringer Interface für 50 Euro, ein Kondensatormikrofon für 150, klemmt das an seinen Laptop, nimmt das mit Audacity auf und SCHWUPP entwickelt sich Hans Jürgen zu GNARRTONGUE FROM HELL, dem bestialisch-brutalen Technical-Slam-Grind Sänger. Und die Jungs vom Stammtisch finden das total prima, das Beste was sie jemals gehört haben (außer vielleicht das rhythmische Stöhnen der Alten von GNARRTONGUE auf dem Klo des Sportlerheims beim Fußballfest vor 2 Jahren). Und plötzlich wird ein neues Werk auf den Markt gespuckt. Fresst es, denn es ist gut! Es trudelt in meinen Briefkasten und will sich nun mit den Alben messen, die von Künstlern, Spinnern und Profis mit Erfahrung und Können eingereicht werden. Aber WAS IST DAS! Dort liegt ein Zettel von GNARRTONGUE und er bittet mich darum, sein Album gut zu bewerten und daran zu denken, dass er ja gerade neu im Business ist und ich gnädig sein soll. Mir als Hörer, der nicht die Blutsbrüderschaft mit ihm eingegangen ist, rollen sich die Zehennägel hoch.</p>
<blockquote><p>Aber diesen akustischen Anthrax-Anschlag muss man jetzt irgendwie mit einem Raster der persönlichen Ästhetik betrachten und klar fällt das dann durch!</p></blockquote>
<p>Ich kann mich noch daran erinnern. Als ich vor 4 Jahren mit Youtube angefangen habe, dachte ich mir: „Boah, bist du gut!“ &#8211; Jetzt denke ich mir, was für ein nerviges und nerdiges Hemd ich damals war. Ich war gar nicht in der Lage, mich ansprechend in einem Video zu artikulieren und ich denke, wenn ich mir meine heutigen Videos in 5 Jahren ansehe, werde ich wieder genauso denken, da ich mich von mir selbst entfremdet haben werde und wieder einen objektiven Blick auf das entwickle, was ich da so mache. Leben und wirken ist ein stetiger Prozess und man kann sich rückblickend immer verbessern. Leider erkennt man das nicht, wenn man von sich und seiner Kunst überzeugt ist und stets darin bestärkt wird. Man erkennt sich selbst immer als den größten Künstler, den Redegewandtesten, den Witzigsten und ich will mich da gar nicht ausschließen. Aber selbst der verblendetste Geist kann erkennen, dass er manch ein Beispiel (noch) nicht erreicht hat. Aber das ist nur eine Frage der Zeit, selbstverständlich!!! Man soll nur noch etwas abwarten! Dieses, mein Werk , ist genial, gemessen an meiner eigenen Unerfahrenheit und mit diesem Maßstab gemessen MUSS man es respektieren!!!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-3710" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/NoIdea.png" alt="NoIdea" width="500" height="406" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/NoIdea.png 500w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/NoIdea-300x244.png 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" />Man kann doch nicht erwarten, dass man aus Mitleid besser abschneidet als Menschen die WIRKLICH schon mehr draufhaben. Das würde jede gerechtfertigte Leistung abwerten, ja gerade diese Bewertung ad absurdum führen. Wenn man sich dazu entschließt ein Werk zu publizieren, dann sollte man sich auch des Umstandes gewahr werden, dass es vor Unbekannten keine Entschuldigungen gibt wie: „Unser Sänger hatte nen Schnupfen“, „Ich kann mir nur eine Gitarre mit Saiten aus einer Wäscheleine leisten.“ oder „Wir sind doch erst 7 Jahre alt!“. Egal was du machst: Du musst dich immer mit allem vergleichen lassen. Das soll nicht entmutigen, sondern nur darauf hinweisen, dass Kritik etwas Wertvolles ist. Die Menschen, die sich mit dir und deinen Fehlern auseinandersetzen sind nicht deine Feinde sondern deine Freunde, denn sie werden dir helfen, besser zu werden. Es gibt keinen Welpenschutz. Außerhalb deines Freundeskreises herrscht die Realität und wenn du etwas nach außen tragen willst, dann sorge dafür, dass du dein Gesicht wahren kannst.</p>
