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Saliva – Love, Lies & Therapy

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SALIVA
„Love, Lies & Therapy“

Veröffentlichungsdatum: 10.06.2016
Dauer: 42:30
Label: Universal Music

„Ey Robert, besprichste die hier mal bitte noch?“ Gespräche, die so anfangen ziehen selten was Gutes nach sich. Ein Blick auf die Platte erhärtet diesen Verdacht nur noch…
Was zur Hölle? Ist das deren scheiß Ernst? SALIVA? Also Speichel? Spucke? Das Cover sieht ziemlich schlimm aus, irgendwie klischeehaft und gleichzeitig nichtssagend. Ein Schriftzug der als Herkunftsort der Kapelle sofort Los Angeles nahelegt. Doch weit gefehlt, denn wie mir das Promozettelchen verrät, stammen die Jungs aus Memphis, Tennessee.

Ehrlich gesagt hab ich noch NIE was von SALIVA gehört. Bis jetzt.
Die Band existiert bereits seit 20 (!) Jahren, während derer sie sowohl Gold, als auch Platin einheimsen konnten. „Love, Lies & Therapy“ stellt nun das bereits neunte Album dar.

Der Eröffnungssong „Trust“ ist dann überraschenderweise doch eingängiger und besser, als ich erwartet hätte. Der Sound ist super, die Arrangements gut gemacht, die Musiker agieren fit an ihren Instrumenten, die Auflösungen gehen ausgezeichnet ins Ohr. „Tragic Kind Of Love“ klingt zu Beginn wie jeder LINKIN PARK Song und verfügt über die gleichen Songstrukturen. Mit dem Unterschied, dass auf Rap verzichtet wird – vorerst. Der Gesang erinnert mich hier permanent an THREE DAYS GRACE, aber auch darüber hinaus erinnert alles an irgendwas. Man hat alles schonmal so oder so ähnlich irgendwo gehört. Zählt einfach alle Bands auf, die ihr im Radio hören könntet, und die noch elektrisch verstärkte Instrumente benutzen. Seien es NICKELBACK, SEETHER oder CREEDSALIVA klingen genau wie sie alle. Kurz gesagt: Musik, die eurer Freundin oder kleinen Schwester gefallen könnte.

Die erste Hälfte des Albums fliegt an mir vorbei ohne zu nerven, aber auch ohne Eindruck zu hinterlassen. Hier rein, da raus.

Die Rap-Rock Nummer „Go Big Or Go Home“ möchte dann an LIMP BIZKIT, CRAZY TOWN oder P.O.D. erinnern. Manchmal frage ich mich selbst, wo ich solche Referenzen herhole und wieso mir überhaupt irgendwas zum vergleichen einfällt. Aber an allen Ecken und Enden klingen die Songs von SALIVA nach irgendwelchen anderen Bands, die ich vor 1000 Jahren mal gehört hab und die mittlerweile zum Glück in Vergessenheit geraten sind. Irgendwie erschreckend, dass solche Musik immernoch gemacht wird und sich kaum anders anhört, als vor besagten 1000 Jahren. Klar gibt’s hier Riffs, die gut sind, aber SALIVA verschwinden völlig problemlos in der Masse der Myriaden an Bands, die das Gleiche machen, wie sie. Was mich besonders wundert ist, dass die Jungs, die ja schon seit 20 Jahren aktiv sind und damit mittlerweile im Alter von irgendwas um die 40 sein sollten, Texte schreiben, als wären sie immernoch Teenager.

Saliva im Jahre 2016
Saliva im Jahre 2016

Zu allem Überfluss covern SALIVA auch noch „They Don’t Care About Us“ von MICHAEL JACKSON und beweisen damit zumindest, dass sie meinen Artikel zu dem Thema nicht gelesen haben. Ach Jungs…
Das Cover ist so eins, bei dem der Originalsong genommen wird, ein paar Gitarren drüber gelegt werden und das Ganze dann unfassbar spektakulär und neu sein soll. Ist es aber nicht.

Keine Frage: rein objektiv ist hier alles geil gemacht. Die Instrumente klingen super, die Songs sind gut geschrieben, die Arrangements sorgen dafür, dass die Lieder ins Ohr gehen – oder besser: nicht weh tun.
Allerdings passiert hier sonst gar nichts, keine Spannung, keine Überraschungen, Texte sind repetitiv und unspektakulär. Alles wirkt weichgespült und gefällig, der einzige Zweck dieser Musik ist es, verkauft zu werden. Und anscheinend funktioniert das auch. Ein Grund mehr, meine Kohle dann doch lieber den kleinen Bands in den Rachen zu schieben.

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Saliva

Autorenbewertung

5
Saliva schaffen hier ein super Album, welches durchaus das Potential hat, Gold oder Platin zu kriegen. Allerdings klingt es auch genau danach und nicht nach einem Funken mehr. Diese Art von Musik ist ein Wegwerfprodukt und wird vermutlich auch bei den Leuten, die sie kaufen, nach einer einstelligen Zahl an Hördurchläufen im Schrank verstauben. Vermutlich zurecht.
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5 / 10 Punkten

Vorteile

+ sehr hohe Qualität in Puncto Sound, Instrumentalbeherrschung und Songwriting

Nachteile

- weichgespülter Radiorock ohne Ecken, Kanten oder Charakter

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4 Kommentare

  1. Dave
    11. Juni 2016 bei 20:13 — Antworten

    …oder anders gesagt, treu eurem Motto: „Silence is better than bullshit“

    • Robert
      12. Juni 2016 bei 12:25 — Antworten

      Vielen Dank für die konstruktive Kritik!
      Glaub mir, ich hätte die Platte auch gerne nicht besprochen.
      Andererseits zwingt dich auch niemand, meinen „Bullshit“ zu lesen.
      Schönen Sonntag dir! =)

      • Dave
        12. Juni 2016 bei 12:45

        Klar, jeder muss in einer Redaktion/Mag auch mal Sachen machen, die einen nicht gefallen. Das kann man ja auch schreiben. Doch, „Der Ton macht die Musik“ und Sachen kann man anders formulieren. Das wäre eine Lösung. Die andere Lösung, jemanden solche Aufgaben geben der etwas mit der Musikvertraut ist. z.B. Ich höre auch kein Thrash und schreibe was zur der neuen Kreatorplatte. Zusagen, niemand zwingt mich deinen “Bullshit” zu lesen, ist auch wieder eine Sache des „Guten Tons“, und hört sich schnippisch an. Wenn man allen Leuten die Kritik üben, so gegenübertritt, dann veröffentliche doch bitte keine Artikel.

  2. Dave
    11. Juni 2016 bei 20:11 — Antworten

    „Irgendwie erschreckend, dass solche Musik immernoch gemacht wird und sich kaum anders anhört, als vor besagten 1000 Jahren. Klar gibt’s hier Riffs, die gut sind, aber SALIVA verschwinden völlig problemlos in der Masse der Myriaden an Bands, die das Gleiche machen, wie sie.“ Ich glaube, wer solche kommentare schreibt, sollte sich überhaupt überlegen die Platte zu reviewen. Lieber dann doch bitte es sein lassen. Es macht keinen Sinn Modern Metal/Nu Metal Platte an Leute zu geben die nicht diese Art von Musik hören

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