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Treffen sich Queen, Sabaton und starker Power Metal auf ein Bier

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CIVIL WAR – The Last Full Measure
Veröffentlichungsdatum: 04.11.2016
Dauer: 57 Min.
Label: Napalm Records

Selten hat mich eine Band so überrascht wie CIVIL WAR. Klar, gute Musik machen auch viele andere Kapellen, aber der springende Punkt hierbei ist, dass sich die schwedische Band vor allem aus ehemaligen SABATON-Mitgliedern zusammensetzt, und ich für diese Truppe persönlich rein gar nichts übrig habe. Bashing soll an dieser Stelle keinesfalls betrieben werden, eher handelt es sich hierbei um eine lustige, kleine Randnotiz. Dabei sind CIVIL WAR musikalisch gar nicht so weit von SABATON entfernt: Gespielt wird eingängiger Power Metal, der nicht sonderlich komplex gestrickt ist und auch gerne auf Keyboard-Flächen setzt.

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist ASTRAL DOORS-Frontmann Nils Patrik Johansson am Mikro, dessen spezielles Organ von der ersten Sekunde an entzückt. Dabei setzt der gute Mann auch öfters auf untypische Ansätze, was der Musik eindeutig einen erfrischenden Anstrich verleiht. Man kann es sich etwa so vorstellen, als hätte Donald Duck sein Talent für Power Metal entdeckt. Und das ist hier eindeutig positiv gemeint!

Während CIVIL WAR schon in den üblichen Gassenhauern wie „Gladiator“ und dem Titeltrack eine wahnwitzige Spielfreude ausstrahlen, wird die Sache bei den spezielleren Titeln erst so richtig interessant. „Savannah“ und „Tombstone“ geben sich besonders in der Strophe schön verspielt und erinnern nicht nur knapp an so manchen Titel von QUEEN. Als Freund kleiner Experimente hätte es hiervon gerne mehr sein dürfen, aber das Verhältnis auf dem Album stimmt prinzipiell. CIVIL WAR kombinieren scheinbar mühelos altbewährte Tugenden mit kleinen Innovationen, wie sie der Power Metal viel zu selten erlebt.

Klar, hin und wieder gehen CIVIL WAR auch mit dem Holzhammer auf den Zuhörer los und hauen ihm tausendfach durchgekaute Einfälle um die Ohren. Die Umsetzung bleibt dabei aber in jedem Fall spritzig und sympathisch. Man fühlt sich gleich auf „The Last Full Measure“ heimisch, entdeckt in der Ecke aber immer wieder ein paar lang vergessene Spielzeuge. Dass Produktion und handwerkliche Leistung über jeden Zweifel erhaben sind, dürfte offensichtlich sein. Als Kritikpunkt kann man nun aufführen, dass sich die Edition mit den beiden Bonustracks „Strike Hard Strike Sure“ und „Aftermath“ etwas in die Länge zieht, aber das tut sie auch erst zum Ende hin.

Lässig ist wohl das Attribut, das am besten zu „The Last Full Measure“ passt. Obwohl den einzelnen Liedern angesichts der aufgegriffenen Thematiken eine gewisse Schwere innewohnt, und das Material auch gern in härtere Gefilde abdriftet, wirkt das alles lässig und entspannt gezockt. Ideal zum Feiern, Mitsingen und auch zum konzentrierten Hören geeignet.

Autorenbewertung

9
"The Last Full Measure" ist irgendwo schon frech, denn angereichert mit der richtigen Würze reifen altbekannte Elemente zu einem wahren Power Metal-Festmahl heran.
ø 0 / 5 bei 0 Benutzerbewertungen
9 / 10 Punkten

Vorteile

+ Donald Duck mag Power Metal
+ eine der rundesten Power Metal-Scheiben des Jahres
+ viele interessante Spielereien
+ wundervoll eingängige Hymnen

Nachteile

- wirkt mit Bonustracks etwas zu lang

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2 Kommentare

  1. Arkkanor
    24. Oktober 2016 bei 20:22 — Antworten

    Also Civil War finde ich rein Istrumental ziemlich, ziemlich gut!

    Aber eben gerade mit der Stimme von Johansson werde ich nicht warm.
    Schon bei Astral Doors konnte ich mich leider nicht mit seiner Stimme anfreunden :-/

    Schade für mich, aber ist halt leider so…..
    Denn die Musik von Astral Doors und auch Civil War finde ich eben abgesehen vom Gesang ziemlich gut!

  2. Jannik
    24. Oktober 2016 bei 20:00 — Antworten

    Stimme dem Artikel voll zu!
    Höre zwar auch Sabaton, aber mittlerweile lieber Civil War, da sie meiner Meinung nach nicht so eintönig sind. Zudem sind sie keinesfalls eine Sabaton-Kopie!
    Schöner Artikel!

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