<p>P.S. Dieses Thema liegt mir aus verschiedenen Gründen am Herzen. Auch ich war mal ein Anfänger und musste mich von Anderen bewerten lassen. Und auch ich habe viele Fehler gemacht, weil mir dieses Verständnis für meine Außensicht gefehlt hat. Und sogar jetzt entdeckt man im Nachhinein immer wieder Schnitzer, die man sich geleistet hat und die anderen sauer aufgestoßen sind. Nur weil man selbst überzeugt von sich, seinen Werten und seinen Äußerungen überzeugt ist, heißt es nicht, dass ein Anderer sie nicht anders bewerten würde. Aber all das sind Lernprozesse, die man durchlaufen muss. Man muss sich ihnen nur öffnen.</p>
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		<title>Die Angst vor der Mittelmäßigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jun 2016 16:04:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Band]]></category>
		<category><![CDATA[Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerz]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Mittelmäßigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angst &#8211; eine der treibenden Kräfte unseres Lebens. Sie beeinflusst unser Handeln, Denken und Fühlen. Manchmal bewusst, manchmal allzu unbewusst. Und sie geht tief, so viel tiefer als wir erwarten. Und selbst der einfache Musikjournalist ist von Angst getrieben. Ich lese seit ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Angst &#8211; eine der treibenden Kräfte unseres Lebens. Sie beeinflusst unser Handeln, Denken und Fühlen. Manchmal bewusst, manchmal allzu unbewusst.<br />
Und sie geht tief, so viel tiefer als wir erwarten. Und selbst der einfache Musikjournalist ist von Angst getrieben.<br />
Ich lese seit langer Zeit keine Reviews mehr. Ich schreibe auch selten noch einen derartigen Beitrag. Zum einen, weil mir Musik weit mehr bedeutet, wenn ich sie selbst für mich entdeckt habe. Zum anderen, weil mir die Meinung der meisten Redakteure und jene die sich als solche bezeichnen &#8211; völlig egal ist. Wie kommen sie denn eigentlich auf die verquere Idee, ihre subjektive Einschätzung eines Kunstwerkes anderer Individuen in den Orkus blasen zu dürfen. Auch als Parabelritter stehe ich mir da von Zeit zu Zeit selbst auf den Füßen. Noch perverser als der Versuch sich mit rationalen Mitteln den emotionalen Ergüssen eines völlig Fremden zu nähern, ist der Versuch all das in eine ZAHL zu pressen!</p>
<blockquote><p>Wie soll man denn KUNST schätzen, außer unter dem Auktionshammer?</p></blockquote>
<p>Kunst hat doch keinen Wert, keine Relation, keine vorgegebenen Richtlinien die es ermöglichen, durch die Berechnung der durchschnittlichen Abweichung von eben jenen Richtlinien, einen strukturellen Wert zu errechnen. Das mag vielleicht bei Mathcore und Technical Death Metal möglich sein, aber ob das noch Kunst oder den bloßen Triumpf des Willens über das Fleisch darstellt ist natürlich fraglich.<br />
Und doch muss es Reviews und manchmal auch Punktewertungen geben. Warum? Weil der Mensch Vereinfachungen braucht. Es mag ja stimmen, dass der Redakteur möglichweise eine ganz eigene Ansicht darüber besitzt, WAS ein gutes Album ausmacht, jedoch gibt es eine ungeheure Bandbreite an Künstlern, die auch objektiv betrachtet Schrott sind und diese müssen, vor allem in Zeiten der überquellenden Fülle an Neuerscheinungen, ausgesiebt werden um mehr Platz für die empfehlenswerten Alben zu machen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2794" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/Evil-judge.jpg" alt="Evil-judge" width="300" height="287" /><br />
