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Rockharz 2016

Dies ist ein Gastbeitrag von Jentscher unter unfreundlicher Mithilfe von Pöbel.

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Das Rock Harz Festival am Fusse des Teufelsberg öffnete dieses Jahr zum 13. Mal seine Pforten und war im Vorfeld zum dritten Mal hintereinander ausverkauft. Irgendwas muss da richtig laufen und unser Gastautor (Rapunzel) Jentscher ging dem Phänomen Rock Harz mal tiefer auf den Grund.

Donnerstag

Nach doch recht chaotischer Parkplatzsuche und unfreiwilliger Erkundungstour des Geländes (ein paar Einweiser, die für platzsparendes Parken und Campen zuständig sind, wären hier angebracht), hatte ich nun endlich ein Stück Wiese gefunden, welches ich für die nächsten 3 Tage meinen Grund und Boden nenne. Nach dem Zeltaufbau und dem Kennenlernen meiner sehr hilfsbereiten Nachbarn (sie haben alles möglich gemacht, dass der Start in mein Wochenende so angenehm wie möglich war, von dem Reichen des ersten kühlen Bierchen bis zum Ausborgen des Hammers, den ich grundsätzlich vergesse).

Nette Nachbarn

Herzlichen Dank! Nun war ich also bereit und machte mich mit einem Getränk in der Hand auf das Festivalgelände.

Und was soll ich sagen, mein persönlicher Opener waren ILLDISPOSED, die mir feinsten dänischen Death Metal um die gespitzten Ohren hauten. Sound, Stimmung, Wetter in Höchstform! Nach dem gelungenen Start machte ich bei den Klängen von SPIRITUAL BEGGARS eine erste Erkundungstour über das schon gut gefüllte Infield.

Pic by Max Bahlk
ILLDISPOSED

Die ersten positiven Eindrücke sind gesammelt und zurück ging es zur Bühne. Dort hüllten schon ENTOMBED A.D. die Crowd in eine Wand aus tiefer gestimmter, guter Laune. Ja, Death Metal kann auch Spaß machen. Das erste Mal gesehen bzw. gehört, und schon haben die Schweden einen Fan mehr. Hammer! Bilder gibt es leider nicht, unser Fotograf war sich noch am schminken.

Nach ordentlicher Nackenmalträtierung ging es weiter zu einer der gut besuchten und abwechslungsreich aufgestellten Futterkrippen. Zu festivalüblichen Preisen gab es von Vegan über Fleischberge oder Süßkram einfach alles. Auch komplett, ja KOMPLETT(!), schwarzes Essen gab es dort. Sah gewöhnungsbedürftig aus, trifft aber bestimmt den Geschmack einiger Metalheads. Zumindest war der Spachtelstand gut besucht, ob aus Neugier oder des Geschmacks wegen – man weiß es nicht. Mein eigenes Urteil: netter Gag, aber überflüssig. Erwähnenswert hingegen war der Stand von JointVentureGastronomie sowie die Flammkuchenbäckerei.

Gut gestärkt ging es zu SOILWORK, die den ersten nennenswerten Moshpit auf das Parkett aus Wiese brachten. Wurden im Vorfeld schon Stimmen laut, dass die Schweden recht emotionslos agieren würden, so war davon auf dem RHZ davon nix zu spüren. Im Gegenteil!

Pic by Max Bahlk
SOILWORK

Zwischen den grundsoliden Klängen der beiden Heavy Metal Urgesteine von GAMMA RAY und dem Headliner SAXON, tanzte sich das nun stark in Patchouli gehüllte Publikum zu ASP die Hacken wund.

Den Abschluss des Musikspektakels bildeten an diesem Abend ENSLAVED, die mit ihrer schroffen, aber sehr groovigen Eigeninterpretation von Viking-Progressive-Black Metal das Volk ein letztes Mal zum Ausrasten brachten.

