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Brachiale Gitarren und feinster Death Metal – Opeth

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Veröffentlichtungsdatum 25. August 2014
Dauer: 56 min
Label: Roadrunner Records

Tiefe Growls, brachiale Gitarren und feinster Death Metal. Das war Opeth einst. 2014 erschien mit Pale Communion das neueste Werk der Schweden und zeigt keinerlei dieser Ansätze. Watershed punktete 2008 noch mit dem Wechsel zwischen wunderschönen Melodien und einer gewaltigen Flut aus Death Metal und sogar Jazz. Dieses gilt für viele als bisher bestes Werk von Opeth und demnach muss sich auch Pale Communion diesem Vergleich stellen.
Auf der Suche nach dem Death Metal kämpft man sich nun durch 55 Minuten Progressiv…Rock? Ja, tatsächlich Rock. Hier eindeutig zu finden: Progressiv Elemente der 70’s und 80’s.
Melodien zum Schmelzen an allen Ecken und dazu Mikael Åkerfeldts butterweiche Stimme. Und dann? Dann ist das Album durch und wo war nun die Gewalt? Wo ist der Death Metal hin? Weg, und wenn sich Opeth ohne diesen so anhört, dann kann er auch weg bleiben. Pale Communion ist ein Meisterwerk. Wieder ist etwas Zeit gefordert um zu erschließen, in welche Richtung das Album mit dem Hörer möchte, doch ist man erst einmal unterwegs, kann man sich dem kaum noch entziehen. Opeth schafft eine klangliche Reise zu erzeugen, welche weit über einen, von Sepiaton gefärbten Herbstwald führt (ein Bild, welches sich bei Alben wie Blackwater Park bei mir oft einstellte). Songs scheinen gar nicht zu enden, was noch an die Einflüsse des Doom Metals erinnert.
Technisch gesehen ist das Album bewusst am Flaire der 70’s und 80’s der Progressiv Szene orientiert. In den Aufnahmen finden sich nach längerem Hören sogar kleine Fehler, welche bewusst dort eingebracht sind. „Vollkommen durchdacht“ trifft es hier am besten.

Pale Communion ist eines der besten Progressiv Werke, welches ich je hören durfte.

Es erscheint voluminös und gleichzeitig hauchzart auf eine sehr eigene Weise. Wer sich dieses Album erschließen will, vergeudet keineswegs seine Zeit. In Relation zu anderen Alben von Opeth würde ich jedoch Watershed hervorheben. Durch die bereits genannte Einstreuung von Gewalt, durch die Death und Doom Metal Einflüsse, wirkt es noch ein wenig runder aber natürlich schwingt noch ein wenig Nostalgie mit.
Für Leute, welche von Komplexität nicht abgeneigt sind und auch mit recht seichterem Progressiv Metal, welcher eigentlich schon mehr Rock ist, etwas anfangen können, sei dieses Album ans Herz gelegt. Man sollte zumindest nicht sofort davon abschrecken und definitiv mal reinhören.


Dies ist ein Gastautoren-Beitrag von: Chris

Autorenbewertung

8
feinster Death Metal!
ø 4.6 / 5 bei 7 Benutzerbewertungen
8 / 10 Punkten

Vorteile

musikalisch auf einem sehr hohen Niveau und eindeutig ein Meisterwerk

Nachteile

kaum noch Einflüsse vom „alten“ Opeth, Fans die dem Death Metal hinter her trauern werden damit keinen Spaß haben

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2 Kommentare

  1. Peter
    7. Juni 2016 bei 14:32 — Antworten

    Die Platte ist doch schon ein alter Hut.

    • Chris
      7. Juni 2016 bei 16:45 — Antworten

      Ja das stimmt. Dennoch die neuste von Opeth und ich wollte mit Reviews von Platten anfangen, die ich gut kenne.
      Außerdem, hey, mit Opeth macht man nie was falsch.

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