Home»Reviews»Black Metal»13 lateinamerikanische Hasstiraden!

13 lateinamerikanische Hasstiraden!

0
Shares
Pinterest Google+

INQUISITION – Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith
Veröffentlichungsdatum: 26.08.2016
Dauer: 56:32 Min.
Label: Season Of Mist

In schöner Regelmäßigkeit kann man auf dem Black Metal-Markt ein atemberaubendes Phänomen beobachten. 2 kolumbianische Typen bringen ein Album raus, bei dem man wohl länger braucht den Titel auswendig zu lernen, als das ganze Album ein Mal durchzuhören. Natürlich ist hier die Rede von INQUISITION. Auf „Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith“, ihrem mittlerweile 7. Full-Length-Album, beweist das Duo mal wieder, dass die Band völlig zu Recht eine der beliebtesten Bands in ihrem Genre ist.

INQUISITION
INQUISITION

Schon nach dem kurzen Intro fällt mir auf, dass sich INQUISITION auch auf ihrem neuesten Werk auf keinerlei Experimente einlassen und dort weitermachen, wo sie auf ihrer letzten Scheibe aufgehört haben. „From Chaos They Came“ wird genauso solide runtergehämmert, wie altbekannte Songs aus der Bandvergangenheit. Was außerdem auffällt: Sänger Dagon und Drummer Incubus doktorieren nicht sinnlos an ihrem Sound rum, sondern bleiben sich treu und behalten den klirrend-kalten Gitarrensound und die feurigen Drums bei.
Auch „Wings Of Anu“ bietet keine wirkliche Überraschung, wobei hier schon deutlich langsamer agiert wird als noch beim Opener. Das schmälert die Geilheit dieses Songs aber keinesfalls. Vor allem die unglaubliche Atmosphäre macht diesen Song unverkennbar. Der eisige Gitarrenklang lässt so ziemlich alles gefrieren, was sich in unmittelbarer Nähe der Boxen befindet. Zum Teil erinnert mich das Gitarrenspiel an IMMORTALs Meisterwerk „Sons Of Northern Darkness“.

Hier werden wahre Gebirgszüge voll Eis und Kälte errichtet!

Die Bosheit in Person
Die Bosheit in Person

„Vortex From The Celestial Flying Throne Of Storms“ (boah, was für ein Titel) zeigt das ganze Repertoire der Band deutlich auf. Hier wird rasender Black Metal mit Atmosphäre steigernden Midtempo-Parts perfekt kombiniert. Dieser Song ist für mich stellvertretend für die Variabilität, die die Band unverkennbar hat.
An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich jetzt hier nicht jeden Song auseinanderpflücken werde. Das würde einfach viel zu weit führen, da die Songs ziemlich komplex sind. Nur so viel sei gesagt: es gibt keinen wirklichen Ausreißer nach unten! Einzig vom namensgebenden Titelsong des Albums hätte ich mir ein wenig mehr erwartet. Zwar zeigen die Jungs aus der Heimat von Pablo Escobar hier ihr ganzes spielerisches Können, doch auf Dagons knurrigen Gesang warte ich vergebens. Ich sehe den Song allerdings nur als Einleitung des darauffolgenden „Power From The Center Of The Cosmic Black Spiral“ (die beiden machen es einem echt nicht leicht). Mit gewohntem INQUISITION-Gehämmer wird hier gestartet, ehe der Mittelpart bei mir alle Dämme brechen lässt. Ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass dieser Song das absolute Meisterstück des neuen Silberlings ist.
Mit Ziegenmeckern und Klängen, die mich sofort an ein schamanistisches Ritual erinnern, findet das Album nach einer knappen Stunde schließlich ein Ende. Denkste: nach dem eigentlichen Outro wird noch ein Track hinterhergeworfen. Böse, mystische Klänge beschließen nun endgültig das Album, welches nun die nächsten Jahre bis zur Veröffentlichung einer neuen INQUISITION-Platte in gepflegter Regelmäßigkeit meinen Plattenteller beehren wird.

Im Großen und Ganzen ist Dagon und Incubus hier wieder eine saustarke Veröffentlichung gelungen, welche mich hauptsächlich durch den Gesang überrascht. Natürlich knurrt Dagon immer noch kräftig, aber dieses Mal fallen die Vocals deutlich dunkler und böser aus. Das macht dieses Album zu einem Unikat in der Geschichte der Band und für mich umso interessanter. INQUISITION sind für mich weiterhin eine der wenigen Speerspitzen im Black Metal von denen ich mir weiterhin bedenkenlos Platten kaufen werde!

Und nun die große Preisfrage: Wer erinnert sich noch an den Namen der Platte??? Wahrscheinlich niemand! Also hörts euch die nächsten Tage fleißig an!

INQUISITION auf Facebook

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Inquisition und Peter Beste

Autorenbewertung

7
Natürlich erfinden INQUISITION auch auf ihrem neuen Album den Black Metal nicht neu. Das wollen die 2 aber auch gar nicht! Sie bleiben ihrem Stil, sowohl soundtechnisch als auch vom Songwriting her, treu!
ø 4.6 / 5 bei 1 Benutzerbewertungen
7 / 10 Punkten

Vorteile

+ Sound
+ gute Länge
+ ein gewohnt fettes Cover
+ Dagons knurriger Gesang

Nachteile

- kaum Innovationen

Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben was Sie tun - wenn du Ihre Arbeit liebst kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

Von Black Metal bis Shoegaze | DEAF ROW FEST V

Nächster Beitrag

Aus den Tiefen #9 bis 9,5 - The Austerity Program

2 Kommentare

  1. Azazel
    30. August 2016 bei 18:50 — Antworten

    Dem Review nach zu urteilen wäre die Bewertung doch vielmehr eine 8 oder gar 9?
    Sonst gibt’s nichts auszusetzen!

  2. Domga
    26. August 2016 bei 15:17 — Antworten

    Erstmal sehr gutes Review :D. Für mich auch neben „where shadows forever reign“ eine sehr gute platte der alten schule. Bester Track ist meiner Meinung nach aber „Wings of Anu“, wegen der porno-riffs im Mittelteil 🙂

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.