Freitag

Aufstehen, das Erlebte aus dem Gesicht gewaschen. Nach Kaffee und Flunky Ball + einer Runde Beer Pong RHZ-Weltmeisterschaft, Austragungsort Ballenstedt Flughafen, hab ich leider den Startschuss des Festivals verpasst. Aber so ist das: ein schönes Spiel unter Nachbarn oder neugewonnen Freunden vertreibt so einige Zeit. Leider sind mir somit KAMPFAR durch die Lappen gegangen. MIST!

Spaß mit Bier

Einen elektrisierenden Start in Tag 2 garantierten allerdings die Jungspunde von DUST BOLT, die mit ihrem …ja, wie kann man das nennen… New Thrash Metal auch das letzte Schlafsandkörnchen aus den geschwollenen Augen blas(t)en. Ambitioniertes Bühnenprogramm – denn wer Haare hat, der kann – trifft auf Bay Area Thrash der alten Schule, und wenn du nach diesem musikalischen Energydrink noch immer keinen Bock auf Festival hast, dann ist dir eh nicht mehr zu helfen. Bilder gibt es leider nicht, unser Fotograf war klettern. War bestimmt auch schön.

Nachdem ich mich besonnen hatte und mir meiner Pflicht bewusst wurde, machte ich mich sofort auf den Weg in den Hexenkessel, der mich mit Rock`n`Roll von den NITROGODS in seine mittlerweile 30°C heißen Arme schloss. Die erste, aber nicht letzte, Flüssigstärkung nahm ich an einer der gut und reichlich verteilten Tränken zum Extreme Metal von DER WEG EINER FREIHEIT zu mir.

COPPELIUS

Schon war die Festivallaune da, und weiter ging es mit COPPELIUS. Wirklich GENIAL, 4-stimmig, 4 klassische Instrumente + Schlagzeug haben nicht nur mir gefallen, obwohl das Ganze doch ein wenig wie Kasperletheater anmutete.

15 Meter weiter rechts krachte der Oldschool Heavy Metal von AXXIS aus den Lautsprechern. Die schon etwas in die Jahre gekommenen Herrschaften sind nicht zu verachten und schaffen es, auch das junge Publikum anzusprechen bzw. zu begeistern. Leider ging deren Autogrammstunde gründlich in die Hose, weil eine gewisse Kombo in Elfenkostümen die ihre maßlos überzogen. Ok, jedem seine 15 Minuten Ruhm. Man kann nur hoffen, dass sie alsbald die selbst gehäkelten Umhänge aus- und den Blaumann anziehen. Vielleicht kommt ja dann was halbwegs Konstruktives bei rum. Ich fand’s sehr schade für AXXIS.

PRIMORDIAL

Nach dem Gig von PRIMORDIAL machte ich mich auf die Socken, da ich auf KÄRBHOLZ gut verzichten konnte, um Jacke und lange Hose zu holen. Pünktlich zurück zu SATYRICON, was Dank des nicht allzu großen Geländes in 40 Minuten locker zu schaffen ist. Die Norweger zelebrieren aktuell das 20jährige Jubiläum ihres – für viele eines DER wegweisendsten des Black Metal – Albums „Nemesis Divina“. Trotz Backofenhitze stellten sich bei dem anbetungswürdigem „Mother North“ sämtliche Haare gen Himmel, geile Scheiße! Bilder gibt es leider nicht, unser Fotograf war zu Tisch. War bestimmt lecker.

Schon vernahm ich die ersten Gitarrenschläge von KNORKATOR und hoffte inständig, dass die Haarspülung hält, was sie verspricht. Es gab kein Halten mehr bei mir und der Masse um mich herum, die wohl alle dem Aufritt der Chaosband um Stumpen, Alf, Buzz Dee und Jen Majura (EVANESCENCE) entgegen fieberten.

KNORKATOR (Jen Majura)

Die Berliner holten spontan zwei Rollstuhlfahrerinnen auf die Bühne, die von Stumpen in pflegerischer Perfektion betreut wurden. Ein weiteres Highlight war der kurze, aber beeindruckende Gastauftritt von Alfs Nachkommenschaft Timtom.

