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Dream Theater meets Apocalyptica – CYDEMIND

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CYDEMIND – Erosion
Veröffentlichungsdatum: 26.05.2017
Dauer: 63 Min.
Label: Self-Released
Stil: Progressive Metal

Einfach mal die Schnauze halten!

Wenn man in seinem Leben ein Musikinstrument studiert hat, bleiben oft nicht viele Möglichkeiten offen, um einen Beruf zu finden, bzw. möchten die meisten dann auch zeigen was sie können. Daher findet man viele Akademiker in diversen Progressive-Metal-Bands wieder. So ist es auch bei CYDEMIND, einer Band aus Montréal, welche am 26.05. ihre erste LP auf den Markt gebracht hat. Was mir an der Band sehr gefällt ist, dass sie keinen Gesang brauchen, sondern mithilfe von Violine und Klavier die Geschichten der einzelnen Songs erzählen, ohne auch nur ein Wort zu sagen.

Der erste Titel “What Remains” ist bereits 2015 als Single erschienen und führt den Hörer bereits mit harten Riffs und schnellem Geigenspiel in die melancholische Grundstimmung der Platte ein. Hierbei verliert sich die Band auch noch nicht in endlose Soli, wie am Ende der Platte, sondern zeigt noch eine wiederkehrende Songstruktur. Außerdem überzeugen sie mit einem außerordentlichen Zusammenspiel und progressiven Rhythmus- und Melodiewechsel. Dabei ist die Violine quasi die Hauptfigur/Main-Vocal. Das Piano wird in die Songs elektronisch und akustisch eingebracht, aber auch Gitarrist Kevin Paquet darf öfter mal seinen Senf dazugeben und bekommt seine Soli. Die Idee an sich ist sehr gut, allerdings kommt es hier zum typischen Progressive-Metal-Problem, was mich veranlasste, auf der Hälfte der Platte erstmal tief Luft holen zu müssen. Nach den ersten beiden Tracks, die mir melodisch und struktural sehr gut gefielen, folgt mit “Derecho” eine Ballade, während es dann mit “Red Tides” wieder härter wird – so weit, so gut.

Djent vs. Violine

Die letzten Titel sind dann allerdings nur noch anstrengend zu hören. Vor allem im 27:19 Minuten langen Titel- und Endsong “Erosion” scheint sich einfach nur noch Solo an Solo zu reihen und jeder muss zeigen was er kann.

CYDEMIND

Aber wer Bands wie DREAM THEATER mag, ist hier bei der richtigen Gruppe gelandet. CYDEMIND verstehen es, Rock- und Gitarrensoli mit klassischem Klavier zu vereinbaren und legen eine flotte Violine über die Djent-Riffs. Wenn man gerade das Gefühl hat, dass so langsam der Metal fehlt, wird man wieder mit harten Gitarren und treibender Double-Bass wachgerüttelt.

Fazit

Warum es trotzdem keine 10 Punkte gibt, ist leicht zu erklären: CYDEMIND haben zwar definitiv das Potenzial an die Spitze der Prog-Metal-Bands zu kommen, aber sie nutzen ihre Möglichkeiten noch nicht optimal genug. Die Songs sollen nicht in einen Wettkampf ausarten, indem es darum geht, wer das möglichst längste und komplizierteste Solo zaubert, sondern vielmehr sollte man die Vielfalt der Melodieinstrumente nutzen, um etwas Episches zu schaffen. Etwas, was den Hörer bewegt. Es geht nicht nur darum, möglichst schnell und viel zu spielen, sondern eine Abwechslung zu schaffen, die nicht überfordert, sondern mitreißt. Das setzen die Jungs in den ersten beiden Tracks noch richtig gut um, verlieren sich dann aber leider im Laufe der Platte und die Qualität der Melodien geht über in Quantität. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie CYDEMIND sich weiterentwickeln.

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Dies ist ein Beitrag von Gastautorin: Sophia


 

Autorenbewertung

8
CYDEMIND bieten Abwechslung und sind definitiv etwas Besonderes. Es steckt sehr viel Potenzial in jedem einzelnen Mitglied der Band und dieses sollte mehr in ein Miteinander, als ein Nebeneinander, übergehen. Auch die Qualität ist hier schon sehr hoch. Dadurch verlieren sich die Melodien in der Wolke von Ideen und alles wirkt am Ende ziemlich durcheinander. Da geht auf jeden Fall noch was! Hut ab, für dieses erste Album!
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8 / 10 Punkten

Vorteile

+ Gesang wird durch Instrumente ersetzt, und erzählt trotzdem mehr als 1000 Worte
+ die ersten Tracks sind gut strukturiert, haben eingängige Melodien und etwas Episches an sich

Nachteile

- die Qualität verläuft sich letztendlich in einem Wettkampf der Melodieinstrumente
- es wird sich zu sehr an Vorbildern orientiert, anstatt das vorhandene Potenzial für eigene Ideen zu nutzen, und mehr Abwechslung zu schaffen

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