Es gibt also keine Form und keine empirische Möglichkeit, die Arbeiten objektiv zu bewerten, fernab von technischen Mängeln oder lyrischen Totalausfällen und jeder Autor gießt seine subjektivsten Ansichten hemmungslos über dem Leser aus und jener kann nie WIRKLICH wissen, ob er aus seinem eigenen Kunstverständnis heraus zum gleichen Schluss käme.</p>
<p>Wir sind dem Schreibenden also ausgesetzt. Kunstrezeption erfordert die Aufmerksamkeit und die Mitarbeit des Lesenden. Doch wer liest eine Review schon aktiv und geistig-arbeitend?<br />
Dient sie nicht meistens eh nur als schlichte Kaufempfehlung?</p>
<blockquote><p>„Schau mal, die neue „ApgarngarnlknarPB OR“ von RPÖKOGJPEGOJEIPOHDN hat 9001 Punkte von Magazin XYZdrölf bekommen &#8211; das muss gut sein. Ich bestell mir das jetzt mal, brauch eh neue Musik.“</p></blockquote>
<p>Also runtergebrochen auf mein Mantra: <em>„Kaufen oder Kotzen“</em>. (Ich wusste gar nicht, dass dahinter tatsächlich eine ganze Portion Psychologie steckt! Ich bin geistreich!)</p>
<p>Und plötzlich bemerken wir, dass die Review ein Problem hat &#8211; ist sie nicht herausragend, sagt sie nicht „KAUFEN“ &#8211; dann kann das nur bedeuten, dass das Werk nicht gekauft werden sollte. Denn machen wir uns nichts vor: Der Künstler will, dass ihr den Scheiß kauft und nicht, dass ihr es sinnlich durchdringt, respektiert und dann doch nicht kauft und euch Anderem zuwendet.</p>
<p>Die Wertung einer Scheibe als „durchschnittlich“ kann bereits dazu führen, dass man sich den Kauf mehrfach überlegt, auch wenn man es vorher eigentlich geplant hatte. Und wenn man dann als Schreiber wirklich begründete Zweifel hat, dass der neue Stil der Band gut zu Gesicht steht, dann zerbrechen schonmal ewig währende Fanschwüre.<br />
Wir erinnern uns: Der Leser will vom Autoren das Album vorverdaut bekommen, damit er sich nicht mehr aufwändig damit auseinandersetzen muss. Er beeinflusst vorder- und hintergründig Kaufentscheidungen mit, ohne dass man nachvollziehen könnte (oder wöllte) wie er zu seinem Schluss kam. Außerdem: Die Empfehlung eines Freundes ist so viel mehr Wert als die bloße Werbung der Firma selbst. Man sieht im Review-Schreiber (unbewusst) einen Freund, dessen Werturteil man vertrauen kann. Oder will.<br />
Und zu guter Letzt, ist der Schreibende ja ein EXPERTE. Weil er eben in der Position eines Autoren ist und um dort hin zu kommen, bedarf es ja der vorzüglichsten Qualitäten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2796" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/20080404-expert.png" alt="20080404-expert" width="380" height="253" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/20080404-expert.png 380w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/20080404-expert-300x200.png 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/20080404-expert-360x240.png 360w" sizes="auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px" /></p>