SALTATIO MORTIS und die Headliner des Abends AVANTASIA konnte ich mir nur aus angemessener Entfernung geben. Die scheinen ja echt ihre Berechtigung zu haben und wurden absolut gefeiert, aber mich nervt diese Weichspülermucke massiv.

AVANTASIA DAS ist Heavy Metal!

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und auf den größeren Festivals wird eine breite Masse abgedeckt, damit für jeden was dabei ist. So verpasste ich dann doch FLESHGOD APOCALYPSE, weil nach bereits 15 Minuten Zugaben bei mir die Kotzgrenze endgültig erreicht war, und ich ging mit Kopfschmerzen ins Zelt. Danke dafür, Tobias! Und auch für peinliche Sprüche wie: „Hey, wir spielen jetzt seit einer Stunde und vierzig Minuten und jetzt noch einen Song von über 10 Minuten. DAS ist Heavy Metal!“ Nein Tobias, ist es nicht!

Samstag

Orientierungslos nach dem Aufwachen – und immer auf der Suche nach dem perfekten Frühstücksangebot – bin ich auf dem Zeltplatz herumgeirrt und fündig geworden: Gaffeee, Bemme, Muffin unn Fanneguchen. Nach nur kurzer Wartezeit hielt ich mein vollendetes Frühstück in den Händen – warum ich jahrelang einen Gaskocher und Kaffeepulver auf Festivals mitgeschleppt habe – ich weiß es nicht! Herrlich, wenn die Lebensgeister so langsam zurückkehren und schon kann’s wieder losgehen!

LOST SOCIETY (welche den Finnland-Tag hier auf dem Rock Harz eröffneten) WINTERSTORM (als Ersatz für DRACONIAN) und HARPYIE: nicht weiter erwähnenswert – vielleicht mausern die sich in den nächsten Jahren noch – einfach mal abwarten.

HARPYIE Leider NUR schön

HELDMASCHINE – was soll das? Nicht nur, dass die Mucke und die Texte stark an RAMMSTEIN erinnern, auch der Sänger gab sich alle Mühe, mit seiner Optik und Gesten wie Lindemann persönlich zu wirken.

OMNIUM GATHERUM scheinen allerdings schon einige Fans angelockt zu haben und steigerten die Vorfreude auf die weiteren finnischen Highlights, die da noch kommen sollten. Bilder gibt es leider nicht, unser Fotograf war sich die Zähne putzen. War bestimmt nötig.

Vorerst aber thrashten sich TANKARD die Stimmbänder aus dem Leib und hatten sichtlich Spaß bei dem, was sie taten. Irgendwie hatte ich Sänger Gerre zwar etwas schlanker in Erinnerung, aber das ist dann vermutlich der ominöse Jojo-Effekt?!

TANKARD Nein, das ist nicht Gerre!

GLORY HAMMER – Power Metal im Ninja-Turtles-Kostüm – was soll man schon zu dieser Kapelle schreiben? Nicht mein Fall. Bilder gibt es leider nicht, unser Fotograf war kacken. War bestimmt … notwendig.

Bei HÄMATOM favorisierte ich lieber einen kurzen Snack am Zelt, um mich von diesem verbalen Durchfall so weit wie möglich zu distanzieren. Schlechte Musik und Aggressionen schürender Müll, der auf einem Deutschrock-Festival wohl besser aufgehoben wäre. Ich möchte als Metalhead mit so einer Kombo nicht in Verbindung gebracht werden. So, nun reicht es aber mit der schlechten Kritik. Das ist meine persönliche Meinung und Basta. Umso mehr begeisterten mich FINNTROLL, die nun das Finnishfire endgültig entfachten, und es sollte nicht so schnell erlöschen!

FINNTROLL Griper hård på en mäktig hammar. Ut för svaga kristna blod.

