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Neues aus der Hauptstadt – Eohalis

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„Waste Of Eternity“

Veröffenlichungsdatum: 28.02.2016

Dauer: 20:59

Label: Eigenproduktion

EOHALIS sind eine seit Frühjahr 2015 existierende Band aus der deutschen Hauptstadt, die sich laut eigener Aussage im „Death Metal (irgendwo im Bereich aus technischem und Brutal Death Metal)“ ansiedeln.

Die EP „Waste of Eternity“ kommt in einem schmucken, schnörkellosen Digipak an. Das Cover wird von einem modernen Design geziert und wirkt auf El Zecho ziemlich okkult, ich würde es eher in Corige Gefilde einordnen. Es handelt sich um eine Eigenproduktion, bei der vom Artwork bis zum Mix alles in den Händen der vier Berliner lag.

Der Sound ist recht mittig, wobei das Schlagzeug meinem Empfinden nach leider am schlechtesten wegkommt. Doch dafür, dass hier ALLES DIY ist, kann sich die EP durchaus sehen lassen.

Der Eröffnungstrack „As Selection Applies“ ballert schmissig los und macht durchaus Spaß. Im Laufe des Songs wird versucht, Stimmung aufzubauen, die Gitarrenarbeit wirkt durchdacht, immer wieder werden geschickt kleine Melodien eingewebt, die im Ohr bleiben. Was das Arrangement angeht verschenken EOHALIS leider Punkte, die Übergänge wirken ruppig, hier und da schleicht sich eine Länge ein.

„Lizard of Maas“ kommt ziemlich sperrig daher und lässt Sympathien zu GOJIRA vermuten. Allerdings weiß man manchmal nicht, ob hier einfach etwas freier mit den Vorgaben von Takt und Geschwindigkeit umgegangen wird, oder ob das Ganze wirklich ausgefeilte 17/16tel sein sollen.

Das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente könnte/müsste/sollte noch wesentlich tighter gestaltet werden. Ein Punkt, den ich auf das geringe Alter der Band schiebe, was nicht heißen soll, dass ich das in Schutz nehme, oder verzeihen will. Hier besteht noch Möglichkeit zur Steigerung, was ich der Band auf jeden Fall wünsche.

Insgesamt wird nur spärlich mit Melodie gearbeitet, schleppend riffende Gitarren tragen die Musik. Ich könnte jetzt vorsichtige Vergleiche zu entschlackten ION DISSONANCE oder WFAHM ziehen, wobei es mir hierbei jedoch nicht um die Größe dieser Namen geht, sondern eher um die musikalisch-stilistische Ausrichtung und das, was ich dabei fühle.

Das Rausschmeißerinstrumental „Rain drips off scale tree leafs amid a carboniferous forest“ säuselt leider eher nichtssagend vor sich hin und vermag es nicht, die vermutlich intendierte Atmosphäre zu schaffen.

Was ich EOHALIS zugute halte ist, dass sie versuchen sich abseits von Strophe/Refrain/Strophe-Mustern zu bewegen. Allerdings wirkt es so, als wüsste die Band noch nicht so richtig, wie man Songstrukturen wirklich durchdacht aufbaut. Es mangelt den Songs an Kohärenz, was dazu führt, dass es sich meist anfühlt, als würden sie abrupt enden, weil der Text zu Ende ist und nicht weil es das Lied verlangt.

Insgesamt ein gutes Debüt einer Band, die noch etwas wacklig auf den Beinen wirkt, aber durchaus Lust auf mehr macht!

Die EP gibt es übrigens HIER als Name-your-Price-Download. Gönnt Euch!

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Autorenbewertung

6
EOHALIS zeigen auf „Waste Of Eternity“ einiges an Potential, jedoch auch noch einige Schwächen, die es auszumerzen gilt, will man ernsthaft weiterarbeiten. Die Anleihen dafür sind vorhanden, allerdings müssen diese wohl noch etwas reifen.
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6 / 10 Punkten

Vorteile

+ gelungene Debüt EP, die Lust auf mehr macht und sich um Eigenständigkeit bemüht

Nachteile

- mittelmäßiger Sound
- ausbaufähige Arrangements
- variationsarmer Gesang

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