<p>Und nun wechseln wir die Perspektive zum Schreibenden, der an seinem Tisch sitzt und ein Album aus einem Postbrief befreit, das er persönlich vom Promoter oder Label bekam, um es zu vermarkten. Diese Parteien schicken natürlich gerne auch handfeste Ausgaben an ihre Medienpartner. Die einen werden dafür bezahlt, Alben zu vermarkten &#8211; also besonders gut in der Medienlandschaft zu positionieren &#8211; und die anderen verdienen daran, wenn das gelingt. Die dritte Partei, also die Redakteure und Magazine verdienen meistens gar nichts daran. Sind die Magazine zu klein für Print oder Werbeschaltungen würde folgendes passieren: Redakteur XY gibt einem Album des Labels ImaginaryEvilArtistTrap einen kompletten Verriss. Passiert das dann öfter denkt sich das Label: Gut, schick ich einfach nichts mehr. Der Redakteur bekommt keine gratis Alben mehr, kann über nix mehr schreiben und muss sich fortan wieder alles selber kaufen. Doof. Deswegen wird er sich lieber zusammenreißen, wenn ihm das Label und die dortigen Bands nicht völlig egal sind. End of story.<br />
Ist das Magazin auf Werbung angewiesen weil es sich sonst nicht tragen würde, hat das angesprochene Label IEAT zwei Möglichkeiten: Entweder sie bezahlen keine Werbeflächen im Magazin mehr, was zu erheblichen Umsatzeinbrüchen führen könnte. Oder sie kaufen Werbeflächen im Magazin, wo genau die Alben beworben werden, die man im Magazin selbst zerrissen hat. Im ersten Fall wäre das negativ bewerten also ein finanzieller Selbstmord, im zweiten Fall ein psychologischer Selbstmord.<br />
Und das tückische daran: Schlecht bewerten heißt in dem Fall, wie bereits eingangs erwähnt, nicht EXZELLENT zu bewerten.</p>
<blockquote><p>Denn Mittelmaß verkauft sich nicht, fast genau so schlecht wie absolute Grütze.</p></blockquote>
<p>Also lesen wir im Durchschnitt nur Positives von großen Bands und Labels, weil sich niemand leisten kann, sie im schlimmsten Falle so kritisch zu betrachten, wie man es mit Underground so oft tut. Sie haben Angst vor den Konsequenzen. Und eben jene widerwärtige Gehässigkeit gegenüber den kleinen Newcomern ist es, die solche ferngesteuerten Magazine dann als Ausgleich und Vertuschungsversuch als Maske aufsetzen.<br />
Also ist eine solche Wertung im Grunde ÜBERHAUPT NICHTS mehr wert. Eine 5 ist bereits Ausdruck eines absolut unhörbaren Albums, &#8222;verschwende deine Zeit nicht damit&#8220;. Aber gerade weil wir ersticken in Neuerscheinungen, ist es objektiv überhaupt nicht möglich, dass alle immer nur 8/9/10er Wertungen bekommen.<br />
Sowas wird es hier nicht geben. Das lasse ich nicht zu &#8211; und das wissen auch unsere Medienpartner.</p>
<p>Hier meine ganz persönliche Richtschnur mit meinen Beispiel-Alben, die ich meinen Redakteuren im Sinne der Punktbewertung ans Herz gelegt habe und mit eiserner Faust in ihre Gewohnheiten einhämmern werde, um eben diesem Trend entgegen zu wirken.</p>
<p><em>Und damit ihr wisst, dass es eben NICHT heißt, dass ein Album mit 5 Punkten ein schlechtes Album ist.</em><br />
<strong>0 Punkte</strong>: Wer auch immer das produziert hat gehört dafür bestraft. Alles von den <strong>FLIPPERS</strong> oder den <strong>AMIGOS.</strong><br />
<strong>1 Punkt</strong>: Man hört, dass die Musiker in der Lage waren, die Instrumente zu halten. Was danach passierte ist jedoch unerklärlich. Ich brauch jetzt nen Drink. <strong>TOTENMOND, MARDUK</strong><br />
<strong>2 Punkte</strong>: Die Ansätze sind da, aber es fehlt hier noch deutlich an Technik/Erfahrung/Eiern/Einhörnern. Nicht empfehlenswert. Alles von <strong>EVANESCENCE</strong> ab 2007<br />
<strong>3 Punkte</strong>: Es könnte Fans hierfür geben, aber es sind noch Mängel erkennbar. Erträglich<br />
&#8222;Repentless&#8220; &#8211; <strong>SLAYER</strong>, &#8222;Billy Talent III&#8220; &#8211; <strong>Billy Talent</strong>, &#8222;A Clear Path&#8220;- <strong>Cold Body Radiation</strong><br />