Nach der Trollish-Humppa-Metal-Exkursion schoben sich die Zuschauermassen einfach von der Dark Stage hinüber zur Rock Stage, wo wenige Minuten vorher Petri Lindroos beim Soundcheck das erste Mal zu sehen war. Einige weibliche Fans verfielen in sofortige Befruchtungsstarre, erholten sich aber glücklicherweise rasant, als es bei ENSIFERUM dann so richtig nach vorne ging. Der Rest des Rasens war dem wütenden Pit der Metaller schutzlos ausgeliefert und verwandelte sich zu Staub, der einem die Sicht nahm.

ENSIFERUM Nein, das ist nicht Petri Lindroos

Gut, SONATA ARCTICA nutzte ich dazu, um ein bis fünf Erholungsbiere zu naschen und Kraft zu tanken für meine Melodic-Death-Götter CHILDREN OF BODOM. Nach dem schweißtreibenden Moshen ließ ich mich bei angenehmer Distanz von SUBWAY TO SALLY ins Mittelalter transportieren und freute mich, in passende Stimmung gehüllt, auf das Eintreffen von TANZWUT, die schon in der Autogrammstunde mit Liv Kristine in ihrer goldenen Mitte glänzen konnten. Keine Ahnung warum, aber ich stehe auf altertümliche Instrumente, Met sowie Mittelaltermärkte und deshalb mag ich diese Bands einfach, da sie mich seit vielen Jahren treu begleiten. Wenn da nicht die etwas unpassende Unterbrechung von POWERWOLF stattgefunden hätte, wäre das Festival im Harz mit VERSENGOLD zu einem musikalisch perfekten Abschluss gekommen.

Fazit, nüchtern betrachtet (ja, ich meine das wörtlich):

Das RHZ weiß mit tollem Lineup Metaller jeder Coleur nach Sachsen-Anhalt zu locken.

Super Atmosphäre, ideale Größe – zwischen dark-troll-elitär-klein und wacken-überdimensional-groß.

Wer will, muss auf keine Band verzichten, da auf den beiden Bühnen nichts parallel spielt.

Egal wen man traf – ganz besonders Ordner, Security, Toiletten-Onkels (die wichtigsten Männer überhaupt) – alle waren super freundlich und hilfsbereit.

Das Angebot vor Ort ist gut aufgestellt: von sämtlichem Campingzubehör, Mini-Supermarkt, Schließfachcontainer, in dem man seine Wertsachen bunkern oder das Handy aufladen kann, mehr als ausreichend Dixis sowie Wassertoiletten, Duschen und Waschmöglichkeiten – es hat mir an nichts gefehlt. Musste man dieses Jahr zwar noch 1 Euro für die Nutzung einer Spültoilette berappen, so werden diese nächstes Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt.

Einige Veranstalter prahlen mit dem Slogan „Deutschlands schönstes Festivalgelände“, allerdings steht das RHZ mit seiner herrlichen Lage im Harzvorland diesen in Nichts nach.

Wer seine sportliche Seite entdecken will, kann sich mit einem kurzen, aber heftigen, Fußmarsch zur schon erwähnten Teufelsmauer verausgaben, um die einmalige Aussicht über das ganze Festivalgelände – einschließlich des Harzes – zu genießen.

Und natürlich die Gäste! Ein gepflegtes sozial-metallisches Miteinander wird hier nicht nur propagiert, sondern auch gelebt. Egal ob prall gefüllte Geldbörsen oder Autoschlüssel, das längst verloren geglaubte Gut findet sich zu 90% und meist unversehrt im Lost & Found-Stand ein. DAS ist Metal, Tobias Sammet!

The Horny and the Horned

Für mich eine wundervolle Erfahrung, die ich 2017 gerne wiederholen möchte. Bestätigte Acts für Ausgabe Nummer 14 sind bisher IN EXTREMO, ARCH ENEMY, MONO INC. und DEATH ANGEL. Die Frühbucherpackages sind schon seit dem 11.07.2016 auf www.rockharz.com erhältlich.

