Startseite»Reviews»Progressive»MACONDØ – der Soundtrack für Beijing

MACONDØ – der Soundtrack für Beijing

1
Geteilt
Folge uns auf Pinterest Google+

MACONDØ – “Macondø”

Veröffentlichungsdatum: 11.02.2018
Länge: 37:43 Min.
Label: self released
Stil: Dark Ambient / Rock

Lauscher auf! Die Jungs von MACONDØ haben ihr erstes Album rausgebracht und es lässt auf mehr hoffen! Die sechs mehr als soliden Tracks der vierköpfigen, 2014 in Beijing gegründeten Instrumental Post-Rock-Formation MACONDØ sind mal heavy, mal melancholisch. Jedoch ohne mich runterzuziehen.

Der Aufwärmer „Die Begin“ klingt in den ersten Tönen fast nach „Fear of the Dark“, bis die Elektro-Komponente einsetzt. Das Ganze nimmt schnell Fahrt auf und steigert sich hoch zu metalwürdigen Riffs, fällt in trancehafte Ambient-Täler und schlingert durch Psychedelic-Rock-Kurven, ohne sich dabei zu verlieren und ohne je zum Stehen zu kommen. Wenn dann der letzte Track durch ist, fällt einem vielleicht erst auf, dass das Ganze auch ohne Vocals ging. Die adäquate Portion Düsternis, die das wunderbar gestaltete Cover erwarten lässt, wird ergänzt durch etwas Großstadtträumerei. Aus dem Bauch würde ich sie Hausdach-Musik nennen. Eine chinesische Metropole, Hausdach oder Balkon, morgens um sechs mit dem letzten Bier oder dem ersten Kaffee in der Hand und dabei zusehen, wie eine vom Smog verschleierte Sonne den Hochhausdschungel aus dem Schlaf reißt… und der Soundtrack dazu heißt MACONDØ.

Vier Männer von vier Kontinenten – die sich in Beijing getroffen haben, um Instrumentalmusik zu machen – hat es gebraucht, um diese komplexe und nicht ganz leicht zu verortende Musik zu kreieren. Von den gängigen Schwächen eines ersten Albums ist nichts zu spüren. Von MACONDØ werden wir, da bin ich nach dieser überzeugenden ersten Hörprobe ziemlich sicher, noch einiges hören. 

Für dieses Album gibts von mir 8 von 10 Punkten. Ein klein wenig Luft nach oben muss bei einem ersten Album ja noch sein.

Facebook

Bandcamp

 


Dies ist ein Gastautorenbeitrag von: Arnaud Boehmann


Autorenbewertung

8
Der perfekte Großstadt-Sound für alle, die nicht perfekt sind. MACONDØ hauchen mit ihrem Erstling all die aufgesaugten sino-urbanen Schwebstoffe in eine greifbare Konsistenz aus Metal, Elektro und Ambient, die nicht mal den Gesang vermissen lässt. Sehr gelungenes Debut, welches die Erwartungen an den nächsten Output ziemlich nach oben schraubt.
ø 4.6 / 5 bei 4 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

+ facettenreiche, kreative Musik
+ düster, ohne depressiv zu werden
+ gute Musik zum Nachdenken und Reisen
+ ansprechendes Artwork
+ keine Verschnaufpause

Nachteile

- „nur“ 6 Tracks
- keine Verschnaufpause

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
letzter Artikel

Saisonstart am Hölzernen See: Frostfeuernächte 2018

nächster Artikel

DECAPITATED - Endlich zu Hause und voller Tatendrang

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.