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THE COMMITTEE – Waffen für die Welt

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THE COMMITTEE – Memorandum Occultus
Veröffentlichungsdatum: 25.02.2017
Dauer: 54:06 Min.
Label: Folter Records
Genre: Black Metal

2017 wird ganz klar das Jahr von THE COMMITTEE, da gibt es keinen Zweifel. Nach 3 Jahren Wartezeit meldet sich das anonyme Kollektiv mit Hauptsitz in Belgien mit einem Kahlschlag an der Front zurück. Und was für einem! Auf “Memorandum Occultus” gelingt es den vermummten Unholden erneut, ihre Konkurrenz alt aussehen zu lassen. Seien es die bockstarken Akkorde oder Melodien, THE COMMITTEE schaffen das, woran Bands wie ENDSTILLE verzweifeln. Ergreifende Dramatik im Songcharakter, unbändige Doublebass-Kaskaden und eine klasse Produktion sind da nur der Anfang vom großen Ganzen.

Thematisch wird dem Kriegsgeschehen erneut eine Frischzellenkur verpasst, wie es schon 2014 mit dem Übersong “Man Of Steel” auf dem bombastischen Debüt “Power Through Unity” der Fall war. Einfallsreiche Titel wie “Synthetic, Organic Gods-Weapons Of Genocide” bestechen durch fragile Akustik und majestätische Gewalt. DAS ist Metal, DAS ist Leidenschaft!

In goldenen Ketten

“Memorandum Occultus” ist eine detaillierte Roadmap für die Versklavung und den Völkermord von Millionen. Es ist ein rücksichtslos wirksames und makelloses System von Schritten und Richtlinien für ein selbsttragendes System der “strukturlosen Kontrolle”, das über viele Jahrhunderte hinweg perfektioniert wurde.

Dank Bands wie MGLA, die ähnlich auf brillantem Textniveau agieren, und THE COMMITTEE mache ich mir ein Stück weit weniger Sorgen, dass der Black Metal endgültig im stumpfen Satanismus oder “Öko-Baumknutscher-Sektor” versumpft. Auf diesem Album wird lieber die pure Verzweiflung und Korruption an den Pranger gestellt und der Finger tief in die Wunde gelegt.

Erstmals habe ich auch einen ersten Vergleich für diese Band. PRIMORDIAL können durchaus als Vergleichsmöglichkeit herangezogen werden, jedoch ohne das windschiefe Gejaule.

Das erste gute Lyricvideo findest du HIER:

Natürlich behalten die Musiker ihr Erfolgsrezept bei, wozu etwas ändern, wenn es doch tadellos funktioniert? Sicherlich gibt es den ein oder anderen ungewohnten Moment, wie den Tritt auf die Bremse in “Treacherous Teachings-Weapons of Religion” (ab Minute 5:11), doch da gewöhnt man sich schnell dran.

Trotzdem klingt bei THE COMMITTEE vieles gleich

Was bei dieser Platte die Stärken sind, stellt auch gleichzeitig die Makel dar, denn oftmals wiederholen sich THE COMMITTEE vom Prinzip her. Zwar werden auch Kontraste durch ruhige Gitarren gesetzt (“Flexible Facts – Weapons of History and Chronology”), allerdings sind es für meine Begriffe nicht genug.

Versteht mich nicht falsch, ich mag “Memorandum Occultus” sehr. Aber durch die Länge von knapp 55 Minuten sinkt die Chance, sich das Album im Anschluss noch mal anzuhören. Schade eigentlich, denn es steckt eine Menge Potenzial in dem Teil.

Bild mit freundlicher Genehmigung von The Committee

Autorenbewertung

7
Die wilde Jagd geht in die zweite Runde. THE COMMITTEE greifen wieder mit einem bärenstarken Album an und dürften viele von euch überzeugen. "Memorandum Occultus" wirkt im Gesamtdurchlauf dynamisch und auch wenn ein Übersong wie "Man Of Steel" fehlt oder sich die ein oder andere Länge einschleicht, so handelt es sich hier um einen Tonträger, den man ernst nehmen sollte.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Vorteile

+ eine Atmosphäre, so dicht wie der Wald
+ hohes Niveau an Songwriting wird beibehalten
+ innovative Texte

Nachteile

- moderne Produktion manchmal anstrengend (Bassdrum)
- Albumlänge kann am Geduldsfaden zerren
- trotz vieler guter Ideen manchmal austauschbar

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4 Kommentare

  1. Lodenschwein
    28. Februar 2017 bei 6:33 — Antworten

    Jo Hannes da geh ich mit, ich hab das Album 2 mal durch laufen lassen und ich finds einerseits gut auf der andern Seite Austauschbar.
    Es hat halt mal voll den mgla Charme und das ist ja grad der Puls der Zeit.
    Aber jo 3 Lieder weniger hätten dem Album komischerweise gut getan.
    Ich hab sie neulich mit endstille aufm Konzi gesehen da muss ich sagen hat es mich
    Nicht richtig abgeholt. Live hat das ganz schön überladen gewirkt aber wahrscheinlich auch weil der Sound so übersteuert hat.
    What ever, weitermachen.
    Ps zieh dir mal den neuen Output von drudensang rein!!!!
    Oder die jetzt am Freitag erscheinende Ep der Band Nornir! 90s norway @ its best sag ich dir.

    • Hannes
      28. Februar 2017 bei 19:06 — Antworten

      Hallo Lodenschwein,

      schön das ich nicht der einzige bin, der diese Meinung vertritt.
      Meinst du mit “der neuen Drudensang” die Split von 2015? Wenn ja, sagt mir leider nicht ganz zu. Die neue Nornir kannst du Probeweise schon bei Youtube hören. In der Tat 90er Worship pur, werde ich mir mal genauer zu Gemüte führen.

      Sei gespannt was demnächst kommt….

      Grüße,

      Hannes

      • Lodenschwein
        28. Februar 2017 bei 20:01

        Nope
        Die heißt verborgene Riten von drudensang
        Jetzt erst rausgekommen auf Tape. Ich find die Mega. Allgemein was die Buben auch mit Der andern band “Schrat” machen ist genial. Unbedingt mal die Schattenwahn Scheibe anhören!!!!
        Jo die nornir kommt Freitag raus und ich leg mir die gleich Samstag beim Konzi zu. Mit ner Frau am Mike macht eh immer neugierig.

        Greetz

  2. Lodenschwein
    28. Februar 2017 bei 6:28 — Antworten

    Jo Hannes da geh ich mit, ich hab das Album 2 mal durch laufen lassen und ich finds einerseits gut auf der andern Seite Austauschbar.
    Es hat halt mal voll den mgla Charme und das ist ja grad der Puls der Zeit.
    Aber jo 3 Lieder weniger hätten dem Album komischerweise gut getan.
    Ich hab sie neulich mit endstille aufm Konzi gesehen da muss ich sagen hat es mich
    Nicht richtig abgeholt. Live hat das ganz schön überladen gewirkt aber wahrscheinlich auch weil der Sound so übersteuert hat.
    What ever, weitermachen.
    Ps zieh dir mal den neuen Output von drudensang rein!!!!
    Oder die jetzt am Freitag erscheinende Ep der Band Nornir! 90s norway @ its best das ich dir.

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