Unser Fotograf Max wollte sich noch persönlich bei euch … Max? Max geht Katzen streicheln. Nein, nicht anlecken! Max! Mahax …

Jetzt aber Schluss, seht es euch nächstes Jahr einfach selbst an, oder wie KNORKATOR sagen:

Zähne putzen, Pullern und ab ins Bett!!

 

Hier noch ein Betthupferl:


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18 Kommentare

  1. Fischkopp
    9. August 2016 bei 17:33 — Antworten

    Moin alle zusammen,
    mein erster Kommentar hier und ich entschuldige mich schonmal im vorraus, aber:
    MEINE FRESSE, geht das hier in den Kommentaren ab.
    Gefühlt jeder Zweite beschwert sich auf (meist) unprofessionelle und nicht rationale (Steffen, fühl dich bitte nicht angesprochen) Art, wie unprofessionell und nicht rational dieser Artikel geschrieben ist.
    Ich für meinen Teil hatte meine helle Freude an dem Artikel, ein paar mal musste man schmunzeln, etc. PP.
    Das ganze ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, von dem sich keiner angegangen fühlen muss, nur weil eine seiner Lieblingsbands gerade mal nicht so (oder total herab-) gewürdigt wurde.
    Natürlich jedem seine eigene Meinung, nur finde ich immer 2 mal Lob + einmal Kritik besser, ist auch für den/die Autoren angenehmer.
    Also:
    Geiler Bericht, persönliche Note sehr geil; schöne Übersicht übers Festival und Einschätzung der Örtlichkeiten, etc.
    //(Hier wäre jetzt mein Platz für Kritik, wenn ich denn welche hätte)
    Alles in allem sehr unterhaltsam (mein Hauptanspruch an dieses Metalmagazin 😉 ).

    Achtung, dieser Kommentar ist meine persönliche Meinung, ohne Anspruch an Neutralität, auch wenn ich mich darum bemüt habe (die ersten Sätze mal ausgenommen :p ).

    MfG
    Fischkopp

  2. Steffen
    18. Juli 2016 bei 21:44 — Antworten

    Schöner Text, durchaus interessant zu lesen. Aber wollte das Silence-Mag nicht einem gewissen journalistischen Standart genügen? Bitte korrigiert mich, wenn ich das falsch verstanden hab. Das ist keine Rezension, kein Bericht und keine Reportage, denn für all diese Themen hätte ein anderer Standpunkt oder größere Neutralität in den Bericht gemusst. So, wie es jetzt steht, nennt man es „Erlebniserzählung“.
    Ist natürlich die Sache der Redaktion, wenn sie das haben will – schön und gut. Aber dann muss ich mich nicht wundern, wenn der Trve-Standpunkt bei einigen Lesern Augenrollen auslöst.
    Wirklich schön fand ich die Bilder! Die tragen ungemein gut!
    Bitte nicht auf dem Schlipss getreten fühlen. Ich analysiere heute für ne wissenschaftliche Art Zeitungsberichte und da kam mir die Frage in den Sinn. Beste Grüße, Steffen

    • 18. Juli 2016 bei 23:03 — Antworten

      Ja, so ging es mir beim Durchlesen auch. Dem Bericht hätte meiner Meinung nach mehr Tiefe gut getan. Warum waren die einen Bands so gut und die anderen so schlecht. Irgendwie hat der Bericht für mich so viel Informationgehalt wie eine subjektive Band-Liste des Autors, bei der er hinter jeder Band ein Plus oder ein Minus setzt. Der Rest ist Festival-Standard.

    • Poebel
      19. Juli 2016 bei 16:20 — Antworten

      Hallo Steffen (und auch an die anderen, die sich hier noch immer so rege beteiligen).

