Home»Lifestyle»Kolumnen»Senf der Woche #28 – LACH DOCH MAL!

Senf der Woche #28 – LACH DOCH MAL!

0
Shares
Pinterest Google+

Thema heute: Humor und Metal – Was ist lustig? Was eher lächerlich?

Jawoll, SILENCE goes cuisine! Wer seine Pommes nicht nur Schranke, sondern auch mal mit den Variationen des Granum Sinapis veredelt wissen möchte, ist hier genau richtig. Senf in seinen urigsten und verspieltesten Varianten und zu den unterschiedlichsten Gerichten serviert, dargeboten von der SILENCE-Crew.


Sophia meint:

Humor ist natürlich immer eine Frage des Geschmacks. Aber es gibt ein paar Bands, die es schaffen wirklich lustig und nicht nur lächerlich zu sein. Ganz oben spielen dort TENAISCOUS D mit, die nicht nur mit ihrer Musik überzeugen, sondern auch mit ihrem Film „The Pick of Destiny“ oder dem Computerspiel „Brütal Legend“. Kurz gesagt, lustiger Metal/Rock lässt sich auf jeden Fall gut verkaufen, muss aber auch dementsprechend das Talent mitbringen, welches ein Metalfan hören möchte. Das hat Jack Black und zeigt es auch.

Eine wichtige Sache, die bei jeder lustigen Metalband mitspielt, ist das Thema Sex. Damit möchte ich auf ein Genre ansprechen, welches sich seit den 70ern entwickelt hat: der Glam Metal. Beispielsweise STEEL PANTHER setzen darauf, dass keiner ihrer Songs wirklich ernst gemeint ist und erreichen damit, zumindest auf Festivals voller Betrunkener, eine große Masse an Fans. Aber das ist der Punkt – hier sind sich die Songs sehr ähnlich, es gibt kaum Abwechslung und das Genre hat seine besten, rebellischen Zeiten bereits hinter sich.

Wo wir nun eh schon beim Thema Alkohol sind: So sind es doch eher diese ganzen Party-Metalbands, die einfach nicht mehr überzeugen und sich nur noch lächerlich machen. Ein wunderschönes Beispiel ist in diesem Fall die neue Platte von ALESTORM.

Lukas findet:

Dass die Besucher von Metalkonzerten (zumeist) nicht stundenlang böse dreinschauend mit verschränkten Armen vor der Bühne stehen, dürfte allen klar sein, die sich regelmäßig in der Szene bewegen. Auch Metalheads haben gerne Spaß! Und das nicht nur bei eingeschworenen Fun-Combos wie J.B.O. oder KNORKATOR. Wobei ich mich beim Showdown dieser beiden definitiv auf die Seite der meisten Band der Welt stellen würde, deren Werke insgesamt deutlich durchdachter erscheinen.

Der ein oder andere dürfte das Auftreten von Glam-Metal-Bands á la STEEL PANTHER belustigend finden, obwohl mir anstelle eines Lächelns eher die (Fremd-)Schamesröte ins Gesicht steigt. Eher mein Ding sind da die GRAILKNIGHTS, die mit einer Mischung aus Superheldenthema und aktiver Einbindung des Publikums sehr zu entertainen wissen. Nichts weckt den Battlechoir schneller als eine Runde „Grailrobic“!

Auf eine ganz andere Art und Weise belustigend ist ein hoher Geek-Faktor bei der eigenen Performance. Sei es durch Einsatz von auffälligen, fantastischen Kostümen, exzentrisches Gestikulieren des „Magiers“ in der Band oder einfach nur Songnamen, in denen das Fantasie-Thema auf die Schippe genommen wird. GLORYHAMMER und TWILIGHT FORCE beherrschen diese Kunst, siehe z.B. „The Enchanted Dragon Of Wisdom“. Letztendlich ist es aber beim Humor wie bei allem: Wo der eine mit den Augen rollt, ist der andere vollkommen aus dem Häuschen.

Sebastian sagt:

Mal vorneweg: Metal und “lustig”? Habt ihr was in der Sahne? Bringt mal eure Mundwinkel wieder nach unten, ihr Penner! Ok, lassen wir das… So schlimm können Metaller nicht sein, sonst wären sie bei Festivalveranstaltern nicht so beliebt. Aber nun zu den Bands.

Spaßkapellen gibt es auch bei uns. KNORKATOR kennt jeder, RAMMSTEIN sind eigentlich auch unterhaltsam. Ohne jetzt den Begriff „Humor“ auseinander diskutieren zu wollen, aber generell sind die schon lustig. Oder? Auch die Battles von Alexi Laiho und Keyboarder Janne Wirman von CHILDREN OF BODOM auf der Bühne sind recht beliebt. Kann man sich guten Gewissens mal live ansehen.

Was mich jedoch auch nach mehreren Konzerten, über ein paar Jahre verteilt, immer noch nervt, sind HEAVEN SHALL BURN. Wann lernen die das mit den Ansagen? Die Musik ist echt in Ordnung, aber das dazwischen… sorry, ich finds ziemlich lame! Genauso Bülent Ceylan. Ja, er ist türkischstämmig und hat lange Haare – lass uns ne Torte zusammen essen! Richtige Brüller finde ich bei ihm auch nicht.

Ansonsten können für mich Metal und Humor recht nah beieinander liegen. Ich frage mich dann aber, ob die Gruppen das, was sie da vorführen, ernst meinen. Black-Metal-Bands zum Beispiel. Oder die KASSIERER. EXCREMENTORY GRINDFUCKERS. Oder der BEMBERS. Ich verstehs wahrscheinlich nur nicht und sollte mehr trinken. So ein Metalfan bin ich aber nicht. Ich kann mir nichts schön trinken. Und solche Gruppen finde ich einfach nur zum Wegrennen. Ernst gemeinten zwischenmenschlichen, empathischen Witz aus der Situation heraus finde ich da besser. Und es gibt genügend Bands, die so was hinbekommen.


Du liest diesen Beitrag, weil unsere Autoren lieben, was sie tun - wenn du ihre Arbeit liebst, kannst du uns, wie andere schon, unterstützen. Wie? Mit einem kleinen monatlichen Beitrag über silence-magazin@patreon Patreon
Vorheriger Beitrag

CONVERGE - Ein Liebesbrief

Nächster Beitrag

ACCEPT - Nur das Genie beherrscht das Chaos

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.