<strong>4 Punkte</strong>: Auf einem guten Weg, aber noch etwas zu eintönig/uninspiriert/holprig/unschlüssig. Vielversprechend, aber irgendwas stört mich noch.<br />
&#8222;International Black Jazz Orchestra&#8220; &#8211; <strong>SHINING, DISTURBED</strong><br />
<strong>5 Punkte</strong>: Das Standartalbum. Man hört es und erleidet weder Schmerzen, noch wird man davon feucht. Nach der Review kommt es in den Schrank und wird vergessen.<br />
<strong>AMON AMARTH</strong> seit 2012<br />
<strong>6 Punkte</strong>: Ich werde mir die Band auf dem nächsten Festival mal geben, die könnten Stimmung machen und diesen einen Song find ich echt gut/sie haben was besonderes an sich. &#8222;Moonlover&#8220;-<strong>GHOST BATH</strong>, &#8222;Arpitanian Lands&#8220; &#8211; <strong>ENISUM</strong><br />
<strong>7 Punkte</strong>: Tolle Scheibe, ich kam die ganze letzte Woche nicht davon weg! Auf jeden Fall empfehlenswert. &#8222;Aura&#8220; &#8211; <strong>SAOR</strong> , &#8222;I am Nemesis&#8220;- <strong>CALIBAN</strong><br />
<strong>8 Punkte</strong>: Ein Hammer Album, ich empfehle es allen meinen Freunden. Das Album läuft Wochen in Dauerschleife. &#8222;Dance of the Death&#8220; &#8211; <strong>IRON MAIDEN</strong> , &#8222;Unia&#8220; &#8211; <strong>SONATA ARCTICA</strong>, &#8222;Unity&#8220; &#8211; <strong>SKYFOREST</strong>, &#8222;Ecailles de Lune&#8220; &#8211; <strong>ALCEST</strong><br />
<strong>9 Punkte</strong>: Dieses Album ist ein Meilenstein des Genres (zumindest für mich). Ich bekomme es monatelang nicht aus dem Kopf und es könnte zu meinen Alltime Favs gehören. The Silent Force &#8211; <strong>WITHIN TEMPTATION</strong>/ &#8222;Exercises in Futility&#8220; &#8211; <strong>MGLA</strong>/ Vempire &#8211; <strong>CRADLE OF FILTH</strong>, Death Magnetic &#8211; <strong>METALLICA</strong>, With Oden on your Side- <strong>AMON AMARTH</strong><br />
<strong>10 Punkte</strong>: Dieses Album hat mein Leben verändert. Diese Wertung kann nicht bei einem neuen Album getroffen werden. Imaginations From The Other Side &#8211; <strong>BLIND GUARDIAN / &#8222;</strong>Billy Talent II&#8220;- <strong>BILLY TALENT</strong></p>
<p>Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig dafür sensibilisieren, was eine Review und vor allem ihre Bewertungszahl bedeutet. Wenn ihr also einen vermeintlich geringen Wert für eine Review seht, denkt daran, dass wir einen realistischeren Maßstab ansetzen als die Anderen. Habt keine Angst davor anzustoßen. Zumindest, wenn ihr wisst worauf ihr euch einlasst.<br />
<strong>Was haltet ihr davon?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-2798" src="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/BlindGuardianImaginations1375_f-1024x1024.jpg" alt="BlindGuardianImaginations1375_f" width="1024" height="1024" srcset="https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/BlindGuardianImaginations1375_f-1024x1024.jpg 1024w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/BlindGuardianImaginations1375_f-150x150.jpg 150w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/BlindGuardianImaginations1375_f-300x300.jpg 300w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/BlindGuardianImaginations1375_f-750x750.jpg 750w, https://silence-magazin.de/wp-content/uploads/2016/06/BlindGuardianImaginations1375_f.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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