      In der Tat ist dies ein Erlebnisbericht, der absichtlich sehr persönlich und mundartlich-derb gehalten wurde. Ob das jetzt einem gewissen journalistischem Standard genügt, das weiß ich nicht. Fakt ist: er wird gelesen, und zwar recht oft. Dabei muss man auch sehen, dass der Autor noch NIE etwas derartiges geschrieben hat. Und da junge, talentierte Menschen hier bei uns ihre Plattform bekommen, sollen sie bitte auch so schreiben, wie ihnen das Maul gewachsen ist. Sicher hätte man das glatt polieren und chemisch reinigen können, aber ich fände das ziemlich langweilig und weg vom Thema.

      Bezüglich Tiefgang: Bands bis zur letzten Note zu analysieren gehört in eine Review, nicht in einen Live-Bericht, finde ich. Zu Mal das auch rein technisch gar nicht möglich war, da der Kollege quasi alleine vor Ort gekämpft hat. Ja, andere Magazine tun das, ich weiß. Die sind aber auch mit 5-6 Leuten + Fotograf an der Front. Aber bevor das hier in einen mimimimimi – Rechtfertigungsmarathon ausartet, belasse ich es erstmal hierbei und freue mich, dass ihr so reges Interesse zeigt. Große Klasse! Ihr könnt euch auch gerne selbst hier mit einem Artikel verewigen und dann mit der „Meute“ darüber streiten. 😉 Haunse rein und vielen Dank für die Hinweise!

      Die Pics stammen übrigens mit freundlicher Genehmigung von Maximilian Bahlk.

      P.S. Steffen, da du anscheinend wissenschaftlich an die Sache heran gehst: wie wäre es denn mit einer Expertise mit dem Titel „Wie schreibe ich den perfekten Artikel“. Ich meine das durchaus ernst, denn die Frage wird mir sehr oft gestellt. Da meine science skills eher mangelhaft sind, kommt da meist: „Schreib doch wasse wills, du Jeck!“.

      • Steffen
        20. Juli 2016 bei 17:08

        Ah, verstehe. Na, ist ja kein Problem, so einen „Erlebnisbericht“ kann man ja machen. Vielleicht sogar eine eigene Rubrik draus machen, etwa „Von der Front“ oder was weiß ich.
        Ich verstehe es total, es ist nicht einfach, ein Festival journalistisch abzudecken. Ständig musst du überall sein und über alles Bescheid wissen. Klonen erscheint da durchaus attraktiv. Das Problem ist bloß: Wenn die Person einen persönlichen Standpunkt reinbringt, möchte/muss der Leser auch die Person kennen lernen. So nach dem Motto „Wat, wer bist du denn? Und wie darf ich deine Meinung einschätzen?“ Es gibt ja die verschiedenen Stilformen , z.B. Kommentar, Rezension, Reportage. Die einen verlangen eine persönliche Meinung, die anderen müssen neutral bleiben.

        Was den Artikel zum „perfekten Artikel“ macht, kommt immer ganz drauf an, auf die Textform, auf die Sprache. Es gibt „Regeln des journalistischen Schreibens“, die kann ich euch zukommen lassen (Schreib mir einfach ne Email). Grundsätzlich kommts aber auf euch an, was ihr machen möchtet, wie ihr euch geben möchtet. Ich bin mir sicher, da habt ihr euch schon Gedanken gemacht. 🙂 So nen „Frontbericht“ find ich z.B. gar nicht so blöd.

  3. Nephjo
    15. Juli 2016 bei 17:22 — Antworten

    Warum bekomme ich beim lesen des Berichts nur das Gefühl dass es sich hier bei den beiden Autoren um zwei echt Trve Typen handelt die nicht sonderlich weltoffen an das ganze Musikthema rangehen, schade.
    Bin ebenfalls der Meinung das man sich viele Anmerkungen im Bericht sparen könnte und es alles etwas angenehmer Formulieren könnte.

  4. Armin
    14. Juli 2016 bei 14:06 — Antworten

    Ich find die Review super. Ich kann eigentlich alle geschilderten Eindrücke bestätigen. Nur Tanzwut löst bei mir Kotzreiz aus 😂
    Ich war zum ersten Mal auf dem Rockharz und werde es fest in meinen Festivalkanon aufnehmen.
    Mit einem Punkt stimme ich allerdings nicht überein. Die Dixies könnten echt noch mehr sein. Auch ne zweite Duschzelle auf dem hinteren Campground wäre sicherlich nicht schlecht. Die Schlange vor den Duschen war echt immer sehr lang. Auch ne zweite Wasserstelle auf dem hinteren Campground wär ne Verbesserung.
    Ansonsten aber das bisher geilste Festival meiner 15jährigen Festivalhistorie 😊

    • Poebel
      14. Juli 2016 bei 19:54 — Antworten

      Moin Armin,
      ja, da hast du wahrscheinlich Recht, was die Dixies, Duschen und Wasser betrifft. Es gab auch vor Ort schon die einen oder anderen Beschwerden, welche auch gleich an die Veranstalter weiter geleitet wurden. Allerdings gibt es gewisse Stoßzeiten an den Duschen und Toiletten, wo es halt immer etwas eng wird. Zwischen 10 und 14 Uhr werden die meisten wach und wollen natürlich sofort und gleich und warum ist da jetzt ne Schlange?

      Von daher easy, mach dir nen Bier auf, kiek die lustigen Leute, die sich die Wurst verdrücken müssen und freu dich, dass es bei dir NOCH nicht so weit ist. 😉

  5. TheGuy
    13. Juli 2016 bei 23:05 — Antworten

    Ich persönlich habe besonders Hämatom, Children Of Bodom, Heldmaschine und ASP gefeiert. An sich war das ganze Festival aber ein atemberaubendes Erlebnis 😉

  6. pogopuschel_78
    13. Juli 2016 bei 18:58 — Antworten

    Kleiner Tip an den Autor dieses Artikels: Auf’s Rockharz fährt man erstens nicht am Donnerstag sondern spätestens Mittwoch(besser Dienstag). In erster Linie fährt man dahin wegen dem absolut lustigen und hilfsbereitem Publikum mit dem man vor den Bühnen und besonders auf dem Zeltplatz den Spass seines Lebens haben kann. Nen besseres Publikum findet man nämlich wohl nur auf dem Metaldays aber ich wette mal das Festival kennst du auch noch nicht.

    Zu den Bands. Ja es ist quer durch den Gemüsegarten für jeden etwas dabei und ich finde das auch gut so. Wenn einem was nicht gefällt ist man nämlich in 5-10 Minuten auf seinem Campground. Dann muss man nämlich auch nicht nen Auftritt anschauen, der einem nicht passt und mit Kraftausdrücken um sich werfen, nur weil einem irgendne Band persönlich nicht gefällt. Einzig bei Tobi geb ich dir recht obwohl ich Avantasia wegen der ganzen Gastsänger mag. Der Typ ist einfach mal so absolut nicht Metal und nervig aber wie gesagt musst du dir das dann ja auch nicht antun. Die Ausrede, dass du wegen Kopfschmerzen ins Bett musstest und Fleshgod Apocalypse nicht sehen konntest würd ich daher eher mal auf ein bisschen zuviel Alkohol schieben. 🙂

    • Jentscher
      14. Juli 2016 bei 0:52 — Antworten

      Kleiner Tip zurück, wenn man mehr als 2 Festivals im Jahr besucht ist das mit dem Urlaub manchmal etwas schwierig. Und ja die Metaldays sind mir bekannt, da ich seit 13 Jahren aktiv auf Festivals fahre, und das eine Zeit als Verkaufshilfe an einem Schmuckstand. Denke ich, das ich wohl schon einen recht großen Erfahrungsschatz in diesem Bereich mitbringe. Das mit dem Kurzen wegen auf dem Gelände hab im übrigen erwähnt.(erst richtig lesen dann meckern) Das mit dem Kopfschmerzen war im übrigen eine Fußnote für das bessere Verständnis,dass ich keinen Bock mehr hatte. So, ach und ich fahre diesen Sommer noch zum Wacken, Wolfszeit, Rude, Barther und eine kleine Sommerparty mit 7 Bands organisiere ich auch noch neben meiner Tätigkeit als Schwertransportfahrer.
      Vielleicht hast du ja noch Tipps für mich wie ich meinen Urlaub so gestalten kann das ich immer Dienstags schon Anreise. Achja Dark Troll und Wgt hab ich schon hinter mir. Gruss Rapunzel

    • Poebel
      14. Juli 2016 bei 20:11 — Antworten

      Liebes Pogopuschel_78,
      auch ich kann mit einer gewissen Festivalkarriere glänzen und war schon auf den Metaldays, als die noch Metalcamp hießen. Aber davon weißt du nun wieder (wahrscheinlich) nix. Ich unterbreite dir einen Vorschlag zur Güte: du machst den nächsten Live-Bericht zu den Metaldays – mit ALLEN Bands inkl. Bilder – und der wird hier veröffentlicht. Zeit dafür hast du 3 Tage ab der letzten Band. Deal?

      • pogopuschel_78
        14. Juli 2016 bei 22:34

        Lieber Poebel und lieber Jentscher,

        und es tut mir leid wenn der Kommentar jetzt wohl in den falschen Hals gekommen ist. Ich finde einfach nur das man auf nem Festival halt nur die Bands anschauen sollte, die einen wirklich interessieren und auf solche Fussnoten wie z.B. das der Fotograf bei Gloryhammer grad kacken war dann verzichten könnte etc.pp. Ich würde übrigens gerne den Bericht zum Metaldays innerhalb von 3 Tagen nach Ende des Festivals schreiben aber da bin ich dann leider schon auf dem Weg zum Wacken um mir diese Metalkirmes auch mal anzuschauen. Ja ich kenne dieses Wacken-Festival noch nicht und leider konnte ich auch noch nie am Metalcamp teilnehmen, da ich nach über 15 Jahren Festivalkarriere erst 2013 davon erfahren habe und da hieß es leider schon anders. Mache aber gerne Fotos davon falls Ihr noch welche für die Artikel braucht. 🙂 Dark Troll und WGT war ich leider auch noch nie aber ganz ehrlich reichen mir für dieses Jahr bisher auch Hexentanz, Rock im Revier, Rockfels und das Rockharz vollkommen aus und meine Planung ist mit dem MPS-Bückeburg2 am WE, den 2 besagten folgenden Festivals, Rock im Feld, Field Invasion und Autuum Moon leider schon so belegt, dass ich da wenig Tipps geben kann wie man seinen Urlaub so planen könnte. Liebe Grüsse, euer Pogopuschel 🙂

  7. Sharky
    13. Juli 2016 bei 18:46 — Antworten

    Teufelsberg = Zeufelsmauer = Gegensteine = großer Gegenstein & Festival = Großartig

    • Sharky
      13. Juli 2016 bei 18:47 — Antworten

      Teufelsmauer 🙂

  8. Sue
    13. Juli 2016 bei 16:56 — Antworten

    Über Twilight Force lästern aber nichts zum Auftritt sagen können, naja. Axxis Autogrammstunde fand parallel statt, wobei dies tatsächlich nicht gut organisiert war.

    • Poebel
      14. Juli 2016 bei 20:14 — Antworten

      Liebe Sue,
      was hätten wir denn sagen SOLLEN?

      • Sue
        15. Juli 2016 bei 12:07

        Wenn du sie nicht magst, ist das ja deine Sache, mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn auch ein Wort zu ihrem Auftritt gesagt worden wäre. Solltest du diesen verpasst haben, finde ich es der Band gegenüber ein wenig unfair, nur über sie herzuziehen, ohne sie live gesehen zu haben. Persönlicher Geschmack hin oder her.

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